Heizungsablesung

Moin,

ich habe zwei Fragen zur Heizungsablesung:

a) Wie liest man diese Anzeiger ab, die mit einer gelben Flüssigkeit gefüllt sind (hier: techem)? Diese haben sowohl links als auch rechts eine jeweils unterschiedliche Skala. Wie kann man von dem abgelesenen Wert auf die Heizkosten schließen?

b) Ich glaube mal gelesen zu haben, dass man die Ablesung, die die Leute vornehmen nicht unterschreiben soll, wenn man mit seiner Unterschrift bestätigt, dass die Heizungen richtig abgelesen wurden. Denn damit würde man tatsächlich bestätigen, dass das Ergebnis richtig ist, egal was hinterher rauskommt; sprich, wenn die Abrechnung dann sogar offensichtlich falsch ist, hätte man keine Chance[1] dagegen anzugehen, weil man ja unterschrieben hat, dass die Ablesung richtig war.

Ich denke, wenn man selber auch ablesen kann und die Werte vergleicht und eine Kopie der Ablesung bekommt, kann doch nichts schiefgehen, oder?

Besten Dank für jegliche Info,
-Efchen

[1] oder man muss in diesem Fall beweisen, dass die Abrechnung falsch ist, was extrem schwierig werden würde, wohingegen wenn man nicht unterschreibt, der Ableser die Richtigkeit beweisen müsse.

Moin Efchen,

a) Wie liest man diese Anzeiger ab, die mit einer gelben
Flüssigkeit gefüllt sind (hier: techem)? Diese haben sowohl
links als auch rechts eine jeweils unterschiedliche Skala. Wie
kann man von dem abgelesenen Wert auf die Heizkosten
schließen?

Vom einzelnen Röhrchen gar nicht.

Aber die Ablesewerte aller Röhrchen zusammen, jeweils multipliziert mit einer Konstanten für den Heizkörper, ergibt 100%.

Im Prinzip messen die Röhrchen die Oberflächentemperatur des Heizkörpers über die Zeit. Was dann wiederum ein Mass für die abgegebene Heizleistung ist.

MfG Peter(TOO)

a) Wie liest man diese Anzeiger ab, […] Wie
kann man von dem abgelesenen Wert auf die Heizkosten
schließen?

Vom einzelnen Röhrchen gar nicht.

Aber die Ablesewerte aller Röhrchen zusammen, jeweils
multipliziert mit einer Konstanten für den Heizkörper, ergibt
100%.

Heißt das, dass in einigen Räumen für das gleiche Geld mehr geheizt werden kann, als in anderen?

Woher bekommt man diese Verteilung? Vom Vermieter? Vom Ableser?

Danke,
-Efchen

Heißt das, dass in einigen Räumen für das gleiche Geld mehr
geheizt werden kann, als in anderen?

Das sollte nicht so sein, läßt sich aber nicht ausschließen. Die „Konstante“ (um den Begriff mal zu übernehmen) richtet sich nach der Größe (und damit der Heizleistung) des jeweiligen Heizkörpers.

Woher bekommt man diese Verteilung? Vom Vermieter? Vom
Ableser?

Hm, bei mir steht sie auf der Abrechnung. Der Ableser muß sie auf jeden Fall haben, weil er sonst die Abrechnung nicht erstellen könnte.

Gruß
Christian

hALLOEfchen,

Aber die Ablesewerte aller Röhrchen zusammen, jeweils
multipliziert mit einer Konstanten für den Heizkörper, ergibt
100%.

Heißt das, dass in einigen Räumen für das gleiche Geld mehr
geheizt werden kann, als in anderen?

JAIN ! :wink:

Das Problem ist, dass z.B. eine aussenliegendes Eckzimmer 3 Aussenwände (Zwei Wände und die Decke) hat und ein innenliegendes nur eine Aussenwand.
Dieses innenliegende Zimmer bekommt noch Wärme von den Nachbarn unten, oben, links und rechts. Das Eckzimmer benötigt also grundsätzlich mehr Energie.

Die Konstanten werden nun so ausgelegt, dass jeder gleichviel pro m3 beheizten Raum bezahlen muss, wenn alle z.B. auf genau 20°C aufheizen würden. Somit ist die kWh im Eckzimmer günstiger als im innenliegenden Raum.

Praktisch werden die Heizkosten etwa zu 50% über die Kubatur und zu 50% über den tatsächlichen Verbrauch abgerechnet.
Andernfalls könnte bei gut isolierten Aussen- und schlecht isolierten Innenwänden jemand mit einer innenliegenden Wohnung mit 0€ Heizkosten auskommen, weil seine Heizenergie von den direkten Nachbarn bezahlt wird.

Das ganze ist eine Wissenschaft für sich und die Firmen welche die Heizkostenverteiler erstellen, lassen sich nicht so einfach in die Karten schauen.
Die Verteilerschlüssel kannst du beim Vermieter einsehen.
Wie sie genau berechnet wurden wirst du aber eher nie erfahren.

MfG Peter(TOO)

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Die Abrechnungsfirma erstellt die Abrechnung aufgrund der vom Vermieter übermittelten Daten. Dies sind in der Regel Gas- oder Ölrechnungen, Stromrechnungen der Heizungsanlage, Schornsteinfegerkosten usw.

Der Abrechnungsfirma liegen Daten der Heizungsanlage und der Wohnungen vor. Es wird dann nach bestimmten Schlüsseln (teilweise auch nach gesetzlich festgelegten Formeln) der Verbrauch ermittelt und somit bestimmt, was ein „strich am Heizkörper“ kostet. Das wird dann entsprechend auf die Mieter umgelegt.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Heißt das, dass in einigen Räumen für das gleiche Geld mehr
geheizt werden kann, als in anderen?

JAIN ! :wink:

[…] Somit ist die kWh im
Eckzimmer günstiger als im innenliegenden Raum.

Danke, das war sehr lehrreich (und auch beruhigend :smile:

-Efchen

Das Problem ist, dass z.B. eine aussenliegendes Eckzimmer 3
Aussenwände (Zwei Wände und die Decke) hat und ein
innenliegendes nur eine Aussenwand.
Dieses innenliegende Zimmer bekommt noch Wärme von den
Nachbarn unten, oben, links und rechts. Das Eckzimmer benötigt
also grundsätzlich mehr Energie.

Die Konstanten werden nun so ausgelegt, dass jeder gleichviel
pro m3 beheizten Raum bezahlen muss, wenn alle z.B.
auf genau 20°C aufheizen würden. Somit ist die kWh im
Eckzimmer günstiger als im innenliegenden Raum.

Tatsächlich wusste techem von solchen Regelungen nichts und sie konnten sich auch nicht vorstellen, dass es sowas gibt. Die Nachfrage danach belächelten sie etwas.

Gruß,
-Efchen

Hallo Efchen,

Die Konstanten werden nun so ausgelegt, dass jeder gleichviel
pro m3 beheizten Raum bezahlen muss, wenn alle z.B.
auf genau 20°C aufheizen würden. Somit ist die kWh im
Eckzimmer günstiger als im innenliegenden Raum.

Tatsächlich wusste techem von solchen Regelungen nichts und
sie konnten sich auch nicht vorstellen, dass es sowas gibt.
Die Nachfrage danach belächelten sie etwas.

Praktisch wird es so gehandhabt, zumindest wenn die Firma Ahnung hat, was sie macht. Es geht ja um eine gerechte Verteilung der Kosten. Übrigens wurden die Verteilschlüssel auch schon vor der „Ölkrise“ und ohne Verbrauchsmessung, so berechnet.

Hier die gesetzlichen Vorgaben, mit Kommentar:
http://www.heizkostenverordnung.de/frameset.html

MfG Peter(TOO)