Heizungsrohre von Firma gedämmt: richtig?

Hallo
habe mal eine Frage: Bei uns im Haus sind Heizungsrohre mittels Polyethylenschaumschläuchen gedämmt worden. Nun ist es so dass die Schalen etwas zu groß sind und auf dem rohr schlackern. Kommt mir komisch vor: ist das so korrekt oder muss das gut passen?
Danke
Grüße
Christian

Hallo Christian,

wir dämmen Heizungs-, Warmwasser-, Zirkulationsleitungen mit Rohrschalen aus Mineralwolle oder Steinwolle, diese gibt es speziell für die verschiedenen Rohrdurchmesser und Dämmdicken als Oberflächenschutz erhalten die gedämmten Rohrleitungen eine Ummantelung aus grauer PVC-Folie, desweiteren müssen Dämmdicken nach EnEV eingehalten werden, siehe hier www.gesetze-im-internet.de/enev_2007/index.html besonders wichtig Abschnitt7 Anlage 5. Dies bedeutet dass Rohrleitungen bis Rohrinnendurchmesser 22 mm = 20 mm Dämmdicke, von Rohrinnendurchmesser 22 - 35 mm = 30 mm Dämmdicke und Rohrdurchmesser größer als 35 mm = Dämmdicke des Innendurchmessers erhalten müssen. Genau so müssen Armaturen gedämmt werden, dies wird von den wenigsten Installateuren gemacht. Es darf nichts locker sein, Rohrhalterungen müssen überdämmt werden, da in diesen Bereichen auch eine Wärmeabgabe stattfindet.
Ich hoffe dir ausreichend Informationen gegeben zu haben.

Grüße
nukem21

Hallo nukem 21

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Habe das Gestz nachgelesen.
Wo aber steht schwarz auf weiss, dass die rohrbefestigungen überdämmt werden müssen bzw. die Dämmschalen im Innendurchmesser gleich dem Aussendurchmesser des Rohres zu wählen sind? Oder ist das einfach "Teil der Heizungsbauer-Ehre? Gibts da techn. Leitfäden o-ä.?
Ist trivial, will mich aber auf eine Auseinandersetzung vorbereiten.
Grüße
Christian

Hallo Christian,

das hat nichts mit Heizungsbauerehre zu tun… ich bin Wärme-, Kälte- und Schallschutz Isoliermeister und kenne die gepflogenheiten der Installateure. Die Dämmung wird von denen mitgemacht ohne wirklich viel Hintergrundwissen zu haben und um noch ein paar Euros zu verdienen, lassen sie die Dämmung der Rohrleitungen im Regelfall von ihren Auszubildenden ausführen ob fachgerecht oder nicht. Die wenigsten Kunden haben Ahnung von Dämmung bzw. Rohrisolierung, der Installateur bietet die Dämmung für teures Geld mit an obwohl wir ein eigenständiges Gewerk sind, aber das wissen die wenigsten Menschen. Die Rohrschellen sind Wärmebrücken egal ob mit Schalleinlage oder nicht.
Welcher Dämmstoff wurde eingebaut, sind dies Schläuche aus synthetischem Kautschuk mit der Bezeichnung „SH“, den da gibt es wieder zweierlei einmal mit 50% und 100% Dämmdicke.

Wie schon in meiner ersten Antwort beschrieben, alles nachzulesen in Anlage 7 der EnEV. Das steht so im Gesetzestext „der Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden“ www.gesetze-im-internet.de/enev_2007/anlage_5_50.html

Grüße
nukem21

Mahlzeit.

Das steht so im Gesetzestext „der Verordnung
über energiesparenden Wärmeschutz und
energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden“
www.gesetze-im-internet.de/enev_2007/anlage_5_50.html

Da steht mit keinem Wort, dass der Innendurchmesser der Dämmschalen = den Außendurchmesser des Rohres sein muss. Und das scheint ja das zu sein, worum es Kathrin geht. Würden die Dämmschalen oder -schläuche bündig auf dem Rohren sitzen würden sie kaum „schlackern“.

Bei Kathrin scheint es wohl so zu sein, dass der Installateur dort z.B. DN32-Dämmschläuche auf ein DN25-Rohr gezogen hat.

Kathrins Frage wäre demnach wohl, wo steht, dass man z.B. DN25-Rohre auch mit Dämmschläuchen der Größe DN25 dämmen muss und nicht statt dessen DN32 oder sonst ein Maß nehmen darf.

HiH
Es gruselt

DBQ424 de Andre

Da steht mit keinem Wort, dass der Innendurchmesser der
Dämmschalen = den Außendurchmesser des Rohres sein muss. Und
das scheint ja das zu sein, worum es Kathrin geht. Würden die
Dämmschalen oder -schläuche bündig auf dem Rohren sitzen
würden sie kaum „schlackern“.

Hallo DBQ24 de Andre

Es steht, dass ab einem Innenrohrdurchmesser über 35 mm bis 100 mm die Dämmdicke bzw. Dämmstärke gleich dem Innendurchmesser des Rohres entsprechen muss und das ist die Mindestdämmschichtdicke bei Materialien die eine Wärmleitfähigkeit von 0,035 W(m.K) haben. Soweit ich weis haben Polyethylenschaumschalen eine WLG von 0,04 W(m.K), dann müsste die Dämmdicke entsprechend erhöht werden um die schlechtere WLG auszugleichen.

Grüße
nukem21

Mahlzeit.

Es steht, dass ab einem Innenrohrdurchmesser über 35 mm bis
100 mm die Dämmdicke bzw. Dämmstärke gleich dem
Innendurchmesser des Rohres entsprechen muss und das ist die
Mindestdämmschichtdicke bei Materialien die eine
Wärmleitfähigkeit von 0,035 W(m.K) haben. Soweit ich weis
haben Polyethylenschaumschalen eine WLG von 0,04 W(m.K), dann
müsste die Dämmdicke entsprechend erhöht werden um die
schlechtere WLG auszugleichen.

Aber es geht doch offensichtlich gar nicht um die Dämmdicke.

Kathrin schrieb:
„Nun ist es so dass die Schalen etwas zu groß sind und auf dem rohr schlackern“

Die Frage von Kathrin ist doch jetzt offensichtlich nicht, wie Dick eine Dämmung sein muss. Eine Dicke hat sie nirgendwo angegeben. Statt dessen ist die Frage doch wohl eher, ob sich die Dämmschalen spielfrei an das Rohr anschmiegen müssen oder nicht, was mich eben auch interessieren würde. Insbesondere ob das in irgendeiner Verordnung drin steht.

Die Frage also wäre: Muss der Innendurchmesser der Dämmschale, also der Freiraum im Kern der Dämmschale, der durch das Rohr ausgefüllt wird, exakt dem Außendurchmesser des Rohres entsprechen?

Anders formuliert: Darf die Dämmschale auf dem Rohr Spiel haben und somit wackeln oder verschiebbar sein?

Noch anders formuliert: Darf zwischen Außenhaut des Rohres und Innenhaut der Dämmschalen ein Freiraum (Luft) bleiben?

Noch ganz anders ausgedrückt: Darf ich wenn ich als Rohr Hosengröße 56 habe eine Hose in Größe 60 tragen? Oder muss ich für eine gute Dämmung unbedingt eine Größe 56 kaufen?

Und in welcher Vorschrift findet man dazu verbindliche Angaben? In dem Link von Dir steht dazu, dass die Dämmung spielfrei auf dem Rohr sitzen muss, kein Wort.

HiH
Es gruselt

DBQ424 de Andre

Hi DBQ, er schreibt doch gleich in seinem 1. Beitrag: „Es darf nichts locker sein“.
Das beantwortet doch d. Frage d. TE oder nicht?
MfG ramses90

Hallo,

dafür gibt es die DIN 4140, Teil 1: „Dämmarbeiten an betriebstechnischen Anlagen - Ausführung von Wärme- und Kältedämmung“ bzw. DIN 18421 VOB Teil C und ja die Dämmung bzw. Rohrisolierung muss am Rohr anliegen. Wofür gibt es Dämmschalen mit unterschiedlichen Rohrdurchmessern und Dämmdicken. Im Baumarkt und ist die Auswahl begrenzt. Man kann bei den verschiedenen Herstellern der spezifischen Dämmstoffe Informationsmaterial anfordern.

Gruß
nukem21

Mahlzeit.

Na das ist doch mal eine qualifizierte und hilfreiche Antwort.

Auf der Basis dieser Norm bzw. Richtlinie, kann man seinem Installateur mal auf die Finger klopfen.

Thx

HiH
Es gruselt

DBQ424 de Andre

Und in welcher Vorschrift findet man dazu verbindliche Angaben? In dem Link von Dir steht dazu, dass die Dämmung spielfrei auf dem Rohr sitzen muss, kein Wort.

Hallo,
ich habe mal schnell in meinen Unterlagen geblättert und diesbezüglich auch nichts gefunden. Ich glaube, auf die Idee ist noch keiner gekommen, Rohrschalen/Schläuche mit Luftspalt zu verlegen.
Aber, es gilt immer noch folgende Rechtsprechung: „Entspricht die (Bau)Leistung nicht den anerkannten Regeln der Technik, so ist sie unabhängig von den anderen Alternativen des § 13 Nr. 1 VOB/B mangelhaft und löst Gewährleistungsansprüche des Auftraggebers aus“.

Der Auftragnehmer ist verpflichtet, die Leistung nach den anerkannten Regeln der Technik zu erbringen. Hierbei handelt es sich um Regeln für die Durchführung von Bauleistungen, die „in der Wissenschaft als theoretisch richtig anerkannt sind, in der Praxis von den nach dem neuesten Erkenntnisstand vorgebildeten Technikern ganz überwiegend befolgt werden und die aufgrund fortdauernder praktischer Erfahrung anerkannt sind.“
Die beschriebene Ausführung einer Rohrdämmung entspricht somit nicht den anerkannten Regeln der Technik und ist für mich mangelhaft. Punkt.
Gruß, Carl Lüttmann

Hallo,

mal zum technischen Hintergrund:

wenn die Dämmung auf dem Rohr „schlackert“, kann es zwischen Dämmung und Rohr zu Luftzirkulationen kommen. Insbesondere an senkrechten Rohren kann ein Kamineffekt entstehen, wenn die Isolierung noch an anderen Stellen (Rohrschellen) undicht ist. Das führt dann zu vergleichsweise hohen Wärmeverlusten.

Gruß, Niels

Hallo an alle

Vielen Dank für die antworten. Ich habe gestern nachgemessen. es ist ein 18mm Rohr. darauf sind die Dämmschläuche gezogen. Sind auch als 100% Dämmung für das 18er Rohr ausgewiesen. Aber haben innen ca. 20mm. also keine festes Anliegen. Muss das hingenommen werden oder ist es ein Grund es tauschen zu lassen? Wenn ich drinlassen soll, muss, will: nützt es wenigstens was jeweils die Schlauchenden mittels kabelbinder ans Rohr zu ziehen?
Grüße
Christian