Hallo Smoggy Frog
wir sind zu fünft in einer familie, in der es,
zugegebenermaßen, nicht immer ganz ruhig zugeht, dh. ein
ständiges „aus-und-ein“ statt findet.
Ohne Euch jetzt in irgendeiner Weise angreifen zu wollen - ich frage mich, ob bei Eurem offenbar etwas hektischen Lebensstil der Hund nicht zu kurz kommt? Ich weiss, das kann man keinesfalls aus 3 Zeilen hinauslesen, deshalb frage ich ja. Es hört sich für mich nur ein wenig so an. Der Hund ist da, nimmt vielleicht Eurer Meinung nach am Familienleben teil, doch er selber fühlt sich völlig überfordert. Ein Hund braucht Führung, nicht nur 2-3x am Tag beim Spaziergang, sondern immer… Im Idealfall heisst das, dass der Hund, wenn er weiss, wo sein Platz (jetzt wörtlich und übertragen gemeint) ist, sich auch mal hinlegen und entspannen kann. Es hört sich bei solchen Aussagen für mich nicht so an, als ob der Hund eine klare und eindeutige Führung (vom familiären Ganzen) erhielte…:
jedesmal, wenn einer das
haus verlässt, spielt der hund verrückt:
er rennt jaulend ans fenster, springt an der tür hoch und
steigert sich in ein hysterisches gefiepse hinein. danach
liegt er auf seiner decke und ist am zittern.
Das ist überhaupt nicht mehr, was man auch nur im Entferntesten als „normal“ bezeichnen könnte… Was tut ihr in solchen Situationen mit dem Hund? Ignoriert ihr ihn? Schreit ihn mal einer an, wenn ers „übertreibt“? Tröstet ihr ihn?
Er hat offenbar eine Decke, was schon mal gut ist. Doch, wo befindet sich diese Decke? Womöglich an einem „strategisch“ günstig gelegenen Ort, wo das Tier jederzeit sieht, wer hineinkommt und das Haus wieder verlässt? Ist es ein Ort, an dem jeder vorbeigeht? Z.B. im Flur? Erstmal sollte der Standort der Decke gewechselt werden WENN dies der Fall ist. Der Hund soll eine ruhige Ecke für sich haben, wo er nicht alles überwachen sondern sich im Gegenteil ruhig entspannen kann. Er ist womöglich stark versunsichert und braucht, wie gesagt Führung. Es sollte ihm gezeigt werden, dass nicht er verantwortlich ist für die Tür bzw. für seine Familienmitglieder, sondern dass die sich schon sehr gut selbst zu helfen wissen. Dafür braucht ihr aber einen kompetenten (!!!) Trainer…
Du sagst, der Hund sei gut erzogen, gehorche aber den weiblichen Familienmitgliedern nicht - das ist ein Widerspruch in sich, der Hund IST NICHT GENÜGEND ERZOGEN. Und hier wird es schwierig, wenn er seit 3 Jahren immer wieder die Erfahrung gemacht hat, dass man den weiblichen Familienmitgliedern nicht gehorchen muss. Für mich ein weiteres Indiz, dass dieser Hund möglicherweise unter einem gewissen Kontrollzwang mangels guter Führung leidet. Ob das Euer erster Hund ist, oder nicht, spielt meiner Meinung nach keine Rolle - manche passen sich eben schneller / besser an. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass insbesondere sehr kluge Hunde „Probleme“ machen, man braucht also durchaus Köpfchen um mit so einem Tier umzugehen.
neulich hat er einen eleptischen anfall gehabt (er wurde
ohnmächtig, hatte schaum vorm mund und ist in ein
unkontroliertes zucken verfallen), nachdem zwei von uns für
mehrere tage in den urlaub gefahrenn sind.
Was heisst das? War das während der Abfahrt? Bei der Rückkehr? Ist es sicher, dass es zwischen der Reise und dem Anfall einen Zusammenhang gibt? Dieser Hund gehört schleunigst einem Tierarzt vorgestellt. Epilepsie muss behandelt werden. Sie kann möglicherweise durch starke Aufregung hervorgerufen werden.
Meine Frage ist nun: woran kann ein solches verhalten liegen
und wie kann man den hund beruhigen?
Siehe oben - möglicherweise durch starke Aufregung. Wie man den Hund beruhigen kann? Ich empfehle Euch, einen GUTEN Trainer zu holen (dem ihr vertraut und Euch wohlfühlt mit der Methode, die er anwendet…). Jegliche „Hilfsmittel“ wie Sprayhalsband, Halti, Geschrei und Am-Hund-Gezerre sind in diesem Fall absolut abzulehnen. Der Hund wird sich, wenn überhaupt, nur sehr kurzzeitig ändern und aber noch schlimmere psychische Probleme davontragen und u.U. ganz „den Verstand verlieren“ (wovon er meiner Meinung nach im Moment doch noch ein Stück weit weg ist). Sein Verhalten ist absolut „verständlich“ wenn es tatsächlich an mangelnder Führung und folglich an mangelndem Vertrauen fehlen sollte.
Solltet ihr noch Fragen haben, dürft ihr mir gerne eine Mail schicken oder eben hier posten.
Gruss,
Semiramis