Hengst kastrieren - wann am besten?

Hallo Leute!

Ich möchte mal nur gerne EURE Meinungen und Erfahrungen hören.
Wann habt ihr euren Hengst kastrieren lassen, und findet ihr, war es der richtige Zeitpunkt!?

Was kostete das bei euch so in etwa?
Wie lange konnte dann mit dem (frischen) Wallach nichts gearbeitet werden (bzw. nur Schritt gehen usw.)?

Danke,
lG
Katharina

Hi

Ich war nur bei 2 Kastrationen dabei, einmal bei einem Eselhengst und einmal bei einem Haflinger (Tiere von Bekannten/Nachbarn).

Beide wurden stehend in ihrem Paddock kastriert mit lokaler Betäubung.
Beide waren jung (2 Jahre). Günstigste Methode.

Der Esel hat es locker weggesteckt, der Haflinger war 2 Wochen danach noch verstört und hat den hinteren Teil vom Paddock (wo es passierte) nicht betreten, nur durch Futter konnte er hinter gelockt werden.

Denke bei beiden war der Zeitpunkt richtig. Der Esel besprang schon seine Mutter (wurde also höchste Zeit), beide sollten zusammen bleiben.

Die Kosten weiß ich nicht. Ist etliche Jahre her. Aber war wohl nicht viel.

MfG
Lilly

Hi

Hi Lillian!

Der Esel hat es locker weggesteckt, der Haflinger war 2 Wochen
danach noch verstört und hat den hinteren Teil vom Paddock (wo
es passierte) nicht betreten, nur durch Futter konnte er
hinter gelockt werden.

Oh, das ist natürlich ne üble Sache.
Aber gut zu wissen… muss man sich wohl gut überlegen, wo „es“ geschehen soll.
Hatte er denn Einschränkungen, kurz nach der Kastration? Also musste er geschont werden usw.?

MfG
Lilly

Danke,
Katharina

hi

Ich möchte mal nur gerne EURE Meinungen und Erfahrungen hören.
Wann habt ihr euren Hengst kastrieren lassen, und findet ihr,
war es der richtige Zeitpunkt!?

man sollte Hengste legen lassen, wenn man sie nicht mehr ansatzweise artgerecht halten kann, wenn ihnen also ihre Hormone ein unglückliches Leben in Einzelhaft (schlimme Prügeleien mit anderen Hengsten / Wallachen, Stress wegen rossigen Stuten auf anderen Koppeln) oder Stress mit dem Besitzer (weil der Hengstspiele nicht so mag ;o) ) bescheren

Kann man ihn in einer Jungsgruppe aufziehen die in gleicher Zusammensetzung bleibt, kann man sie auch gut bis 4 oder 5 Hengst lassen - WENN man es schafft ihnen immer gruppenauslauf zu garantieren

geht das nicht mehr, wird es Zeit für eine Kastration

die meisten hengste /wallache die ich kennengelernt habe, haben es vollkommen locker weggesteckt - manche Besitzer behaupt ihre hätten an Ausstrahlung verloren (wahrscheinlich redeten sie da mehr von sich ;o) )

je älter sie sind desto schwieriger und riskanter wird die Kastration weil sich die Blutgefässe im Alter auch vergrössern … d.h. ab 4 Jahren wurde ich einen Hengst nur noch in der Klinik legen lassen

Die Jahreszeit ist auch wichtig - also möglichst im Herbst oder Frühjahr … weil es da kein Fliegen gibt, die ihre eier in die wunden legen könnten und die niedrigen Temperaturen im Winter die heilung evtl. beeinträchtigt

Was kostete das bei euch so in etwa?

dsa kommt darauf an … ob stehend mit ortlicher betäubung, liegend mit vollnarkos am stall oder liegend in vollnarkose in klinik … zwischen 250 und 1600 Öre ist da alles möglich

Wie lange konnte dann mit dem (frischen) Wallach nichts
gearbeitet werden (bzw. nur Schritt gehen usw.)?

das würde ich den behandelnden Tierarzt fragen, und nicht uns ;o)

der kennt das Tier … das ist bei jedem Pferd anders und auch bei jedem Tierarzt anders und von den örtlichen gegebenheiten hängt es auch ein bisschen ab

Ach ja … und weil sich in den Samenleitern immer noch eine Restmenge lebendes Sperma befindet, sollte man die gelegten Kandidaten frühestens nach 1 Monat besser erst nach 2 Monaten mit Stuten zusammen rauslassen

Gruß H.

Hallo Katharina,

wann?
Das kommt auf die Haltungsmöglichkeiten, den Charakter und den Hormonstatus an.
Lebt der Hengst ausschließlich unter „Männern“, kann er so lange Hengst bleiben, wie er von dir zu händeln ist.
Lebt er mit Altstuten, kannst du ihn bis ca. 2 Jahre Hengst lassen, denn so eine alte Dame gibt sich mit einem Möchte-gern nicht ab.
Hast du Jungstuten in der Nähe ist mit einsetzender Geschlechtsreife von 9-12 Monaten Schluß.

Kosten?
Da gibt es deutliche Unterschiede, je nach Narkose und Aufwand.
Im Stehen mit leichter Narkose macht heutzutage rd. 200-250 Euro

Wie lange konnte dann mit dem (frischen) Wallach nichts
gearbeitet werden (bzw. nur Schritt gehen usw.)?

Der frische Wallach soll sich möglichst viel im ruhigen Schritt bewegen, dann sind Schwellung und Schmerz nicht so groß.
Außerdem einmalig zur OP 2 Globuli Arnica C30 mindert ebenfalls Schmerz und Schwellung und fördert die Wundheilung.
Nach ca. 10 Tagen kann man dann, vorausgesetzt es lief alles komplikationslos, mit leichter Arbeit beginnen.

Gruß Steffi

Hi Steffi!
Danke für deine Antworten.

wann?
Das kommt auf die Haltungsmöglichkeiten, den Charakter und den
Hormonstatus an.
Lebt der Hengst ausschließlich unter „Männern“, kann er so
lange Hengst bleiben, wie er von dir zu händeln ist.
Lebt er mit Altstuten, kannst du ihn bis ca. 2 Jahre Hengst
lassen, denn so eine alte Dame gibt sich mit einem Möchte-gern
nicht ab.
Hast du Jungstuten in der Nähe ist mit einsetzender
Geschlechtsreife von 9-12 Monaten Schluß.

Das mit der Haltung bzw. wenns Probleme gibt usw. ist mir schon klar.
Meine Frage bezog sich eher darauf, wann das Kastrieren am „wirkungsvollsten“ ist. Damit meine ich:
Manche Wallache behalten ihre Hengstmanier, wenn sie zB zu spät geschnitten wurden…
Andererseits könnte ein Wallach „zu viel“ an Power verlieren oder abstumpfen, wenn man ihn zB zu früh schneidet…
Und ich wollte eben dazu gerne eure Erfahrungen hören.

Also falls das jemand selbst erlebt hat, dass einer zu spät geschnitten wurde und dadurch noch etwas „hengstisch“ geblieben ist… usw.

Aber danke auch für die anderen Infos!
(Ich kann leider noch keine Sternchen geben :frowning: )

lG
Katharina

hi

Hallo!

die meisten hengste /wallache die ich kennengelernt habe,
haben es vollkommen locker weggesteckt - manche Besitzer
behaupt ihre hätten an Ausstrahlung verloren (wahrscheinlich
redeten sie da mehr von sich ;o) )

:wink: soll auch vorkommen

je älter sie sind desto schwieriger und riskanter wird die
Kastration weil sich die Blutgefässe im Alter auch vergrössern
… d.h. ab 4 Jahren wurde ich einen Hengst nur noch in der
Klinik legen lassen

das ist interessant zu wissen, aber SO spät würde ich meinen Hengst sowieso nicht kastrieren lassen.

Die Jahreszeit ist auch wichtig - also möglichst im Herbst
oder Frühjahr … weil es da kein Fliegen gibt, die ihre eier
in die wunden legen könnten und die niedrigen Temperaturen im
Winter die heilung evtl. beeinträchtigt

Das stimmt! Danke für den Tipp!

Hallo Katharina,

frag doch einfach mal den Hengst wann er es gern hätte - da spielt Geld dann auch keine Rolle mehr.

Gruß

Poseidon :wink:

Hallo Anja,

Manche Wallache behalten ihre Hengstmanier, wenn sie zB zu
spät geschnitten wurden…
Andererseits könnte ein Wallach „zu viel“ an Power verlieren
oder abstumpfen, wenn man ihn zB zu früh schneidet…
Und ich wollte eben dazu gerne eure Erfahrungen hören.

Natürlich gibt es diese Unterschiede, aber wie das einzelne Tier auf die Kastration reagiert weißt du immer erst hinterher, das läßt sich nicht voraussagen.
Tendenziell ist es so, daß die, die schon als Jährlinge richtig kernig waren, vehement auftrumpfend die anderen ständig herausforderten, eher dazu neigen auch nach der Kastration den Hengst zu mimen.

Die Wirkung der hormonellen Umstellung ist ncht beeinflußbar, aber es gibt zwei wichtige Zeitpunkte.

Vor dem 9. Monat, also vor der beginnenden Geschlechtsreife.
Eine vorherige Kastration beseitigt was noch gar nicht aktiv geschaltet war. Der Körper wird also nie erfahren, was er eigentlich gekonnt hätte. Das macht ziemlich sicher ein „Es“.

Nach der Ausreifung der Geschlechtsreife mit ca. 4 Jahren.
Das was den Hengst ausmacht sind die Hormone und das Verhalten. Das Hengstverhalten wird zwar durch die Hormone ausgelöst, aber eben auch gelernt, geübt, gefestigt.
Der Zweijährige kann zwar schon erfolgreich decken, weiß aber noch gar nicht, wie mann richtig imponiert um eine Stute zu beeindrucken, damit sie es zuläßt (vermutlich deswegen haben sie bei alten Stuten auch keine Chance).
Mit 4 Jahren kann ein Hengst das schon, wenn auch noch nicht formvollendet. Dieses angewöhnte Verhalten kann sich zwar auch nach der Kastration verlieren, weil es nicht mehr hormonell unterstützt wird, aber oftmals bleibt es als erlerntes Verhalten vermindert bestehen.

Dein Wunsch nach Hengstausdruck ohne Probleme liegt irgendwo dazwischen - aber immer ohne Gewähr.

Gruß Steffi

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Hallo Katharina,

frag doch einfach mal den Hengst wann er es gern hätte - da
spielt Geld dann auch keine Rolle mehr.

Häää??? :wink:)
Ich würde das gar nicht „einfach so“ sagen… gute Bekannte von mir praktizieren „Tierkommunikation“ *gg*

[MOD: Überflüssiges Vollzitat entfernt.]

Hi Steffi!

Super, danke!
Genau sowas wollte ich hören/lesen!!!
(Wie schon mal gesagt, kann leider noch keine * vergeben…)