Hallo Gandalf,
(momentan und seit Jahren clean)
das glauben aber nur Du und sie. Ex-Junkies die Alkohol
konsumieren sind nicht clean, haben nur das Suchtmittel
getauscht und die Sucht sozusagen verlagert.
das haben meine Frau und ich ihr auch in etwa so gesagt, aber
das will sie nicht gelten lassen.
was Wunder. Sie verteidigt natürlich ihr Suchtmittel. Das macht u.a. Sucht aus.
Aber ist ja auch eigentlich klar.
Leider ja. Nur ist ihr damit nicht wirklich geholfen.
Es ist eine irrige Annahme einiger Ex-Junkies noch Alkohol
konsumieren zu können. Das ist aber nicht der Fall. Und wenn
die Freundin Deiner Frau eine Langzeittherapie wg. ihrer
Drogensucht gemacht haben sollte, weiß sie das auch.
Sowas hat sie gemacht und ist seitdem von H weg.
ist dann ähnlich wie bei mir gelagert. Weißes und H waren auch meine Favoriten. Nur lange ging das Spielchen nicht gut. Anfangs hab ich mit den Drogen gespielt, später dann die Drogen mit mir.
Im Umkehrschluß müßte ansonsten jeder trockene Alkoholiker
unbedenklich Rauschgift konsumieren können.
Stimmt.
Nn ja, rauchen tut sie auch wie ein Schlot. Ist dsa
vergleichbar mit dem Alk bezogen auf Suchtverlagerung?
Möglich. Aber mit anderen Folgen. Alkohol schlägt anders auf die Psyche. Vor allem bei Überdosierung. Ich trinke seit 26 Jahren keinen Alk mehr und bin jetzt im 9. Jahr von den Drogen weg, rauche selbst auch (leider) immer noch. Ist natürlich auch ungesund und ich ärgere mich auch darüber, daß ich viel Geld gegen meine Gesundheit investiere. Aber das ist mit der Wirkung von Alkohol und/oder H nicht vergleichbar.
In meinen Augen ist das Tabakrauchen die Einstiegsdroge numero uno und nicht, wie vielfach propagiert, Canabis. Sicheres Zeichen dafür ist für mich, daß in den Therapieeinrichtungen 99 bis 100 Prozent der Teilnehmer Raucher sind. Aber das ist ja nicht das Thema.
Während in den Einrichtungen Raucherzimmer zur Verfügung stehen, müssen rückfällige Junkies die Therapie verlassen, auch wenn sie positiv auf Alk gestestet wurden. Wenn sie „nur“ rauchen, wird das hingegen geduldet. Würde Rauchen in der Suchtbehandlung den gleichen Stellenwert wir Alkohol haben, wäre das sicherlich anders.
Insofern ist Rauchen bestimmt auch nicht dienlich und sicherlich ungesund, aber es wird nicht wie Alkoholkosum oder Drogenkonsum während der Therapie behandelt und geahndet.
Genauso vorsichtig sollten Ex-Junkies und trockene Alkoholiker mit einigen Medikamenten umgehen, die psychogene Wirkung haben. Valium und andere Benzodiazepine sollten ebensowenig wie Barbiturate und wirkungsgleiche Schlafmittelchen gemieden werden, da sie ähnlich wie die Ursprungsdroge wirken. Wer seine Abstinenz ernst nimmt, hält sich daran und riskiert nichts in dieser Richtung.
Imho müßte sie auf Alkohol ganz verzichten und ihre Hepa C
u.U. mit Interferon behandeln lassen. Ein Gastroenterologe
würde das Virus typisieren und feststellen, ob so eine
Behandlung sinnvoll wäre. Einige Virustypen reagieren so
empfindlich auf Interferon, daß die Hepa C völlig ausgeheilt
werden kann, leider aber nicht alle.
Ich werds meiner Frau sagen, damit sie es ihr weitergeben
kann.
mal sehen, obs was bringt.
Mach Dir keine allzu großen Hoffnungen. So auf Zuruf hat noch kein Süchtiger von seinen Drogen gelassen. Für sie geht, wenn sie ernsthaft vom Alk weg will, das ganze Spielchen nochmal von vorne los.
Entgiftung --> Langzeittherapie --> Gruppe. Aber glaub mir, sie weiß das längst selbst.
Ungeachtet dessen ließe sich eine Interferonbehandlung dennoch machen. Auf Alkohol während der Behandlung wird sie von ganz allein verzichten, es geht einem nach der Interferongab schon schlecht genug, das wird keiner freiwillig steigern.
Gruß,
Gerhard