Hepatitis B Impfung Vorerkrankung

Liebe/-r Experte/-in,

meine Tochter (16) hat eine Ausbildungsstelle zur Zahnmedizinische Fachangestellte angeboten bekommen.
Die Zahnärztin möchte aber, das sie sich gegen Hepatitis B impfen läßt.
Die Grundimunisierung wurde 97/98 durchgeführt.

Nun hat meine Tochter Hashimoto-Thyreoiditis und Anfang 2010 erhöhte Thrombozyten (670 000), die der Kinderarzt unbeachtet ließ.
Ab Spätsommer wurde beim Internist in vierwöchigem Anstand das Blut untersucht, da die Thrombozyten sich im Millionenbereich konstant halten (1045000- 1151000)
Kurz vor Weihnachten 2010 wurde in der Hämatologie der Unkiklinik Leukämie und Knochenmarkkrebs ausgeschlossen.
Milz und Leber sind leicht vergrößert.

Die letzte Impfung (2007) Diphterie/Tetanus/Keuchhusten hat meine Tochter (Hashimoto damals nicht bekannt) sehr schlecht vertregen : Fieber, Erbrechen,starke Kopfschmerzen 4 Tage schlapp und kränklich

Mumps, Masern Röteln stehen auch aktuell an - und natürlich die Hepatitis B Impfung.

Nun befürchten wir, das gerade die Haepatitis Impfung ein unnötiges Risiko oder Belastung dar stellt.

Eine schulische Alternative zum Ausbildungsplatz im medizinischen Bereich haben wir bereits fest zugesagt bekommen.

Ist diese Impfung gegen Hepatitis, bzw. generell derzeit eine der genannten Impfungen zu empfehlen ?

Oder sollten wir besser davon Abstand nehmen, solange die Ursache der erhöhten Thrombozyten nicht geklärt ist?

Viele Grüße
tina

Guten Tag,

2008 wäre die nächste 10 Jahres Impfung für Hepatitis fällig gewesen.
Hepatitis wird eine 5 mal höhere Infektionsität nachgesagt, als HIV - also eine Impf-Indikation.
Hepatitis kann man nicht nur bei ungeschütztem Verkehr bekommen!

Hepatitis wäre indiziert, wegen des Verstreichens der 10 Jahre und des Berufswunsches.

Risiko muss mit dem behandelnden Hämatologen
besprochen werden.

Man kann die Hepatitisimpfung „fraktionieren“ - dann verträgt man sie besser.

Am einfachsten: Den Antikörper Titer bestimmen lassen: Vielleicht reicht er ja dicke aus und das Problem ist vom Tisch.
Der Titer muss dann in regelm. Abständen überprüft werden.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Stephan Lode

Hallo liebe Tina, danke für die Anfrage, die Sorge um die Tochter ist nur allzu verständlich. Zur Thrombocythämie will ich mich nicht äußern, hier wird Deine Tochter sicher in fachärztlich-hämatologischer Behandlung sein.
In jedem Fall wird Deine Tochter infolge der Vorerkrankungen abwehrgeschwächt sein. Als Zahnarzthelferin (sag ich mal so) ist sie hochgradig Hepatitis B gefährdet. Wenn sie diese schwere Erkrankung zu ihren übrigen Vorerkrankungen noch dazu bekäme, die Leber ist ja jetzt schon etwas vergrössert, das wäre eine echte Katastrophe!
Ich bin jetzt pensioniert, habe aber jahrelang Hepatitis-B-Impfungen durchgeführt und konnte feststellen, daß diese immer sehr gut vertragen wurde.
Komplikationen sind nie aufgetreten. Eine Kontraindikation durch diesen speziellen Fall ist mir nicht bekannt, und es ist fraglich, ob es da eindeutige Untersuchungen gibt.
Andererseits schützt diese Impfung sehr sicher gegen Hepatitis B. Und wie gesagt, „Zahnarzthelferinnen“ sind im höchsten Grade gefährdet. Eine Hepatitis B kann zum Tode führen.
Wenn es meine Tochter wäre, so würde ich sie unbedingt gegen Hepatitis B impfen lassen. Gerade auch wegen der Vorerkrankungen! Röteln vielleicht auch noch, wegen späterer Schwangerschaften, Mumps und Masern nicht unbedingt. Das ist meine persönliche Meinung! Ich glaube nicht, daß es hier zu grösseren Komplikationen kommt. Aber , und das sage ich nur, um mich abzusichern, (meine Meinung dazu steht fest), man könnte auch noch einmal einen Impfarzt dazu konsultieren. Alle Gute und Gruss!

unglücklicherweise ist mein Wissen in diesen Dingen zu gering anzusiedeln. Generell ist das Risiko in dem beruf mit ansteckenden Substanzen und somit auch an Hepatitis B zu erkranken extrem hoch und gerade in der Vorgeschichte ein noch viel höheres Risiko.
Mein Bauchgefühl sagt mir, ohne Impfung keine Empfehlung für den Job, Risiko der Impfung mir allerdings auch unbekannt in dieser Konstellation. Am Besten einen Hämato-Onkologen fragen.

Grüße,

Helmut

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort Herr Dr.Lode

Der Arzt der Hämatologie hat uns ja zurück zum Internisten geschickt, da er keine Erkrankung feststellen konnte und er die erhöhten Werte (nur die Thrombos - sonst keine) der Autoimunerkrankung zuordnete.
Deshalb haben wir in diesem Fachbereich keinen Ansprechpartner mehr.
In Kürze ist ein erneuter Bluttest vorgesehen - gerade weil meine Tochter im Parktikum schon voll „am Mann“ arbeitet, werde ich das direkt beim Internisten ansprechen.

Nochmals herzlichen Dank
tina B.

Hallo, und vielen Dank für die schnelle Antwort

Der Arzt der Hämatologie (Klinik) hat uns ja zurück zum Internisten geschickt, da er keine Erkrankung feststellen konnte und er die erhöhten Werte (nur die Thrombos - sonst keine) der Autoimunerkrankung zuordnete.
Deshalb befindet sich meine Tochter in diesem Fachbereich nicht mehr in Behandlung, da der Arzt dazu keine Notwendigkeit sah, das weiter zu beobachten.

In Kürze ist ein erneuter Bluttest vorgesehen - gerade weil meine Tochter im Praktikum einmal die Woche schon voll „am Mann“ (Stuhlassistenz)aushilft, werde ich das unverzüglich beim Internisten ansprechen. Deshalb recht herzlichen Dank für die
ausführliche Erklärung.

Viele Grüße
tina B.

Herzlichen Dank für die schnelle Antwort,

wir werden unserern Hausarzt aufsuchen und mit ihm dies erörtern, da der Arzt der Hämatologie keine Veranlassung auf weitere Untersuchungen sah, da er die erhöhten Werte der Autoimunerkrankung zuordnete.
Gerade weil meine Tochter bereits im Praktikum Stuhlassistenz leistet, wohl dringend angebraucht dies zu klären.

Viele Grüße und nochmals vielen Dank
tina

Der Hämatologe ist „raus“ … das ist ja mal ein gutes Zeichen!

Thrombos von 1.000.000 sind bedenklich - das wird Ihr Internist wissen - und da erzähle ich ihm / Ihnen nix Neues!

Wenn sie die Bluttests machen: die Anitkörper bestimmen. … das trägt zur Entwarnung bei!

Weiter kann ich mich nicht einmischen und empfehle Folgendes: Impfungen sind immer eine Abwägung von Wirkung = Schutz
und Nebenwirkungen …

Wenn Sie das beherzigen, liegen Sie richtig!"

Freundliche Grüße
von
Dr.Stephan Lode

Hallo,

grundsätzlich halte ich eine Hepatitis B Impfung bei jungen Menschen - und gerade im medizinischen Bereich für absolut sinnvoll. Auch die Vorerkrankungen sprechen aus meiner Sicht nicht dagegen, das Gefährdungspotenzial gerade einer Hepatitis B ist sicher höher. Bezüglich der anderen Impfungen sehe ich auch keine generelle Kontraindikation, würde aber eine Beratung in einer speziellen Impfsprechstunde empfehlen, z.B. hier:
http://www.hannover.de/de/gesundheit_soziales/beratu…

Alles Gute und herzliche Grüße

Hallo Tina,
ich sehe keinen Grund deine Tochter nicht gegen Hepatitis B impfen zu lassen. Alle aufgezählten Impfungen sind wichtig und von der STIKO empfohlen und sehr gut verträglich. Auch ist es nicht erwiesen, ob die Reaktion bei der letzten Impfung wirklich von der Impfung gekommen ist. Eine Belastung für den Körper stellt eine Impfung sowieso nicht dar, da der Körper mit diesen „Belastungen“ dauernd konfrontiert ist (Fahrt mit dem vollbesetzten Bus im Winter: Tausende Keime in der Luft…).
Eine weitere oder erneute Überprüfung der Thrombozyten etc halte ich aber für nötig. Aber das ist eine ganz andere Sache…!
MfG Edgar Waldmann

Hallo,
eine Thrombozythämie (also ein Zuviel an T.) ist gemeinhin weder Impffolge noch Kontraindikation, dh Grund dagegen.
Von daher halte ich das Risiko für gering. Aber: ist es nötig?
Vorschlag: Lass den Impftiter (Antikörper gegen Hepatitis B vom Typ HBs überprüfen - dann kannst Du sehen, ob eine neue Impfung nötig ist. Möglicherweise ist der Impftiter so hoch dass deine Tochter keine Impfung braucht. Ohnehin ist das eigentlich in den Heilberufen so Standard. Erst messen, dann spritzen. Anders verhät es sich beim „Normalverbraucher“ - der bekommt dreimal Hepatitisimpfstoff und das muss reichen (tut es auch in 90% der Fälle) (Messen ist zu teuer…).
versuch die Messung der Krankenkasse aufs Auge zu drücken ggf lass dir eine Bescheinigung bzgl. der Notwendigkeit zu messen vom Hausarzt geben.
Bei weiteren Fragen … melde dich einfach

Nachdem eine bösartige Erkrankung der blutbildenden Organe ausgeschlossen ist, spricht eigentlich nichts gegen diesen Impfungen. Anders sieht es bei der Unverträglichkeit aus - wurde damals überprüft, warum es ihr schlecht ging (Impfreaktion oder nur Begleiterscheinung)?

Liebe/-r Experte/-in,

meine Tochter (16) hat eine Ausbildungsstelle zur
Zahnmedizinische Fachangestellte angeboten bekommen.

Die Zahnärztin möchte aber, das sie sich gegen Hepatitis
impfen läßt.

Die Grundimunisierung wurde 97/98 durchgeführt.

Nun hat meine Tochter Hashimoto-Thyreoiditis und Anfang 2010
erhöhte Thrombozyten (670 000), die der Kinderarzt unbeachtet
ließ.

Ab Spätsommer wurde beim Internist in vierwöchigem Anstand
das Blut untersucht, da die Thrombozyten sich im
Millionenbereich konstant halten (1045000- 1151000)

Kurz vor Weihnachten 2010 wurde in der Hämatologie der
Unkiklinik Leukämie und Knochenmarkkrebs ausgeschlossen.

Milz und Leber sind leicht vergrößert.

Die letzte Impfung (2007) Diphterie/Tetanus/Keuchhusten hat
meine Tochter (Hashimoto damals nicht bekannt) sehr schlecht
vertregen : Fieber, Erbrechen,starke Kopfschmerzen 4 Tage
schlapp und kränklich

Mumps, Masern Röteln stehen auch aktuell an - und natürlich
die Hepatitis B Impfung.

Nun befürchten wir, das gerade die Haepatitis Impfung ein
unnötiges Risiko oder Belastung dar stellt.

Eine schulische Alternative zum Ausbildungsplatz im
medizinischen Bereich haben wir bereits fest zugesagt
bekommen.

Ist diese Impfung gegen Hepatitis, bzw. generell derzeit eine
der genannten Impfungen zu empfehlen ?

Oder sollten wir besser davon Abstand nehmen, solange die
Ursache der erhöhten Thrombozyten nicht geklärt ist?

Viele Grüße

tina

Hallo,

ich gehe mal davon aus, dass die Thrombozytose mit ihren Differentialdiagnosen abgeklärt ist. Die Höhe der Thromboyzten spricht ja auch eher für eine primäre, als für eine sekundäre Thrombozytose, was zwar ein erhöhtes Risiko für Thrombosen birgt, ansonsten aber harmlos ist.
Wenn onkologische Ursachen (M.Hodkin, Leukämie) ausgeschlossen sind, dann gibt es keinen Grund nicht zu impfen. Die Hepatitis Impfung in diesem Alter ist äußerst sinnvoll, wenn kein Impftiter besteht, das Gleiche gilt für Masern, Mumps, Röteln. Das sollte aber eigentlich schon im Kindesalter ausreichend geimpft worden sein. Eine Auffrischung ist dann nicht zwingend notwendig.
Die Begründung, dass es einem nach einer Impfung mal nicht so gegangen sei, ist für mich kein Argument, denn mit einer Hepatitis B (die z.Bsp. auch durch Geschlechtsverkehr übertragen wird) geht es einem deutlich schlechter.

Mit freundlichem Gruß,

J.Füllenbach