Habe nun schon desöfteren folgende Geschichte gehört:
Franz Joseph Strauss soll im Bundestag Herbert Wehner (hier waren sich nicht alle sicher, die mir das erzählt haben) als Pinscher bezeichnet haben, woraufhin dieser wieder einen seiner cholerischen Anfälle bekam und wüst schimpfte. FJS ließ sich „Brehms Tierleben“ bringen und als er zur Stellungnahme aufgefordert das Rednerpult betreten hatte, zietierte er trocken aus „Brehms Tierleben“: „Der Pinscher ist ein sehr gelehriges Tier und trägt den Schwanz geringelt auf dem Rücken.“ Ende.
Hallo!
Meines Wissens stammt die Beleidigung weder von Wehner noch von Strauß, sondern
von Ludwig Erhard; sie zielte ab auf deutsche Intellektuelle (insbesondere
Günter Grass war Adressat), die von Erhard als „Banausen, Nichtskönner und ganz
kleine Pinscher“ bezeichnet wurden.
Gruß
Tilman
Ja, Tilman, Erhardt war´s. Er machte seinerzeit Wahlkampf mit der Parole, eine „formierte Gesellschaft“ müsse her. Das brachte Grass&Co selbstverständlich auf die Palme.
Von Wehner ist mir nur noch die hübsche Verballhornung des Names des CDU-Abgeordneten Wohlrabe erinnerlich. Wehner beschimpfte ihn wegen eines Zwischenrufs mit „Sie Übelkrähe, Sie.“
Eine schöne Geschichte ist auch, wie Wener in der Lage war,
mit scheinbar harmlosen Wörtern zu beleidigen.
Einen Kollegen ‚beschimpfte‘ er mal mit
‚Sie sie Herrrrr sie‘
Dabei muß man sich allerdings wehners Stimme vorstellen.
Eine besonders nette Episode gibt es um die Polit-Sendung „Bericht aus Bonn“ mit Friedrich Nowottny und Ernst-Dieter Lueg.
Lueg (dessen Name „Lug“ gesprochen wird) sollte Herbert Wehner interviewen, und der war ziemlich angefressen. Also machte Wehner aus Luegs Namen „Lug“ ständig ein „Lüg“ - Herr Lüg hier, Herr Lüg da.
Am Ende revanchierte sich Lueg mit dem Satz „Vielen Dank für diese Interview, Herr Wöhner“