Herkunft/Ursprung von Gott

Hallo

Wie erklären sich die Theologen (aller Religionen) die Herkunft/Ursprung Gottes? Irgend was oder irgend jemand muss auch Gott geschaffen haben - wenn es ihn überhaupt gibt. Dann wäre dieser jemand eine Art Urgott, der auch geschaffen werden musste… Und dann wäre noch die Sache mit der dazu benötigten Frau - und das Chaos von wegen Gottesmutter ist perfekt.
Oder fällt das alles unter Begriff „Glauben“?
Halbwegs nachvollziebar sind für mich einzig die Gottesbegriffe der Animisten.

Peter

GOtt ist ewig…
…und herrscht von Ewigkeit u Ewigkeit…

Die Ureigene Definition von Ewigkeit ist, dass sie keinen ANfang und kein Ende hat. Natürlich ist das für ein endliches und geistig beschränktes Geschöpf wie den Menschen unvorstellbar.

Hilfskonstruktion Nummer 1
Hallo

Für was wurde wohl die Hilfskonstruktion namens Ewigkeit erfunden? Wann taucht dieser Begriff erstmals auf? Von wem? Wie definiert?

Vorsichtigerweise habe mit der Nummerierung begonnen, denn Hilfskonstruktionen gibt es ohne Zahl…

Peter

Für was wurde wohl die Hilfskonstruktion namens Ewigkeit
erfunden? Wann taucht dieser Begriff erstmals auf? Von wem?
Wie definiert?

Ist nicht vielleicht der Begriff der Zeit die eigentliche Hilfskonstruktion? Die der bescheidenen Existenz und Erkenntnisfähigkeit des Menschen einen Struktur bietet, an der er sich festhalten kann?

Dass Zeit aus unserer Erkenntnis heraus die vernünftigere Konstruktion ist denn die Ewigkeit, kann man als durchaus gesichert gelten lassen. Zu belegen, dass sie eine Art ‚Naturkonstante‘ darstellt, dürfte aber schwierig sein.

Gruss,
Schorsch

Hallo Peter
Eine gar nicht so seltene Überlegung! Ich hab hier schonmal an anderer Stelle erwähnt, dass ich einen guten Freund hatte, der sich als jüngerer Mensch den Kopf darüber „zerbrach“, wer Gott erschaffen habe. Wer unverblendet von zuviel Religionsunterricht und also unbefangen daran geht, kann sich durch aus solche Fragen stellen.
Gruss, Branden

Hallo Peter.

Für was wurde wohl die Hilfskonstruktion namens Ewigkeit
erfunden? Wann taucht dieser Begriff erstmals auf? Von wem?
Wie definiert?

Dieses Hilfskonstrukt hat haSchem selber geliefert, als er sich offenbart hat. Nimm nur das Schma wo Er von sich als Einer und Einzig spricht. Daraus kann dann abgeleitet werden, dass er infinit ist und damit hat es sich mit Beschränkungen von Raum und Zeit.

Vorsichtigerweise habe mit der Nummerierung begonnen, denn
Hilfskonstruktionen gibt es ohne Zahl…

Diese Diskussion ist müssig, wenn man sich nicht erst einmal über die Ausgangslage unterhält. Ich kann hier klar die mündliche und schriftliche Lehre benennen und da ergibt es sich (siehe oben).

Oder soll ich dir jetzt das ganze ableiten? Letztlich kommt es dann zu den Axiomen und diese sind selber nicht beweisbar. So ist dieses mit jedem komplexen System und unser ganzes Denken bleibt so nur Konstrukt. Was ist also dein Anliegen?

Scholem,
Eli

Oder soll ich dir jetzt das ganze ableiten? Letztlich kommt es
dann zu den Axiomen und diese sind selber nicht beweisbar. So
ist dieses mit jedem komplexen System und unser ganzes Denken
bleibt so nur Konstrukt. Was ist also dein Anliegen?

Danke für die Zusammenfassung. Ich denke Jeder sollte diese Tatsache in sich tragen und niemals vergessen.

Da du ja scheinbar über das nötige Wissen verfügst, würde ich gerne fragen ob du dich auch mit den sog. Genies Gottes (?) auskennst, ich hab vor ein paar Jahren mal ein Buch eines Rabbis in den Händen gehalten in dem wenn ich mich richtig erinnere von 99 Genies Gottes die Rede war, ich glaub das ist irgendeine kabbalistische Darstelung (???). Nun meine Frage, ganz platt, was ist damit gemeint? Oder würde sich mir das ohne den entsprechenden Hintergrund nicht erschließen?
T.

SO, und wer hat dann den erschaffen, der Gott erschaffen hat? Und wer hat den erschaffen? Das ist doch ein Rattenschwanz ohne Lösung…

Hallo

Wie erklären sich die Theologen (aller Religionen) die
Herkunft/Ursprung Gottes?

Vielleicht solltest du die „Summa theolgae“ von Thomas von Aquin lesen. Er versucht in diesem Text Gott zu beweisen.
Ein Teil seiner Beweisführung mal kurz gefasst:

Er sieht, dass es in der Welt Wirkungen gibt, die gewisse Ursachen haben, welche wiederum auf Ursachen zurückzuführen sind. Da man dies nicht ins unendliche führen kann, weil es dann keinen Anfang, also auch keine Wirkung auf den Anfang - also überhaupt keine Wirkungen auf der Welt, gäbe (Metaphysik - Aristoteles), setzt Thomas v. Aquin GOTT an den Anfang aller Ursachen… er ist die erste Ursache - es gab keine Ursache vor ihm - niemand hat Gott geschaffen - es ist schwer dies einzusehen, da wir sehr nach den Gesetzen der Ursache Wirkung denken und glauben, dass alles seine Ursache haben muss - Aristoteles (später Aquin) bewies das Gegenteil - irgendetwas muss keine Ursache gehabt haben… sondern die erste Ursache sein.

Irgend was oder irgend jemand muss
auch Gott geschaffen haben - wenn es ihn überhaupt gibt. Dann
wäre dieser jemand eine Art Urgott, der auch geschaffen werden
musste…

damit sei dieser Gedankengang beantwortet…

Und dann wäre noch die Sache mit der dazu
benötigten Frau

Jetzt gibst du Gott zu viele menschliche Eigenschaften - außerdem:
meinst du man braucht immer zwei Geschlechter, um etwas zu erzeugen?
Schau mal in deinen Biohefter… :wink:

Halbwegs nachvollziebar sind für mich einzig die
Gottesbegriffe der Animisten.

erzähle bitte mehr über die Animisten!

Gruß vastitas

Halbwegs nachvollziebar sind für mich einzig die
Gottesbegriffe der Animisten.

Das bezweifle ich wirklich.

lg
Täubchen

Hallo Vastitas

Aristoteles (später Aquin) bewies das Gegenteil - irgendetwas
muss keine Ursache gehabt haben… sondern die erste Ursache
sein.

Diese „Beweise“ würde ich bestenfalls als Hypothesen gelten lassen. Kannst du mir bei Aristoteles die Belegstelle(n) für deine Aussage nennen?
Thomas von Aquin hat viel „bewiesen“, wohl eine Art Vorläufer der Dogmen. Und Dogmen sind für mich Ausdruck von Hilflosigkeit, bzw. Vergewaltigung des freien Denkens.
Wäre der Gottesbeweis wasserdicht, wäre kein Glaube mehr notwendig… Ganz abgesehen davon dürfte Aristoteles eine andere Art Gott als Aquin „bewiesen“ haben - Vorläufer des Christengottes wurden damals noch nicht von einer Gruppierung vereinnahmt.

Peter

Peter

Er sieht, dass es in der Welt Wirkungen gibt, die gewisse
Ursachen haben, welche wiederum auf Ursachen zurückzuführen
sind. Da man dies nicht ins unendliche führen kann, weil es
dann keinen Anfang, also auch keine Wirkung auf den Anfang -
also überhaupt keine Wirkungen auf der Welt, gäbe

das führt eher das weltbild der lückenlosen kausalität ad absurdum als einen gott zu beweisen.

darüberhinaus ist ein lückenlos kausales weltbild unvereinbar mit dem glauben an einen gott, der dem menschen moralische handlungsanweisungen gibt.

gruß
datafox

Hallo Vastitas

Vielleicht solltest du die „Summa theolgae“ von Thomas von
Aquin lesen. Er versucht in diesem Text Gott zu beweisen.
Ein Teil seiner Beweisführung mal kurz gefasst:

… warum nicht gleich auch noch Anselm von Canterbury?

War da zwischenzeitlich nicht noch etwas? Ach ja - nannte sich Aufklärung. Der alte Kant - ist nun auch schon wieder 200 Jahre tot. Die „Gottesbeweise“ allerdings schon etwas länger; 1781 erschien die Kritik der reinen Vernunft. Wenn jemand ein wenig Geistesgeschichte aufarbeiten und sich dabei in die Neuzeit vorwagen möchte, hier ist die Fundstelle:
I. Transzendentale Elementarlehre
Zweite Abteilung. Die transzendentale Dialektik
Zweites Buch. Von den dialektischen Schlüssen der reinen Vernunft
3.Hauptstück. Das Ideal der reinen Vernunft

Freundliche Grüße,
Ralf

hallo Peter,
unser menschliches Hirn denkt 3-dimensional. Selbst der Versuch 2-dimensional zu denken, ist schon fast zum scheitern verurteilt. Eindimensonal zu denken ist für uns schlicht unmöglich. Und so ist es mit der 4. und … Dimension.
Wir meinen immer, die Zeit sei absolut. sie ist es mitnochten. Ja, sie ist sogar nach neuster Erkenntnis veränderbar (beschleunigen - verlangsamen)
Warum soll ein Gott der Zeit unterworfen sein? Muss er einen Ursprung haben? Der Mesch kennt ein Gebilde, das er fast nicht begreift. Es ist die …Schleife (habe den Namen vergessen. Bestimmt kann uns jemand helfen). Dieses Gebilde ist das einzige (m.W.) das ein 2-dimensionaler Gegenstand ist. Dort geht der Anfang in das Ende über, der Anfang ist also zugleich das Ende.
Versuche von Deinem menschlichem Zeitdenken weg zu kommen!
es ist nur ein „Scheuklappendenken“
Grüße
Raimund
Heißt das Ding Möbiusschleife?

Hallo Peter,
Bevor ich einen Elektromotor möchte, brauche ich eisen (das muß ich aus eisenerz schmelzen und gießen), ich brauche lagerschalen und wellen, und ich brauch ein anderes metall, als den körper z.b.kupfer,alu,silber,oä.
Du verstehst - die wicklung.Und ohne isolierstoffe geht gar nichts.
Das ist, wie du GOTT erklären möchtest - mit materiellem Denken.
Wie steht es aber um die Gesetze der Elektrodynamik,dem magn.Feld, der zug- und bruchfestigkeit incl. Drehmoment?; auch bitte das Isolattionsvermögen nicht unterschlagen!!!
Nehmen wir mal an, du würdest in deiner philosophie diese geistigen Elemente besitzen können, so fehlt dir immer moch die steckdose, der akku - denn ohne strom taugt der beste motor NICHTS -.-
und jetzt???
Das LEBEN ist vielleicht nicht dazu bestimmt, die ursprünglichen zusammenhänge des universums ändern zu wollen (anm.:nur weil wir unsere kleine scheiß-welt nicht auf die reihe kriegen…)sondern eben erst mal UNSERE KLEINE SCHEIß-WELT in ordnung zu bringen; und dafür haben wir lausige 50 - 70 Jahre lang ZEIT bekommen.

Der JOKER

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Heißt das Ding Möbiusschleife?

ja! die unendlichkeit ist für einen käfer die oberfläche einer kugel. sie ist unbegrenzt, und er gelangt nie an den rand. für uns ist die unendlichkeit ein raum, der in die 4. dimension gekrümmt ist. darunter kann man sich null vorstellen. aber gott - sollte es ihn geben - müßte dann irgendwo außerhalb sein und dieses gebilde von außen betrachten und sich totlachen. selbstredend daß die idee eines zeitlichen anfangs völliger unsinn ist.

gruß
datafox

Bedingt durch Bewusstsein ist Name und Form
Moin

Wie erklären sich die Theologen (aller Religionen) die
Herkunft/Ursprung Gottes? Irgend was oder irgend jemand muss
auch Gott geschaffen haben - wenn es ihn überhaupt gibt.

Nicht alle Religionen gehen von einem Schöpfer-Gott aus. Der Buddhismus kennt diese Vorstellung z.B. nicht (und ist somit auch der Frage enthoben, wer „Gott“ erschaffen hat).

Aber natürlich gibt es auch im Buddhismus überlegungen dazu, ob es ein „erstes Glied der Kette“ gibt.

Eine buddhistische Antwort darauf lautet ungefähr folgendermaßen:

„Bedingt durch Bewusstsein ist Name und Form…Bedingt durch Name und Form ist Bewusstsein“ (Dighanikaya 15, II 63)
Name und Form kann man hier mit der Existenz einer Persönlichkeit (von „innen“ gesehen) gleichsetzen.

In dem Augenblick, in dem es ein bewusstes Wesen gibt, dass die Welt um sich herum wahrnehmen kann, tritt für dieses Wesen die Welt als wahrgenommene Umgebung ins „Dasein“. Hier findet gleichzeitig eine Spaltung zwischen Welt und Individuum statt. Mit den Sinnen, den Gedanken etc. berührt nun wiederum das Individuum diese Welt und bedingt Gefühle, also unangenehme, angenehme oder neutrale Empfindungen. Mit diesen Empfindungen beginnt die Verstrickung. Man will das Angenehme behalten, ergreifen, das Unangenehme wegstoßen etc. Das Individuum haftet sich durch diese Empfindungen an die ständigen Veränderungen und wird somit in den Strom der Zeit gerissen/mitgerissen. Geburt, Altern und Tod sind sind Folge dieser Anhaftung und prägen somit unser zeitlich lineares Weltbild (und die Vorstellung, es gäbe einen Anfang und ein Ende).

Wie kann man aber aus dieser Vorstellung herausfinden ?
Der Buddhismus kennt das Konzept der bedingten Entstehung. Dies ist jedoch keine lineare Kausalkette, bei der jedes Glied die Ursache für das folgende und die Wirkung des vorhergehenden wäre. (Hier müsste jetzt eigentlich eine ausführlichere Erläuterung des Buddhistischen Konditional-Nexus hin). Aber am Eingangssatz, dass Bewusstsein Name und Form bedingt und Name und Form Bewusstsein bedingen, wird eigentlich schon klar, dass es sich hier nicht um eine Linearität handel kann , sondern eher um ein Beziehungsgeflecht, dass zwar insgesamt eine zeitliche Dimension, aber keine zeitliche Reihenfolge aufweist.

Am Ende dieser Überlegungen steht die Erkenntnis, dass es für all diese Prozosse, die das menschliche Dasein in ihrer Gesamtheit ausmachen, kein Subjekt in dem Sinne gibt, dass von sich behaupten könnte, es sei sozusagen der Träger oder Kern dieser Prozesse und für sich selbst nicht wandelbar.

Oder wie es so schön im Visuddhimagga heißt:
„Deshalb heißt es:
Leiden gibt es, aber keinen Leidenden,
Handlungen, aber kein Handelnder ist zu finden.
Es gibt das Erlöschen, nicht den erloschenen Mann,
Es gbit den Weg, der Gehende ist nicht zu finden.
Oder auch:
Von Beständigkeit, Schönheit und Glück leer sind die beiden ersten [Wahrheiten]
Von einem Selbst leer ist der todlose Ort,
Von Beständigkeit, Glück und Selbst ledig ist der Weg.
Bei diesen [allen ist] Leere (sunnata)“.

Gruß
Marion

Genau. Aber das steht ja in keinem Widerspruch zu den Grübeleien meines Freundes, und dieselben sind ja dadurch wohl nicht zu beenden. Mit anderen Worten: Deine Antwort ist eigentlich keine.
Gruss, Branden

Kannst du mir bei Aristoteles die Belegstelle(n) für
deine Aussage nennen?

Ich habe jetzt keine Lust die gesamte Metaphysik durchzusehen… das kannst auch du machen :wink:

Thomas von Aquin hat viel „bewiesen“, wohl eine Art Vorläufer der Dogmen. Und Dogmen sind für mich Ausdruck von Hilflosigkeit, bzw. Vergewaltigung des freien Denkens.

Jetzt bist du aber äußerst oberflächlich! würdest du seine Beweise genauer betrachten, könntest du auch die Wahrheit in diesen Texten erkennen.

Wäre der Gottesbeweis wasserdicht, wäre kein Glaube mehr notwendig…

Glaube hat nicht nur etwas mit „an etwas Glauben, was man nicht wissen kann“ zu tun… denk mal an deinen besten Kumpel, der vielleicht einen guten Platz in einem Wettbewerb erreichen kann… an ihn kannst du auch glauben… (loyalitätsglaube)

gruß
vastitas