Hi!
Nein, mir schwebt eher ein Mittelweg vor. Grob umrissen: 40-45
Wochenstunden Arbeit, 20 Tage Urlaub p.a., Steuersenkung auf
maximal 30% Gesamtabgaben.
Dies finanziert durch einerseits die höhere Produktivität
durch Mehrarbeit, andererseits durch einen knallharten
Sparkurs in den Bereichen Soziales, Rente, öffentl. Dienst,
Staatsdiener.Reine Utopie!
Als würde alleine die Verlängerung der Arbeitszeit und die
Verkürzung der Urlaubsansprüche zu einer Steigerung der
Produktivität führen. Für die Motivation der Arbeitnehmer
wären
diese Maßnahmen kontraproduktiv.
Das ist eben die große Frage. Ich kenne einige Leute, die es durchaus als Motivator empfinden würden, wenn Gehälter mehr leistungsbezogen bezahlt werden würden.
Ganz nebenbei: Wer arbeitet
denn schon wirklich seine 37,5 Stunden pro Woche? Ich kenne
niemanden, alle schuften länger.
Wer bei der Großindustrie beschäftigt ist, fliegt nach 38 Stunden raus. Es d,ürfen bei vielen Großbetrieben überhaupt keine Überstunden mehr gemacht werden.
Deine Visionen werden zu einem Auseinanderbrechen der
Gesellschaft führen. Es wird die Leute geben die so gut
verdienen, daß sie es sich leisten können ihre Kinder auf
teure
Privatschulen zu schicken, sich selber gut zu versichern etc.
pp.
Und es wird das Heer der Looser geben. Und dieses wird nicht
kleiner sondern wesentlich größer werden als heute, da es
nicht
40 Millionen topjobs in diesem Lande geben wird.
Die Polarisierung haben wir heute schon.
Ausserdem muss gar nicht jeder einen Top-Job haben. Es muss auch nicht jeder Prolo einen dicken BMW fahren. Vielmehr soll jeder die Chance haben, in einer sinnvollen Zeit ein sinnvolles Gehalt zu verdienen.
Bei Firmen wie Siemens werden doch die Leute schon eingebremst, die ein bisschen was tun wollen, denn die anderen befürchten höhere Vorgaben.
Der Malocher
am Band wird dann trotz 45 Stunden Woche auf keinen grünen
Zweig kommen.
Jedenfalls wird sein Zweig dann grüner sein als heute.
Ich war kürzlich erst in Brasilien. Dort kann man wunderbar
eine Zweiklassengesellschaft beobachten. Die unzähligen Armen
haben dort die Schnauze voll und nehmen sich einfach was sie
wollen. Umgelegt für ein paar Nike-Schlappen und 20 Dollar,
nein Danke.
Eben deshalb muss diese wirtschaftsmordende Einstellung aufhören. Man kann nicht für weniger Arbeit mehr Geld verlangen, wenn man von unserem Standard ausgeht.
Grüße,
Mathias
