Herlitz 3000 Arbeitnehmer, Dornier rd. 4.000 wo

Hi!

Nein, mir schwebt eher ein Mittelweg vor. Grob umrissen: 40-45
Wochenstunden Arbeit, 20 Tage Urlaub p.a., Steuersenkung auf
maximal 30% Gesamtabgaben.
Dies finanziert durch einerseits die höhere Produktivität
durch Mehrarbeit, andererseits durch einen knallharten
Sparkurs in den Bereichen Soziales, Rente, öffentl. Dienst,
Staatsdiener.

Reine Utopie!
Als würde alleine die Verlängerung der Arbeitszeit und die
Verkürzung der Urlaubsansprüche zu einer Steigerung der
Produktivität führen. Für die Motivation der Arbeitnehmer
wären
diese Maßnahmen kontraproduktiv.

Das ist eben die große Frage. Ich kenne einige Leute, die es durchaus als Motivator empfinden würden, wenn Gehälter mehr leistungsbezogen bezahlt werden würden.

Ganz nebenbei: Wer arbeitet
denn schon wirklich seine 37,5 Stunden pro Woche? Ich kenne
niemanden, alle schuften länger.

Wer bei der Großindustrie beschäftigt ist, fliegt nach 38 Stunden raus. Es d,ürfen bei vielen Großbetrieben überhaupt keine Überstunden mehr gemacht werden.

Deine Visionen werden zu einem Auseinanderbrechen der
Gesellschaft führen. Es wird die Leute geben die so gut
verdienen, daß sie es sich leisten können ihre Kinder auf
teure
Privatschulen zu schicken, sich selber gut zu versichern etc.
pp.
Und es wird das Heer der Looser geben. Und dieses wird nicht
kleiner sondern wesentlich größer werden als heute, da es
nicht
40 Millionen topjobs in diesem Lande geben wird.

Die Polarisierung haben wir heute schon.
Ausserdem muss gar nicht jeder einen Top-Job haben. Es muss auch nicht jeder Prolo einen dicken BMW fahren. Vielmehr soll jeder die Chance haben, in einer sinnvollen Zeit ein sinnvolles Gehalt zu verdienen.
Bei Firmen wie Siemens werden doch die Leute schon eingebremst, die ein bisschen was tun wollen, denn die anderen befürchten höhere Vorgaben.

Der Malocher
am Band wird dann trotz 45 Stunden Woche auf keinen grünen
Zweig kommen.

Jedenfalls wird sein Zweig dann grüner sein als heute.

Ich war kürzlich erst in Brasilien. Dort kann man wunderbar
eine Zweiklassengesellschaft beobachten. Die unzähligen Armen
haben dort die Schnauze voll und nehmen sich einfach was sie
wollen. Umgelegt für ein paar Nike-Schlappen und 20 Dollar,
nein Danke.

Eben deshalb muss diese wirtschaftsmordende Einstellung aufhören. Man kann nicht für weniger Arbeit mehr Geld verlangen, wenn man von unserem Standard ausgeht.

Grüße,

Mathias

Hallo!

Erstens bin ich durchaus der Ansicht, dass die Zinssätze nicht
nach Kreditnehmer sondern nach Laufzeit bemessen werden
sollten, zweitens hat dies nichts mit Sozialismus, sondern mit
Markttransparenz und Abschaffung von Zugangsbeschränkungen zu
tun.
Die Sicherung des Ausfallrisikos ist natürlich ein Argument,
allerdings sollte diese Sicherung eigentlich durch fähige
Banker, die in der Lage dazu sind, eine gesunde Beurteilung
über einen Kunden abzugeben, gewährleistet sein.

und was ist, wenn sich die Bonität des Kunden über die Jahre
hinweg verschlechter? Die insmarge Zist auch als eine Art
Versicherungsprämie zu verstehen. Sollen Kunden mit guter
Bonität die Versicherungsprämie für die Kunden schlechter
Bonität mittragen? Das kann doch auch nicht in Deinem
Interesse sein.

Das ist ein Scheinargument.
Du unterstellst, schlechte Bonität kostet mehr Geld. Dies sehe ich als nicht generell erwiesen an. Vielmehr drehen die Banken im Ernstfall üblicherweise sowieso den Hahn schnell zu und halten sich vor allen anderen Gläubigern an der Konkursmasse schadlos.
Ausserdem benötigen doch gerade Firmen mit schlechterer Bonität auch billiges Geld. Bei Großunternehmen klappt das doch auch, s. Holzmann.

Tatsache ist, daß es mit den verschiedenen Ratingstufen zum
ersten mal möglich ist, bestimmten Risikoklassen bestimmte
Ausfallrisiken zuzuweisen. Dieses Risiko muß der Kunde
bezahlen. Wenn der Unternehmer Wert darauf legt, dem
Unternehmen durch Ausschüttungen Liquidität und Eigenkapital
zu entziehen, dann muß er dafür in der Folge eben höhrere
Zinssätze bezahlen. Er kann es sich aussuchen.

Das ist mir zu einfach. Du stellst die Sache so dar, als ob sich der gierige Unternehmer immer nur selbst Ausschüttungen genehmigt, anstatt sein Unternehmen solide zu kapitalisieren. Dies entspricht in den allermeisten Fällen nicht der Realität, vielmehr bewegt man sich als KMU in einem Teufelskreis der Unterkapitalisierung, denn hohe Steuern verhindern eine Steigerung des EK, woraufhin das Rating sich verschlechtert, was wiederum zu höheren Kapitalkosten und somit zu einer fortlaufenden UNterkapitalisierung führt.
Das Rating ist daher nur auf Großindustriekunden ausgelegt, die sich um die ersten 3 Positionen balgen. Alle anderen werden als uninteressant quasi abgelehnt.

Es wurde auch schon erwähnt, daß sich Banken über
Ratingssysteme gar nicht mal so sehr freuen, wie das immer
gern erzählt wird. Das System ist auch recht starr, um eben
Manipulationen zu vermeiden. Wenn ich weiß, daß dort gerade
ein Manager mit höchsten Qualitäten eingestiegen ist, kann
mich das nur freuen, bringt mir aber im Rating nichts. Und
wenn es bei x,51 liegt, damit auf x+1 aufgerundet wird und ich
u.U. den Kredit nicht machen kann, ist es halt dumm gelaufen.

Und gerade dieses „dumm gelaufen“ kostet echte Arbeitsplätze.

allerdings sollte diese Sicherung eigentlich durch fähige
Banker, die in der Lage dazu sind, eine gesunde Beurteilung
über einen Kunden abzugeben, gewährleistet sein.

Und noch einmal zu diesem Absatz: Umgekehrt bedeutet dies, daß
wir Risiken unterhalb eines bestimmten Risikoniveaus, ab dem
wir normlerweise nur die Zinssätze erhöhen würden, komplett
ablehnen bzw. aus dem Portfolio entfernen müßten.

Das passiert jetzt.
Früher gab es Spielräume, die ja nicht nur zur Abwendung von PLeiten, sondern evtl. auch zur Vorfinanzierung großer Projekte u.ä. genutzt wurden. Heute heisst es: das ist unser Preis, nimm es oder stirb. Und darin sind sich auch die Banken untereinander einig. Die Einführung der Ratings führte nämlich ganz nebenbei auch zuu einem kartellartigen Datenaustausch und zur totalen Transparenz der Kunden.
Und diese Allmacht der Banken, noch verstärkt durch Fusionen wie Dr Ba und Allianz, ist äußerst gefährlich, da hier ganz klar polarisiert wird und eine große Machtkonzentration entsteht, welche beispielsweise 80% der Macht, jedoch nur 20% der Firmen und Arbeitnehmer enthält.

dass die Zinssätze nicht
nach Kreditnehmer sondern nach Laufzeit bemessen werden
sollten,

Soll das heißen, daß einem Unternehmen E.ON AG mit einem
Umsatz um die 70 Mrd. Euro kein besserer Zinssatz zusteht, als
z.B. dem Fräsmaschinenbauer mit einem Umsatz von 25 Mio Euro
oder gar dem Bäcker H. Jumms, mit drei Filialen?

Korrekt.

Das kann doch tatsächlich nicht Dein Ernst sein.

Doch, das ist mein Ernst. Ich würde das sogar gesetzlich festlegen.

Grüße,

Mathias

Das ist ein Scheinargument.
Du unterstellst, schlechte Bonität kostet mehr Geld.

Schlechte Bonität heißt, daß ein Kunde schneller zahlungsunfähig ist. Dann kommt das Geld im Durchschnitt häufger nicht zurück und das kostet Geld. Die Feststellung von Ratings und die darauf folgende Ermittlung von Ausfallwahrscheinlichkeiten ist ein ausgesprochen wissenschaftlicher Vorgang, über den Du in der FAQ zu Basel II im Finanzpolitikbrett mehr lesen kannst.

Dies sehe
ich als nicht generell erwiesen an. Vielmehr drehen die Banken
im Ernstfall üblicherweise sowieso den Hahn schnell zu und
halten sich vor allen anderen Gläubigern an der Konkursmasse
schadlos.

Vor allen Gläubigern schon mal gar nicht. Die Konkursquote liegt im Durchschnitt unter 5%. Im übrigen wird eine Bank nur dann „den Hahn zudrehen“, wenn sie der festen Überzeugung ist, daß auch bei Fortführen der Gesellschaft kein Rückfluß des Kredites mehr möglich ist, ansonsten ist nämlich eine Abschreibung teurer.

Ausserdem benötigen doch gerade Firmen mit schlechterer
Bonität auch billiges Geld. Bei Großunternehmen klappt das
doch auch, s. Holzmann.

Ich werde hier sicherlich nicht über die Zinssätze berichten, die Holzmann zahlt.

Soll das heißen, daß einem Unternehmen E.ON AG mit einem
Umsatz um die 70 Mrd. Euro kein besserer Zinssatz zusteht, als
z.B. dem Fräsmaschinenbauer mit einem Umsatz von 25 Mio Euro
oder gar dem Bäcker H. Jumms, mit drei Filialen?

Korrekt.

Das kann doch tatsächlich nicht Dein Ernst sein.

Doch, das ist mein Ernst. Ich würde das sogar gesetzlich
festlegen.

Um Himmels willen.

Also sollte in der privaten Krankenversicherung ein 25jähriger, gesunder Mann den gleichen Beitrag bezahlen, 60jähriger, übergewichter Mann?

Oder stellst Du Dir für den Bankenmarkt eine Struktur vor, wie die gesetzliche Krankenversicherung?

Christian

P.S.
Ich dachte, Du würdest jeden staatlichen Einfluß auf die Wirtschaft als Sozialismus ablehnen? Wie kommt es dann, daß Du im Bankenbereich auf einmal keine Bedenken hast?

Hallo,

Das ist ein Scheinargument.
Du unterstellst, schlechte Bonität kostet mehr Geld.

Schlechte Bonität heißt, daß ein Kunde schneller
zahlungsunfähig ist. Dann kommt das Geld im Durchschnitt
häufger nicht zurück und das kostet Geld. Die Feststellung von
Ratings und die darauf folgende Ermittlung von
Ausfallwahrscheinlichkeiten ist ein ausgesprochen
wissenschaftlicher Vorgang, über den Du in der FAQ zu Basel II
im Finanzpolitikbrett mehr lesen kannst.

Ich habe mich bereits mit der Sache auseinendergesetzt und bin nicht überzeugt.
Es wurde versucht, die wirtschaftliche Situation aller Unternehmen im Land zu kategorisieren. Dabei wurden in der Folge falsche Maßstäbe angesetzt und somit das aktuelle Ergebnis erzielt. Ein für die Mehrheit der Unternehmen inakzeptables weiteres Zusammenrücken von Großbanken und Großindustrie zu kartellähnlichen Vereinigungen.

Dies sehe
ich als nicht generell erwiesen an. Vielmehr drehen die Banken
im Ernstfall üblicherweise sowieso den Hahn schnell zu und
halten sich vor allen anderen Gläubigern an der Konkursmasse
schadlos.

Vor allen Gläubigern schon mal gar nicht. Die Konkursquote
liegt im Durchschnitt unter 5%. Im übrigen wird eine Bank nur
dann „den Hahn zudrehen“, wenn sie der festen Überzeugung ist,
daß auch bei Fortführen der Gesellschaft kein Rückfluß des
Kredites mehr möglich ist, ansonsten ist nämlich eine
Abschreibung teurer.

…und gerade hier liegt die Crux: die Funktion der Entscheidungsfindung, WANN ein U. die Kredite nicht mehr bezahlen kann wurde in eine äußerst ungünstige Richtung abgeändert.

Ausserdem benötigen doch gerade Firmen mit schlechterer
Bonität auch billiges Geld. Bei Großunternehmen klappt das
doch auch, s. Holzmann.

Ich werde hier sicherlich nicht über die Zinssätze berichten,
die Holzmann zahlt.

Das kann man sich denken.

Soll das heißen, daß einem Unternehmen E.ON AG mit einem
Umsatz um die 70 Mrd. Euro kein besserer Zinssatz zusteht, als
z.B. dem Fräsmaschinenbauer mit einem Umsatz von 25 Mio Euro
oder gar dem Bäcker H. Jumms, mit drei Filialen?

Korrekt.

Das kann doch tatsächlich nicht Dein Ernst sein.

Doch, das ist mein Ernst. Ich würde das sogar gesetzlich
festlegen.

Um Himmels willen.

Klar, dass einem Banker das nicht gefallen kann…:wink:

Also sollte in der privaten Krankenversicherung ein
25jähriger, gesunder Mann den gleichen Beitrag bezahlen,
60jähriger, übergewichter Mann?

Dieser Vergleich hinkt.

Oder stellst Du Dir für den Bankenmarkt eine Struktur vor, wie
die gesetzliche Krankenversicherung?

Ich denke, dass der Bankenmarkt mit Krankenversicherungen nichts zu tun hat.
Ich bin der Ansicht, dass ein derart von mittelständischer Wirtschaft geprägtes Land wie Deutschland die Aufgabe hat, seine Ernährer zu schützen.
Und dies könnte z.B. auf die von mir vorgeschlagene Weise geschehen.

P.S.
Ich dachte, Du würdest jeden staatlichen Einfluß auf die
Wirtschaft als Sozialismus ablehnen? Wie kommt es dann, daß Du
im Bankenbereich auf einmal keine Bedenken hast?

Ich lehne nicht jeden staatlichen Einfluß auf die Wirtschaft ab, ich lehne es lediglich ab, dass die einzige Einflussnahme des Staates auf die Wirtschaft darin besteht, marode Großunternehmen und Fußballclubs zu subventionieren mit Geldern, die duch horrende Abgaben der KMUs (die sich ja nicht durch Steuerentzug ins Ausland wehren können) „erwirtschaftet“ worden sind.

Staatliche Eingriffe sind dann nötig, wenn das System sich nicht mehr selbst regulieren kann. Ebenso wie das Zusammenleben der Menschen geregelt wird, halte ich auch einen staatlich verordneten Wirtschaftskodex für denkbar. Auf die Richtung kommt es eben an…

Dass das Spiel der Großbanken und Konzerne zum Nachteil für Deutschland und seine Bürger ausgeht, haben wir ja nun am Beispiel Kirch und Holzmann gesehen.
Nun ist es Zeit, etwas für die Leute zu tun, die die Steuern zahlen.

Grüße,

Mathias

Hi!

Ganz nebenbei: Wer arbeitet
denn schon wirklich seine 37,5 Stunden pro Woche? Ich kenne
niemanden, alle schuften länger.

Wer bei der Großindustrie beschäftigt ist, fliegt nach 38
Stunden raus. Es d,ürfen bei vielen Großbetrieben überhaupt
keine Überstunden mehr gemacht werden.

Aber wie passt das zu den gigantischen Überstundenzahlen die
deutsche Arbeitnehmer vor sich her schieben? Ich kenne wirklich
niemanden in meinem Bekanntenkreis, bei dem nicht krasse
Überstunden anfallen. Als ich bei Siemens in Erlangen arbeitete
hatte mein Chef seinerzeit pro Quartal so ca. 200 Überstunden
angesammelt. Auch bei diversen Praktikas in der Produktion habe
ich erlebt wie auch normale Arbeiter Überstunden ohne Ende
schoben. Das geht natürlich nur wenn die Auftragslage es
zulässt. Gestern erst war ich bei einem Treffen in der BASF.
Dort sagte mir ein Betriebsleiter, daß die Arbeitsbelastung der
Mitarbeiter so hoch geworden ist, daß viele Dinge niedriger
Priorität nicht mehr abgearbeitet werden können. Aber anstatt
neue Leute einzustellen, werden Überstunden ohne Ende geschoben.
Um es also auf den Punkt zu bringen: Dein statement oben
widerspricht vollkommen meiner persönlichen Erfahrung!

Die Polarisierung haben wir heute schon.
Ausserdem muss gar nicht jeder einen Top-Job haben. Es muss
auch nicht jeder Prolo einen dicken BMW fahren. Vielmehr soll
jeder die Chance haben, in einer sinnvollen Zeit ein
sinnvolles Gehalt zu verdienen.

Die Polarisierung verstärkst Du aber durch das Entfernen des
sozialstaatlichen Kits der das Wegbrechen der Mittelschicht
dämpft.
Eine Welt des puren Sozialdarwinismus finde ich nicht
erstrebenswert! Es gibt nunmal Dinge die nicht
betriebswirtschaftlich geregelt werden dürfen! Z.B. den
Kulturbetrieb hierzulande.

Jedenfalls wird sein Zweig dann grüner sein als heute.

Wieso? Soll er den plötzlich mehr verdienen?
Und überhaupt: Wo zauberst Du die Märkte her auf denen das
Superproduktive Deutschland dann seine High-Tech Waren
verkaufen kann?

Gruß
Tom

Also sollte in der privaten Krankenversicherung ein
25jähriger, gesunder Mann den gleichen Beitrag bezahlen,
60jähriger, übergewichter Mann?

Dieser Vergleich hinkt.

Das ist absolut das gleiche. In beiden Fällen geht es um risikoadäquate Preisfindung.

Noch ein Versuch: Du schriebst, Du würdest gesetzlich vorschreiben, daß jeder Kredit mit identischer Laufzeit mit dem gleichen Zinssatz zu verzinsen sei. Meinst Du allen Ernstes, daß irgendein Unternehmen mit guter Bonität in Deutschland noch Kredit aufnehmen würde? Damit blieben die Banken auf einem schlechten Portfolio sitzen und wir hätten bald Zustände, wie in Japan.

Die Siuation haben wir heute innerhalb Deutschlands auch: Die Sparkassen kalkulieren heute frei nach Schnauze, weil sie noch den Rückhalt aus der Gewährsträgerhaftung haben, d.h. ihre Risikoabsicherung nicht bezahlen müssen. Kommt ein Kunde mittlerer Bonität zu uns, bieten wir einen Zinssatz von 7,5-8% (in laufender Rechnung), natürlich nicht konkurrenzfähig zur Sparkasse. D.h. er bleibt bei der Sparkasse. Ein Kunde mit guter Bonität kommt zu uns und wir bieten ihm 5,75-6,25%. Damit sind wir günstiger als die Sparkasse und er wechselt zu uns. Effekt: Die Sparkasse hat mit nicht risikoadäquater Preispolitik ihr Portfolio verschlechtert. Nicht zuletzt aus diesem Grunde ist uner den Sparkassen die Fusionitis ausgebrochen.

Gruß
Christian

Hallo,

da Du aus beruflichen Gruenden Optimist sein musst, sei Dir
dieser Standpunkt unbenommen.

ich habe beruflich mit Aktien nichts zu tun und bin auch
aktienmäßig kein Optimist.

Sorry, dann hatte ich was in meinen Erinnerungen durcheinandergebracht.

  1. Der Tiefstand Ende 98 war nicht wirtschaftlich ausgeloest,
    sondern Folge der Russlandkrise und des LTDM-Debakels.

Nur, daß ich es recht verstehe: Reaktionen der Börse auf eine
ausländische Wirtschaftskrise sind nicht wirtschaftlich
ausgelöst?

Die Reaktion der Aktienkurse des „Westens“ hatte keine Ursache in der Wirtschaft des „Westens“, die sie ja in irgendeiner Weise repraesentieren sollen. Die Entscheidung Russlands, die Schuldenzahlung auszusetzen, war eine politische (der Nationaloekonomie nach aussen). Dass die Boerse kurzfristig nach unten geht, ist der Panik geschuldet, die sekundaere wirtschaftliche Folgen befuerchtet. Die langfristigen Folgen haben dann auch mit dem inneren Zustand der 1. Welt zu tun.

Deshalb schrieb ich extra „ausgeloest“, nicht „verursacht“. Und alles ist meine eigene Interpretation, die ich keinesfalls zur unfehlbaren Lehrmeinung erheben will.

Ciao Lutz

Hallo Tom!

Ganz nebenbei: Wer arbeitet
denn schon wirklich seine 37,5 Stunden pro Woche? Ich kenne
niemanden, alle schuften länger.

Wer bei der Großindustrie beschäftigt ist, fliegt nach 38
Stunden raus. Es d,ürfen bei vielen Großbetrieben überhaupt
keine Überstunden mehr gemacht werden.

Aber wie passt das zu den gigantischen Überstundenzahlen die
deutsche Arbeitnehmer vor sich her schieben? Ich kenne
wirklich
niemanden in meinem Bekanntenkreis, bei dem nicht krasse
Überstunden anfallen. Als ich bei Siemens in Erlangen
arbeitete
hatte mein Chef seinerzeit pro Quartal so ca. 200 Überstunden
angesammelt. Auch bei diversen Praktikas in der Produktion
habe
ich erlebt wie auch normale Arbeiter Überstunden ohne Ende
schoben. Das geht natürlich nur wenn die Auftragslage es
zulässt. Gestern erst war ich bei einem Treffen in der BASF.
Dort sagte mir ein Betriebsleiter, daß die Arbeitsbelastung
der
Mitarbeiter so hoch geworden ist, daß viele Dinge niedriger
Priorität nicht mehr abgearbeitet werden können. Aber anstatt
neue Leute einzustellen, werden Überstunden ohne Ende
geschoben.

Überstunden sind immer relativ. Je geringer die sozialistischen Kräfte im Land die Wochenenarbeitszeiten halten, umso größer ist die Zahl der Überstunden.
Das kostet viel Geld und bringt nichts.
Wenn die Regelarbeitszeit gleich 40-45 Stunden beträg, fällt auch das Problem mit den horrenden Überstundenmengen weg.

Das Beispiel BASF möchte ich nun gar nicht kommentieren, denn dort läuft´s ja wirtschaftlich noch ganz ordentlich. Dass dort Leute meckern, für die 38 Strunden pro Woche schon viel sind, relativiert das weiter.
Bei uns wurde an 2 Samstagen im Monat gearbeitet, wir wuchsen seit 1998 um 110% und in der Produktion stehen gewaltige Mengen an Überstunden zu Buche. Seit März haben wir etwas weniger zu tun. Die Leute können ihre Überstunden erst mal abfeiern. Hätten wir neue Leute eingestellt im Januar, müssten wir sie nun wieder entlassen. Überstunden sind also nicht immer gleichzusetzen mit theoretischen neuen Arbeitsplätzen. Sie sind ein Instrument der flexiblen Kapazitätsplanung.

Um es also auf den Punkt zu bringen: Dein statement oben
widerspricht vollkommen meiner persönlichen Erfahrung!

Meine persönliche Erfahrung spiegelt es wieder…

Die Polarisierung haben wir heute schon.
Ausserdem muss gar nicht jeder einen Top-Job haben. Es muss
auch nicht jeder Prolo einen dicken BMW fahren. Vielmehr soll
jeder die Chance haben, in einer sinnvollen Zeit ein
sinnvolles Gehalt zu verdienen.

Die Polarisierung verstärkst Du aber durch das Entfernen des
sozialstaatlichen Kits der das Wegbrechen der Mittelschicht
dämpft.

Moment: ich entferne nicht etwa den Sozialstaat, ich möchte ihn straffen.
Natürlich muss unsere Gesellschaft sich um Leute kümmern, die keinen Job mehr finden oder nicht mehr arbeiten können. SDie ist es den Beitragszahlern aber auch schuldig, dies zum günstigesten Preis zu tun und Betrug mit allen Mitteln zu verhindern.

Eine Welt des puren Sozialdarwinismus finde ich nicht
erstrebenswert! Es gibt nunmal Dinge die nicht
betriebswirtschaftlich geregelt werden dürfen! Z.B. den
Kulturbetrieb hierzulande.

Einverstanden.

Jedenfalls wird sein Zweig dann grüner sein als heute.

Wieso? Soll er den plötzlich mehr verdienen?

Natürlich.
Wir haben doch, je nach Tarifvertrag oder individuellen Vereinbarungen, jährliche bis 2-jährige Gehaltsrunden. Nun sollen sich die Leute ihre Steigerungen erst mal verdienen und nicht immer nach mehr Geld für weniger Arbeit rufen.

Und überhaupt: Wo zauberst Du die Märkte her auf denen das
Superproduktive Deutschland dann seine High-Tech Waren
verkaufen kann?

Wir schaffen zunächst mal selbst höheren Konsum durch mehr volkswirtschaftliche Leistung und daraus resultierend mehr verfügbarer Mittel beim einzelnen.
Ferner können manche Firmen hier gar nicht so schnell produzieren, wie die USA und Asien ihnen die Produkte aus der Hand reissen.
Märkte gibt es also genug, man muss sie nur finden.
Das ist vornehmlich ein Marketingproblem.

Grüße,

Mathias

Hi!

Also sollte in der privaten Krankenversicherung ein
25jähriger, gesunder Mann den gleichen Beitrag bezahlen,
60jähriger, übergewichter Mann?

Dieser Vergleich hinkt.

Das ist absolut das gleiche. In beiden Fällen geht es um
risikoadäquate Preisfindung.

Sie ist aber nicht abhängig vom Einkommen.
Ausserdem liegt hier ein eindeutiges Risiko auf der hand. Im Falle von Unternehmen wird bereits aufgrund der Unterschreitung gewisser Grenzumsätze ein Risiko gesehen, was ich so für unrealistisch halte.

Noch ein Versuch: Du schriebst, Du würdest gesetzlich
vorschreiben, daß jeder Kredit mit identischer Laufzeit mit
dem gleichen Zinssatz zu verzinsen sei. Meinst Du allen
Ernstes, daß irgendein Unternehmen mit guter Bonität in
Deutschland noch Kredit aufnehmen würde? Damit blieben die
Banken auf einem schlechten Portfolio sitzen und wir hätten
bald Zustände, wie in Japan.

Sorry, das verstehe ich nicht. Fremdkapitalaufnahme ist keine Frage von Wollen, sondern von Müssen.

Die Siuation haben wir heute innerhalb Deutschlands auch: Die
Sparkassen kalkulieren heute frei nach Schnauze, weil sie noch
den Rückhalt aus der Gewährsträgerhaftung haben, d.h. ihre
Risikoabsicherung nicht bezahlen müssen. Kommt ein Kunde
mittlerer Bonität zu uns, bieten wir einen Zinssatz von 7,5-8%
(in laufender Rechnung), natürlich nicht konkurrenzfähig zur
Sparkasse. D.h. er bleibt bei der Sparkasse. Ein Kunde mit
guter Bonität kommt zu uns und wir bieten ihm 5,75-6,25%.
Damit sind wir günstiger als die Sparkasse und er wechselt zu
uns. Effekt: Die Sparkasse hat mit nicht risikoadäquater
Preispolitik ihr Portfolio verschlechtert. Nicht zuletzt aus
diesem Grunde ist uner den Sparkassen die Fusionitis
ausgebrochen.

Dies kann man auch so interpretieren, dass Ihr den Sparkassen durch Dumping die guten Accounts „klaut“, während Ihr die schlechten durch indiskutable Konditionen abwehrt.
Dies passt gut in die von so mancher Großbank verflgte Politik, die uninteressanten Privatkunden in ausgelagerte No-Servoce-Bereiche auszugliedern, und sich nur noch auf das lukrative Geschäft mit reichen Privatiers zu konzentrieren…

Grüße,

Mathias

keine Fragen mehr

Noch ein Versuch: Du schriebst, Du würdest gesetzlich
vorschreiben, daß jeder Kredit mit identischer Laufzeit mit
dem gleichen Zinssatz zu verzinsen sei. Meinst Du allen
Ernstes, daß irgendein Unternehmen mit guter Bonität in
Deutschland noch Kredit aufnehmen würde? Damit blieben die
Banken auf einem schlechten Portfolio sitzen und wir hätten
bald Zustände, wie in Japan.

Sorry, das verstehe ich nicht. Fremdkapitalaufnahme ist keine
Frage von Wollen, sondern von Müssen.

Es ging mir darum, daß bei einer von Dir vorgeschlagenen Zinsfestschreibung in Deutschland alle bonitätsmäßig einigermaßen guten Unternehmen ihre Kredite im Ausland oder direkt über den Kapitalmarkt (Anleihen) aufnehmen würden.

Du scheinst an einem Erkenntnisgewinn in dieser Sache - wie so oft - nicht interessiert zu sein. Anstatt daß Du Deine nicht vorhandenen Kenntnisse über den Bankensektor von jemandem erweitern läßt, der sich damit auskennst, beharrst Du auf Deinen absurden Vorstellungen, deren Herkunft mir - insbesondere vor dem Hintergrund, daß Du angeblich BWL studierst hast - ein absolutes Rätsel ist.

Wenn Du ernsthaft glaubst, daß sich über staatlich reglementierte Zinssätze die Finanzierungsprobleme kleiner und mittelständischer Unternehmen lösen lassen, liegst Du einerseits voll daneben und bist andererseits an dem von Dir so verteufelten Sozialismus sehr viel näher dran, als jeder andere Teilnehmer dieses Forums.

Eine weitere Diskussion halte ich nicht für sinnvoll.

Gruß
Christian

Hi!

Noch ein Versuch: Du schriebst, Du würdest gesetzlich
vorschreiben, daß jeder Kredit mit identischer Laufzeit mit
dem gleichen Zinssatz zu verzinsen sei. Meinst Du allen
Ernstes, daß irgendein Unternehmen mit guter Bonität in
Deutschland noch Kredit aufnehmen würde? Damit blieben die
Banken auf einem schlechten Portfolio sitzen und wir hätten
bald Zustände, wie in Japan.

Sorry, das verstehe ich nicht. Fremdkapitalaufnahme ist keine
Frage von Wollen, sondern von Müssen.

Es ging mir darum, daß bei einer von Dir vorgeschlagenen
Zinsfestschreibung in Deutschland alle bonitätsmäßig
einigermaßen guten Unternehmen ihre Kredite im Ausland oder
direkt über den Kapitalmarkt
(Anleihen) aufnehmen würden.

Das wäre doch ein äußerst positiver Aspekt. Unsere Banken müssten sich dann dem Wettbewerb stellen, was für den Verbraucher nur von Vorteil sein kann.

Du scheinst an einem Erkenntnisgewinn in dieser Sache - wie so
oft - nicht interessiert zu sein. Anstatt daß Du Deine nicht
vorhandenen Kenntnisse über den Bankensektor von jemandem
erweitern läßt, der sich damit auskennst, beharrst Du auf
Deinen absurden Vorstellungen, deren Herkunft mir -
insbesondere vor dem Hintergrund, daß Du angeblich BWL
studierst hast - ein absolutes Rätsel ist.

Ich muss derartige persönliche Anfeindungen ablehnen. Solltest Du keine Argumente mehr haben, empfehle ich eine höfliche Beendigung der Diskussion.

Wenn Du ernsthaft glaubst, daß sich über staatlich
reglementierte Zinssätze die Finanzierungsprobleme kleiner und
mittelständischer Unternehmen lösen lassen, liegst Du
einerseits voll daneben und bist andererseits an dem von Dir
so verteufelten Sozialismus sehr viel näher dran, als jeder
andere Teilnehmer dieses Forums.

Das ist die großer Frage.

Eine weitere Diskussion halte ich nicht für sinnvoll.

Dito.

Grüße,

Mathias

Ähem … hallo …

wenn das Kernproblem die mangelhafte Ausstattung der Unternehmen mit Kapital ist, und wenn andererseits Fremdkapitalaufnahme von den Banken so gesteuert wird, daß mit zunehmender Unternehmensgröße die Konditionen besser werden, wieso bildet sich dann nicht ein Markt, um die angesprochenen Unternehmen mit dem notwendigen Kapital zu vernünftigen Bedingungen zu versorgen? Nach allen Regeln der Marktwirtschaft bildet sich dort ein Markt, wo ein Bedarf besteht … warum nicht hier?

fragt sich kw

schöne neue Bankenwelt
Hallo,

wenn das Kernproblem die mangelhafte Ausstattung der
Unternehmen mit Kapital ist, und wenn andererseits
Fremdkapitalaufnahme von den Banken so gesteuert wird, daß mit
zunehmender Unternehmensgröße die Konditionen besser werden,
wieso bildet sich dann nicht ein Markt, um die angesprochenen
Unternehmen mit dem notwendigen Kapital zu vernünftigen
Bedingungen zu versorgen? Nach allen Regeln der
Marktwirtschaft bildet sich dort ein Markt, wo ein Bedarf
besteht … warum nicht hier?

eine Kreditvergabe ist prinzipiell eine Geldanlage und für diese gilt: Je höher das Risiko, das ich eingehe, desto höher meine Renditeerwartung. Da nunmal das Risiko bei einer Kreditvergabe an kleinere Unternehmen statistisch gesehen höher ist als bei Gropßunternehmen (wobei es nicht nur die beiden Abstufungen gibt), verlangt ein Investor bei einem kleinerem Unternehmen einen höheren Zinssatz oder eine sonstwie geartete angemessene Vergütung (z.B. eine Zeitlang in Mode: equity kicker, d.h. bei Überleben von x Jahren gibt es für den Kreditgeber einen Anteil am Kapital von x% als Belohnung für seine Kreditvergabe).

Bereitstellen können die benötigte Finanzierung sowohl Banken (je nach Geschäftsausrichtung) als auch andere Investoren, nach denen Du ja eigentlich gefragt hast. Wenn der Unternehmer nicht bereit ist, die gefordeten Zinssätze zu bezahlen, muß man halt schauen, daß man ein anderes Modell findet, daß beide Seiten zufriedenstellt. Dritte können da durchaus flexibler agieren als Kreditinstitute, insofern gibt es schon einige Häuser, die sich auf die kleine Kundschaft spezialisiert haben. Nur sind die nicht billiger, als es die Banken wären, nur eben flexibler.

Im übrigen liegt das Problem ja nicht nur in der Eigenkapitalausstattung. Es ist einfach so, daß der Unternehmer früher von den Banken zwecks Geschäftsverbindung verfolgt wurde und deswegen auf seine Bilanzstruktur und andere finanzielle Größen (wie auch die Banken) keinen großen Wert legte. Was auch keine Rolle spielte, weil man die Geschäfte früher vielmehr auf Treu und Glauben bzw. per Handschlag auf dem Golfplatz abschloß.

Den Wandel der Zeit haben viele nicht mitbekommen und sich in den vergangenen Jahren den Wünschen der Banken weiterhin verschlossen. Frei nach dem Motto: „Sie wissen doch, daß ich zu meinem Unternehmen stehe, da ist doch egal, wo das Geld steckt.“ Irgendwann standen dann die ersten in kritischen Situationen nicht mehr zu ihrem Unternehmen und die Bankenwelt fing an, umzudenken.

Im übrigen hat auch die Tradition eines Unternehmens, auf die früher oft abgestellt wurde, als Entscheidungsgrundlage ausgedient. Was wir schon längst bemerkt haben, stand gestern in der Zeitung: Bei der aktuellen Pleitewelle sind in steigendem Maße langjährig erfolgreiche Unternehmen betroffen.

Es ist ja nicht so, daß die Banken die Unternehmen/Unternehmer quälen, treten und ruinieren wollten. Auch hinter den Banken stehen Anteilseigner, die Renditen sehen wollen und nicht zuletzt eine Bankenaufsicht, die inzwischen viel härter durchgreift, was Bankenschließungen, -verwarnungen oder Sonderprüfungen angeht. Wer erstmal eine Sonderprüfung des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen im Hause hatte, gewinnt zu bestimmten Dingen eine leicht veränderte Sichtweise.

Insofern ist eine Internationalisierung der Rechnungslegung und Bankenaufsicht durchaus begrüßenswert. So ist zumindest sichergestellt, daß alle Banken weltweit (wenn die Gültigkeit der noch zu vereinbarenden Regelungen mal irgendwann so weit reichen wird) den gleichen Regeln unterworfen sind und sowohl nationales als auch internationales Kreditdumping allmählich ein Ende finden.

Das war jetzt viel Gerede, die Anwort auf Deine Frage ist recht weit oben zu finden, der Rest ist Erläuterung oder Anhang :wink:

Gruß
Christian

P.S.
Der Hinweis oben, „zu günstige“ Zinssätze für bonitätsmäßig gute Kunden würden den Sparkassen die Kunden abwerben, ist insofern Unsinn als daß man die notwendige „Versicherungsprämie“ für jeden Kredit inzwischen (auch dem Kunden gegenüber) belegen kann. Da jeder Kunde akzeptiert, daß die Bank auch was verdienen muß, ist mit einer gewissen Offenheit durchaus viel Verständnis zu erreichen. Je früher eine Bank mit den „neuen“ (d.h. gem. Basel 2) Sätzen an den Markt geht, desto bessere Chancen hat sie, wenn die Regelungen irgendwann Realität werden. Bei diesen Banken sind nämlich die ganzen Kosten für Datenerhebung, Zertifizierung und Einarbeitung schon „weg“. Bei den anderen Häsuern stehen noch die großen Investitionen an.

Das geht noch ein paar Jahre so weiter, und…
…ich kann Dir immer noch keinen Stern geben.

wer Dich hier gruesst, ist unschwer zu erraten.

Hi!

Ich will natürlich eine Antwort auch ncht schuldig bleiben.
Christian hat eindrucksvoll dargestellt, weshalb die Banken allgemein besser auf die Bonität ihrer Kunden achten müssen. Das teile ich durchaus, denn natürlich hat sich in den letzten 20-30 Jahren einiges am deutschen Geschäftsgebahren geändert.
Die ist allerdings in meinen Augen lediglich eine Begründung für genauere Analysen, nicht aber für höhere Zinssätze für einzelene Kunden.

wenn das Kernproblem die mangelhafte Ausstattung der
Unternehmen mit Kapital ist, und wenn andererseits
Fremdkapitalaufnahme von den Banken so gesteuert wird, daß mit
zunehmender Unternehmensgröße die Konditionen besser werden,
wieso bildet sich dann nicht ein Markt, um die angesprochenen
Unternehmen mit dem notwendigen Kapital zu vernünftigen
Bedingungen zu versorgen? Nach allen Regeln der
Marktwirtschaft bildet sich dort ein Markt, wo ein Bedarf
besteht … warum nicht hier?

Das ist die große Frage, und wie ich oben beschrieben habe, ist sie m.E. noch nicht ausreichend beantwortet. Ich denke, hier handelt es sich um eine weitere Einschränkung des freien Kapitalmarktes und ein weitere versteckte Förderung der politisch bequemeren Großindustrie durch Banken und Politik in fröhlichem Verbund.
Dem Hauptarbeitgeber im Land, den KMUs, jedenfalls bringt das Rating-System kaum einen Vorteil.
Höchstens bei einem evtl. Verkauf von Firmenanteilen kann ein gutes Rating hilfreich sein, einen besseren Preis zu erzielen.

Grüße,

Mathias