Herlitz 3000 Arbeitnehmer, Dornier rd. 4.000 wo

steuert unser Land hin ?

Hallo,

die Hiobsbotschaften in den letzten Wochen reissen nicht ab. An allen Ecken geraten Unternehmen in Schwierigkeiten.

Der Kabelnetzbetreiber in NRW ish entlässt 570 Beschäftigte, rd ein Fünftel der Belegschaft.

Kirch rudert ums Überleben. Holzmann ist am Ende.

Hat uns die Regierung Schröder angesichte der abgeschwächten Wirtschaftskonjunktur zu Tode gespart ? Wurde durch in dieser Zeit verfehlte Steuerngesetze ( ÖKO-Steuer z.B.) die Kaufkraft der Bürger so stark geschwächt, dass der Einbruch beim Konsum fatale Folge für einzelnen Unternehmen hat.

Dornier wird man hier wohl aussparen mssen, denn Dornier dürfte Opfer des 11.09.2001 sein.

Gruss Günter

Hausgemacht?
Hallo Günter

Für einmal glaube ich, dass die Sozis nicht Schuld sind.

Seit einigen Jahren (auch zu Zeiten den Heiligen Helmuts) beobachte ich in D den Trend, dass immer alles billig oder umsonst sein muss. Schau Dir doch mal hier die Postings in den versch. Brettern an: Wo gibts billig…? Ich habe zuviel bezahlt, wie kriege ich Geld zurück? usw.

Tja und wo kommen die billigen Waren her? Na daher, wo die Fertigungskosten günstiger sind aus dem früheren Ostblock oder aus Billiglohnländern wie China, Vietnam, Philippinen usw.

Natürlich bleiben dann solche Firmen wie Herlitz auf der Strecke, wobei aber vielleicht auch deren Managment zu lange im sicheren Lehnstuhl der Marke geschlafen hat.

Gruss
CrNiMo

Großpleiten und Schröder
Hi,

Der Kabelnetzbetreiber in NRW ish entlässt 570 Beschäftigte,
rd ein Fünftel der Belegschaft.

Managementfehler, die haben gedacht, jeder wollte das Kabelnetz sonstwie nutzen und haben in einer Gewaltaktion alle Kabelanschlüsse umgerüstet, ohne Aufträge für z.B. Internet by Kabel zu haben. Außerdem haben sie kostenlos Leute rumgeschickt, die jedem, der es wollte, die Kanäle am TV neu eingstellt hat.

Kirch rudert ums Überleben.

Managementfehler und Dummheit der Banken. Kirch wollte ein derartig großes Rad drehen, daß ihm hinterher die Finanzierungskosten das Genick gebrochen haben. Und wenn man jemandem Geld leiht, um einen Pay-TV-Sender aufzubauen, den man selber gar nicht nutzen würde, hat man letztlich selber schuld.

Holzmann ist am Ende.

Managementfehler, Fehlinvestitionen und nachfolgend fehlerhafte Bewertung von Anlagevermögen (wir danken der KPMG, Wirtschaftsprüfer). Eigentlich war der Laden 1999 schon pleite, das Siechtum hat sich nur verlängert. Folge ist nicht nur, daß wieder einiges an Geld draufgegangen ist, sondern auch, daß der Rest der Bauindustrie einen preisoffensiven Konkurrenten hatte, und das bei den ohnehin bestehenden Überkapazitäten.

Und was Herlitz angeht: Bereits 1997 stand das Unternehmen vor dem Aus. Starke aber leider wenig erfolgreiche Expansion in den Osten Europas in Verbindung mit hohen Abschreibungen auf fehlgeschlagene Immobilienprojekte führten dazu, daß man das Vertrauen der Banken damals schon fast verloren hätte. Nur eine Konzentration auf die gewinnbringenden Bereiche und der Verkauf der McPaper-Kette retteten das Unternehmen damals.

Dornier wird man hier wohl aussparen mssen, denn Dornier
dürfte Opfer des 11.09.2001 sein.

Das glaube ich weniger. FD hat derzeitig einen Auftragsbestand von € 15 Mrd. verballert aber monatlich 50 Mio. € an Liquidität. Der 11.09. hat auch hier wieder mal nur aufschiebende bzw. nur marginale Wirkung gehabt und dient, wie im vergangenen halben Jahr so oft, als Pseudoargument. Tatsächlich beruhen die Probleme im wesentlichen auf unterschätzten Entwicklungskosten für die Flugzeugfamilie 728, einen Importstopp seitens China und einfach unwirtschaftliche Produktion. Dieses ist für FD auch nichts neues. In der Zeit von 1985 bis in die 90er ist es dem damaligen Eigentümer Daimler-Benz m.W. nie wirklich gelungen, den Laden profitabel zu machen.

Hat uns die Regierung Schröder angesichte der abgeschwächten
Wirtschaftskonjunktur zu Tode gespart ? Wurde durch in dieser
Zeit verfehlte Steuerngesetze ( ÖKO-Steuer z.B.) die Kaufkraft
der Bürger so stark geschwächt, dass der Einbruch beim Konsum
fatale Folge für einzelnen Unternehmen hat.

Auch wenn ich kein Fan von Schröder bin, kann man ihn für die angesprochenen großen Pleiten nicht verantwortlich machen. Wie das bei den vielen kleinen Pleiten aussieht, kann ich nicht sagen. Ein großer Teil davon war in der Gastronomie, die natürlich mehr oder weniger als erstes unter Konsumzurückhaltung ledet.

Gruß
Christian

Hallo Günther,

ein großer Teil aller Güter, die wir hierzulande kaufen, wird außerhalb des Landes produziert. Arbeit ist zu teuer geworden. Nicht erst seit Schröder, das ist eine schon Jahrzehnte andauernde Entwicklung. Inzwischen redet man nur über die Begrenzung der Steigerung, als aber noch von Senkung der Sozialabgaben geträumt wurde, fabulierten Politiker über Zehntelprozente, bemerkten aber nicht, daß sie sich in der falschen Zehnerpotenz bewegten. Das ineffektive System unserer sozialen Sicherung gibt aber offenkundig nur Kostensteigerungen her und dennoch wird es als heilige Kuh verteidigt.

Wir leisten uns ein Millionenheer an öffentlich Bediensteten und werden als Folge mit hoher Steuerlast beglückt. Wir leisten uns die Wehrpflicht und ein paar hunderttausend Mann unter Waffen. Das war schon immer so, wo kämen wir denn hin, wenn man solche Gewohnheiten plötzlich ändert.

Wir leisten uns Subventionen an den Bergbau und an die Landwirtschaft. Das war schon immer so, wo kämen wir denn hin, wenn wir das plötzlich …

Wir leisten uns ein mäßiges und chronisch unterfinanziertes Schul- und Ausbildungssystem. Wir leisten uns Jugendliche, die als Analphabeten die Schule verlassen, wir leisten uns Hochschulen mit musealer Ausstattung, wir leisten uns Mittfünfziger, die an Rente denken. Wir leisten uns eine leistungsfeindliche, dümmliche Spaßgesellschaft.

Wir haben Banken, die jahrelang in Luftnummern investierten. Wer in D Spitzentechnologie produzieren und vermarkten will, wird von seiner Bank zum Einholen eines Gutachtens von der Handelskammer genötigt. Da sitzt dann ein „Experte“, der tags zuvor noch die Neugründung eines Sonnenstudios beurteilte. Nicht nur den Banken, sondern ganz allgemein fehlt uns in D die finanzielle, personelle und organisatorische Infrastruktur, um zukunftsträchtige Technologie zu erkennen und zu fördern.

Vor ein paar Tagen las ich: Die deutsche Wirtschaft gab im vergangenen Jahr 35 Mrd. für F+E aus. Leider handelte es sich nur um eine kurze Notiz ohne Quellenangabe. Wenn aber auch nur die Größenordnung stimmt, dann ist es ganz egal, ob DM oder Euro gemeint waren, dann ist es praktisch gleichbedeutend mit der Aussage, daß F+E in Deutschland so gut wie nicht stattfindet.

Weil an einer der Hauptursachen, nämlich fehlende Bildungsanstrengungen auf allen Ebenen, nichts geschieht, wird sich absehbar am langsamen wirtschaftlichen Niedergang nichts ändern. Über Leidensdruck wird sich etwas ändern. Bei viewiel Millionen Arbeitslosen der Punkt erreicht ist, weiß ich nicht. Das Schlimme ist nur, daß mit jedem Arbeitslosen ein Steuerzahler zum Kostgänger wird. Damit wird auch die Manovriermasse zum Herbeiführen und Finanzieren von Veränderungen immer kleiner.

Für eine Trendwende wird es viele Jahre brauchen. Bis dahin kannst Du noch den kleinen Spinnerles, sich an ihrem Pöstchen festhaltenden Systembewahrern und Kaffeesatzlesern mit Pensionsanspruch Gehör schenken, die für den jeweils nächsten Herbst ganz klar den Silberstreif am Horizont ausmachen.

Meine Stimmung wechselt zwischen bissigem Sarkasmus und amüsierter Beobachtung. Banken bis hin zu Landesbanken beschäftigen sich allen Ernstes mit der milliardenschweren Finanzierung von Fußball-Übertragungsrechten und der Vermarktung des Zuguckens beim Formel-I-Zirkus. Das scheint dann nach Ansicht der Banker genau das Geschäft zu sein, in dem die Zukunft ihrer Geldinstitute und dieses Landes liegt. Für mich ist das nur ein Schlaglicht auf Niveau und Zukunftsfähigkeit dieser Leute. Einzelne an-die-Wand-fahr-Ereignisse smarter, aber ein bißchen doofer BWLer sind nach einfachen Taschenrechnerübungen vorhersehbar. Ein Beispiel sind die UMTS-Kosten. Die betreffenden Unternehmen fallen für die absehbare Zukunft als Steuerzahler aus. Gleichzeitig werden die Lizenzinhaber eine Amortisation ihrer Investition nicht erreichen, wenn sie daran nicht sogar zugrunde gehen. Die Lizenzen sind dann billig zu schießende Konkursmasse. Nun braucht man nicht viel Phantasie, um zu erahnen, wer die Zeche letztlich bezahlt.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

dieser Artikel ist nach langer Zeit mal wieder einer, der sehr lesenswert ist in diesem Forum.

ein großer Teil aller Güter, die wir hierzulande kaufen, wird
außerhalb des Landes produziert. Arbeit ist zu teuer geworden.
Nicht erst seit Schröder, das ist eine schon Jahrzehnte
andauernde Entwicklung. Inzwischen redet man nur über die
Begrenzung der Steigerung, als aber noch von Senkung der
Sozialabgaben geträumt wurde, fabulierten Politiker über
Zehntelprozente, bemerkten aber nicht, daß sie sich in der
falschen Zehnerpotenz bewegten. Das ineffektive System unserer
sozialen Sicherung gibt aber offenkundig nur
Kostensteigerungen her und dennoch wird es als heilige Kuh
verteidigt.

V.a. diesen Punkt kann ich nur allzu gut teilen.
Soziale Sicherung ist ein wichtiges Instrument der Solidargemeinschaft.
Allerdings darf sie nicht zum Selbstzweck werden und alle anderen Aktivitäten im Land lähmen.
In einer modernen Gesellschaft funktioniert nichts anderes als das Leistungsprinzip.

Wir leisten uns ein Millionenheer an öffentlich Bediensteten
und werden als Folge mit hoher Steuerlast beglückt. Wir
leisten uns die Wehrpflicht und ein paar hunderttausend Mann
unter Waffen. Das war schon immer so, wo kämen wir denn hin,
wenn man solche Gewohnheiten plötzlich ändert.

Die eine Krähe wird der anderen kein Auge aushacken, daher wird sich an diesem System ohne Revolution gar nichts ändern.

Wir leisten uns Subventionen an den Bergbau und an die
Landwirtschaft. Das war schon immer so, wo kämen wir denn hin,
wenn wir das plötzlich …

So kauft man Wählerstimmen.

Wir leisten uns ein mäßiges und chronisch unterfinanziertes
Schul- und Ausbildungssystem. Wir leisten uns Jugendliche, die
als Analphabeten die Schule verlassen, wir leisten uns
Hochschulen mit musealer Ausstattung, wir leisten uns
Mittfünfziger, die an Rente denken. Wir leisten uns eine
leistungsfeindliche, dümmliche Spaßgesellschaft.

s.o. „Leistungsprinzip“.
Dummheit ist verpönt, Faulheit jedoch ist salonfähig. Solange sich Arbeitslose noch öffentlich damit brüsten können, dass Arbeit sich nicht lohnt, ohne Prügel zu beziehen, wird sich auch hieran nichts ändern.

Wir haben Banken, die jahrelang in Luftnummern investierten.
Wer in D Spitzentechnologie produzieren und vermarkten will,
wird von seiner Bank zum Einholen eines Gutachtens von der
Handelskammer genötigt. Da sitzt dann ein „Experte“, der tags
zuvor noch die Neugründung eines Sonnenstudios beurteilte.
Nicht nur den Banken, sondern ganz allgemein fehlt uns in D
die finanzielle, personelle und organisatorische
Infrastruktur, um zukunftsträchtige Technologie zu erkennen
und zu fördern.

Das beste Beispiel hierfür ist das „Rating-System“, die neueste Sauerei, welche sich Banken mit ihren unfähigen Politnicks in den Aufsichtsräten haben einfallen lassen, um die deutsche Wirtschaft weiterhin in Richtung sozialistischen Großbetrieb á la Siemens zu lenken.

Vor ein paar Tagen las ich: Die deutsche Wirtschaft gab im
vergangenen Jahr 35 Mrd. für F+E aus. Leider handelte es sich
nur um eine kurze Notiz ohne Quellenangabe. Wenn aber auch nur
die Größenordnung stimmt, dann ist es ganz egal, ob DM oder
Euro gemeint waren, dann ist es praktisch gleichbedeutend mit
der Aussage, daß F+E in Deutschland so gut wie nicht
stattfindet.

Das ist korrekt. Die für F&E notwendige Kreativität bringen zumeist die KMUs auf, welche sich aber aufgrund der ungünstigen Steuer- und Kapitalsituation solche Aktivitäten kaum noch leisten können.

Weil an einer der Hauptursachen, nämlich fehlende
Bildungsanstrengungen auf allen Ebenen, nichts geschieht, wird
sich absehbar am langsamen wirtschaftlichen Niedergang nichts
ändern. Über Leidensdruck wird sich etwas ändern. Bei viewiel
Millionen Arbeitslosen der Punkt erreicht ist, weiß ich nicht.

Nicht bei einer.

Das Schlimme ist nur, daß mit jedem Arbeitslosen ein
Steuerzahler zum Kostgänger wird. Damit wird auch die
Manovriermasse zum Herbeiführen und Finanzieren von
Veränderungen immer kleiner.

Noch wird dies ja durch die Mehrbesteuerung der übriggebliebenen Arbeitnehmer ausgeglichen.

Für eine Trendwende wird es viele Jahre brauchen. Bis dahin
kannst Du noch den kleinen Spinnerles, sich an ihrem Pöstchen
festhaltenden Systembewahrern und Kaffeesatzlesern mit
Pensionsanspruch Gehör schenken, die für den jeweils nächsten
Herbst ganz klar den Silberstreif am Horizont ausmachen.

Meine Stimmung wechselt zwischen bissigem Sarkasmus und
amüsierter Beobachtung. Banken bis hin zu Landesbanken
beschäftigen sich allen Ernstes mit der milliardenschweren
Finanzierung von Fußball-Übertragungsrechten und der
Vermarktung des Zuguckens beim Formel-I-Zirkus. Das scheint
dann nach Ansicht der Banker genau das Geschäft zu sein, in
dem die Zukunft ihrer Geldinstitute und dieses Landes liegt.
Für mich ist das nur ein Schlaglicht auf Niveau und
Zukunftsfähigkeit dieser Leute. Einzelne
an-die-Wand-fahr-Ereignisse smarter, aber ein bißchen doofer
BWLer sind nach einfachen Taschenrechnerübungen vorhersehbar.
Ein Beispiel sind die UMTS-Kosten. Die betreffenden
Unternehmen fallen für die absehbare Zukunft als Steuerzahler
aus. Gleichzeitig werden die Lizenzinhaber eine Amortisation
ihrer Investition nicht erreichen, wenn sie daran nicht sogar
zugrunde gehen. Die Lizenzen sind dann billig zu schießende
Konkursmasse. Nun braucht man nicht viel Phantasie, um zu
erahnen, wer die Zeche letztlich bezahlt.

Tja, und hier kommt wieder der alte Leitsatz der sog. Manager aus den 80ern (weiter sind diese Leute meistens bis heute nicht) zum tragen: „I don´t create, I own“. Nur dass derartiger Wall-Street-Kapitalismus im noch immer durch den Mittelstand geprägten Deutschland nicht viel taugt, haben unsere Sozialisten, welche nur auf Aufsichtsratspöstchen in der Großindustrie schielen, noch nicht verstanden.

Das Modell der Zukunft kann nur „Business durch Höchstleistung“ heißen. Für jeden einzelnen. Ich würde mir persönlich zunächst einmal ein freundlicheres Umfeld für Existenzgründer wünschen, so daß die paar Leute in diesem Land, die noch wach sind, wenigstens eine Chance erhalten.
Es kann und will eben nicht jeder bei Siemens, Quam oder Microsoft arbeiten…

Grüße,

Mathias

kurze Frage
Hallo,

Das beste Beispiel hierfür ist das „Rating-System“, die
neueste Sauerei, welche sich Banken mit ihren unfähigen
Politnicks in den Aufsichtsräten haben einfallen lassen, um
die deutsche Wirtschaft weiterhin in Richtung sozialistischen
Großbetrieb á la Siemens zu lenken.

mal abgesehen davon, daß in Aufsichtsräten keine operativen Entscheidungen getroffen werden und ich auch nicht verstehe, was Du mit dem Abschnitt bzgl. Siemens meinst: Rating-Systeme dienen dazu, ein Risiko zu ermitteln und für jedes Risiko dann einen adäquaten Zinssatz zu verlangen. Oder bist Du der Ansicht, daß jedes Unternehmen den gleichen Zinssatz zahlen sollte (was ja dann dem von Dir so gerne angeführten Sozialismus nahekäme)?.

Gruß
Christian

Wirklich?
Hi,

Für einmal glaube ich, dass die Sozis nicht Schuld sind.

Auch meine Meinung.

Seit einigen Jahren (auch zu Zeiten den Heiligen Helmuts)
beobachte ich in D den Trend, dass immer alles billig oder
umsonst sein muss.

Der Wunsch möglichst viel für sein Sauerverdientes zu bekommen, dürfte so alt wie die Menschheit sein. Aber: wer hat denn dafür gesorgt, dass der Verbraucher nicht mehr Qualität von Schund unterscheiden kann, sondern nur noch über den Endpreis einkauft? Wer hat denn selbst bei eingeführten Produkten intern an der Kostenschraube gedreht - und es mit erhöhtem Werbeaufwand wieder schöngeredet? Wer hat dafür gesorgt, dass der einzige Wettbewerbsvorteil, den die deutsche Wirtschaft traditionell hatte (Qualität!), weggefallen ist?

Das waren die Firmenleitungen, bzw. kurzsichtige Wirtschaftsstrategen und „Zwangsoptimierer“.

Tja und wo kommen die billigen Waren her? Na daher, wo die
Fertigungskosten günstiger sind aus dem früheren Ostblock oder
aus Billiglohnländern wie China, Vietnam, Philippinen usw.

Die logische Folge. Warum sollte der Verbraucher anders handeln?

Natürlich bleiben dann solche Firmen wie Herlitz auf der
Strecke, wobei aber vielleicht auch deren Managment zu lange
im sicheren Lehnstuhl der Marke geschlafen hat.

Yep.

Gruß
Stefan

Hi,

In einer modernen Gesellschaft funktioniert nichts anderes als
das Leistungsprinzip.

Dummheit ist verpönt, Faulheit jedoch ist salonfähig. Solange
sich Arbeitslose noch öffentlich damit brüsten können, dass
Arbeit sich nicht lohnt, ohne Prügel zu beziehen, wird sich
auch hieran nichts ändern.

Das Modell der Zukunft kann nur „Business durch
Höchstleistung“ heißen. Für jeden einzelnen.

also sieht Deine Utopie vor: Schuften bis zum Umfallen, 25 Stunden am Tag, egal wofuer, egal wie sinnlos, und: konkurriere den anderen nieder, bevor er dich niedermachen kann. Und das moeglichst von der Wiege bis zur Bahre.

Nur wann sollen diese Arbeitsfanatiker dann die Zeit haben, ihre hart erarbeitetenden Produkte zu konsumieren? Denn alle anderen, die „Faulen“, sollen ja an der unteren Grenze der Existenz dahinsiechen, koennen also keinesfalls diese schoenen Produkte konsumieren.

Und wenn keiner so richtig konsumieren kann, wer soll dann diese schoenen, mit Hoechstleistung erarbeiteten Produkte kaufen? Dann geht das ganze moderne Business pleite.

Ciao Lutz

Hi,

geh’ doch mal zur Boersensektion von http://www.netzeitung.de, guck Dir den DAX an (zweimal auf das Chart klicken zur Detailansicht) und setze den Zeitrahmen auf maximal.

Keine schoenen Aussichten.

Ciao Lutz

Hallo Mathias,

Das beste Beispiel hierfür ist das „Rating-System“, die
neueste Sauerei, welche sich Banken mit ihren unfähigen
Politnicks in den Aufsichtsräten haben einfallen lassen, um
die deutsche Wirtschaft weiterhin in Richtung sozialistischen
Großbetrieb á la Siemens zu lenken.

Also lass mal die Banken da raus… diese MÜSSEN so was machen, weil man es Ihnen vorschreibt.

Das haben sich andere Stellen ausgedacht um die Ausfallrisiken zu begrenzen. Macht eigentlich auch Sinn, da es sich ja um das Geld der Einleger handelt!

Trotzdem kenne ich keine Bank die über das Rating glücklich ist, weil die Unternehmerische Fähigkeiten nicht mehr so ins Gewicht fallen.

Gruß Ivo

sehe ich anders
Hallo,

Keine schoenen Aussichten.

wieso frage ich da, und das aus zwei Gründen. 1. Seit dem Tiefststand aus 99 ist der DAX um knapp 40% gestiegen. 2. Der Dax reagiert auf die Wirtschaft und nicht andersherum. Insofern stimmt die Aufwärtsbewegung seit Januar 2002 dorch positiv.

Und im übrigen ist der langfristige Aufwärtstrend noch intakt.

Gruß
Christian

Hi Mathias,

Die eine Krähe wird der anderen kein Auge aushacken, daher
wird sich an diesem System ohne Revolution gar nichts ändern.

Welche Revolution soll das sein? Zurück in den Manchester-Kapitalismus gibt es keine Revolution.
Aber ich denke, daß Du mit dem Antagonismus der Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse vertraut bist, so daß ich es mal als Schreibfehler hinnehme.

:wink: RaRo

Hallo Christian,

Das beste Beispiel hierfür ist das „Rating-System“, die
neueste Sauerei, welche sich Banken mit ihren unfähigen
Politnicks in den Aufsichtsräten haben einfallen lassen, um
die deutsche Wirtschaft weiterhin in Richtung sozialistischen
Großbetrieb á la Siemens zu lenken.

mal abgesehen davon, daß in Aufsichtsräten keine operativen
Entscheidungen getroffen werden

das ist mir bekannt.

und ich auch nicht verstehe,
was Du mit dem Abschnitt bzgl. Siemens meinst:

Große Unternehmen, optimalerweise mit staatlicher Beteiligung und vielen Pöstchen für abgehalfterte Politiker. Das ist das Ziel von Schröder und seinen Genossen.

Rating-Systeme
dienen dazu, ein Risiko zu ermitteln und für jedes Risiko dann
einen adäquaten Zinssatz zu verlangen. Oder bist Du der
Ansicht, daß jedes Unternehmen den gleichen Zinssatz zahlen
sollte (was ja dann dem von Dir so gerne angeführten
Sozialismus nahekäme)?.

Erstens bin ich durchaus der Ansicht, dass die Zinssätze nicht nach Kreditnehmer sondern nach Laufzeit bemessen werden sollten, zweitens hat dies nichts mit Sozialismus, sondern mit Markttransparenz und Abschaffung von Zugangsbeschränkungen zu tun.

Die Sicherung des Ausfallrisikos ist natürlich ein Argument, allerdings sollte diese Sicherung eigentlich durch fähige Banker, die in der Lage dazu sind, eine gesunde Beurteilung über einen Kunden abzugeben, gewährleistet sein.

Grüße,

Mathias

Hi!

In einer modernen Gesellschaft funktioniert nichts anderes als
das Leistungsprinzip.

Dummheit ist verpönt, Faulheit jedoch ist salonfähig. Solange
sich Arbeitslose noch öffentlich damit brüsten können, dass
Arbeit sich nicht lohnt, ohne Prügel zu beziehen, wird sich
auch hieran nichts ändern.

Das Modell der Zukunft kann nur „Business durch
Höchstleistung“ heißen. Für jeden einzelnen.

also sieht Deine Utopie vor: Schuften bis zum Umfallen, 25
Stunden am Tag, egal wofuer, egal wie sinnlos, und:
konkurriere den anderen nieder, bevor er dich niedermachen
kann. Und das moeglichst von der Wiege bis zur Bahre.

Nein, mir schwebt eher ein Mittelweg vor. Grob umrissen: 40-45 Wochenstunden Arbeit, 20 Tage Urlaub p.a., Steuersenkung auf maximal 30% Gesamtabgaben.
Dies finanziert durch einerseits die höhere Produktivität durch Mehrarbeit, andererseits durch einen knallharten Sparkurs in den Bereichen Soziales, Rente, öffentl. Dienst, Staatsdiener.

Nur wann sollen diese Arbeitsfanatiker dann die Zeit haben,
ihre hart erarbeitetenden Produkte zu konsumieren?

Abends und am Wochenende.
Und v.a. können die Leute dann deutlich mehr konsumieren, da sie mehr verdienen…

Denn alle
anderen, die „Faulen“, sollen ja an der unteren Grenze der
Existenz dahinsiechen, koennen also keinesfalls diese schoenen
Produkte konsumieren.

Korrekt. Durch eine hohe Arbeitsmotivation aufgrund des o.g. Sparkurses wird diese Gruppe jedoch stark schrumpfen.

Und wenn keiner so richtig konsumieren kann, wer soll dann
diese schoenen, mit Hoechstleistung erarbeiteten Produkte
kaufen? Dann geht das ganze moderne Business pleite.

s.o.

Grüße,

Mathias

Hi!

ein großer Teil aller Güter, die wir hierzulande kaufen, wird
außerhalb des Landes produziert. Arbeit ist zu teuer geworden.
Nicht erst seit Schröder, das ist eine schon Jahrzehnte
andauernde Entwicklung.

Aber das war doch zu erwarten.
Als der EU-Binnenmarkt aufgemacht wurde, haben alle „Hier!“ und „Hurra!“ geschrien. Dabei war es doch von Anfang an logisch, daß z.B. deutsche Bauarbeiter ihren Job verlieren werden, weil innerhalb der EU Bauarbeiter aus anderen Ländern billiger sind - und das liegt nicht allein an den Kosten für die Sozialversicherungen.

Der Mindestlohn für Bauarbeiter liegt bei 17 DM (jetzt 8,50 Euro?) die Stunde. Ein Portugiese machts für unter zehn. Was tun die Bauunternehmer? Sie bewerben sich als deutsche Unternehmen für deutsche Bauaufträge, geben ein günstiges Angebot ab, das innerdeutsche Konkurrenz ausbremst, gründen eine Tochterunternehmung in Portugal oder Irland oder England, und leiten den Auftrag an ihr Tochterunternehmen weiter.

Solange die Gehälter (und der Lebensstandard) innerhalb des Wirtschaftsraumes EU so unterschiedlich sind, werden die Länder mit hohem Lebensstandard immer verlieren. Durch die Einführung einer gemeinsamen Währung wird es der Wirtschaft noch leichter gemacht. Warum soll ich in Deutschland etwas produzieren lassen, wenn ich es in gleicher Qualität woanders billiger bekomme?

Dieses Phänomen ist ja nicht nur auf Deutschland beschränkt - ähnliches gibt es ja auch in Frankreich, das sich gegen den Import von billigeren Agrarprodukten wehrt. Die Diskussion um die Re-Importe von Autos und Medikamenten beruhen doch auf den gleichen Wurzeln.

Wir wollten den gemeinsamen Markt bei extrem unterschiedlichen Produktionsbedingungen - und wir haben ihn bekommen. Also sollten wir jetzt nicht jammern. Die Folgen waren doch absehbar.

Grüße
Heinrich

Inzwischen redet man nur über die

Begrenzung der Steigerung, als aber noch von Senkung der
Sozialabgaben geträumt wurde, fabulierten Politiker über
Zehntelprozente, bemerkten aber nicht, daß sie sich in der
falschen Zehnerpotenz bewegten. Das ineffektive System unserer
sozialen Sicherung gibt aber offenkundig nur
Kostensteigerungen her und dennoch wird es als heilige Kuh
verteidigt.

Wir leisten uns ein Millionenheer an öffentlich Bediensteten
und werden als Folge mit hoher Steuerlast beglückt. Wir
leisten uns die Wehrpflicht und ein paar hunderttausend Mann
unter Waffen. Das war schon immer so, wo kämen wir denn hin,
wenn man solche Gewohnheiten plötzlich ändert.

Wir leisten uns Subventionen an den Bergbau und an die
Landwirtschaft. Das war schon immer so, wo kämen wir denn hin,
wenn wir das plötzlich …

Wir leisten uns ein mäßiges und chronisch unterfinanziertes
Schul- und Ausbildungssystem. Wir leisten uns Jugendliche, die
als Analphabeten die Schule verlassen, wir leisten uns
Hochschulen mit musealer Ausstattung, wir leisten uns
Mittfünfziger, die an Rente denken. Wir leisten uns eine
leistungsfeindliche, dümmliche Spaßgesellschaft.

Wir haben Banken, die jahrelang in Luftnummern investierten.
Wer in D Spitzentechnologie produzieren und vermarkten will,
wird von seiner Bank zum Einholen eines Gutachtens von der
Handelskammer genötigt. Da sitzt dann ein „Experte“, der tags
zuvor noch die Neugründung eines Sonnenstudios beurteilte.
Nicht nur den Banken, sondern ganz allgemein fehlt uns in D
die finanzielle, personelle und organisatorische
Infrastruktur, um zukunftsträchtige Technologie zu erkennen
und zu fördern.

Vor ein paar Tagen las ich: Die deutsche Wirtschaft gab im
vergangenen Jahr 35 Mrd. für F+E aus. Leider handelte es sich
nur um eine kurze Notiz ohne Quellenangabe. Wenn aber auch nur
die Größenordnung stimmt, dann ist es ganz egal, ob DM oder
Euro gemeint waren, dann ist es praktisch gleichbedeutend mit
der Aussage, daß F+E in Deutschland so gut wie nicht
stattfindet.

Weil an einer der Hauptursachen, nämlich fehlende
Bildungsanstrengungen auf allen Ebenen, nichts geschieht, wird
sich absehbar am langsamen wirtschaftlichen Niedergang nichts
ändern. Über Leidensdruck wird sich etwas ändern. Bei viewiel
Millionen Arbeitslosen der Punkt erreicht ist, weiß ich nicht.
Das Schlimme ist nur, daß mit jedem Arbeitslosen ein
Steuerzahler zum Kostgänger wird. Damit wird auch die
Manovriermasse zum Herbeiführen und Finanzieren von
Veränderungen immer kleiner.

Für eine Trendwende wird es viele Jahre brauchen. Bis dahin
kannst Du noch den kleinen Spinnerles, sich an ihrem Pöstchen
festhaltenden Systembewahrern und Kaffeesatzlesern mit
Pensionsanspruch Gehör schenken, die für den jeweils nächsten
Herbst ganz klar den Silberstreif am Horizont ausmachen.

Meine Stimmung wechselt zwischen bissigem Sarkasmus und
amüsierter Beobachtung. Banken bis hin zu Landesbanken
beschäftigen sich allen Ernstes mit der milliardenschweren
Finanzierung von Fußball-Übertragungsrechten und der
Vermarktung des Zuguckens beim Formel-I-Zirkus. Das scheint
dann nach Ansicht der Banker genau das Geschäft zu sein, in
dem die Zukunft ihrer Geldinstitute und dieses Landes liegt.
Für mich ist das nur ein Schlaglicht auf Niveau und
Zukunftsfähigkeit dieser Leute. Einzelne
an-die-Wand-fahr-Ereignisse smarter, aber ein bißchen doofer
BWLer sind nach einfachen Taschenrechnerübungen vorhersehbar.
Ein Beispiel sind die UMTS-Kosten. Die betreffenden
Unternehmen fallen für die absehbare Zukunft als Steuerzahler
aus. Gleichzeitig werden die Lizenzinhaber eine Amortisation
ihrer Investition nicht erreichen, wenn sie daran nicht sogar
zugrunde gehen. Die Lizenzen sind dann billig zu schießende
Konkursmasse. Nun braucht man nicht viel Phantasie, um zu
erahnen, wer die Zeche letztlich bezahlt.

Gruß
Wolfgang

Schöne neue Welt
Hi!

Nein, mir schwebt eher ein Mittelweg vor. Grob umrissen: 40-45
Wochenstunden Arbeit, 20 Tage Urlaub p.a., Steuersenkung auf
maximal 30% Gesamtabgaben.
Dies finanziert durch einerseits die höhere Produktivität
durch Mehrarbeit, andererseits durch einen knallharten
Sparkurs in den Bereichen Soziales, Rente, öffentl. Dienst,
Staatsdiener.

Reine Utopie!
Als würde alleine die Verlängerung der Arbeitszeit und die
Verkürzung der Urlaubsansprüche zu einer Steigerung der
Produktivität führen. Für die Motivation der Arbeitnehmer wären
diese Maßnahmen kontraproduktiv. Ganz nebenbei: Wer arbeitet
denn schon wirklich seine 37,5 Stunden pro Woche? Ich kenne
niemanden, alle schuften länger.
Deine Visionen werden zu einem Auseinanderbrechen der
Gesellschaft führen. Es wird die Leute geben die so gut
verdienen, daß sie es sich leisten können ihre Kinder auf teure
Privatschulen zu schicken, sich selber gut zu versichern etc.
pp.
Und es wird das Heer der Looser geben. Und dieses wird nicht
kleiner sondern wesentlich größer werden als heute, da es nicht
40 Millionen topjobs in diesem Lande geben wird. Der Malocher
am Band wird dann trotz 45 Stunden Woche auf keinen grünen
Zweig kommen.
Ich war kürzlich erst in Brasilien. Dort kann man wunderbar
eine Zweiklassengesellschaft beobachten. Die unzähligen Armen
haben dort die Schnauze voll und nehmen sich einfach was sie
wollen. Umgelegt für ein paar Nike-Schlappen und 20 Dollar,
nein Danke.

Gruß
Tom

mehr neue Fragen
Guten Morgen,

Erstens bin ich durchaus der Ansicht, dass die Zinssätze nicht
nach Kreditnehmer sondern nach Laufzeit bemessen werden
sollten, zweitens hat dies nichts mit Sozialismus, sondern mit
Markttransparenz und Abschaffung von Zugangsbeschränkungen zu
tun.
Die Sicherung des Ausfallrisikos ist natürlich ein Argument,
allerdings sollte diese Sicherung eigentlich durch fähige
Banker, die in der Lage dazu sind, eine gesunde Beurteilung
über einen Kunden abzugeben, gewährleistet sein.

und was ist, wenn sich die Bonität des Kunden über die Jahre hinweg verschlechter? Die insmarge Zist auch als eine Art Versicherungsprämie zu verstehen. Sollen Kunden mit guter Bonität die Versicherungsprämie für die Kunden schlechter Bonität mittragen? Das kann doch auch nicht in Deinem Interesse sein.

Tatsache ist, daß es mit den verschiedenen Ratingstufen zum ersten mal möglich ist, bestimmten Risikoklassen bestimmte Ausfallrisiken zuzuweisen. Dieses Risiko muß der Kunde bezahlen. Wenn der Unternehmer Wert darauf legt, dem Unternehmen durch Ausschüttungen Liquidität und Eigenkapital zu entziehen, dann muß er dafür in der Folge eben höhrere Zinssätze bezahlen. Er kann es sich aussuchen.

Es wurde auch schon erwähnt, daß sich Banken über Ratingssysteme gar nicht mal so sehr freuen, wie das immer gern erzählt wird. Das System ist auch recht starr, um eben Manipulationen zu vermeiden. Wenn ich weiß, daß dort gerade ein Manager mit höchsten Qualitäten eingestiegen ist, kann mich das nur freuen, bringt mir aber im Rating nichts. Und wenn es bei x,51 liegt, damit auf x+1 aufgerundet wird und ich u.U. den Kredit nicht machen kann, ist es halt dumm gelaufen.

allerdings sollte diese Sicherung eigentlich durch fähige
Banker, die in der Lage dazu sind, eine gesunde Beurteilung
über einen Kunden abzugeben, gewährleistet sein.

Und noch einmal zu diesem Absatz: Umgekehrt bedeutet dies, daß wir Risiken unterhalb eines bestimmten Risikoniveaus, ab dem wir normlerweise nur die Zinssätze erhöhen würden, komplett ablehnen bzw. aus dem Portfolio entfernen müßten.

dass die Zinssätze nicht
nach Kreditnehmer sondern nach Laufzeit bemessen werden
sollten,

Soll das heißen, daß einem Unternehmen E.ON AG mit einem Umsatz um die 70 Mrd. Euro kein besserer Zinssatz zusteht, als z.B. dem Fräsmaschinenbauer mit einem Umsatz von 25 Mio Euro oder gar dem Bäcker H. Jumms, mit drei Filialen?

Das kann doch tatsächlich nicht Dein Ernst sein.

Gruß
Christian

Hi,

Aber das war doch zu erwarten.
Als der EU-Binnenmarkt aufgemacht wurde, haben alle „Hier!“
und „Hurra!“ geschrien.

Jep. Falls das nicht allgemein bekannt ist, ist die deutsche Wirtschaft extrem exportabhängig. Ein kurzer Blick in die Aussenhandelsbilanz zeigt uns, dass der grösste Teil der Im- und Exporte innerhalb der EU stattfinden…

Ganz nebenbei weist die Aussenhandelsbilanz seit 1952 konstant einen Ausfuhrüberschuss aus, was wohl irgendwie darauf hinweist, dass man in Deutschland produzierte Güter eben nicht so einfach irgendwo durch etwas Gleichwertiges und Billigeres ersetzen kann…

Der Mindestlohn für Bauarbeiter liegt bei 17 DM (jetzt 8,50
Euro?) die Stunde. Ein Portugiese machts für unter zehn. Was
tun die Bauunternehmer? Sie bewerben sich als deutsche
Unternehmen für deutsche Bauaufträge, geben ein günstiges
Angebot ab, das innerdeutsche Konkurrenz ausbremst, gründen
eine Tochterunternehmung in Portugal oder Irland oder England,
und leiten den Auftrag an ihr Tochterunternehmen weiter.

Darf ich vorsichtig auf das Arbeitnehmer-Entsendegesetz, dass eigens zur Verhinderung eben solcher Zustände geschaffen und vom Europäischen Gerichtshof bestätigt wurde, verweisen? Laut Urteil des EuGH müssen für alle Bau-Arbeitnehmer, die in Deutschland beschäftigt werden, die gesetzlichen Mindestlöhne gezahlt werden. Und zwar sowohl von deutschen als auch von EU-ausländischen Unternhmen. Sowohl an deutsche als auch an EU-ausländische Arbeitnehmer. Lohndumping ist somit nicht drin.(EuGH AZ: C-164/99).

Solange die Gehälter (und der Lebensstandard) innerhalb des
Wirtschaftsraumes EU so unterschiedlich sind, werden die
Länder mit hohem Lebensstandard immer verlieren.

Hm?

Durch die
Einführung einer gemeinsamen Währung wird es der Wirtschaft
noch leichter gemacht. Warum soll ich in Deutschland etwas
produzieren lassen, wenn ich es in gleicher Qualität woanders
billiger bekomme?

Wie ist es dann zu erklären, dass wir z.B. an Frankreich Waren im Wert von 67 Mrd. € verkaufen können? Weil man die woanders in gleicher Qualität billiger bekommt? Warum kaufen uns die USA Güter im Wert von über 61 Mrd. € ab?

Dieses Phänomen ist ja nicht nur auf Deutschland beschränkt -
ähnliches gibt es ja auch in Frankreich, das sich gegen den
Import von billigeren Agrarprodukten wehrt. Die Diskussion um
die Re-Importe von Autos und Medikamenten beruhen doch auf den
gleichen Wurzeln.

Die Diskussion um Re-Importe von Autos wird sich mit dem Wegfall der Gruppenfreistellungsverordnung eh von selbst erledigen. Übrigens sind die Re-Importe nur deshalb interessant, weil es - noch - keine Steuerharmonie innerhalb der EU gibt und für Fahrzeuge, entgegen des ansonsten für Waren und Dienstleistungen innerhalb der EU üblichen Ursprungslandprinzips, das Bestimmungslandprinzip gilt.

Gruss
Feanor

Hallo,

Keine schoenen Aussichten.

wieso frage ich da, und das aus zwei Gründen. 1. Seit dem
Tiefststand aus 99 ist der DAX um knapp 40% gestiegen. 2. Der
Dax reagiert auf die Wirtschaft und nicht andersherum.
Insofern stimmt die Aufwärtsbewegung seit Januar 2002 dorch
positiv.

Und im übrigen ist der langfristige Aufwärtstrend noch intakt.

Hi,

da Du aus beruflichen Gruenden Optimist sein musst, sei Dir dieser Standpunkt unbenommen.

Ich sehe in dem Diagramm der Jahre 76-02 eine nette Spekulationsblase, die etwa 96 vollstaendig abhob, im Maerz 2000 (fast zeitgleich mit der Nasdaq) geplatzt ist und seitdem in einen gut sichtbaren Abwaertskanal gebildet hat. Aus diesem ist der DAX nur in der Panik nach dem 11.9. ausgebrochen und hat jetzt gerade die obere Grenze des Kanals erreicht.

  1. Der Tiefstand Ende 98 war nicht wirtschaftlich ausgeloest, sondern Folge der Russlandkrise und des LTDM-Debakels. Dass dieser Ausrutscher nach unten sich nicht sofort korrigiert hat wie 87 deutet an, in welchen luftigen Hoehen sich die Boerse bewegt.

1a. Deine Argumentation kann man, wie oben getan, umdrehen indem man den Maerz 2000 als Referenzpunkt nimmt.

  1. Diese Aussage ist in der Tendenz richtig, und ganz, wenn man Spekulation als Wirtschaftstaetigkeit auffasst. Zusaetzlich, wie Du an anderer Stelle anmerktest, sind Boersenkurse nur ein sehr armseliges Instrument zur Beurteilung der „realen“ Wirtschaft.
    Andererseits, wenn es ein *beschoenigendes* Mass fuer den finanziellen Erfolg von Wirtschaftstaetigkeit gibt, dann sind es Indizes wie der DAX, da dort nur die besten, stabilsten Unternehmen versammelt sind. Das waere vergleichbar zur hedonistischen Bestimmung der Inflationsrate (USA und Fr).

Und im uebrigen konterkariert der Anlass des Threads den kurzfristigen Aufwaertstrend.

Ciao Lutz

Hallo,

da Du aus beruflichen Gruenden Optimist sein musst, sei Dir
dieser Standpunkt unbenommen.

ich habe beruflich mit Aktien nichts zu tun und bin auch aktienmäßig kein Optimist.

  1. Der Tiefstand Ende 98 war nicht wirtschaftlich ausgeloest,
    sondern Folge der Russlandkrise und des LTDM-Debakels.

Nur, daß ich es recht verstehe: Reaktionen der Börse auf eine ausländische Wirtschaftskrise sind nicht wirtschaftlich ausgelöst?

Hmm, ich glaube, wir sollte es dabei belassen.

Gruß
Christian