Corpus Hermeticum
Hallo, ihr,
Hallo, ihr auch,
zunächst: es ist richtig, daß der Ausdruck „hermetisch“
abgeleitet wurde von dem „magischen Siegel“ des Hermes
Trismegistos. mit dem er Gefäße luftdicht verschließen konnte.
@Thomas: er hat die Gefäße aber dann nicht luftleer gepumpt, um
damit, wie der magdeburger Guerricke, zu beweisen, daß Luft ein
Gas ist, das Druck ausübt
)
Hermes Trismegistos ist nun nicht die „gräzisierte Form“ des ägyptischen Gottes Thot, sondern er ist der in den ersten Jahrhunderten u.Zt. in Ägypten mit Thot identifizierte griechische Hermes.
So wurde jedenfalls in der Antike vermutet. In Wirklichkeit sind die im sog. „Corpus Hermeticum“ zusammengefaßten Schriften, die zwischen dem 1. und 4. Jhdt. in Ägypten nach und nach entstanden, eine Sammlung künstlicher Mythen von völlig unbekannten Autoren.
Die Hauptteile dieser Sammlung bestehen aus dem sog. „Poimandros“ und dem sog. „lateinischen Asclepius“.
Poimandros ist darin ein (sonst nicht erwähnter) schöpferischer Geist, der dem Hermes Trismegistos eine Offenbarung vermittelt über so ziemlich alles, was damals in ägytischen, griechischen, persischen Geheimkulten sowie in christlichen und gnostischen Mythologien von Bedeutung war - vor allem kosmogonische und Geist-Spekulationen.
Hermes T. ist zunächst der Empfänger dieser Offenbarung. Er gibt diese dann in verschiedenen Formen (Dialoge, Briefe) an seinen Sohn Tat , griech. Τατ, und an seinen Schüler Asklepios weiter. Ferner gibt Asklepios die Weisheiten dann weiter an den König Ammon , der mit dem ägyptischen Götterkönig Amun zusammenfällt.
Der andere Hauptteil, der „lateinische Asclepius“, ist eine lat. Übersetzung eines ursprünglichen griech. Textes, der den Titel λογος τελειος, also „vollendete (oder vollkommene) Lehre“. In diesem Text versammeln sich Hermes, Asclepius, Tat und Ammon zu einer Unterredung, die ebensolche Inalte hat wie oben beschrieben.
Gut kommentiert ist die Ausgabe (Übersetzung) von Colpe und
Holzhausen, die ich benutze und die Thomas schon erwähnte.
Grüße
Metapher