Heroin

Hallihallo zum Zweiten

Ich beschäftige mich derzeit mit dem Thema Heroin.

Ist die Aussage „Heroin an sich (sauber, ohne Verschnittstoffe) ist eine medizinisch gesehen einwandfreie Substanz. Abgesehen von der hohen Suchtgefahr und den Verstopfungen gehen die Nebenwirkungen gegen null.“ so richtig ?

Außerdem soll es nach den beiden Weltkriegen einige morphiumabhängige Soldaten gegeben haben, welche nach dem einer zu jenen Zeit noch ziemlich unkontrollierten Schmerztherapie abhängig waren. Sie hätten noch Jahre nach dem Krieg Heroin in der Apotheke bekommen und hatten keine weiteren Probleme damit.

Außerdem habe ich in einer Broschüre zum Thema Krebs gelesen, bei einer kontrollierten Schmerztherapie wäre auch bei Heroin die

Abhängigkeitsgefahr nur sehr gering. Wie ist das zu erklären ?

Gruß
Max

ich habe mal gelernt das wenn man morphin (heroin ist ein derivat des morphins) soweit dosiert das es zur schmerzlinderung ausreicht wird man nicht abhängig, jedoch kann man das auf dauer kaum genau kontrollieren, da schmerz rein subjektiv ist, was für dich ein starker schmerz ist ist für jemand anderen vielleicht nur mittelmässig usw., es gibt keinen schmerzgrad. von daher wird es über kurz oder lang zu überdosierungen kommen und man wird abhängig. so viel ich weiss haben die morphine (ich kann da jetzt total falsch liegen) während einer schmerzbehandlung keine euphorische wirkung.

ich weiss das im thalamus (dem tor zum bewusstsein) unter anderem die afferenten reize (also die sensiblen, und somit auch schmerz) auf endorphinbasis gehemmt werden, da die reize für die großhirnrinde zu stark sind und dadurch schmerz verursachen würden. ich könnte mir vorstellen, dass bei akuten schmerzen und angemessener morphindosis nun die morphinmenge gerade ausreicht umd diese starken reize zu hemmen so das nichts mehr überbleibt um euphorisch zu wirken. kommt es jedoch durch zu hohen dosen zu solchen wirkungen wird man PSYHCISCH (es besteht ein unterschied zu physischer) abhängig, da man diese tollen empfindungen nicht mehr missen will.

setzt zum beispiel ein heroinabhängiger die droge ab, hat er unter anderem starke schmerzen, da eben im thalamus die körpereigene endorphine nicht mehr produziert werden weil der körper gewohnt ist das von aussen ständig welche kommen und muss sich nach dem absetzen der droge erst wieder daran gewöhnen selber welche zu produzieren.

nebenwirkungen
eine hast du schon genannt
heroin kann aus mastzellen histamin freisetzen und somit gefäßverengend, blutdruck sinkt, darüberhinaus auch eine urticaria auslösen
es kann eine stauung der galle und des pankreassekrets verursachen durch kontraktion der sphinctermuskeln.
somit auch der der harnblase, was zu harnblasenruptur führen kann und vieles mehr

bei akuter vergiftung
blutdruckabfall
hypoventilation bzw. atemdepression bis atemstillstand
miosis
bewusstlosigkeit

also bei überdosierung (goldener schuss usw) ist die todesursache in der regel der atemstillstand.

so, ich hoffe ich habe nicht allzuviel müll erzählt, meine pharmakologie ist schon etwas mehr als eingestaubt und so richtig habe ich mit diesem thema auch nie beschäftigt, villeicht weiss ja jemand genauer bescheid.

p.s. rechtschreibfehler die gefunden werden dürfen behalten werde, keine lust korrektur zu lesen :smile:

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Hallo Max,

Ich beschäftige mich derzeit mit dem Thema Heroin.

such mal nach ‚Heroin‘+‚Bayer‘ auf der Seite ‚spiegel.de‘,
da gab es vor 1-1,5 Jahren mal einen Artikel, dass Bayer das Zeugs um 1900 als Schnupfenmittel verkauft hat. Dies ging wohl solange gut, bis jemand ca. 1920 in den USA auf die Idee kam, das Zeug zu spritzen.
Es soll wohl nur intravenös gefährlich sein, nicht aber bei Aufnahme über die Schleimhäute.

Außerdem soll es nach den beiden Weltkriegen einige
morphiumabhängige Soldaten gegeben haben, welche nach dem
einer zu jenen Zeit noch ziemlich unkontrollierten
Schmerztherapie abhängig waren. Sie hätten noch Jahre nach dem
Krieg Heroin in der Apotheke bekommen und hatten keine
weiteren Probleme damit.

Thema: kontrollierte Abgabe von Drogen, Methadon,…
hat etwas für sich, sollte aber ein Brett tiefer ausdiskutiert werden

Außerdem habe ich in einer Broschüre zum Thema Krebs gelesen,
bei einer kontrollierten Schmerztherapie wäre auch bei Heroin
die Abhängigkeitsgefahr nur sehr gering.

Unabhängig von der Abhängigkeit: bei chronischen schwerren Krankheiten (Krebs, Aids, Multiple Sklerose,…) überwiegt i.d.R. der Nutzen der Schmerzfreiheit die Sucht-Problematik.

Tschuess Marco.

Verweis: Schmerz und Sucht
Hallo Max,

in Sucht und Prävention läuft gerade ein Gedankenaustausch zum Thema.
s. Posting:
Abhängigkeit möglich (Tramal)?

Tschuess Marco.