Herpes Zoster Ophtalmicus Gürtelrose Komplikation

Hallo zusammen,

bei meiner Mutter (BJ 1938) wurde Ende Oktober ein Herpes Zoster im Gesicht mit Beteiligung des Auges diagnostiziert.

Sie wurde mit Aciclovir Tabletten und diversen Salben behandelt. Als der Herpes nach einer Woche nur schlimmer wurde, wurde sie in die Augenklinik verlegt, wo sie das Aciclovir intravenös bekam.

Erschwerend kam hinzu, dass sie (weil sie kaum sehen konnte) eine Treppe runterfiel und sich den Oberschenkelhals brach - das wurde während ihres Krankenhaus Aufenthaltes erfolgreich operiert.

Außerdem nimmt sie wegen eines unheilbaren Lupus Erythematodes 1 mg Kortison und immunhemmende Tabletten (Cytrim), die wahrscheinlich den Herpes Zoster begünstigt haben.

Nach zwei Wochen wurde sie entlassen und nahm danach 800 mg Aciclovir täglich weiter - bis heute. Die dermatologische Beteiligung ist gut verheilt. Auch das Auge als solches ist auf dem Weg der Besserung. Hornhaut und Regenbogenhaut waren erodiert, heilen aber gut.

Allerdings ist das Augenlid noch so sehr geschwollen, dass sie das Auge kaum öffnen kann. Und diese Schwellung geht - trotz den 800mg - nicht zurück. Sie wird immer mal weniger, schwillt dann wieder auf.

Und das nun schon seit über 10 Wochen.

Im Internet finde ich auch nur das, was der Augenarzt und Hautarzt sagen: Aciclovir geben. Aber das führt ja nur dazu, dass der Virus stagniert. Wie werden wir ihn wieder los?

Ende Januar haben wir einen Termin bei einem Neurologen - ansonsten fällt mir auch nichts mehr ein.

Bin für alle Hinweise und Ratschläge dankbar.

Liebe Grüße,
Nike

Hallo Nike,

Im Internet finde ich auch nur das, was der Augenarzt und Hautarzt sagen:
Aciclovir geben. Aber das führt ja nur dazu, dass der Virus stagniert.

Wie werden wir ihn wieder los?

Der Virus gehört zur Gruppe der Varizella-Zoster-Viren.

Das Virus wird meist bereits in der Kindheit aufgenommen und zeigt sich dann als Windpocken.
Ist die Windpockeninfektion überstanden, dann geht das Virus in eine ‚Ruheposition‘
und lagert sich an die menschlichen Nervenzellen an.
Dort verbleibt es, solange der Mensch lebt; der Mensch ist nun Reservoirwirt.

Kommt jetzt eine Phase in der das Immunsystem des Wirtes schwach geworden ist,
dann bricht das Virus wieder aus.

Diesmal vorallem an den Enden der Nervenbahnen des menschlichen Körpers - die Gürtelrose.

Mit medikamenten wie Aciclovir versucht man das Virus wieder zurückzudrängen.
Eine Abtötung oder vollständige Zerstörung des Virus im menschlichen Körper ist nicht möglich.

Leider bleibt tatsächlich nur Geduld und die Langzeitbehandlung mit Aciclovir Präparaten.
Bis zu einem Jahr kann diese Behandlung manchmal dauern.

Unterstützen kannman da nur noch das eigene Immunsystem, das ja ebenfalls aktiviert ist.
Bei schweren Infekten steigt der Eiweißbedarf des Immunsystems um 30-40%.

Eine eiweißreiche Ernährung ist gerade bei Virusinfekten immer eine gute Unterstützung des Heilungsprozesses.

Fleisch oder Fisch, Nüsse, Käse und Sojaprodukte sind besonders eiweißreich.
Es gibt aber auch spezielle Eiweißdrinks im Reformhaus und in der Apotheke.

Da auch nach dem vollständigen Abklingen der Gürtelrose der Erreger im Körper verbleiben wird, sollte man stets wachsam sein.
Der Virus kann immer wieder ausbrechen.

Eine langfristig etwas eiweißreichere Kost kann sinnvoll sein.
Zu diesem Zweck sollte man eine proffessionelle Ernährungsberatung in Anspruch nehmen.

Gute Besserung wünscht
Yvisa