Herr der Ringe Kinofilm

Hallo!

Ich habe den Kinofilm (leider) noch nicht gesehen, werde mich aber die nächsten Tage noch ins Kino bemühen,
daher frage ich Euch:

Was wurde denn im Kinofilm alles ausgelassen, was im Buch war?
Was wurde alles verändert?

Eine Auslassung ist mir bekannt, und zwar Tom Bombadil, und eine Veränderung, nämlich die größere Rolle der Elbe Arwen.

Aber was noch?

Danke!

Gruß

Ami666

Was wurde denn im Kinofilm alles ausgelassen, was im Buch war?
Was wurde alles verändert?

Man hat natürlich verschiedne Kleinigkeiten ausgelassen, um den Film auf 3 Stunden zu bringen. Eine Auflistung hier wäre zu detailliert. Die „größeren“ Auslassungen hast Du unten schon erwähnt, dazu gehört auch noch, daß die Szene, in der die Gefährten die Geschenke von Galadriel in Lorien erhalten, nicht gezeigt wird.
Ich würde Dir aber ohnehin raten, Dich nicht auf die Auslassungen oder Veränderungen zu konzentrieren, laß Dich einfach von der Geschichte mitreißen, ohne immer das Buch im Hinterkopf zu haben oder auf Fehler zu achten.
Der Genuß ist ungleich größer so. :smile:

Eine Auslassung ist mir bekannt, und zwar Tom Bombadil, und
eine Veränderung, nämlich die größere Rolle der Elbe Arwen.

Aber was noch?

Danke!

Gruß

Ami666

Hi,
ich habe das Buch erst kurz, bevor ich den Film gesehen habe, gelesen. Einiges wurde verändert und gekürzt. Die Reise vom Auenland bis zu Elrond’s Haus war viel kürzer als im Buch. Auch wurden manche Dinge verändert. Zum Beispiel findet Gandalf im Buch die Lösung, wie man die Höhlen von Moria betreten kann. Im Film ist es Frodo. Auch die Vorbereitungen für die Reise waren abgewandelt.

Der Film ist dennoch gut gemacht. Im Buch ist es oft schwierig, die ganzen eingeflochtenen Geschichten mit den vielen Orts- und Personennamen zu lesen. Dies ist im Film besser, weil nur die wichtigen Dinge genannt werden und man dadurch oft die Hintergründe besser versteht.

Ich kann Dir nur raten, den Film anzusehen und Dir selbst ein Urteil zu bilden. Ich lese gerade Band 2 und freue ich schon auf die Verfilmung.

Gruß
Mimmi

:-
Hi!
Versuch’s doch mal im Archiv oder im SF-Brett, da findest du ca. unendlich viele Artikel über Auslassungen, Fehler, relevante Sites und derartiges mehr, zu denen man im Grunde nur sagen kann:
Das eine ist ein BUCH, und das andere ist ein FILM - schon einen Unterschied entdeckt??

Viele Grüße von einem langsam echt genervten
Tyll

Hi!

Den Alten Wald und Tom Bombadil auszulassen, sehe ich kein Problem. Ich habe nur irgendwie den Eindruck, daß im Film nicht ganz klar geworden ist, warum die Gemeinschaft zerbricht.

Im Buch stehen die „Gefährten“ nach Lothlorien vor der Entscheidung, entweder nach Mordor zu gehen oder (was Boromirs Wunsch ist) erst die Stadt Minas Tirith von der Belagerung Saurons zu befreien.

Boromirs Idee, den Ring gegen Sauron zu verwenden wird im Film meiner Meinung nach sehr allgemein dargestellt.

Gruß
Wolf

Hi!

Ich habe den Kinofilm (leider) noch nicht gesehen, werde mich
aber die nächsten Tage noch ins Kino bemühen,

Ich habe den Film gesehen, und mit einer Woche Abstand muß ich sagen: Leider! Das war mehr oder minder rausgeworfenes Geld - auch wenn ich mir damit den Zorn einiger Leute hier zuziehen mag.
:wink:

Ich möchte eine Begründung geben, warum ich den Film als Reinfall empfand:

Während des ganzen Films habe ich nicht eine einzige sympathische Figur entdeckt, mit der ich mich identifizieren konnte (ich beziehe mich auf die filmische Umsetzung, nicht auf das Buch!).
Elijah Wood/Frodo war mir zu androgyn. Hätte er noch Lippenstift aufgetragen, hätte ich geglaubt, die Hauptrolle würde von Winona Ryder gespielt.
Samweis Gamdschie war ja noch zu ertragen, ganz im Gegenteil zu den beiden anderen Hobbits Pippin und Merry, die nur nervig sind. Wenn irgendwo etwas herumstand, was man umschmeißen kann, dann geschah das auch.
Gandalf hat bei mir spätestens in den Minen von Moria verschissen. Da liefert er sich vorher ein Riesenzauberduell mit Saruman, kann durch Zauberkräfte aus Sarumans Burg entkommen, liefert sich später noch ein Feuerduell mit dem Balrog, ist beim Angriff der Orks in der Mine aber nicht in der Lage, die Tür per Zauberspruch zu versiegeln oder das Vordringen der Feinde mit einer Feuerwand zu stoppen (Gandalf ist ein Zauberer des Feuers, wie er beim Kampf mit dem Balrog sagt).
Die Darsteller von Aragorn und Borumir sind sich äußerlich viel zu ähnlich, als daß ich mich auf einen von ihnen als Sympathieträger konzentrieren kann.
Als Gimli das erste Mal den Mund aufgemacht hat, habe ich geglaubt, jetzt spielt auch noch Bud „Hau-den-Lukas“ Spencer mit, jedenfalls bewegte sich John Rhys-Davies sich mit seiner Vorstellung (zu) dicht an den alten Terence-Hill-Bud-Spencer-Klamotten.
Der Auftritt von Liv Tyler als rettende Elbin ist nur peinlich. Die Figur macht dramaturgisch keinen Sinn (soweit ich mich erinnere, ist die Szene im Buch auch ganz anders), die Darstellung erinnerte mich an üble „Black-Beauty“-Zeiten, wo eines „Hasch-mich, ich bin der Frühling“-Schonheit durch den Wald galoppiert.
Einen regelrechten Schock bekam ich im Kino, als Elrond auftauchte. Ich sah das Gesicht dieses Schauspielers und war vom ersten Moment an davon überzeugt, der Kerl muß einer von den Bösewichten Saurons sein. Das ist ein Verräter. Oder schlimmer. Nix da. Reingefallen. Das war einer der Guten. Aber grottenunsympathisch.
Das gleiche Empfinden hatte ich bei Galadriel. Ich persönlich würde der Frau nicht weiter trauen als mein Arm reicht. Auf mich hat sie gräßlich verschlagen gewirkt.

Wie gesagt, das zu den durchweg unsympathischen Figuren im Film. Überzeugt haben mich vor allem Christopher Lee als Saruman und Ian Holm als Bilbo (besonders, als er plötzlich sein spitzes Gebiß bleckte, um den Ring von Frodo zurückzubekommen - der einzige wirkliche Schocker im Film).

Daneben fand ich alle Kampfszenen ziemlich schrottig. Der Film ist kein Kinderfilm, aber die Kampfaufnahmen waren drastisch entschärft (gerade bei einem Regisseur wie Peter Jackson - nur ein einziges Mal fällt eine Rübe). Vor ein paar Jahren hat Mel Gibson mit Braveheart Maßstäbe gesetzt, wie Schwerterkämpfe im Film dargestellt werden können. Die Kämpfe im HdR waren echter Kindergarten dagegen.

Wo es auch hakt, sind einige Punkte in der (leicht geänderten) Dramaturgie der Handlung. Da ist auch bereits ein gewisses Manko des Buches, aber im Film wird es ganz offensichtlich: Immer dann, wenn die Gruppe in extremer Gefahr war, tauchte zufälligerweise jemand zur Rettung auf. In der Kneipe, als die Ringgeister Frodo direkt auf den Fersen waren, erschien Streicher (= Aragorn), der die Hobbits rettete. Das ist ja noch in gewisser Weise akzeptabel. Nach dem Kampf mit den Ringgeistern, bei dem Frodo verletzt wird, taucht plötzlich Arwen auf. Ganz zufällig. Als die Gruppe in der Mine von Moria von den Orcs umzingelt ist, erscheint aus heiterem Himmel der Balrog und rettet die Gruppe vor dem sicheren Tod. Bißchen viel Zufall, finde ich.

Außerdem gibt es im Film ein Versprechen, das später nicht eingehalten wird. Als Saruman seine Krieger gegen die Gruppe losschickt, heißt es, daß sie Menschenfleisch bekommen. Ich dachte im Kino: Oh chic, mal sehen, wie Jackson den Kannibalismus der Nazguls umgesetzt hat. Dann gab es zwar ein - recht langweiliges - Gefecht, aber die angekündigte Prämie in Form von Menschenfleisch fiel unter den Tisch. Hmmm.

Und insgesamt? Eine Menge schöner Bilder aus Neuseeland, mit leicht faschistoider Architektur (diese zwei zurückweisenden Giganten, also wirklich!), aber insgesamt ein Film, dem jede Leidenschaft abgeht. Da reißt nichts wirklich mit. Da zittert man auch nicht um irgendeine Figur.

Wäre da nicht der Hype der Tolkien-Fans um die Welt von Mittelerde, würde der Film vermutlich deutlich schlechter wegkommen.

Nur zum Vergleich: Der Film „Willow“, der ganz ähnlich zum HdR gestrickt ist, gefällt mir deutlich besser.

Just my 2 cents
Heinrich

Moin,

Elijah Wood/Frodo war mir zu androgyn. Hätte er noch
Lippenstift aufgetragen, hätte ich geglaubt, die Hauptrolle
würde von Winona Ryder gespielt.

Genau das habe ich im Kino auch gesagt und meine Freundin hat mich prompt für bescheuert erklärt. Wie lustig, daß Du diese Ähnlichkeit auch gesehen hast.
Generell fand ich den Film schon ganz gut. Weder als Jackson-Film noch als Literaturverfilmung sondern einfach als opulenten Sinnes-Overkill mit schön viel Computertricks. Und die Kamerafahrten (z.B. bei der Schlacht am Anfang oder den Turm hoch wo Gandalf gefangen war) fand ich grandios. Natürlich war der Film für einen Jackson ziemlich unblutig (genau wie Heavenly Creatures, welches trotzdem ein grandioser Film ist), aber bei den gigantischen Produktionskosten wäre eine Altersbeschränkung natürlich sehr riskant gewesen…

Gruß,
Tommy

http://www.molotow-soda.de

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