letztens hat mich ein Freund darauf aufmerksam gemacht, dass der „Herr der Ringe“ wohl eine Adaptation vom „Ring der Nibelungen“ ist… ich habe mir die Handlung vom „Ring der Nibelungen“ mal durchgelesen und kaum Parallelen gefunden. Wie ist denn das nun wirklich? Hat Tolkien die Geschichte um Mittelerde komplett aus den Fingern gesaugt? Oder hat er sich die Vorlage vom „Nibelungen“ vorgenommen? Weiss da jemand von den „Tolkies“ Bescheid?
Tolkien hat aus sehr vielen Sagen und Mythen Stoff für sein Epos geschöpft, der „Ring der Nibelungen“ dürfte hier aber kaum eine Rolle gespielt haben.
Tolkien hat vor allem aus den nordischen Sagen wie der Edda und der Kalevala (Finnland) Elemente übernommen. Überhaupt ist ja Tolkiens Thema, der Kampf Gut gegen Böse ein zentraler Aufhänger vieler Sagen, und auch zaubrische Gegenstände (Schwerter, Schilde, Stäbe und eben Ringe) findet man in den Sagen in vierlerlei Variationen.
Auch wenn Tolkien von Richard Wagners Vertonung des „Rings“ fasziniert war, ich würde ein deutliches „nein“ dazu sagen, wenn jemand behaupten würde, zwischen diesen beiden Geschichten gäbe es irgend eine Verbindung.
letztens hat mich ein Freund darauf aufmerksam gemacht, dass
der „Herr der Ringe“ wohl eine Adaptation vom „Ring der
Nibelungen“ ist… ich habe mir die Handlung vom „Ring der
Nibelungen“ mal durchgelesen und kaum Parallelen gefunden. Wie
ist denn das nun wirklich? Hat Tolkien die Geschichte um
Mittelerde komplett aus den Fingern gesaugt? Oder hat er sich
die Vorlage vom „Nibelungen“ vorgenommen? Weiss da jemand von
den „Tolkies“ Bescheid?
Im Focus gabs kürzlich einen Artikel zu dem Thema. JRR hat wohl
viel bei den Germanischen Sagen gefischt. Und R.W. tat das
gleiche… also genau genommen sind sowohl der „Herr der Ringe“
als auch der „Ring der Nibelungen“ Adaptionen alter Sagen und
Überlieferungen aus dem Germanischen und Skandinavischen. Nur
hatte leider Richard W. das Pech, die falschen Fans zu haben
(insbesondere einen - Adolf Hitler). Und das führte u.a. dazu,
dass es kürzlich wieder ein grosses Holterdipolter in Israel
gab, als es ein deutscher Konzertmeister wagte, eine Passage
aus dem Ring spielen zu lassen (fragt mit bitte nicht, wer das
war, war irgend ein deutsches Orchester auf Gastspiel).
Die Staatsoper in Wien führt noch ab und zu Wagner im Original
auf - absolut sehenswert.
Und das führte u.a. dazu,
dass es kürzlich wieder ein grosses Holterdipolter in Israel
gab, als es ein deutscher Konzertmeister wagte, eine Passage
aus dem Ring spielen zu lassen (fragt mit bitte nicht, wer das
war, war irgend ein deutsches Orchester auf Gastspiel).
Dirigent: Daniel Barenboim
Oper: „Tristan“, also nichts aus dem Ring, aber Wagner
Orchester: Berliner Staatskapelle
Daniel Barenboim ist erstens Israeli und zweitens Jude.
Zum Thema: Motive wirst Du in vielem finde, ob es direkt geklaut ist, ist eine andere Frage. So ist meiner Meinung nach Saruman ein Motiv für Darth Vader (DV als Jedi auch eine Art Zauberer, ein großer seiner Zeit, vorher auf der guten Seite, dann zum Bösen geworden). Ob Lucas nun bei Tolkien „geklaut“ hat? Kann man sehen, andererseits sind die Motive nun auch nicht so speziell. Tolkien kann ja kaum Patent auf diese Motive anmelden. Ebenso ist es natürlich möglich, dass bestimmte Motive der HdR schon früher aufgetaucht sind. Ist ja kaum anders möglich.
Im Endeffekt kannst du alle erzählten Geschichten auf zwei Themen zurückführen: Liebe und Tod
Von daher ist es nicht wichtig, was im Detail in der erzählten Geschichte auftaucht, sondern wie.
Wenn also Tolkien kreuz und quer aus allen möglichen germanischen, nordischen und keltischen Sagen geräubert hat, dabei aber eine interessante eigene Sicht auf die Dinge einbringt, ist das doch völlig in Ordnung.
Ich kenne jedenfalls keine erzählte Geschichte (Roman, Sage, Märchen, Film, usw.) der letzten 500 oder mehr Jahre, die es noch nicht gegeben hätte (auch „Star Wars“ ist letztendlich eine Geschichte um Liebe: die Liebe zwischen Vater und Sohn)
Tolkien hat aus sehr vielen Sagen und Mythen Stoff für sein
Epos geschöpft, der „Ring der Nibelungen“ dürfte hier aber
kaum eine Rolle gespielt haben.
Tolkien hat vor allem aus den nordischen Sagen wie der Edda
und der Kalevala (Finnland) Elemente übernommen.
Aber die Edda ist doch genau der Stoff, aus dem der Ring der Nibelungen geformt wurde!