Zylinderbüchsen kann man so montieren, daß man sie in die Zylinderbohrung hineinstellt, und in den Zwischenraum eine Schmelze des Leichtmetalls gießt, aus dem der Zylinderblock ist.
Wie heißt dieser Vorgang? Werden die Zylinderbüchsen hierbei „angegossen“, „gußmontiert“, „schmelzfixiert“, wie heißt das richtig?
Zylinderbüchsen kann man so montieren, daß man sie in die
Zylinderbohrung hineinstellt, und in den Zwischenraum eine
Schmelze des Leichtmetalls gießt, aus dem der Zylinderblock
ist.
Hallo !
Das ist schlecht zu verstehen!
Wenn Du in den Zwischenraum eine „Schmelze“ hineingießt, verschließt Du damit den Kühlwasserraum. Das darf natürlich nicht sein.
Zusätzlich wären dann die Stahl-oder Gußlaufbuchsen nicht mehr herausziehbar!!
Zusätzlich würde sich die Laufbuchse, die auf 1/100 mm genau sitzt, verziehen und wahrscheinlich ein Einbauen des Kolbens nicht mal mehr möglich!
Zusätzlich würden die Dichtringe der Laufbuchse verbrennen!!
die Patentschrift, mit der ich momentan zu tun habe, befaßt sich mit der Herstellung solcher Laufbuchsen und kennt außer der skizzierten Weise, eine Laufbuchse zu montieren, nur noch das „Einpressen“, das wohl auch nicht ohne Verziehen der Buchse zu schaffen sein mag. Auch ist von zur Laufbuchse gehörigen Dichtringen nirgends die Rede.
Verstehe ich Dich richtig, daß in Wirklichkeit die Laufbuchsen schwimmend in Dichtringen herausnehmbar (aber auf 1/100 mm genau) sitzen und vom Kühlwasser direkt umspült werden?
sich mit der Herstellung solcher Laufbuchsen und kennt außer
der skizzierten Weise, eine Laufbuchse zu montieren, nur noch
das „Einpressen“, das wohl auch nicht ohne Verziehen der
Buchse zu schaffen sein mag.
Doch, das geht vollkommen ohne Verziehen. Die Buchse sitzt dann in dem für sie ausgebohrten „Loch“. Meistens werden sie im gekühlten Zustand einfach hereingesetzt, erwärmen sich und sind fest.
Auch ist von zur Laufbuchse
gehörigen Dichtringen nirgends die Rede.
Es geht auch ohne Dichtringe, dann wird metallisch abgedichtet.
Zumindest oben am Bund. Unten sitzen oft Dichtringe, vielleicht bei kleinen Motoren auch wieder nicht. Vielleicht auch hier metallische Abdichtung.
Verstehe ich Dich richtig, daß in Wirklichkeit die Laufbuchsen
schwimmend in Dichtringen herausnehmbar (aber auf 1/100 mm
genau) sitzen und vom Kühlwasser direkt umspült werden?
Also, ich bin kein Fachmann für Minimotoren, aber ich kenne es so, daß Laufbuchsen in die Bohrung des Blocks gesetzt werden und im Block die Kühlräume und Kühlwasserwege ausgegossen wurden. Das Wasser dann die Laufbuchse umspült.
Abdichtungen oben metallisch, unten mit drei O-Ringen.
Kann bei kleinen Motoren aber anders sein.
Die trockenen werden NICHT vom Kühlwasser umspült und direkt in die Bohrung eingelassen (wie überlasse ich Dir). Meines wissens hatten die Franzosen viele Motoren so.
Die nassen werden vom Kühlwasser umspült, was die Wärmeabgabe vereinfacht.
In unseren Bussen sind Motoren Typ OM457 eingebaut. Diese haben nasse Laufbuchsen, welche unten mit zwei dicken Gummiringen gegen den Kurbelwellenwannenraum abdichten. Eben diese Dichtungen geben gerne nach ca. 650 000km den Geist auf und Du hast Öl im Kühlwasser.
Die neuen Motoren von Mercedes Benz (OM906; halber Hubraum, gleiche Leistung) haben keine Buchsen mehr und sind im oberen Totpunktbereich induktiv gehärtet. Hat man aus der Renntechnik übernommen. Unsere Werkstatt hat sich lange gegen den Kauf solcher Motoren gewehrt, weil bei einem Kolbenfresser der ganze Motor raus muß, was mit erheblichem Mehraufwand endet. Dies ist auch die erste Nutzfahrzeugmotorengenration mit Pumpe-Düse-Technik.
Hi Dennis,
die älteren Franzosen hatten nasse Laufbuchsen. Am berühmtesten dafür war der R4, bei dem somit der Wechsel der Laufbuchsen recht einfach war.
Gruss Sebastian
die älteren Franzosen hatten nasse Laufbuchsen. Am
berühmtesten dafür war der R4, bei dem somit der Wechsel der
Laufbuchsen recht einfach war.
Gruss Sebastian
Weißt Du wer früher trockene hatte ?? Muß es doch gegeben haben…
ich weiß zwar nicht, wie Laufbuchsen eingebaut werden, aber ich würde die Teile mit leichtem Übermaß herstellen, in Stickstoff kühlen und in die Bohrung setzen. Diese Montageart ist z. B. bei Zahnrädern im Getriebe üblich und hält ewig.
Nasse Laufbuchsen sind Buchsen, die vor dem Einsetzen komplett vom Kühlwasserraum umschlossen sind.
Beim Einbau/Ausbau müssen nur der Kühlwassereintritts- und Austrittsflansch/Verschraubung befestigt/gelöst werden und die Laufbuchse mit Wassermantel (so nennt man das) kann gezogen werden.
Der Vorteil ist, kein Wasser gerät in den Ölkreislauf, man hat beim Einbau keine Probleme mit nachher ersichtlichen defekten Dichtungen, da eine Druckprobe vorher gemacht wird.
„Nasse Laufbuchse“, weil sie nach dem Ausbau noch vom Kühlwasser umgeben ist.
Die normale, bekannte Laufbuchse dagegen, ist nach dem Ziehen sofort trocken.
Hersteller von Motoren mit „nassen Buchsen“ ist heute noch der franz. Hersteller Pielstick S.E.M.T.
Mercedes hatte sie in seinen S-Bootmotoren MB518, 20 Zylinder V, 3000 PS. Dort waren Laufbuchse, Wassermantel u n d der Zyl.kopf eine Einheit. Man löste den Zyl.kopfflansch und einige Leitungen (Kraftstoff, Kühlwasser, Schmieröl) und zog den Kopf, samt Laufbuchse, Wassermantel aus dem Block. Der Kolben und die Stößel blieben im Block. Konnten dann ausgebaut werden.
Ich weiß, das hat mit der Frage nichts zu tun, aber ich wollte es mal loswerden.
Hallo
Richtig hieße das , „eingießen“ . Das wäre zum Beispiel mit hitzebeständigem Kunststoff möglich .
Ein Eingießen mit Aluminium erscheint mir nicht sehr sinnvoll , da man wohl einfacher die neue Laufbüchse mit dem kompletten Zylinderblock umgießen kann .
Auch die anderen Antworten scheinen diese Methode nicht zu kennen .
Deine Homepage funktioniert nicht .
MfG
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Richtig hieße das , „eingießen“ . Das wäre zum Beispiel mit
hitzebeständigem Kunststoff möglich .
Vielen Dank.
Ein Eingießen mit Aluminium erscheint mir nicht sehr sinnvoll
, da man wohl einfacher die neue Laufbüchse mit dem kompletten
Zylinderblock umgießen kann .
Sehr wichtiger Hinweis! In dem Patent heißt es, daß zur Fertigung des Zylinderblocks der Zwischenraum zur vorgefertigten Laufbuchsenreihe mit Leichtmetallschmelze gefüllt werden soll. Mit meiner Vorstellung von einem laufbuchsenlosen Zylinderblock als Vorprodukt war ich wohl auf dem Holzweg.
Hi Dennis,
klar, luftgekühlte Motoren (weil Luft nicht nass,grins).
Im Ernst: Soweit ich weiss, waren nasse Laufbuchsen damals eher die Ausnahme. Die meisten Motoren hatten trockene.
Gruss Sebastian
sag mal: Oben schreibst Du die Franzosen hatten hauptsächlich
nasse, nun schreibst Du es wären mehr trockene eingebaut
gewesen.
Zur Grundaussage kann ich nichts sagen, weiß ich nämlich nicht.
Aber dein Problem mit der Schlußfolgerung sehe ich nicht: wenn fast alle Hersteller trockene einbauen und nur die Franzosen überwiegend nasse, dann paßt es doch? SOOO viele Autos bauen die Gallier ja nun auch wieder nicht…
Wie hoch ist der Marktanteil an französischen Autos in Deutschland?
Aber: Mein Vater hatte mal einen BMW 323i der ersten Serie
(Bj1981) und der war nach 100 000km zum Ölfresser mutiert.
Meines jugendlichen Wissens von damals hatte Papa den Block
weggebracht und es wurden nach aufbohren übermaßbuchsen
eingepreßt.
Das denke ich nicht - wenn er neue Laufbuchsen bekommen hat, wieso sollten es dann welche im Übermaß sein? Wenn man neue Laufbuchsen verpreßt, kann man doch gleich das Originalmaß nehmen…
Wahrscheinlich sind die Laufbuchsen auf das erste Übermaß gehont worden: damit werden die Laufspuren und Abnutzungen egalisiert, und die Laufbuchse wird wieder in möglichst zylindrische Form gebracht. Nach einigen zehn- bis hunderttausend Kilometern sind die Zylinder nämlich nicht mehr so sehr zylindrisch, sondern je nach Belastung tulpen- bis tonnenförmig geschliffen worden.
Und da dann die Kompression und der Ölverbrauch nicht mehr GAR so toll sind, bringt man die Zylinderwände wieder in möglichst gerade Form und benutzt (je nach Größe der Übermaßbohrung) neue (größere) Kolbenringe um die Abdichtung wiederherzustellen, oder verbaut gleich neue (Übermaß-)Kolben.
Schönen Gruß von
Robert
(dessen W108/280S dieselbe Kur brauchen würde, die aber leider zur Zeit nicht finanzierbar ist *grummel*)
SOOO viele Autos bauen
die Gallier ja nun auch wieder nicht…
Wie hoch ist der Marktanteil an französischen Autos in
Deutschland?
So darfst Du das nicht sehen. Frankreich baut für viele Märkte… und in vielen afrikanischen Ländern fahren heute noch die ältesten Franzosen… siehe weiter oben der Link: http;//www.504.org
Das denke ich nicht - wenn er neue Laufbuchsen bekommen hat,
wieso sollten es dann welche im Übermaß sein? Wenn man neue
Laufbuchsen verpreßt, kann man doch gleich das Originalmaß
nehmen…
Es wurden Buchsen mit äußerem Übermaßdurchmesser für original Kolbengröße eingesetzt.
Schönen Gruß von
Robert
(dessen W108/280S dieselbe Kur brauchen würde, die aber leider
zur Zeit nicht finanzierbar ist *grummel*)
Mich hat das honen bei Nennmaß damals an meinem Starlet Motor exakt DM 100 gekostet…
Die nasse Buchse (Gott hab sie selig)
Hi Dennis,
sorry für meine Ausdrucksweise.
Die Franzosen haben gerne nasse Laufbuchsen eingesetzt, der Rest der Welt mehr trockene. Bei der nassen Laufbuchse ist die Laufbuchse mit einem Halter im Zylinder verschraubt, d.h. nicht gepresst. Nach lösen des unteren Pleuellagers und des Laufbuchsenhalters konnte man somit den Kolben samt Laufbuchse aus dem Zylinder ziehen. Bei nassen Laufbuchsen wird die Buchse direkt mit Wasser umgeben. Bei trockenen Buchsen ist die Laufbuchse in den Zylinder eingepresst und der Zylinder und damit die Laufbuchse werden von Wasserkanälen umspült. Bei trockenen Buchsen hat das Wasser im Gegensatz zu den nassen Buchsen keinen direkten Kontakt zur Buchse. Bei den nassen Buchsen war das wechseln der Laufbuchse ohne Probleme und Presswerkzeuge leicht selbst zu bewerkstelligen. Die Abdichtung des Wassers zum Kurbelraum erfolgte mittels Dichtring.
Ich persönlich kenne die Bauart mit den nassen Buchsen von Renault, andere sind mir nicht bekannt. Sehr schön sieht man das auf einer Schnittzeichnung in einer Reparaturanleitung des R4 aus den sechziger Jahren. Bei Bedarf scanne ich Dir das gern ein und mail es Dir.
Gruss Sebastian
Hallo an alle
Auch ich möchte hierzu meinen Senf beitragen.
In der Tat hatten früher viele französische Autos nasse Laufbuchsen,sogar solche mit Graugußblock.Die konnte im Fall der Fälle der Dorfschmied wechseln,während das Ausbohren und Hohnen schon Spezialisten überlassen werden mußte und obendrein noch ein neuer Satz Kolbenringe nötig war.
Der meist hergestellte Motor mit Luftkühlung war ja wohl der
Käfer,der hatte aber keine separaten Laufbuchsen,sondern mit Kühlrippen versehene Guß-Zylinder.Dagegen hatten etliche Moped-
bzw.Motoradmotoren mit Alu(Kühlrippen) umgossene Hartgußbüchsen,
schlicht weil das billiger und haltbarer war als z.B. Nikasil
beschichtete Alu-Laufflächen.
Verstanden habe ich aber noch nicht,worauf sich das Eingangs
erwähnte und die Frage auslösende Patent konkret bezog oder war
das nur wieder so eines von 1000en Windei-Patenten.
Gruß
Lenz