Hervorragende Abschlussnoten - ein Nachteil?

Guten Tag,

ich habe meinen Uni-Abschluss mit Auszeichnung abgeschlossen, und auch an praktischer Erfahrung mangelt es nicht.

Ich erlebe dennoch oft sehr negative Reaktionen von potentiellen Arbeitgebern. Die hervorragende Note wird als Ausdruck von Verbohrtheit und Arroganz gewertet - gegen diesen Eindruck muss ich bei Vorstellungsgesprächen erstmal angrinsen. Habt ihr schon Ähnliches erlebt oder kennt Personaler, die hervorragende Kandidaten aussieben?

Hallo

Die hervorragende Note wird als
Ausdruck von Verbohrtheit und Arroganz gewertet - gegen diesen
Eindruck muss ich bei Vorstellungsgesprächen erstmal
angrinsen.

Das ist nun wirklich nicht böse gemeint, aber wenn Du Vorstellungsgespräche hast und danach den Job nicht bekommst, kann es nicht an den zu guten Noten und einem daraus entstandenen Vorurteil iegen! Zumindest kann die Antwort auf die Mißerfolge m.E. dann nicht so einfach sein, wie Du sie dir machst.

Gruß,
LeoLo

Das ist nun wirklich nicht böse gemeint, aber wenn Du
Vorstellungsgespräche hast und danach den Job nicht bekommst,
kann es nicht an den zu guten Noten und einem daraus
entstandenen Vorurteil iegen! Zumindest kann die Antwort auf
die Mißerfolge m.E. dann nicht so einfach sein, wie Du sie dir
machst.

Gruß,
LeoLo

Da hast du sicher recht, dennoch höre ich in Gesprächen häufig: „Einser-Kandidaten wie sie laden wir eigentlich gar nicht ein, da haben wir unschöne Erfahrungen gemacht.“ Da muss ich halt oft gegen an, manchmal mit Erfolg, manchmal ohne. Und wenn es dann aus diversen Gründen mit dem Job nicht klappt, pack ich mir auch auf jeden Fall an die eigene Nase.
Das Vorurteil gegenüber Einser-Kandidaten ist dennoch präsent - zumindest bei mir. Wie sind eure Erfahrungen?

Hallo

Da muss
ich halt oft gegen an,

Was ist denn da deine Vorgehensweise? Wie reagierst Du auf einen solchen Satz?

Und
wenn es dann aus diversen Gründen mit dem Job nicht klappt,

Was glaubst Du, sind die Gründe?

Zur Frage an sich: Ich halte das eher für ein Märchen, wenn Leute sagen, daß zu gute Noten nachteilig sind. In der Regel sagen das Leute, die ihre eigenen schwächeren Noten kaschieren wollen. Super Noten sind mindestens genau so gut wie andere Noten. Mag sein, daß es Personaler gibt, die da die Finger von lassen. Dafür bekommt man an anderer Stelle dann aber eine Chance, die andere mit schlechteren Noten eben nicht bekommen. Und die Tatsache, daß hier ja eindeutig eine gute Quote bzgl Bewerbungsgesprächen vorliegt, ist ja auch schon eine Antwort auf die Frage.

Gruß,
LeoLo

Hallo

Da muss
ich halt oft gegen an,

Was ist denn da deine Vorgehensweise? Wie reagierst Du auf
einen solchen Satz?

Unterschiedlich… je nachdem, welcher Aspekt bemängelt wird. Subtext kann zum Beispiel sein: „Nein, ich will nicht an deinem Stuhl sägen.“ „Ich bin breit interessiert und habe nicht nur stur vor mich hinstudiert.“ „Nein, ich bin nicht übertrieben perfektionistisch und terrorisiere meine Kollegen“… Dergleichen halt entsprechend formuliert.

Und
wenn es dann aus diversen Gründen mit dem Job nicht klappt,

Was glaubst Du, sind die Gründe?

Wenn 20 Leute eingeladen werden (ist nicht selten der Fall) kriegen 19 den Job nicht… ist eben so. Vielleicht hab ich nicht so recht ins Team gepasst, ein anderer Bewerber hatte mehr Berufserfahrung etc.
Oder eben doch die Bestnote als Negativum? Beruhigt mich ja schon mal, dass du das für ein urbanes Märchen hälst.
Vielleicht hast du recht und Vor- und Nachteile gleichen sich letztlich aus.

Ineffizient? :smile:
Hier mal meine persönliche Meinung:

Noten sind relativ egal, solange der Rest passt. Naja, ein Komplett-4er Zeugnis auch wieder nicht, weil auch das Rückschlüsse zulässt.

Aber ansonsten achte ich eigentlich kaum auf die Noten.
Dennoch sind es dann sehr oft die 1er Kandidaten, die glauben wer eine 1 von der FH/Uni mitgebracht hat ist ein Macher und diese entsprechend auf dem Silbertablett servieren wenn sie sich vorstellen. Das nervt. Ein 1er Diplom beweist eigentlich gar nichts, außer dass man zu viel Zeit zum Lernen hatte bzw. an die richtigen Profs geraten ist.

Und dann kommen viele 1er Kandidaten bei der Gehaltsvorstellung direkt mit dem Knüppel aus dem Sack, Bachelor glatte 1, ja so ab 60000 Einstieg könnte man düber reden: meine Güte, was glauben die denn, wozu andere Leute promoviert und 20 Jahre Berufserfahrung gesammelt haben?

Aber das für mich größte Problem bei „Glatt-1er-Kandidaten“ ist, dass sie irgendwie den Hauch von Ineffizient haben. Ich selbst arbeite nach dem Pareto-Prinzip, d.h. erreiche 80%-ige Resultate mit 20% des Aufwands für ein 100% Resultat und wechsle dann das Thema. Ein 1er Kandidat suggeriert halt, dass er die übrigen 80% Aufwand auch noch reinsteckt, um dann marginal besser zu sein. Das wäre dann ineffizient.
Wenn ich diesen Verdach habe, lasse ich mir gerne ihr mehr oder weniger philosophisches Konzept von effizientem Arbeiten erklären bzw. man stellt sie auf Probe ein und schaut sich ihre Vorgehensweise an, und dabei macht man dann meist unangenehme Entdeckungen, welche zum endgültigen Aussortieren führen.

Aber auch hier, eigentlich ist das nicht ein Makel an der „Glatt 1“, sondern am Bewerber selbst. Die 1 lässt nur hellhörig werden.

Gruss,
Michael