Herzinfarkt durch Arterienverstopfung

mein vater hatte aufgrund einer arterienverstopfung einen herzinfarkt ist aber gott sei dank wieder gesund.nun mache ich mir sorgen.muss ich mir in den nächsten paar jahren sorgen machen das seine arterien wieder verstopfen ?

[MOD Volker] Titel korrigiert

hi mafin,

also ich bin wirklich keien expterin, und du solltest da unbedingt einen arzt fragen, aber ich glaube das das leicht wieder passieren kann. bei meinem opa passiert das laufend, das die aterien verstopfen. er hat jettz seinen zehnten bypass bekommen.
hoffe bei deinem vater wirds nicht so viel.

lg falaz

Hallo,

leider ist solch eine Arterienverkalkung selten ein rein lokales Problem. Hohes Cholesterin, hoher Blutdruck, Diabetes, Nikotin… all das sind Faktoren, die die Gefäßwand schädigen. Dies geschieht meist nicht in einem einzelnen Gefäß, sondern im gesamten Körper. Es kommt zur Arteriosklerose (im Volksmund: Arterienverkalkung). Es bilden sich Ablagerungen (Plaques) und die können die Gefäße schon mal einengen. Zusätzlich können feinste Schäden in solch einem Plaque die Gerinnungskaskade des Blutes in Gang gesetzt werden, es bildet sich ein Blutpropf im Gefäß und verstopft es oder lässt zu wenig Blut hindurch. Dadurch werden die Zellen, die von diesem Blut ihren Sauerstoff erhalten, unterversorgt und können absterben.

Grundsätzlich ist das Risiko deines Vaters ein weiteres Ereignis zu erleiden, welches auf dieser Gefäßschädigung beruht, erhöht im Vergleich zur gesunden Bevölkerung. Dies gilt nicht nur für den Herzinfarkt, sondern auch für Schlaganfälle.

Gerade dann, wenn schon einmal etwas passiert ist, ist es wichtig alle Risikofaktoren gut im Griff zu haben. So sollte der Blutdruck gut eingestellt sein. Ebenso sollte geschaut werden, ob dein Vater eine Glucosetoleranzstörung oder gar einen Diabetes hat. Wie sind die Nüchterncholesterinwerte. Hier ist eine mediterrane Kost zu empfehlen. Ggfs. auch unterstützend die Gabe von Blutfettsenkern, wenn denn nötig.

Dein Vater wird wahrscheinlich ein Medikament erhalten, welches die Blutgerinnung ausbremst (z.B. ASS, Iscover, Plavix, Marcumar o.ä.). Dies sind wichtige Medikamente, die nur bei Indikationsstellung durch den Arzt pausiert werden sollten.

Inwieweit dein Vater sich im Rahmen von Sportgruppen belasten darf, solltet ihr mit dem behandelnden Kardiologen absprechen. Ein Herzinfarkt kann eine Herzschwäche nach sich ziehen.

Grundsätzlich: Die Medizin hat heute viele Möglichkeiten, das Wiederholungsrisiko zu senken. Auch kann Dein Vater durch gesunde Lebensweise gut Einfluss auf das Wiederholungsrisiko nehmen.

Jedoch: Was an Gefäßwandschädigung bereits da ist, kann man praktisch nicht vergessen machen. Man kann aber Ablagerungen stabilisieren, mögliche gefährliche Engstellen an anderen Gefäßen behandeln und natürlich auch durch die Beeinflussung der Blutgerinnung Einfluss nehmen.

Der regelmäßige Arztbesuch mit Kontrolle der Risikofaktoren im Intervall und ein offenes Gespräch bei Fragen ist die Grundlage für hoffentlich viele weitere gesunde Jahre.

Viele Grüße,
(B)Engel

Hallo,

ein Herzinfarkt in der Krankengeschichte erhöht leider das Risiko, noch einen zu erleiden.
Das sagt die Statistik. Die ist aber bekanntermaßen nicht zwingend für das Individuum gültig.
Der Herzinfarkt wurde bei deinem Vater erkannt und behandelt, d.h. das verstopfte Gefäß ist wieder durchgängig und man kann entsprechend die Bedingungen z.B. durch geeignete Medikamente optimieren, damit das Risiko, dass es noch einmal dazu kommt, minimiert wird.

Es werden und wurden also alle Maßnahmen ergriffen, damit es deinem Vater wieder gut geht und das auch noch eine ganze Weile so bleibt. Es nutzt niemandem, wenn du dir über die Maßen Sorgen machst (natürlich geht das nicht spurlos an dir vorüber), aber dein Vater profitiert jetzt wohl am meisten von dir, wenn du als Tochter für ihn da bist und ihr es gemeinsam genießt, dass er wieder auf dem Weg der Besserung ist.

Liebe Grüße und euch alles Gute
Liete

Hallo,
Zuviel Eiweiss, wenig Bewegung, sauerebildende Ernaehrung …all das sind Faktoren, die die Gefäßwand schädigen. Arteriosklerose, hohes Cholesterin, hoher Blutdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall sind die Folgen. siehe bei Lothar Wendt
Gruss Helmut

Hi,

sind Lothar Wendts Entdeckungen mittlerweile reproduzierbar?

Wenn nicht, stimmen deine Beispiele, die zu Herzinfarkt (und Schlaganfall) führen, allerdings gehen diese Risiken vornehmlich aus der bekannten Framingham-Studie hervor.

Grüße
Liete

Hallo,

ich muss leider widersprechen.

In der heutigen Schulmedizin hat man sich von der Eminenz-basierten Medizin weg, hin zur Evidenz gerichtet.

Nach dem heutigen Wissensstand sind wenig Bewegung und eiweißreiche Nahrung keine primären Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen. Das dies Erkrankungen wie Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie usw. begünstigen ist außer Frage gestellt. Jedoch die primären Risikofaktoren einen wesentlich größeren Einfluss auf die Ausbildung einer Arteriosklerose.

Was Du in Deiner Aufzählung machst, ist sowohl risikoerhöhende Erkrankungen mit Ihren Folgeerkrankungen in einen Topf zu werfen.

Viele Grüße,
(B)Engel