Hallo,
leider ist solch eine Arterienverkalkung selten ein rein lokales Problem. Hohes Cholesterin, hoher Blutdruck, Diabetes, Nikotin… all das sind Faktoren, die die Gefäßwand schädigen. Dies geschieht meist nicht in einem einzelnen Gefäß, sondern im gesamten Körper. Es kommt zur Arteriosklerose (im Volksmund: Arterienverkalkung). Es bilden sich Ablagerungen (Plaques) und die können die Gefäße schon mal einengen. Zusätzlich können feinste Schäden in solch einem Plaque die Gerinnungskaskade des Blutes in Gang gesetzt werden, es bildet sich ein Blutpropf im Gefäß und verstopft es oder lässt zu wenig Blut hindurch. Dadurch werden die Zellen, die von diesem Blut ihren Sauerstoff erhalten, unterversorgt und können absterben.
Grundsätzlich ist das Risiko deines Vaters ein weiteres Ereignis zu erleiden, welches auf dieser Gefäßschädigung beruht, erhöht im Vergleich zur gesunden Bevölkerung. Dies gilt nicht nur für den Herzinfarkt, sondern auch für Schlaganfälle.
Gerade dann, wenn schon einmal etwas passiert ist, ist es wichtig alle Risikofaktoren gut im Griff zu haben. So sollte der Blutdruck gut eingestellt sein. Ebenso sollte geschaut werden, ob dein Vater eine Glucosetoleranzstörung oder gar einen Diabetes hat. Wie sind die Nüchterncholesterinwerte. Hier ist eine mediterrane Kost zu empfehlen. Ggfs. auch unterstützend die Gabe von Blutfettsenkern, wenn denn nötig.
Dein Vater wird wahrscheinlich ein Medikament erhalten, welches die Blutgerinnung ausbremst (z.B. ASS, Iscover, Plavix, Marcumar o.ä.). Dies sind wichtige Medikamente, die nur bei Indikationsstellung durch den Arzt pausiert werden sollten.
Inwieweit dein Vater sich im Rahmen von Sportgruppen belasten darf, solltet ihr mit dem behandelnden Kardiologen absprechen. Ein Herzinfarkt kann eine Herzschwäche nach sich ziehen.
Grundsätzlich: Die Medizin hat heute viele Möglichkeiten, das Wiederholungsrisiko zu senken. Auch kann Dein Vater durch gesunde Lebensweise gut Einfluss auf das Wiederholungsrisiko nehmen.
Jedoch: Was an Gefäßwandschädigung bereits da ist, kann man praktisch nicht vergessen machen. Man kann aber Ablagerungen stabilisieren, mögliche gefährliche Engstellen an anderen Gefäßen behandeln und natürlich auch durch die Beeinflussung der Blutgerinnung Einfluss nehmen.
Der regelmäßige Arztbesuch mit Kontrolle der Risikofaktoren im Intervall und ein offenes Gespräch bei Fragen ist die Grundlage für hoffentlich viele weitere gesunde Jahre.
Viele Grüße,
(B)Engel