Hallo!
Ich hoffe mal, dass mir einer von Euch etwas weiter helfen
kann…
Ich versuche es mal… Dennoch ein Hinweis vorneweg: ich kenne weder Deinen Sohn noch die weiteren Befunde, daher kann ich nur ein paar allgemeine Informationen anbringen. Weiterhin: in einem Internetforum kann jeder schreiben was er will, sich ggf. auch als Fachmann, Arzt oder sonst was ausgeben, daher sollte man mit Hinweisen aus dem Internet immer sehr vorsichtig sein. Und schließlich: Ärzte sind nicht nur dazu da, Untersuchungen zu machen, Diagnosen zu stellen und Krankheiten zu behandeln, sondern auch ihre Patienten aufzuklären. Wenn ein Arzt also mit irgendwelchen Ausdrücken, Angaben, Werten um sich wirft, die man nicht versteht, sollte man nachfragen. Er muß einem ja nicht gleich medizinische Vorlesungen halten, aber jeder gute Arzt sollte in der Lage sein, seinen Patienten allgemeinverständlich zu erklären, was los ist. Manchmal könnte man sich durch simples Nachfragen SOrgen und schlaflose Nächte ersparen…
Zunächst allgemein: durch ein EKG kann man - vereinfacht ausgedrückt - erfahren, wie sich die (elektrische) Erregung der Herzmuskelzellen im Herzen ausbreiten. Sie nimmt ihren Ursprung im Bereich des rechten Vorhofs (im sog. Sinusknoten) und breitet sich zunächst über die beiden Vorhöfe aus. Der sog. AV-Knoten leitet die Erregung auf die beiden Hauptkammern über, aber mit einer gewissen Verzögerung (damit sich die Kammern erst nach den Vorhöfen zusammenziehen).
Das EKG ist eine graphische Darstellung des elektrischen „Spannungsverlaufs“ am Herzen, aus verschiedenen Winkeln gemessen, und besteht aus verschiedenen Wellen und Zacken, die man einfach alphabetisch benannt hat, mit P beginnend (P- Q - R - S - T, ggf. U)
Bei meinem Sohn (9Jahre) wurde bei einem EKG festgestellt,
dass der p-wert und der pq-wert im oberen Grenzbereich liegen.
Es gibt im EKG keinen „p-Wert“, sondern ein P-Welle; diese repräsentiert die Erregungsausbreitung in den Vorhöfen. Es kann sein, daß die P-Welle zu hoch oder zu breit ist, was z.B. auf eine Vergrößerung der Vorhöfe schließen lassen kann; es kann aber auch andere Ursachen haben. Meist würde man eine Vergrößerung der Vorhöfe oder der Kammern durch eine einfache Ultraschall-Untersuchung abklären.
Die PQ-Zeit (die Dauer vom Beginn der P-Welle bis zum Beginn der Q-Zacke im EKG) entspricht der Verzögerung der Erregungsausbreitung vom Vorhof auf die Kammern. Die PQ-Zeit ist z.B. bei Ausdauersportlern oft verlängert, ohne daß das einen Krankheitswert hat. Eine leichte PQ-Verlängerung kann aber auch andere Ursachen haben, ist aber oftmals ohne wirkliche Bedeutung.
EKG bei Kindern ist jetzt nicht gerade mein Spezialgebiet, da gibt es noch ein paar Besonderheiten (vieles ist bei Kindern normal, was bei Erwachsenen als Störung gesehen wird und umgekehrt), aber zwei Dinge sind für Dich jetzt wichtig:
- Wenn das EKG wirklich Hinweise auf eine ernsthafte Erkrankung gegeben hätte, dann hätte jeder Arzt sofort etwas unternommen und nicht erst in vier WOchen eine Kontrolle angesetzt.
- Das EKG ist auch nur eine Untersuchungsmethode; entscheidend ist, daß es Deinem SOhn gut geht, und daß Ihr Euch nicht unnötig in irgendwelche Befürchtungen hineinsteigert, ohne daß es wirklich Grund dafür gibt.
Grüße,
Vlado
Nun ist eine erneute Kontrolle in 4 Wochen nötig um weitere
Vorgehensweisen abzuklären.
Da mir die Kinderärztin nicht genau erklärt hat, worum es sich
bei deisen Werten handelt, meinem Sohn aber Sportverbot bis zu
diesem neuen EKG termin erteilt wurde, wüsste ich nun gerne,
womit ich es zu tun habe.
Ich kann vor lauter Angst um mein Kind kaum noch schlafen.
Kann mir bitte jemand erklären, worum es bei diesen Werten
geht?
Vielen Dank im Voraus
Liebe Grüße
Biggi