Herzprobleme

Hallo Leute!
Ich leide an Herzrhytmusstörungen. Schon seit vielen Jahren.
Früher kamen sie einmal bis zweimal die Woche oder bei zu schnellem Puls(180-200 Schläge). Seit ungefähr einem Jahr haben sich die Störungen verschlimmert! Sie tretten viel öfter auf . Auf verschiedenste Arten. Manchmal wie Aussetzer. Selten auch mal Schnelle Schläge hintereinander. Manchmal wenn es ganz schlimm ist dauert es Stunden bis Tage bei jedem fünften Schlag. Aber es ist auch oft so dass ich Ausdauersport mache ohne dass etwas vorkommt. Mestens aber dann paar Stunden danach oder Tage später fängt es an. Also nach körperlicher Aktivität. Oder oft auch bei Positonswechseln. Sonst tretten keine Beschwerden auf. War auch natürlich beim Kardiologen. Hatte EKG, Belastungs-EKG,24Stunden-EKG und Ultraschall machen lassen.
Natürlich tratt während der Untersuchungen nichts auf! Kann man sich darauf verlassen obwohl nichts eingefangen wurde. Ich kann mich nicht auf meinen Körper verlassen… hab Angst!

Klingt nach einer sogenannten paroxysmalen supraventrikulären Tachikardie oder einer latenten reentry Tachykardie.
Das Problem bei diesen Rythmusstörungen ist, dass die Empfindungen des Patienten relativ wenig mit der tatsächlichen Gefahr korrelieren, und dass die Behandlung solcher strukturell bedingten Tachykardien nicht ganz ohne ist.
Wenn das wiederholt auftritt und mehr wird spricht das schon für einen strukturellen defekt, weswegen ich dir auch empfehlen würde diese Langzeit EKGs zu wiederholen, bis du mal einen „Anfall“ aufgezeichnet bekommst.
Das Problem an den strukturellen Tachykardien im Vorhofsbereich ist unter anderem, dass sie meistens auf die Dauer in ein persistierendes(anhaltendes) Vorhofflimmern/flattern übergehen: das ist Hämodynamisch nicht schlimm, aber auch nciht schön, es erhöht gedocht die gefahr,dass der effekt auf die Kammern übergreift und du hast ein erhöhtes Risiko der Embolie: geh nochmal hin und laß ekg schreiben!!

Gruß
Tiallu

Ich war vor zwei Monaten bei zwei Kardiologen und davor auch etliche Male auch. Ständig bekomme ich das gleiche zu hören… Das sei nicht schlimm bzw bei einem gesunden Herzen ungefährlich. Aber ich bekomme das Gefühl die wollen mich abspeisen. Es ist ja trotzdem da! Wie kann ich einen Arzt überzeugen dass er mich ernst nehmen soll. Für die bin ich ein 21 Jähriger junger Mann,der völlig gesund sein muss. Ich würde das auch so akzeptieren können. Dann beachte ich es ein Paar Wochen nicht. Und dann kommt es wieder so stark dass ich total am boden zerstört bin. Ich verstehe garnichts! Nicht mal richtig was du da oben geschrieben hast!

sagen wirs mal so: diese paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie ist mehr oder minder angeboren= du hast die schon immer, aber die wird mit der Zeit schlimmer und schlimmer und schlimmer.
Rein vom Grundprinzip bringt dich das erstmal nicht um, kann aber folgen haben die gefährlich sein könnten.
Die Crux an der Sache ist halt das 90% der Patienten beim Cardiologen ne KHK haben(die sind dann eher rundlich und alt) und so traurig das ist sind von den anderen 10% fast alle psychosomatischen Herzneurosen und oder Patienten mit Somatisierungsstörungen(die fühlen sich krank haben aber nix). Resultat ist, dass der Standard Cardiologe die nen 12Kanal Ekg schreibt und Herzenzyme abnimmt, wenn du da bei beidem nix hast biste als junger Patient für ihn ziemlich sicher ne Ente, weswegen leider viele sowas nicht ernst nehmen.
Was ich dir als Tipp geben kann: die paroxysmale Tachykardie läßt sich häufig durch vagale Manöver verbessern oder beenden(beine an den bauch ziehen und möglichst hohen Bauchinnendruck erzeugen: PRESSEN^^) wenn das bei dir auch hilft haste ein diagnostisches Indiz, das für ne organische Ursache deiner Beschwerden spricht, und damit sollte man dann auch nen Cardiologen dazu bekommen genauer zu gucken. Alternativ geh hin wenn so ein Anfall grade anfängt: Manchmal läßt sich dann ein Atriales FLimmern aufzeichen oder mit Adenosin provozieren(wozu leider niedergelassene Cardiologen oft nicht ausgebildet sind, weil der Provokationsversuch durchaus nicht ungefährlich ist).
Wenn die dich nicht ernst nehmen geh halt mal an eine Uniklinik schilder denen das und sag du willst nen Langzeit Ekg bis du mal einen Anfall aufzeichnest.
Ansonsten kannste da relativ wenig machen, weil solange kein Anfall aufm EKG is isses unmöglich genau zu sagen was für ne Rythmusstörung es im einzelnen ist, wo sie ihren Ursprung hat und ob und wenn ja wie man sie behandeln kann.

Gruß
Tiallu

Ich leide an Herzrhytmusstörungen. Schon seit vielen Jahren.
Früher kamen sie einmal bis zweimal die Woche oder bei zu
schnellem Puls(180-200 Schläge). Seit ungefähr einem Jahr
haben sich die Störungen verschlimmert! Sie tretten viel öfter
auf. Auf verschiedenste Arten. Manchmal wie Aussetzer. Selten
auch mal Schnelle Schläge hintereinander. Manchmal wenn es
ganz schlimm ist dauert es Stunden bis Tage bei jedem fünften
Schlag.

Einige haben - so wie ich - den Text erst falsch gelesen.

Dein Problem sind NICHT Tachykardien mit 180-200 Schläge, sondern dass Du während solch hoher, aber durch körperliche Belastung erklärbarer, Herzfrequenzen Unregelmäßigkeiten empfindest.

Leider bleibt auch da nur eins: Langzeit EKG schreiben, bis der Fehler auftritt. Einzelne Stolperer bei hoher Frequenz halte ich allerdings auch nicht für dramatisch. Dramatisch wäre es, wenn im Ruhezustand plötzlich Dein Herzschlag auf 200 hoch gehen würde.

Diese zusätzlichen Herzschläge sind meines Wissens - wenn sonst keine Erkrankung vorliegt - unproblematisch.

Mehr Infos findest Du, wenn Du Dich zum Thema „Extrasystolen“ erkundigst.

sagen wirs mal so: diese paroxysmale supraventrikuläre
Tachykardie ist mehr oder minder angeboren= du hast die schon
immer, aber die wird mit der Zeit schlimmer und schlimmer und
schlimmer.

Wie kommst Du auf Tachykardie? Er schrieb ja, dass seine „Stolper-Pulse“ häufiger BEI hohen Herzfrequenzen auftreten.

Also ich verstand sein Problem nicht so, dass er unter unerklärlich hohem Pulsschlag leide, der sich nach einiger Zeit wieder normalisiert, sondern dass er vornehmlich zu Zeiten eines erhöhten Pulsschlages die Extrasystolen / Aussetzer verspüre.

Bitte da mal um Aufklärung durch den Fragenden, das sind ja zwei ganz verschiedene Probleme.

ja ich meine herstolperer und nicht herzrasen das nach minuten aufhört… die fühlen sich aber irgendwie auch oft anders an als andere

Also, das von mir genannte Krankheitsbild spielt sich in den Vorhöfen ab, das merkt man primär nicht da der AV-Knoten wie ein Frequenzfilter die Tachykardie bremst. Damit hast du aber eine unphysiologische Av-knoten Erregung, die wenn sie in Vulnerable Phasen trifft durchaus dann mal eine Ventrikuläre extrasystole auslösen kann, die man dann merkt. Alternativ kann auch durch eine Art SSS(SickSinusSyndrom) ein temporärer Sinusblock entstehen, so dass ein AV-Ersatzrythmus einsetzt(das is dann das herz bleibt gefühlt kurz stehen). Beides sind Krankheitsbilder, die zu den Supraventrikulären Tachykardien zählen, und bei solchen Beschreibungen das sinnigste, da du bei einer Ventrikulären Störung die Symptome in der Regel immer hast, außer du hast einen regulierbaren ektopen Herd im Ventrikel, was aber in der Regel nur bei Primären Herztumoren auftritt die SCHWEINE selten sind^^

Hoffe das beantwortet warum ich euch mit dem Vorhofdefekten nerve^^ Im Regelfall schnibbel ich ehh eher ums Herz rum, von daher laß ich mich hier auch gerne eines besseren belehren^^

Gruß Tiallu

Ich hab zwar kaum was verstanden… nur dass ich noch Zeit habe es klarzustellen. Es ist nicht sooooooooooooo gefährlich? Naja ich werde hardnäckig bleiben und das auf dem ekg festhalten lassen.irgendwann klappts hoffe ich.Und vielen vielen Dank für die Mühe und die Ausführliche erklärung!:smile:

vielleicht sollte ich erwähnen dass ich früher an angststörung litt. So stark ist es geworden als ich diese ZEIT ÜBERSTANDEN hatte. Nun mit diesen herzproblemen kammen auch Panikattacken zurück. Ich wei dass die ÄNGSTE DAVON kommen. Aber die Ärtzte haben noch die gleiche erklärung. Obwohl das eindeutig kein Symptom einer Angststörung ist und bei mir niemals war…

Wenn du den Ärzten das so „anbietest“ mußten dich aber nicht wundern: Bei den Angststörungen nach ICD-10 f4 treten Komorbit gerne mal Somatisierungsstörungen auf, die dann zum Teil relativ lange bestehen und auch nach der eigentlichen Angststörung auftreten können…Wie gesagt so gefährlich ist das was ich bei dir vermute direkt nicht, es kann aber zu gefährlichen Spätfolgen führen: Mach dir erst mal nich zusehr nen Kopf, aber ich würd dir trotzdem raten es nach Möglichkeit weiter abklären zu lassen… halt bis du mal sowas mal im EKG aufgezeichnet hast.
Wenn die Ärzte dich nicht ernst nehmen geh zu nem anderen und häng das mit der Angststörung nicht direkt an die große Glocke und bestehe halt beharlich darauf, dass sie dich mit Langzeitekgs beglücken bis sie was haben.
Im besten Fall isses zwar nix, aber der Aufwand und dein Risiko bei den digitalen Langzeitekgs ist nicht so groß, als dass man da irgendein Risiko eingehen müßte, dass halt doch was ernsteres dahinter steckt.

Lg
Tiallu

Hallo, auch bei mir wurden supraventrikuläre Extrasystolen festgestellt. Seit 34 Jahren lebe ich damit.

Vor 20 Jahren, als es sehr schlimm war, begann ich leider mit Betablocker, die ich bis heute nehme. Nachdem die Extrasystolen jetzt wieder verstärkt auftraten und ich den Betablocker nicht erhöhen wollte, verschrieb mir mein Internist ein Magnesium-Kalium-Präperat. Die Extrasystolen sind weg.

Wichtig wäre, was bei mir auch gemacht wurde, ein Langzeit-EKG. Bei mir traten viele Extrasystolen auf, mit der Magnesium-Kalium-Therapie ist mein Pulsschlag wieder regelmäßig.

Der Hintergrund ist natürlich psychosomatisch, ich selbst konnte trotz 10-jähriger ambulanter Psychotherapie und 2 Aufenthalten in „psychosomatischen Kliniken“ die Extrasystolen nicht verhindern. Sie kamen wieder, im Alltag, in Streßsituationen, durch Kindheitserinnerungen und wenn ich meinte ich sei gut drauf - grade dann (weil ich innerlich traurig war).
Natürlich kommt dann die Angst, Du denkst Du stirbst, ich blieb vor Angst oft nur noch zuhause, zum Schluß saß ich aus Angst ganz alleine da und das Herz stolperte immer noch.

Natürlich spielt die Kindheit, die Verletzungen oder ein unbewältigtes Erlebnis eine Rolle. Ich konnte es nicht lösen

Ich für mich habe entschieden, ich habe genug getan, ich kann den alten, großen „Brocken“ nicht ganz lösen und habe mich für den Betablocker entschieden, da ich einfach wieder „fit“ sein mußte und im Arbeitsleben meinen Mann ohne Ängste stehen mußte.
Der hat mich 20 Jahre erlöst, wobei das Herz jetzt wieder rebelliert und mit Magnesium-Kalium zusätzlich wieder Ruhe gibt.

Wenn Du noch jung bist - wag den Sprung, herauszufinden, warum Dein Herz stolpert, hinterfrage, was WAR da los!

Das ist eine große Chance!

Hätte ich diese Therapien nicht gemacht, würde ich die Hintergründe des Herzstolperns nicht wissen. Ich kenne sie, aber es ist sehr schwer, S0 zu leben, daß das Herz nicht stolpert.
Besonders, wenn man, wie wir, Du wahrscheinlich auch, in der Kindheit schwer verletzt worden und gleichzeitig behütet worden sind. Es geht hier um Trennungsangst. Um Bindungsangst. Eigentlich möchten wir bei unserem Vater/Mutter unter die Decke schlupfen, da wären wir sicher, da hätten wir keine Herzrhytmusstörungen und keine Angst mehr, aber das geht nicht.

Geh die Angst an - hinterfrage sie, warum ist sie da? Das wäre wichtig, daß Du Du selbst wirst. Ob mit oder ohne Rhytmusstörungen hinterher wirst Du sehen. Aber ich kann Dir vesprechen - sie lassen Dich eine lange Weile in Ruhe.

Ich selbst war wegen der Ängste und den Extrasystolen in einer verhaltenstherapeutischen Klinik, nur die kann ich empfehlen. Dort läuft ein wenig Psychotherapie und gleichzeitig „Ängste angehen“.

Mir hat es sehr geholfen!
Viel Mut und Kraft
von Karin