Hallo Liete!
Das passiert bei so spärlichen Informationen bezüglich der
Anamnese eben.
Zum Glück hab ich nicht gedacht, du seist eine Frau 
Ach, das hätte ich nicht schlimm gefunden, mein „bewusstes Ich“ ist zwar männlich, aber dafür ist meine „Anima“ (Carl Gustav Jung) weiblich, und da wir beide eigentlich immer alles zusammen erleben und unternehmen, habe ich nichts dagegen, wenn jemand in mir auch mal mehr meine Anima als mich (Mann) sieht. Ich mag die Frau (nicht nur meine Anima) nämlich. Sorry - ich bin in der Jungschen Tiefenpsychologie zu Hause.
(Ja, das verstehe ich, denn mein BMI liegt so etwa bei 37).
Ganz ehrlich: Würde es dich denn ernsthaft wundern, wenn dein
Herz unter diesen Umständen nicht mehr einwandfrei
funktioniert?
Offene Antwort: Nein! Ich wundere mich eher, dass ich immer noch lebe. (Und unter vier Augen - hoffentlich hört’s Herzchen nicht mit, sonst bildet es sich noch zu viel ein: Ich bewundere es für seinen (Über-)Lebenswillen! Bei so einem fetten Kerl wie mir hätte ich den schon längst aufgegeben, wenn ich sein Herz wäre!)
[…]
Es gibt Extrasystolen aus den Vorhöfen oder welche aus den
Kammern; das sieht man auf jeden Fall im EKG. Darüberhinaus
noch diverse andere Kleinigkeiten, bei denen man darauf
schließen kann, worum es sich wohl handelt. Zu Recht monieren
die Fachleute hier deswegen, dass man aus zwei, drei Fakten
hier weder eine hieb- und stichfeste Diagnose herzaubern kann
(was regelmäßig hier geradezu erwartet wird), noch dass Laien
auf google fündig werden und was Ordentliches dabei
herauskommt (zu Recht dauert das Medizinstudium so lange).
) Bestimmt ist Dir der Witz bekannt: "Stehen zehn Leute da. Wie findet man am schnellsten heraus, wer von denen Arzt ist? Ganz einfach: Telefonbuch hinhalten und sie zum Auswändiglernen desselben auffordern! Neun von den Zehnen werden ganz konsterniert gucken und sich vereimert fühlen. Der Arzt aber gibt sich durch seine Gegenfrage zu erkennen: „Auswändiglernen? BIS WANN?“
Nein - Spaß beiseite und Ernst in die Ecke!
Also, was ich erwartet hatte, war lediglich: doppelt soviel Zeit für den Arzt-Patientenkontakt wie für meine vorhergehende Parkplatzsuche. Aber seit gestern abend habe ich die Information, dass die gesetzlichen Kassen dem Kardiologen für so eine Erstuntersuchung nur 17 Euro zahlen. Dafür würde ich doch auch keinem Patienten mehr als 10 Minuten Zeit schenken! (Ich hatte eine falsche Erwartung: Sobald ich stationär nebenan in der Klinik liege - in der Komfortstation, weil ich stationär privat zusatzversichert bin, kümmern die sich von oben bis unten um mich und wollen mich am liebsten gar nicht mehr weglassen*.
Aber ambulant bin ich nur einfacher „Gesetzlicher“ (die ambulante private Zusatz-Versicherung war leider schon mit Mitte 20 zu teuer für mich - als damaliger „Herzneurotiker“).
Und diesen Riesenunterschied in der Behandlung (ich würde sagen: mindestens 3 Klassen Differenz) hatte ich so nicht erwartet. Das nächste Mal sehe ich zu, dass ich mich stationär aufnehmen lasse - da muss ich nur aufpassen, dass die nicht ZUVIEL an mir herumuntersuchen!
*) O-Ton eines befreundeten Klinikangestellten: "Unser Prof. ermahnt uns immer eindringlich: ‚Nehmt Euch ein Beispiel an unseren Kofortstationen! Mit denen verdienen wir das Geld für das ganze Haus - auch für Euch mit!‘ "
Bei invasiven Untersuchungen muss man wie immer eigentlich
eine Nutzen-/Risiko-Abwägung machen. Deswegen ist es auch
keine Standardmaßnahme, Leuten mit einem Draht in den Gefäßen
rumzufummeln.
Ehrlich gesagt, wäre ich auch sehr befremdet gewesen, wenn er mir gleich eine Katheteruntersuchung verpasst hätte. Aber sich mir und meinem Anliegen etwas mehr zuwenden und mehr Dialog - auf EINER Augenhöhe mit einem mündigen Patienten! - mit mir pflegen, das habe ich erwartet.
[…]
Stellt sich eben die Frage, was gesund ist. Im Alter mit
Übergewicht und verbesserungswürdigen Blutwerten darf man eben
nicht mehr von einem Herz ausgehen, das wie der frisch
geschmierte Motor eines neuen Porsches läuft. Das hat der Arzt
natürlich in seine Beurteilung mit einbezogen.
In der Hoffnung, in meiner Ehrlichkeit nicht zu grob gewesen
zu sein,
Liete
Keinesfalls! Ich mag (auch „gnadenlose“) Offenheit und Ehrlichkeit lieber als höfliche Verlogenheit.
Also mit anderen Worten: Ich hätte bei der Untersuchung wahrscheinlich die besseren Karten gehabt, wenn ich mit einem BMI von höchstens 25, mit Blutwerten genau in der „gesunden Mitte“ - und am besten ohne ein Kreuzchen bei „Bin Rentenbezieher“ aufgetaucht wäre…? Ach - und nicht zu vergessen: Selbstverständlich als Privatpatient… (Wie gesagt, der letztere Zug war bei mir schon mit Mitte 20 abgefahren. Und die Fettleibigkeit scheint eine Kriegsfolge zu sein: Meine beiden Eltern waren SOOO alt, dass beide beide Weltkriege - und mehrere Hungersnöte erlebt hatten. Da wundert es mich nicht, wenn sie selbst (in der Wirtschaftswunderzeit) fett wurden und auch noch - im hohen Alter - ein Kind in die Welt setzen, das dann (Cave: die nächste Hungersnot!) selbst fettleibig wird!
LG FatzManiac