Hallo,
da mir in letzter Zeit sehr oft das Herz sprichwörtlich bis zum Hals klopft, hat mein Hausarzt ein Langzeit-Ekg in Auftrag gegeben.
Dabei kam raus:
Sinusrhytmus mit einer Herzfrequenz von 66 bis 120/min.Keine SVES, ca. 5000 VES, einzelne Couplets, teils Bigeminus. Keine komplexeren Herzrhytmusstörungen, keine relevanten Pausen. Überwachung 20 h 32m
Es finden sich eine gehäuft einfallende ventrikuläre Extrasystolie allerdings nicht in komplexer Anordnung. Ansonsten besteht ein überwiegend normofrequent übergeleiteter Sinusrhytmus. Relevante Tachykardien kommen nicht zur Darstellung.
Ich kann damit nichts anfangen, mein Hausarzt meinte, es wäre eine harmlose Sache.
Kann mir jemand dabei weiterhelfen? Die Herzklopferei nervt mich schon sehr. Vor allem in Ruhe.
Vielen Dank schon im Voraus, falls wer was dazu weiß!
Plauze
Hallo,
kam das Herzklopfen auch während der Überwachung?
Ist dein Hausarzt Internist?
Ich würde mit ihm mal die Möglichkeit einer Überweisung zum Kardiologen besprechen.
Grüße
Moin,
ja, deine Extrasystolen bestätigen sich im EKG - „gehäuft einfallende ventrikuläre Extrasystolie“ - sie gehen also von den Ventrikeln - den Herzkammern aus.
Was die Extrasystolen verursacht ist nicht so einfach zu sagen. Das kann von Kaffee-, Tee-, Nikotin- und Alkoholkonsum oder Schlafmangel über Stress oder manche Medikamente (z.B. manche Psychopharmaka) reichen.
Eine Schilddrüsen-Überfunktion, starke Blutarmut oder ein gestörter Elektrolythaushalt können ebenfalls Ursache sein.
Bis zu einem bestimmten Grad sind Extrasystolen allerdings auch normal - die meisten Menschen bekommen sie nur nicht mit.
Ich an deiner Stelle würde mir einen Betablocker in geringer Dosierung verschreiben lassen und schauen wie sich die Sache entwickelt. Wenn noch andere Symptome dazukämen, z.B. Gewichtsabnahme, gehäufte Krämpfe oder ungewöhnliche Müdigkeit ist eine weitere Abklärung erforderlich. Wenn dich der Befund sehr beunruhigt kannst du vom der Hausarzt auch erst mal eine Blutuntersuchung machen lassen. Damit ließe sich schon einiges ausschließen.
Gute Besserung…lux
Herzrhythmusstörungen sind keineswegs „harmlos“.
Wenn es blöd läuft kann es zum Vorhof- und Kammerflimmern kommen und dann ist es nur mehr ein schmaler Grad zwischen Leben und Tod.
Man sollte den ganzen Körper durchchecken lassen, alles was damit zu tun haben könnte (Schilddrüse,…).
Herzrhythmusstörungen sind keineswegs „harmlos“.
Nun mal nicht die Pferde schheu machen! Ein gesundes Herz kann jede Art von Rhythmustörungen zeigen.
Natürlich, aber Fakt bleibt, dass der Körper eine Maschine ist und nichts in ihm grundlos passiert, demnach müssen die Herzrhythmusstörungen irgendwo herkommen.
Aus Kostengründen können nicht alle Menschen solch einen umfangreichen Checkup bekommen.
Natürlich, aber Fakt bleibt, dass der Körper eine Maschine ist
Das ist sicher kein Fakt, sondern blanker Unsinn. Beispiel: „Mir blieb vor Angst fast das Herz stehen“ - ich habe noch keinen Automotor gesehen, der wegen psychischer Probleme Fehlzündungen kriegt
und nichts in ihm grundlos passiert, demnach müssen die
Herzrhythmusstörungen irgendwo herkommen.
Da lassen wir aber die Psyche außen vor, oder?
Aus Kostengründen können nicht alle Menschen solch einen
umfangreichen Checkup bekommen.
Niemand kriegt einen solchen Check up, es würde jedes Gesundheitssystem sprengen.
Nebenbei: 99% der Extrasystolen kommen aus heiterem Himmel (ist eben keine Maschine), beim restlich Prozent findet man den Grund auch ohne große Verrenkungen schnell.
Hallo,
Es gibt eine Studie, die sogar zeigt, dass Leute mit gelegentlichen Herzrythmusstörungen eine deutlich besseres Langzeitüberleben haben, als Leute ohne derartige.
Liebe Grüsse
Anja
Aber nicht doch, Dr Priamos…
Auch wenn man von „psychischer Angst“ spricht werden die Vorgänge biochemisch/neurologisch gesteuert (Sympathikus/Parasympathikus).
Nehmen wir einmal „Angst“ als Beispiel. Angst soll uns oder den Körper aus/vor lebensgefährdenden Situationen schützen - das ist fest im Unterbewusstsein gespeichert und das manifestiert sich auch so in gewissen Situationen (wie ein PC z.B., der ist doch auch eine Maschine, oder etwa nicht Dr Priamos?).
Die Reizleitung erfolgt über die Nerven, obs Reflexe sind oder bewusst Wahrnehmung und emotionale Bewertung über tiefere Hirnzentren ist im Grunde egal - funktionell gesehen fungiert der Körper als reine Physiologie-Maschine.
Extrasystolen kommen nicht aus heiterem Himmel, das ist so als würde man an den Weihnachtsmann glauben.
Auch wenn eine einmalige fehlerhafte Reizleitung vorhanden ist, die keine sonstige Auswirkung hat ist die Ursache nicht aus „heiterem Himmel“.
In Punkto Checkup: Ich schrieb bereits, dass man es nicht finanzieren könnte, danke fürs wiederholen.
Hallo,
besonders während des Wachstums sind Extrasystolen unter einer bestimmten Anzahl als physiologisch anzusehen (z.B. Lown-Klassifikation
Hallo Pollux!
entwickelt. Wenn noch andere Symptome dazukämen, z.B.
Gewichtsabnahme, gehäufte Krämpfe oder ungewöhnliche Müdigkeit
ist eine weitere Abklärung erforderlich.
Entschuldige, dass ich mich da mit einer Frage einklinke:
Ich hatte vor etwas über einem Monat Vorhofflimmern, Wasser in der Lunge und den Beinen und war fünf Tage auf der Intensivstation. Seither bin ich ungewöhnlich müde. Als ich das vor einer Woche dem Facharzt bei der Kontrolluntersuchung sagte, meinte er wörtlich: „Ob da ein Zusammenhang besteht, kann ich nicht sagen!“
Da irritiert mich jetzt natürlich Deine Aussage, und ich wäre Dir sehr dankbar, wenn Du das näher erläutern könntest - damit der Thread hier nicht zerfleddert wird, eventuell als PM.
Beste Grüße
Waldi