Herzschuss

Hallo!

Ich wollte wissen, warum man sofort tot ist, wenn man einen Schuß in das Herz bekommt. Ich dachte mir, dass in dem Moment des Schusses doch eigentlich noch eine Menge Sauerstoff im Körper ist, welcher doch erst noch mal aufgebraucht werden könnte. Somit müsste der Körper doch imstande sein noch so 2-3 Minuten weiterzuleben. Oder nicht?

Geschosse mit einem hohen Impuls lösen eine Druckwelle aus, wenn sie in ein flüssigkeitsgefülltes Kompartiment eindringen. Gehirn und Blase platzen sogar, wenn sie getroffen werden, das Herz wird starken schaden nehmen. Der Kreislauf bricht unter dem plötzlichen Druckanstieg zusammen (Schocktod).
Schnelle Geschosse drücken ein Gaspolster vor sich her. Beim Eindringen in die Blutgefässe bilden sich Gasembolien, die die Blutzirkulation unterbrechen.

N.B. Wenn der Kreislauf still steht, kommt auch das viele schöne Blut aus den Arterien nicht in die Kapillaren, wo es verbraucht werden soll. Du hast zwar Sauerstoff im Körper, aber er kommt nicht zu den Zellen und das CO2 in den Zellen wird vor allem nicht mehr abtransportiert.

‚Wissenswertes‘ dazu
Im übrigen dürfen nach geltendem Kriegsrecht als Kriegsmunition nur Patronen verwendet werden, deren Geschosse einen bestimmten Impuls nicht überschreiten. Ausserdem dürfen nur Mantelgeschosse (keine Hohl- oder Halbhohlprojektile) verwendet werden. Beides verhindert den Schocktod bei Soldaten. (Der Verhinderung von Reisswunden kann es nicht dienen, denn Splittergranaten sind weiterhin akzeptiert)

Hohlprojektile sind Geschosse, deren Spitze abgeflacht oder hohl ist, um eine Schockwirkung zu erzeugen. Ihre Verwendung ist auf der Jagd (zumindest in der CH) Pflicht, da das Wild bei einem Treffer fallen soll und nicht angeschossen durch die Prärie traben.

Wissenswertes dazu ¦¦ nicht jugendfrei
Beim Freitod durch einen Kopfschuss füllen überlegte Selbstmörder den Waffenlauf mit Wasser und setzen ihn an, um die Druckwirkung zu verstärken und das befürchtete Weiterleben mit Hirnschaden zu verhindern. Das Gehirn wird wegen des hohen Druckes richtiggehend püriert und über Wände und Decke verteilt. Ergibt einen grauenhaften Anblick!

Soldaten im Krieg wurden vor dem Gefecht aufs Klo geschickt, da ein Schuss in eine volle Blase diese völlig zerfetzen kann. Auch ich lernte in der Armee, dem Gegner, sollte er eine Weste tragen, in die Lendengegend zu schiessen. Mit der Begründung, er würde innert weniger Minuten verbluten, was sicher auch richtig ist, aber wen interessierts, wenn sein ganzer Bauchraum nur noch ein Sumpf aus Blut, Gewebefetzen und Urin ist …?

In welchem Kanton ist die Schweizer Prärie? owt

)

Hallo Sandro (

Leider kümmert sich im Ernstfall keine Sau um diese schöne theoretische „Verordnung“. Manche hochnä… Länder verschießen auch radioaktive Munition! :-/

Gruß
Falke

Im übrigen dürfen nach geltendem Kriegsrecht als
Kriegsmunition nur Patronen verwendet werden, deren Geschosse
einen bestimmten Impuls nicht überschreiten. Ausserdem dürfen
nur Mantelgeschosse (keine Hohl- oder Halbhohlprojektile)
verwendet werden. Beides verhindert den Schocktod bei
Soldaten.

Hallo Sandro,

abgesehen von der merkwürdigen Kombination der Worte „Krieg“ und „Recht“ - in der überall erlebten Praxis glatte Gegensätze - ist solches Kriegsrecht eine beliebig verlogene Angelegenheit, die einigen Leuten dazu dient, Krieg zu heroisieren und mit einem Nebel von fairem Kampf zu umgeben. Tatsächlich geht es um die Schädigung und Schwächung des Gegners. Dabei hat es noch keinen Militärbefehlshaber je interessiert, ob Menschen ertrinken, ersticken, verbrennen, explodieren, zerrissen oder verstümmelt werden. Ich war lange genug in der militärischen Entwicklung tätig, um zu wissen, daß die angestellten Überlegungen nur dem Wirkungsgrad gelten: Der eigene Einsatz muß niedriger als der Schaden beim Gegner sein und alles ist gut. Auf welche Weise gegnerische Soldaten krepieren, ist sowas von egal. Hauptsache, von ihnen geht keine Gefahr mehr aus. Im Zweifel ist es auch belanglos, auf welche Weise die eigenen Soldaten sterben, ob sie langsam verbluten oder wie auch immer ihre Kampfkraft einbüßen. Sie stehen nicht mehr zur Verfügung und dabei bindet im Ernstfall ein toter Soldat weniger Kräfte als ein verletzter Soldat, der behandelt werden will. Entscheidend ist aber beim Tod eigener Soldaten letztlich nur das passende Verhältnis von Einsatz und Wirkung. So erzählte Herr Blair kürzlich von der Bereitschaft Großbritanniens, den Blutzoll zu entrichten, um Saddam aus dem Amt zu jagen. Das war eine einfache Wirkungsgradabschätzung mit einem angestrebten Ergebnis und eingesetzten (Menschen-)Material. Die Art der Verletzungen und Verstümmelungen kommt in solchen Überlegungen nicht vor.

Gruß
Wolfgang

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Leider kümmert sich im Ernstfall keine Sau um diese schöne
theoretische „Verordnung“. Manche hochnä… Länder verschießen
auch radioaktive Munition! :-/

ich weiss wen du meinst…unsere lieben Freunde von drueben.
Jima

Gruß
Falke

Hallo, hier die „physiologische Antwort :smile:“. Ich habe von Waffen keine Ahnung, aber von Medizin.
Wenn das Herz stillsteht (egal aus welchem Grund), verliert der Mensch nach ca. 6 Sekunden das Bewusstsein. Das liegt daran, dass die Reserven des Gehirn nicht für 2-3 Minuten reichen, sondern eben nur Sekunden. Die von Dir angesprochene Reserve von 2-3 Minuten ist die (sehr unterschiedliche) Zeit, die das Herz noch schlägt, wenn die Atmung aussetzt.

Gruss, Michael

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Leute falsches Brett!
Hallo!
Ich denke die Diskussion ist von ihrem anfänglichen Inhalt inzwischen ziemlich weit weg und sollte woanders weiterdiskutiert werden.
Lieben Gruß
Natascha