Herztöne

Liebe/-r Experte/-in,ich bin in der 32. SSW (2. Schwangerschaft) und die Herztöne meiner Kleinen machen mir zu schaffen. Ich muss jede Woche zur Kontrolle, diesmal in der Klinik, da meine FÄ Urlaub hatte. Das CTG zeigt Kurven von 104 bis 180 an. Sehr ungleichmäßig. Die Ärztin im Krankenhaus meinte, dass das in Ordnung sei. Meine FÄ ist da anderer Meinung, sonst hätte sie mich wohl nicht hingeschickt. Auch ist der Muttermund weich. Das Baby wiegt schon 2kg- normal wären jetzt 1,4kg.

Ich habe Angst, da bei meiner ersten Tochter auch Probleme beim Herz waren und mich meine FÄ daraufhin schon früher einwies, damit die Geburt eingeleitet wird. Jedoch waren im Krankenhaus damals die Ärzte anderer Meinung und liesen mich im Stich. Als dann endlich die Geburt voranschritt hätte ich meine Kleine fast verloren weil unter der Geburt keine Herztöne mehr waren und dann alles ganz schnell gehen musste.

Ich will das nicht nochmal durchmachen.

Haben Sie einen Tipp für mich, wie ich mich jetzt verhalten soll? Soll ich denken, es ist so normal und einfach abwarten? Was denken Sie darüber?

Vielen Dank und alles Gute
Anja

Hallo Anja,
Ihre Sorgen sind nur allzu verständlich. Ich denke aber sie sind unbegründet. Ihre Versorgung scheint ausgezeichnet zu sein, auch in der ersten Schwangerschaft.
Die Herztöne beim Ungeborenen liegen oft bei 120 bis 160 pro Minute und Unregelmässigkeiten sind auch normal uns es gibt grosse und kleine Kinder.
Vertrauen Sie der Natur und Ihren Ärzten.
Ich unsch Ihnen und Ihrer Tochter alles gute und ein gutes Neues (Erstes) Jahr.
Mit freundlichen Gruessen

Dr.Volker Wehler

Bitte beachten Sie, dass eine Auskunft per Internet niemals einen Besuch beim Frauenarzt ersetzen kann.
Zu mir: Nach Studium in Heidelberg, Uni-Klinik Ulm, Krankenhaus Ruesselsheim und 25 Jahren eigener Praxis habe ich mich nach Frankreich zurückgezogen, dann aber doch wieder eine Praxis eröffnet.
Seit Juli 2008 bin ich nicht mehr taetig. Durch die Beantwortung Ihrer Fragen bleibe ich der deutschen Gynaekologie noch ein wenig verbunden.

vielen Dank!

Hallo und guten Tag, die Beurteilung des CTG ist ohne
Aufzeichnung und ohne akustische Kontrolle kaum möglich
Herzfrequenzen in der 32. SSW zwischen 104 und 180 pro min können da normal sein. Ohne Aufzeichnung ist aber die Beurteilung unmöglich. Wenn Ihre FÄ aber meint, da stimmt etwas nicht, gehen Sie in ein Perinatalzentrum Stufe II !! Dort haben sie einen Doppler Herzecho und weitere Methoden, um etwaige Herzfehler zu finden. Ein Gewicht von 2000g am Ende der 32.SSW ist aber völlig normal. Da kann ich Sie beruhigen. Eine vorzeitige Geburtseinleitung ohne wirklich wichtigen Grund in dieser frühen SSW ist nicht zu empfehlen. Wenn dann unbedingt auch in einem Perinatalzentrum, da nur dort alle Abteilungen immer zur Verfügung stehen - Kinderärzte, Narkoseärzte und zuerstmal Geburtshelfer, die sich mit Frühgeburten auskennen. Ich wünsche Ihnen noch einen guten weiteren Schwangerschaftsverlauf, ein gutes neues Jahr und verbleibe mfG Dr.B.Hojnacki

Hallo,
um es gleich zu sagen - eine endgueltige Aussage ueber die Herztöne kann ich so von der Ferne nicht treffen. Aber einige Gedanken kann ich mitteilen:
So wie wir Erwachsenen auch so kann das Ungeborene seine Herzfrequenz den aktuellen Erfordernissen anpassen. Wenn wir ruhen, haben wir einen Puls von 60-80 Schläge pro Minute. Wenn wir aktiv sind eher mehr und wenn wir einen Sprint hinlegen, dann kann unsere Herzfrequenz 150 locker ueberschreiten. Fuer das Ungeborene liegt die Normalzone fuer den Ruhepuls zwischen 110 und 160 ungefähr. Wenn das Baby richtig aktiv ist, kann es kurzfristig auch mal bis zu 180 hinaufgehen, ebenso wie es fuer ein ganz kurzfristig mal auf 100 abfallen kann. Unter der Geburt ist das etwas anders, da kann die Nabelschnur bei den Wehen in die Klemme kommen, die Herztöne können auch druckbedingt abfallen, wenn das Köpfchen tiefer tritt, ein beginnendes Versagen des Mutterkuchens kann sich deutlicher zeigen usw. Kaum ein Kind wird geboren ohne dass die Herzfrequenz beeinflusst wird. Das können die Babies aber auch gut verkraften, wenn es nicht zu lange anhält.
Sprechen Sie am besten nochmal mit Ihrer Frauenärztin ueber das Ganze. Fragen Sie sie, mit welchem Verdacht/welcher Fragestellung sie Sie eingewiesen hat und welche Antwort sie bekommen hat von den Kollegen in der Klinik. Lassen Sie sich die Antwort erklären. Vielleicht ist ja alles ganz sonnenklar, dann werden Sie Ihre Sorgen los, was ja fuer alle das Beste wäre.
Mit freundlichen Gruessen!
Antje

dankeschön!

Hallo!
Das Sie so etwas nicht noch einemal erleben wollen, kann ich nur zu gut verstehen.
Was ich nicht verstehe ist, dass Sie wieder in dem Krankenhaus sind. Es hört sich so an, als hätten Sie kein Vertrauen zu den Ärzten dort, was ich nachvollziehen kann.
Mein Rat: Gehen Sie in ein anderes Krankenhaus und lassen sich dort noch einmal untersuchen. Das ist Ihr gutes Recht.
Liebe Grüße und alles Gute
Karin

Die Frage ist sehr schwer zu beantworten, da ich die CTG-Aufzeichnung selbst nicht beurteilen kann. Ihr Kind ist sicher unreif (die sonographische Gewichtsschätzung ist nicht immer präzise). Die Beschreibung Ihrer ersten Geburt ist sehr ungenau. Welche „Probleme beim Herz“ hat Ihr erstes Kind? Oder waren das nur Auffälligkeiten in der Herzaktionsfrequenz unter der Geburt und jetzt ist alles in Ordnung. Ich glaube auch nicht, dass „unter der Geburt keine Herztöne mehr waren“. Nur in einer Situation, in der die Geburt sofort beendet werden könnte (z.B. mit Zange), wäre es möglich das Kind schließendlich zu retten. Keine Herztöne bedeutet ja, dass das Kind tot ist.
Die Krankenhausärzte haben meistens etwas mehr Erfahrung in der CTG-Beurteilung als die niedergelassenen Frauenärzte, sie machen das täglich. Es gibt aber in Deutschland viele kleine Abteilungen mit 400-500 Geburten im Jahr, wo die Möglichkeit Erfahrungen zu sammeln nicht so groß ist wie in großen Kliniken.
Wie gesagt, ich habe keine Möglichkeit Ihre Frage zu beantworten, ich schildere nur die Gedanken, die mir durch den Kopf gehen, wenn ich Ihren Brief lese.
Ich verstehe Ihre Sorgen sehr gut und möchte Ihnen helfen, ich weiß nur nicht wie.
Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch und eine glatte Geburt eines gesunden Kindes im neuen Jahr.
Gruß
Andre

Vielen Dank. Leider gibt es hier in der Nähe kein anderes Krankenhaus.Ich bin schon im größtem Krankenhaus im Umkreis von 150km.

Einen guten Rutsch wünsche Ich Ihnen und Ihrer Familie.