Hesse: Das Glasperlenspiel

Hallo!

Ich bin immer öfters auf diesen Titel gestoßen. ist das werk lesenswert?

Servus Karin,

lesenswert - allemal! Allerdings wohl nützlich, sich auf dem Weg über weniger abgefahrene Werke von Hesse an das Glasperlenspiel heranzutasten: Steppenwolf, Narziss und Goldmund, Demian, Siddharta. Vielleicht in dieser Reihenfolge. Dann werden Dir die „Hesse-Themen“, mit denen er sich immer wieder beschäftigt, schon geläufig sein, wenn Du das Glasperlenspiel angehst. Auch seine Neigung, die angefangenen und aufgebauten Bögen nicht handwerklich präzis zu Ende zu führen, sondern in der Regel ein paar Enden flatternd im Wind hängen zu lassen. Dann kann Dir das Glasperlenspiel sicher einiges geben - es freut mich übrigens sehr, daß Harry Hallers alter ego offenbar einmal wieder en vogue ist.

Falls Du Lust hast, zuerst den Autor selber kennen zu lernen, fang mit „Unterm Rad“ an.

Schöne Grüße

MM

Hallo,

ich habe die Erfahrung gemacht, dass weibliche Leser dazu neigen, den Steppenwolf als zu männlich zu bezeichnen. Ich würde als empfehlen, die Reihenfolge

Steppenwolf, Narziss und Goldmund, Demian, Siddharta.

umzukehren in:

Demian, Narziss u. G., Siddharta, Steppenwolf.

Das ist natürlich nicht zwingend, aber ich habe das mehrfach erprobt.

Gruß

Bona

Hallo bona,

ich (weiblich :wink: habe mit Steppenwolf angefangen und war dem Hesse sogleich verfallen.
Danach kamen Siddharta, das Glasperlenspiel, Demian…usw. aber das ist schon so lange her, dass ich es bald wieder lesen könnte :smile:

Gruß,
Maja

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Hallo,

Bonaventura’s Einwand kann ich nur bestätigen. Demian habe ich auch zuerst gelesen und das war gut so. Ein Buch, dass ich nie vergessen werde und mit dem ich mich, trotz des männlichen Protagonisten, bestens identifizieren konnte. In Steppenwolf empfand ich das schwierig. Aber die Sache mit der Identifizierung muss ja nicht ausschlagebend für Dich sein.

Viel Spaß beim Lesen,

Paruna

ich habe die Erfahrung gemacht, dass weibliche Leser dazu
neigen, den Steppenwolf als zu männlich zu bezeichnen. Ich
würde als empfehlen, die Reihenfolge

Steppenwolf, Narziss und Goldmund, Demian, Siddharta.

umzukehren in:

Demian, Narziss u. G., Siddharta, Steppenwolf.

Servus Paruna et.al.,

vielleicht ist das eine Generationensache: Vor ca. 1977 hat man sich über Geschlechtszugehörigkeiten glaube ich ein bissel weniger den Kopf zerbrochen, man hat sie eher soweit möglich genossen…

Weshalb ich den Harry Haller an den Anfang stellen möchte, ist, daß darin das Konzept des Hesseschen „Kopf-Bauch“-Themas ziemlich konkret exponiert wird. Obwohl ich nicht gern in den Krümeln rumbuddele, sind in diesem Fall der Name des Protagonisten Ha… Ha… und der des Autors He… He… nicht bloß zufällig so nah verwandt. Den Steppenwolf darf man als eine Art „Coming out“ betrachten, und die dortige Ankündigung „Nur für Verrückte - Eintritt kostet den Verstand“ steht an der Tür, die zu den anderen Werken führt.

Aber darüber brauchen wir uns eigentlich nicht streiten, merk ich grade.

Schöne Grüße

MM

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Hallo Bona,

ich kann deine Erfahrungen bestätigen. Zusätzlich würde ich sagen, „Unterm Rad“ als die erste Lektüre kann vielleicht noch besser gehen. Ausserdem liest man Hesse am besten als ganz junger Mensch, viele Erwachsene können mit ihm weniger anfangen. :smile:

Herzliche Grüße

ich habe die Erfahrung gemacht, dass weibliche Leser dazu
neigen, den Steppenwolf als zu männlich zu bezeichnen. Ich
würde als empfehlen, die Reihenfolge

Steppenwolf, Narziss und Goldmund, Demian, Siddharta.

umzukehren in:

Demian, Narziss u. G., Siddharta, Steppenwolf.

Das ist natürlich nicht zwingend, aber ich habe das mehrfach
erprobt.

Gruß

Bona

Hallo!

lesenswert?

Allemal, wie schon Martin sagte.

Ob ich allerdings sein Heranlesen an Hesses Alterswerk bestätigen oder befürworten kann? Eher nicht.

Ich habe als Jüngling das „Glasperlenspiel“ als erstes von Hesse gelesen und die klare, kalte Atmosphäre hat mich sehr angesprochen.
Darum haben mich mittleren Werke - so Demian bis Steppenwolf, und Narziss und Goldmund und Siddharta eher überrascht, ich will nicht sagen unangenehm; dafür haben aber die Frühwerke Hermann Lauscher, Peter Camenzind, Unterm Rad gesorgt, die mir als Rückfälle und verspätet erschienen.

Aber ich habe auch bei Stifter mit Witiko angefangen und bei Thomas Mann mit dem Dr. Faustus und bei Nietzsche mit dem Zarathustra.

Bei einer späteren Lektüre des Glasperlenspiels war ich dann eher gelangweilt von der unweltlichen Welt Kastaliens.

Während Mann und Stifter - vom Zarathustra nicht zu reden - sich bewährten.

Und noch was: Im Glasperlenspiel gibt es keine Frauen. Kastalien ist eine greise Männerwelt!
Hesse plante zeitweilig „Verschleierte“, das sind ehrbar Lust suchende Frauen, bei denen dann Knecht auch Kontakt zu weiblichen Wesen gehabt hätte, einzuführen, ließ sie aber dann doch weg.

Gruß Fritz

Hallo Karin,

ist das werk
lesenswert?

allemal, wie schon gesagt wurde.
Und in Deiner ViKa ist zu lesen, daß Du noch Schülerin bist, somit bist Du wohl in der ‚richtigen‘ Altersgruppe für Hesse.
In meiner Endteenagerzeit hab ich Hesse verschlungen und war begeistert.
Vor einiger Zeit hab ich noch mal den Knulp gelesen (bzw. angefangen damit) und war kaum noch von den Socken.
Aber das wurde mir damals von einem (dereinst für mich) älteren Herrn prophezeit und schwupp, nun bin ich in dem Alter diesen älteren Herrn :wink:

Gandalf

Hi Gandalf,

Vor einiger Zeit hab ich noch mal den Knulp gelesen (bzw.
angefangen damit) und war kaum noch von den Socken.
Aber das wurde mir damals von einem (dereinst für mich)
älteren Herrn prophezeit und schwupp, nun bin ich in dem Alter
diesen älteren Herrn :wink:

Irgendwie tut mir der Herr Hesse ja schon ein bisschen leid. Dauert
nicht lange, dann wird ihm noch der Titel „Jugendbuchautor“ verliehen.
War so sicher nicht geplant von ihm :smile:

Lg

Hi,

Dauert
nicht lange, dann wird ihm noch der Titel „Jugendbuchautor“
verliehen.

wäre das eine Abqualifikation?!
Gute Jugendbuchautoren sind mindestens gleich gut mit anderen Autoren nd überhaupt, warum diese Einteilung.
Ein Schreiber ist entweder gut oder schlecht (oder irgendwas dazwischen), unabhängig vom Zielpublikum.

Gandalf

Karl May, Ardistan und Dschinnistan
Hi,

nicht lange, dann wird ihm noch der Titel „Jugendbuchautor“
verliehen.

wäre das eine Abqualifikation?!
Gute Jugendbuchautoren sind mindestens gleich gut mit anderen
Autoren nd überhaupt, warum diese Einteilung.

Genau! Karl May! Mehr sage ich nicht!

Oder doch nochmal das Blochzitat: Es gibt Hegel und es gibt Karl May; was dazwischen liegt braucht man nicht!

Gruß Fritz

Ja, ich stehe kurz vor der Matura und bin daher schwere Lektüren durchaus gewohnt.

Nun ja, ich hab gerade erst hineingeschnuppert und bin auf Seite 30 oder so, finde es aber ziemlich interessant, vor allem seine Ansichten zu Musik und Mathe, da ich selbst absolute Musikerin bin…

Naja, aber es folgen ja noch 600 Seiten. Und egal ob ich jetzt Steppenwolf oder Narziss oder … zuerst lesen sollte, ich höre jetzt mit dem „Glasperlenspiel“ sicher nicht mehr auf.

Aber danke an alle für euren Rat!
lg,
Karin

Naja, aber es folgen ja noch 600 Seiten. Und egal ob ich jetzt Steppenwolf oder Narziss oder … zuerst lesen sollte, ich höre jetzt mit dem „Glasperlenspiel“ sicher nicht mehr auf.

So ist es würdig und recht!

Fritz

Hola, Gandalf,

Dauert
nicht lange, dann wird ihm noch der Titel „Jugendbuchautor“
verliehen.

wäre das eine Abqualifikation?!

Nicht doch, hab ich ja gar nicht behauptet. Ich bin ein großer Fan von
Jugendbuchautoren.
Nur bezweifle ich, dass Hesse sich selbst als einen angesehen hätte.

Grüße

Moin,

Nur bezweifle ich, dass Hesse sich selbst als einen angesehen
hätte.

das mußte er aber wohl schon zu Lebzeiten.
Sein Demian war von Anfang an ein Buch, das die Jugend faszinierte und ohne deren Käufe wäre er wohl nicht so populär geworden.

Gandalf