habe gerade im vorbeilaufen, den Papst und seinen Ostersegen erlebt.
Da geht es die ganze Woche um diese Amerikanerin die nicht mehr künstlich ernährt werden darf. Da wird vorgeschrieben wie alte (kranke) Menschen gepflegt und behandelt werden müssen.
Dieses Pack. Kein Wort über die Toten jungen Menschen täglich im Iran-Krieg (und anderen). Kein Wort über die vielen Kinder die tgl. vor allem in Afrika sterben. usw.
Da wird ein schwerkranker Mensch zur Schau gestellt. Die Welt sucht den „Superstar“?
Wenn das die Selbstdarstellung der „großen Hure“ war, dann sind die „Zuhälter“ die ärmsten Schweine in der Organisation.
Wie kann man ethischen Umgang mit Alter und Krankheit fordern und in seiner Selbstdarstellung so böse dagegen verstossen?
Ich bin noch nicht mal Altenpfleger oder auch nur annähernd in diesem Bereich tätig, aber ich habe zwei liebe Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet. Hier bin ich allerdings total gefrustet über diese unwürdige Handlung.
Sehe ich da alles falsch?
Gruß Norbert
PS:Wenn ich nicht schon vor Jahren aus dieser Organisation ausgetreten wäre hätte ich es heute getan.
der Segen „Urbi et Orbi“ sagt ja schon, daß für Rom die Erde immer
noch eine Scheibe ist.
Was den Krieg betrifft, so hat George Bush, der bessere Crist,
klargestellt, daß der Papst seine Meinung gefälligst für sich
behalten soll.
Im übrigen ist die katholische Kirche damit beschäftigt, alle Spuren
von Johannes XXIII. und den Konzilien zu beseitigen. Dummheit und
Weltfremdheit wird als tiefste Frömmigkeit bewertet. Die
Teufelsaustreibung feiert unter Kardinal Ratzinger fröhliche Urständ
und verzeichnet in Polen neue Rekorde. In Österreich sind
Verbindungen eines Bischofs zu nazionalsozialistischen Ideologen nach
wie vor ungeklärt.
Daß „his masters voice“ zu aktuellen Pressemeldungen Stellung
bezieht, das wäre wohl zu viel verlangt. Aber der Vatikan als Staat
weigert sich auch beharrlich, die Menschenrechte anzuerkennen.
Wen würde Mann/Frau eher betrauern ? Eine bedeutende Person oder jemand Unbekanntes, den man nicht kennt ? Wohl eher die bedeutendere Person. Obwohl beide vor höheren Instanzen denselben Wert haben…
Und wie sagte Stalin einst treffend ? Der Tod des Einzelnen ist eine Tragödie. Der Tod von Vielen nur eine Statistik.
So einfach kann das alles sein. Dann noch eine mediale Inszenierung um die Gefühle des Zuschauers anzusprechen und fertig ist die Meinung(smache)…
Und irgendwie sind die Fälle ‚kranker Papst‘ & ‚fast tote Amerikanerin‘ auch ungewohnt genug um diesen Aufmerksamkeit zu widmen. Man merkt: mit Heuchelei muss das gar nichts zu tun haben… (obwohl man diese nicht ausschliessen kann)
Da wird ein schwerkranker Mensch zur Schau gestellt. Die Welt
sucht den „Superstar“?
Wenn das die Selbstdarstellung der „großen Hure“ war, dann
sind die „Zuhälter“ die ärmsten Schweine in der Organisation.
Wie kann man ethischen Umgang mit Alter und Krankheit fordern
und in seiner Selbstdarstellung so böse dagegen verstossen?
Hallo Norbert,
in den letzten Wochen hatte ich immer wieder sehr gemischte Gefühle, wenn ich sah, wie der Papst und sein Leiden öffentlich vorgeführt und inszeniert werden.
Ein Artikel von Philipp Gessler in der taz hat mir dabei geholfen, das Ganze einzuordnen und auch zu kapieren, daß sehr viel machtpolitisches Kalkül dahintersteckt.
Hier der Link:
Papa Pop
Das öffentliche Leiden des Papstes folgt einer perfekten Inszenierung des Vatikans. Diese moderne Golgatha-Mystik dient auch der Umsetzung eines reaktionären Programms … http://www.taz.de/pt/2005/03/26/a0229.nf/text
Das öffentliche Leiden des Papstes folgt einer perfekten
Inszenierung des Vatikans. Diese moderne Golgatha-Mystik dient
auch der Umsetzung eines reaktionären Programms … http://www.taz.de/pt/2005/03/26/a0229.nf/text
Danke Iris,
für diesen Link.
Einerseits ist diese Inszenierung - wie auch die andere gegenwärtig in den USA - abstoßend und widerlich.
Andererseits sollte es uns Anlass geben, inwieweit wir Alter, Krankheit und Gebrechlichkeit aus unserem Bewusstsein ausblenden.
In früheren Zeiten waren diese Erscheinungsformen des Lebens jedem gegenwärtig. Jeder hatte alte Menschen im täglichen Umgang in der Familie und das war so normal wie alles andere. Heute wird das alles ausgeblendet, in Heimen und Kliniken versteckt und jede Auseinandersetzung damit vermieden.
Was an der „päpstlichen Degeneration“ so peinlich ist, ist die Inszenierung, die penetrante Zurschaustellung. Und das natürlich mit ganz bestimmten Absichten auf die Wirkung, die das hervorruft. Ich halte Herrn Gesslers Artikel in der Taz deshalb für sehr wichtig.
Papa Pop
Das öffentliche Leiden des Papstes folgt einer perfekten
Inszenierung des Vatikans. Diese moderne Golgatha-Mystik dient
auch der Umsetzung eines reaktionären Programms … http://www.taz.de/pt/2005/03/26/a0229.nf/text
der Artikel bringt es auf den Punkt: das Papsttum und die Amts kirche ist nichts weiter als ein geistlicher Machtapparat mit weltlichem Muster. Jesus wollte nie ein Papsttum installieren - auch nicht mit Petrus. Das Papsttum an sich ist reines Menschenwerk und durch die Jahrhunderte hindurch neben den weltlichen Führern ein geistliches Machtwerk geworden - mit „allen Risiken und Nebenwirkungen“.
vergiß nicht, ins Kalkül miteinzubeziehen, daß beide Amtskirchen längst im Laufe der Jahrhunderte durch gläubig auftretende Gestalten unterwandert worden sind und eine nur äußerlich Jesus Christus vertretenden Glauben propagieren. Inhaltlich ist davon, wie Du sicher weißt, fast gar nichts, außer Rituale, Traditionen und Überkommenes, übriggeblieben. Die geistigen Vorgaben des Religionsstifters Jesus, sie existieren nur noch in Nischen, am Rande. Und sie werden gezielt bekämpft, wenn man genau drauf achtet. Leider auch durch die großen, unterwanderten, Kirchen selber sogar. Wo würdest Du, als Widersacher denn ansetzen, um ein Gegenüber zum Schweigen oder zumindestens zum belanglosen Gelaber nur noch zu bringen? Und genau da, da wird auch angesetzt. Und keiner merkt es, ist das nicht irgendwie lustig, oder traurig? Sumsi.