Kein Tabu - Achtung lang!
Hallo,
ich hatte mal eine Phase, in der ich privat emotional sehr unter Druck stand. In dieser Zeit ging es mir ein bisschen wie Dir: Bei den unmöglichsten Gelegenheiten kullerten mir sehr leicht die Tränen herunter - und das war mir wirklich sehr, sehr peinlich.
Mir half damals eine TV-Sendung, in der Menschen porträtiert wurden, die sehr leicht rot wurden. Denen war ihre körperliche Reaktion ebenfalls sehr peinlich und sie litten stark darunter.
In der Sendung lernten sie damit umzugehen, indem sie das Rotwerden einfach kurz thematisierten, wenn es auftrat. Der Gesprächspartner hat dann meist kurz gelächelt und fand die Offenheit meist sehr positiv.
Mit Zeit war dann selbst das Rotwerden überhaupt kein Problem mehr, weil es sich von selbst wieder legte.
Ähnlich habe ich daraufhin agiert: Ich habe in Gesprächen - wenn ich merkte, wie mir die Tränen hochstiegen - einfach kurz innegehalten, meinen Gesprächspartner kurz angelächelt und gesagt: „Menschenskinder, jetzt bin ich so überwältigt von der Situation, dass mir sicher gleich die Tränen kommen. Mei o Mei… Denk Dir nix, ich habe einfach nah am Wasser gebaut!“
Wenn dann die Tränen kamen, dann haben die anderen zwar meistens noch ein bisschen verdutzt geschaut - doch meistens kam dann auch ein freundliches Lächeln oder ähnliches… Doch das Wichtigste für mich war: Meine Tränen waren mir nicht mehr so peinlich, nachdem ich sie zuvor angesprochen hatte! Ich durfte sie zulassen - und konnte dann auch wieder leichter aufhören…
Vielleicht hilft Dir ja dieser Text, den ich zum Thema Rotwerden gefunden habe, noch etwas besser, die Idee, die dahiner steckt, zu verstehen:
Was kann man tun, damit man nicht rot wird und stottert?
“Wenn Jungen oder Mädchen wissen, dass sie leicht rot werden und anfangen zu stottern, wenn sie sich unsicher und unter Beobachtung fühlen, hilft es ihnen im Allgemeinen nichts, wenn sie versuchen, sich zusammen zu reißen‘. Je mehr sie sich bemühen, ruhig und gelassen zu bleiben, umso angespannter und ängstlicher werden sie. Und dann sind Stottern und ein puterrotes Gesicht so sicher wie das Amen in der Kirche. Sie können diese peinliche Situation aber entschärfen und gleichzeitig aus ihrem Problem eine Stärke machen - und sogar einen witzigen Anknüpfungspunkt für ein Gespräch liefern. Jetzt werde ich sicher wieder gleich rot‘ oder Ich fange leicht an zu stottern, wenn mich was stark beschäftigt‘ sind eine gute Art der Vorwärtsverteidigung‘.
Ist das Problem benannt, lässt auch die Anspannung nach. Und auf so viel Ehrlichkeit reagiert jeder Gesprächspartner positiv. Zum Glück nimmt die Neigung zum Rotwerden und Stottern aufgrund von Unsicherheit und Schüchternheit fast immer mit der Zeit ab. Je weniger man sich dieses Symptom übel nimmt und je mehr man es als vorübergehende und eher harmlose, wenn auch ärgerliche Störung akzeptiert, desto eher wird man es los.
Das war ein Auszug aus dieser Seite:http://www.scoolz.de/artikel209.htm
Liebe Grüße und Kopf hoch
wünscht die
Stefanie