Heute in der MoPo (diskussionsbeitrag)

http://www.morgenpost.de/content/2008/04/21/aus_alle…

mir scheint, als ob diese mentalität, kinder unter aseptischen laborbedingungen aufziehen zu wollen, auch bei uns inzwischen realität geworden ist.
schön, wenn sich dann noch jemand daran erinnert, dass wir uns noch schmutzig machen und die knie aufschlagen durften.

schöne grüße
ann

http://www.morgenpost.de/content/2008/04/21/aus_alle…

mir scheint, als ob diese mentalität, kinder unter aseptischen
laborbedingungen aufziehen zu wollen, auch bei uns inzwischen
realität geworden ist.

Ja klar, viele Kinder dürfen das Leben nur noch virtuell erleben.

Ich hab gehört, dass es (in Westdeutschland) eine Menge gewaltbereite Neo-Nazis gibt, die aber eigentich gar nicht politisch motiviert sind, die auch nichts gegen Ausländer haben. Sie wollen lediglich überhaupt mal im realen Leben etwas erleben, deswegen sind sie so aggressiv.

Viele Grüße
Simsy

Huhu Ann,

schön, wenn sich dann noch jemand daran erinnert, dass wir uns
noch schmutzig machen und die knie aufschlagen durften.

Mein Enkel hat am Samstag in sehr tiefen (:smile: Pfützen seine ersten - neuen - Gummistiefel mit viel Freude ausprobiert :wink:

Zum Artikel: was macht Eltern so angsterfüllt? Ist es - mal wieder - die Gesellschaft?

Liebe Grüße nach Spandau! (habt Ihr schon den Antiquariats-Laden erkundet?)

Gerry

Hi Ann,

ein Klassenkamerad meines jüngsten kommt liebend gerne zu uns spielen, weil es hier für seine Verhältnisse geradezu abenteuerlich zugeht (für meine Jungs ist es Alltag). Seine Eltern, speziell der Vater, sind so was von übervorsichtig, daß der Junge einem nur leid tun kann. Lehrer sind sie keine, aber beide Ärzte.
Wenn der wüßte, daß sein Sohn über eine Strickleiter ins Baumhaus klettert (DAS IST GUTE VIER METER ÜBER DEM BODEN!!!) würde ihn der Schlag treffen, aber vorher würde er ihm noch verbieten, weiterhin zu uns zu kommen :wink:

Wenn der wüßte, daß sein Sohn über eine Strickleiter ins
Baumhaus klettert (DAS IST GUTE VIER METER ÜBER DEM BODEN!!!)
würde ihn der Schlag treffen

Und dann wundern sich die Eltern, daß viele Kinder bei der Einschulung es nicht mal schaffen 10 Sekunden auf einem Bein zu stehen. Tssssss…

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Hallo,

mir scheint, als ob diese mentalität, kinder unter aseptischen
laborbedingungen aufziehen zu wollen, auch bei uns inzwischen
realität geworden ist.

Nicht nur inzwischen, dass gab es früher auch schon. Aber es hat offenbar doch zugenommen. Wir leben nun mal in einer hochtechnisierten Welt mit 1001 Sicherheitsfunktion hier und da, und grundsätzlich ist daran ja auch nichts falsch.

Allerdings leben wir natürlich auch in einer Medienwelt, die täglich einen neuen Skandal, täglich eine neue „Masche“, täglich einen neuen Spleen braucht, und in der sich Medien besonders darüber gut verkaufen lassen, Risiken hoch zu stilisieren, und vor täglich neuen Gefahren zu warnen.

Da habe ich ein gewisses Verständnis für Eltern, die nicht das Standing haben zu eigenen Einschätzungen zu kommen, und treudoof jede Risikovermeidungsstrategie mitmachen, die ihnen die Medien vorkaut, was nicht heißt, dass ich nicht bei jeder Gelegenheit nachhaken würde, was der ein oder andere Unfug soll. Kinder die ohne besondere gesundheitliche Problematik keinerlei Süßigkeiten essen dürfen, Kinder die keinen Meter alleine gehen dürfen, … bedauere ich einfach sehr.

Natürlich ist es in den modernen Städten immer schwerer noch Matsch- und Buddelecken zu finden, in denen sich Kinder mal richtig dreckig machen können, und ich bin mir auch noch nicht sicher, wann ich Sohnemann zum ersten Mal alleine in die Landeshauptstadt fahren lassen werde. Aber zumindest hier bei uns auf dem Lande mit großem Garten und Hinterliegerstraße, Mühlgraben, Feldern und Teichen, kann er nach Herzenslust rum toben, sich dreckig machen, die ein oder andere Schramme abbekommen, sich in den Teich setzen, … Und als sich vor ein paar Wochen die wilde Nordsee an ihm für das Steinewerfen gerächt hat, war das auch nicht mehr als eine Randnotiz. Und wenn nächstes Jahr Kindergarten ansteht, dann wird er den Weg auch recht bald alleine gehen dürfen (auch wenn der über den Mühlgraben geht).

Zum Glück kann ich selbst da auf genug eigene positive Erfahrungen zurück greifen. Meine Eltern sind mit mir damals extra aus der Stadt rausgefahren, damit ich mich mal richtig einsauen konnte und haben meine jüngeren Geschwister auch alleine zum Kindergarten gehen lassen (trotz großer Kreuzung). Zu Grundschulzeiten waren wir regelmäßig den Nachmittag über in den Tiefen des Aachener Waldes verschwunden, und da die Schule mitten in der Stadt lag, fuhren wir auch alleine mit dem Bus in die Großstadt.

Gruß vom Wiz

Als Ausgleich… (ups, länger geworden)

Und dann wundern sich die Eltern, daß viele Kinder bei der
Einschulung es nicht mal schaffen 10 Sekunden auf einem Bein
zu stehen. Tssssss…

Neneee, dafür haben sie die Woche der lieben Kleinen völlig verplant mit Ergotherapie (dort lernt das Kind auf einem Bein zu stehen), Kinder-Yoga, Kinderturnen und diversen streng von Eltern überwachten und Sicherheitsüberprüften Tätigkeiten.

Die Erfahrung mache ich hier fast täglich. Im Hort konnte ich es immer nicht glauben, dass die Erzieherinnen sich bei mir entschuldigen, weil mein Kind grüne Knie hatte. Bis ich eines Tages eine entsetzte Mutter traf, die gar nicht mehr damit fertig wurde, sich zu echauffieren, warum denn ihre Tochter keine Buddelhose und Gummistiefel anhatte (es waren so um die 20°C) „Jetzt sind die neuen Schuhe (natürlich hellrosa) kaputt“ - Sie waren halt sandig!

Ich habe den Erzieherinnen daraufhin einzeln und mehrfach versichert, dass ich sehr glücklich bin, wenn ich ein dreckiges Kind aus dem Hort abhole. Dann weiss ich wenigstens, dass er ordentlich draussen getobt hat.

Dann die Story von den Müttern mit ihrer völlig überzogenen Zecken- und Fuchsbandwurmangst, die das gar nicht gern sehen, wenn der Kindergarten mal einen Waldausflug macht. In einem Fall bin ich mir sicher - ist das eine Mutter, die ihr Kind regelmäßig ungesichert im Auto transportiert. Das nenn ich realistische Risikoeinschätzung.

Dann diese WErbung, in der das Kind ein wenig ins Klos reinrutscht und die Mutter sagt:„Zum Glück habe ich gerade mit Sagrotan geputzt“. Meine Freunding darauf:„Ich würd mir erst richtig Sorgen machen, wenn ich vorher mit so einem Zeug geputzt hätte“ :smile: Der Markt für allerhand antibakteriellen Blödsinn wächst weiter, die Leute kaufen’s.

Versucht mal , einen etwas außergewöhnlichen Spielplatz in Deutschland zu bauen. War jemand auf der BUGA in Gera? Da gab es einen Spielplatz der Fa. Bergmann (http://www.kulturinsel.de/ übrigens ein tolles Ausflugsziel - aber vorsicht, der Begriff Abenteuer wird da noch ernst genommen) mit Tunnels und Schlupflöchern. Und innerhalb kürzester Zeit einen großen Haufen Beschwerden und ein Warnschild, dass das Ding für Kinder unter 5 (glaub ich) nicht geeignet sei. Selbstverantwortung = Null! Irgendwer muss doch schuld sein, wenn meinem Kind etwas zustößt.

Ich finde, es wird heutzutage nicht zu viel Wert auf Sicherheit gelegt, sondern eher auf die falschen Dinge (siehe das Beispiel mit den Zecken und dem Autotransport). Die Bedingungen haben sich eben auch geändert. Im Sandkasten in der Stadt finden sich u. U. allerhand wirklich gefährliche Dinge (alte Spritzen oder so), der Verkehr läßt es kaum noch zu seine Kinder zu Fuss durch die Ortschaften zu schicken. „Was denn? Radfahren? Ich? Bei dem Verkehr?“.

Wir setzen unsere Kinder ganz anderen Risiken aus: Bewegungsmangel, räumliche Orientierungslosigkeit, fette und süße Ernährung, eine Vielfalt an Lebensmittelzusatzstoffen, Chemikalien in Körperpflege- Reinigungsmitteln, Verblödung durch übermäßigen Medienkonsum etc. Aber das wäre ja anstrengend, dagegen was zu übernehmen. Da schützen wir unsere Kinder lieber vor der bösen Zecke und gehen nicht in den Wald.

So, Dampf abgelassen

Grüsse
kernig

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Hi!

Die Erfahrung mache ich hier fast täglich. Im Hort konnte ich
es immer nicht glauben, dass die Erzieherinnen sich bei mir
entschuldigen, weil mein Kind grüne Knie hatte.

Und blutige Nase und Rindenmulch in den Augen und Abschürfungen am ganzen Körper, da er patout Skeletonfahrer-like die Rutsche runter mußte (die Vorderzähne waren zum Glück schon vorher ausgefallen :smile: - die Erzieherin erklärte mir entschuldigend, warum er so aussah, er grinste mich an und beendete Ihre Erklärung mit einem „Aber es war urtoll!“ - ach ja: Und aus der schönen Schulhose wurde wieder einmal eine _Gartenhose_ :wink:

Ich habe den Erzieherinnen daraufhin einzeln und mehrfach
versichert, dass ich sehr glücklich bin, wenn ich ein
dreckiges Kind aus dem Hort abhole. Dann weiss ich wenigstens,
dass er ordentlich draussen getobt hat.

Und so kann er wenigstens ohne sich umziehen zu müssen zuhause gleich weiter in den Garten und herum"schlammen" … (und ich schau nicht hin, was er da gerade mit dem Holzpflock macht; und nein, ich will gar nicht wissen, warum da plötzlich ein kleiner Erdhügel wie eine Sprungschanze dasteht und er mit seinem bereits viel zu kleinem Rutschauto aus Kleinstkindzeiten auf genau diesen wie ein Berserker hinzufährt …)

Dann die Story von den Müttern mit ihrer völlig überzogenen
Zecken- und Fuchsbandwurmangst, die das gar nicht gern sehen,
wenn der Kindergarten mal einen Waldausflug macht.

Kinder und Katzen: Wer bringt mehr (nicht infizierte) Zecken nach Hause (natürlich ist er geimpft!)?

In einem
Fall bin ich mir sicher - ist das eine Mutter, die ihr Kind
regelmäßig ungesichert im Auto transportiert.

Ein entrüstetes „Ich hab ja eh einen Beifahrer-Airbag!“ mußte ich mir anhören, als ich auf sowas mal nachfragte, da ich meinen Augen nicht trauen konnte.

Und innerhalb
kürzester Zeit einen großen Haufen Beschwerden und ein
Warnschild, dass das Ding für Kinder unter 5 (glaub ich) nicht
geeignet sei.

Da sind wir in Österreich bzw. zumindest in Wien _etwas_ weiter: „Eltern haften für die Kinder“ … vor allem eben auf den wirklichen „Spiel“-Plätzen (rauf, runter, wasser, sand, schlamm, …)

So, Dampf abgelassen

Gut so,
Tomh

PS: Wie schon im MoPo-Bericht: Der Trend dreht sich wieder … zum Glück!

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Ich hab gehört, dass es (in Westdeutschland) eine Menge
gewaltbereite Neo-Nazis gibt, die aber eigentich gar nicht
politisch motiviert sind, die auch nichts gegen Ausländer
haben. Sie wollen lediglich überhaupt mal im realen Leben
etwas erleben, deswegen sind sie so aggressiv.

Na, wenn das mal so einfach wäre.
Jeder Nazi ist einer, weil er einer sein will.

[MOD] bitte keine OT-Diskussion
Hallo,

das hat wohl nun gar nichts mit dem Thema und der Ausgangsfrage zu tun. Von daher schließe ich ab.

Ich habe gehört, dass in China ein Sack Reis umgefallen ist. Vermutlich steigen deshalb die Lebenshaltungskosten. Ist (ggf.) interessant. Kann sein, kann auch nicht sein. Hat aber auch nichts mit dem Thema zu tun.

LG

Sarah

wie ich sehe, gibt es keinen diskussionsbedarf :smile:
zum glück, könnte man sagen :smile:

schöner grüße
ann