Hi Ebenezer!
Was ist moralisch? Leider ist dies eine Frage
die jeder nur für sich selbst beantworten kann und wo die
Antwort des Einen der Antwort allen anderen widersprechen
kann, sodass wir hier vermutlich ewig in einem Konflikt leben
werden.
Auch die Begriffe " Moral" und das Gegenteil " Unmoral" sind seit Urzeiten bei jeder passenden Gelegenheit missbraucht und so gedeutet worden, wie es gerade so passte. Kurz gesagt: Sie haben sich als absolut lebensuntauglich erwiesen.
Was macht die Evolution mit Lebensuntauglichem?
Wenn wir unsere Vernunftbegabung nutzen, sollten wir es genau so machen und solche Gummibegriffe aus unserem Sprachschatz verbannen, finde ich.
Die Natur kommt ja auch komplett ohne Moral/Unmoral aus und richtet ohne sie bei weitem nicht die Schäden an, die wir mit ihnen anrichten.
Diejenigen „Spitzenkräfte“ unter uns, die wirklich große Zerstörungen/Schäden anrichten können, fühlen sich sowieso weder Moral, noch Recht noch Gesetz verpflichtet. Der Begriff Moral macht doch nur auf die „einfachen Menschen“ unter uns Eindruck, so dass sich manche von ihnen davon einschüchtern lassen.
Ich finde, das eigentliche Problem ist unser „arg verunglücktes Bewusstsein“. Ich glaube, das hat Miss Evi - die Evolution - im Vollrausch erschaffen und gleichzeitig bei der Entwicklung unseres Sensoriums schwerwiegende Unterlassungssünden begangen.
Ja, entweder entscheiden wir uns dazu, bis zum evolutionären Austausch unserer Spezies mit dem Konflikt zu leben. (Das wird bestimmt nicht „ewig“, also zeitlich unendlich, sondern nur „ziemlich lange“ noch so weitergehen.) Oder aber, wir sehen unser Menschsein einfach ganz pragmatisch, zum Beispiel:
Der Mensch ist ein Teil der Natur und damit weder gut, noch böse, weder moralisch noch amoralisch - er ist alles zugleich und lebt, je nach Situation mal den einen, mal den anderen Aspekt dieser Gegensatzpole! Sobald wir den Anspruch aufgeben, lieb, gut, moralisch, anständig zu sein, müssen wir uns auch nicht mehr darüber ärgern oder aufregen, wenn wir - insbesondere von der „Obrigkeit“ bzw. mit den „Inhabern des Machtmonopols“ mit gegenteiligem Verhalten konfrontiert werden: Wir haben dann ja sowieso damit gerechnet, dass es jederzeit jedem geschehen kann. Und wenn das Überraschungsmoment nicht mehr da ist, weil wir nicht mehr erwarten, dass unsere Regierungen und ihre Handlanger gut, moralisch oder gar anständig mit uns umgehen, ist auch der Schock, bzw. die Traumatisierung nicht mehr so groß, wenn uns das Gegenteil widerfährt.
Nachdem wir schon die - nicht mehr zeitgemäßen - „Glühbirnen“ ad acta gelegt haben, könnten wir doch auch die „Moral“ in den Mülleimer der Geschichte werfen. Diejenigen, die sich die Macht unter den Nagel reißen (ob nun demokratisch gewählt oder betrügerisch an sich gerissen), scheren sich sowieso nicht darum. Warum sollen wir „einfachen Menschen“ uns mit Begriffen abgeben, die nur zum Small Talk auf Stehpartys taugen?
LG, Fatz