ich das Bier bezahlen kann um an meinem Stammtisch weiter
große Politik diskutieren zu können. 
Moin, Winkel!
Auch wenn ich mich eher selten bis gar nicht an Stammtischen aufhalte, ist diese Bemerkung Deinerseits durchaus mit einem leichten Humoristischen Anstrich versehen.
Doch ich fand meine Ausführungen eher wenig komisch, ich meinte das schon ernst.
Wie wäre es beispielsweise gleich zu Anfang mit der
Abschaffung der staatlichen Finanzierung solch unsinniger
Superprojekte wie Transrapid und ähnlichem? Dürfte die eine
oder andere Milliarde sparen.
um dann hinzugehen und zu mnieren, daß in deutschland zuwenig
für Zukunftstechnologien und forschung getan wird.
Hab ich noch nie moniert, echt nicht. Würde mir im Traum nicht einfallen.
Außerdem
tut xdie Budnesregierung nichts, daß deutsche Hochtechnologie
anwendung und Verbreitung findet.
Warum sollte das auch die Regierung tun? Meines Erachtens nach kann es nicht die Aufgabe des Staates sein, das die Industrie ihre Entwicklungen gewinnbringend umsetzt.
Aus meiner bescheidenen Sicht der Dinge ist es so, das jemand, der etwas vernünftiges entwickelt hat, dies auch selbst vermarkten sollte. Findet er keinen Markt dafür, dann war die Entwicklung wohl eher nicht so super.
Als der Adler in Nürnberg
losfahren sollte, hielten das auch alle Stammtische für reine
Geldverschwendung.
Mag schon sein. Doch die Frage ist, ob es sich damals um vermeintliche Verschwendung privaten Geldes oder um die vermeintliche Verschwendung von Steuergeldern handelte.
Das scheint ein Grundsätzliches Problem zu sein. In Deutschland ruft zunächst mal jeder nach Staatsgeld, wenn er meint, sich etwas tolles ausgedacht zu haben. Wenn die deutsche Industrie, die zugegeben mit dem Transrapid etwas nicht schlechtes entwickelt hat, diese Entwicklung für profitabel halten würde, dann würden sie das Ding auch bauen. Aber nein, stattdessen läßt man sich vom Staat den Bau bezahlen.
Der Hintergrund ist doch, das es sich bei den geplanten Verwendungen des Transrapid in D um unprofitable Investitionen handelt. Um dennoch einen Gewinn daraus zu ziehen, baut man ihn halt nur, wenn der Staat für den Gewinn sorgt. Das ist schlicht Verschwendung von Steuergeldern.
Desweiteren hätte ich ganz einfache Vorschläge, um die
Situation des normalen Arbeitenden Bürgers zu verbessern.
- Einführung eines Pauschalen Einkommensteuersystems mit
wenigen Steuerstufen. Beispielsweise 15, 25, 35 Prozent, in
Abhängigkeit vom Gesamthaushaltseinkommen, wobei alle
Einkommensarten gleich zu berücksichtigen wären.
Klingt ja wie Guido, und was machste in der Übergangszeit um
die Verpflichtungen des Staates zu bezahlen?
Also der Vergleich mit der Fönwelle ist schon ganz schön tief unter Gürtellinie, oder?
Aber um Deine Frage zu beantworten - Wenn gleichzeitig alle Steuerprivilegien gestrichen werden würden, dann bliebe unter Strich nicht weniger in der Staatskasse als heute. Damit stellt sich dann auch nicht die Frage nach dem Woher nehmen.
Die Einkommenshöhen für die einzelnen Steuersätze sollten sich
in Abhängigkeit von der familiären Situation gestalten.
Beispiel? Bis zu einem Einkommen von 40.000€ p.A. sind 15%
fällig. Darüber bis zu 80.000€ p.A. sind es dann 25%. Und ab
120.000€ p.A. wären es dann 35%. Freibeträge gäbe es dann
nicht mehr. Statt der bisherigen Kinderfreibeträge gäbe es ein
Kindergeld von maximal 600€ (monatlich pro Kind), dieses
könnte in Abhängigkeit vom Einkommen sinken. Bis zu einem
Einkommen von 40.000€ p.A. die volle Höhe, danach dann je
10.000€ Jahreseinkommen eine Absenkung des Kindergeldes um
100€.
Wieviel sind eigentlich 40000 Euro brutto im Jahr?
Ganz einfach, das wären 3.333,33 € im Monat - Brutto. Das entspricht (bei einer durchschnittlichen 40-Stunden-Woche) etwa 18 bis 19€ pro Stunde - Brutto. Abzüglich Steuern (dann 15%) und SV-Verpflichtungen verblieben davon Netto dann etwa 12 bis 13€. Also monatlich Netto etwa 2.100 bis 2.200€. Das ist so schlecht nicht, oder? Wenn man davon allerdings vier Personen ernähren muß, dann ist es aber auch nicht soviel, das es für den Altersruhesitz auf Mallozze reichen würde. Es reicht allerdings, um halbwegs vernünftig leben zu können.
Weiß von
euch eigentlich jemand, wieviel der durchschnittliche
Arbeitnehmer verdient?
Oh Ja, das ist mir wohl bekannt. Wenn es Dich beruhigt, ich bin von den 40.000€ p.A. ein ganzes Ende weg. Nach unten versteht sich. Und trotzdem muß ich davon vier Personen ernähren.
Stundenlöhne von unter 10 Euro sind
sehr sehr häufig, dann rechnet mal.
Mir sind genügend Leute bekannt, die mit weniger auskommen müssen.
- Abschaffung sämtlicher Steuerprivilegien und
Sonderabschreibungsmöglichkeiten.
das fände ich auch an der Zeit. Höre aber auch schon die
Industrie wieder brüllen.
Ja und?
- Einführung eines Kapitalgedeckten
Rentenversicherungssystems. Das würde bedeuten, das die
Rentenversicherungsträger künftig die Beiträge der einzelnen
Versicherten nicht mehr einsammeln und an die derzeitigen
Rentner weitergeben. Stattdessen würde das Geld genommen und
personengebunden festverzinslich angelegt. Das bisherige
System der paritätischen Pflichtversicherung sollte
beibehalten, nur eben das Anlageprinzip eingeführt werden.
Wenn dies so gehandhabt würde, hätten wir in dreißig Jahren
ein Volk von Millionären.
Wenn alle dasselbe tun (rentierlich ansparen) verleirt das
ganze seine Wirkung. außerdem müßte der Staat dann noch mehr
Schulden machen, damit es genug festverzinsliche Papiere gibt
*gröl*
Was gibt es da zu gröhlen? Muß ich das jetzt verstehen?
Warum sollte der Staat dafür Schulden machen? Geld kann global investiert werden. Heutzutage passiert doch nichts anderes. Mit Geldinvestitionen wird Geld verdient. Sei es über Beteiligungen, über Finanzierungen oder über Spekulationen. Auch heute bekommt jeder Geldanlagen geboten, die eine garantierte Verzinsung bieten. Und die werden nicht zwingend nur vom Staat geboten.
Hast Du Dir mal den Spaß gemacht, hochzurechnen, was bei einem Monatlichen Rentenbeitrag von 700€ bei einer Verzinsung von 4% nach dreißig Jahren am Ende rüberkommt?
Für eine gewissen Übergangszeitraum von sagen wir 20 Jahren
könnte für alle, bei denen die Zeit nicht ausreicht, einen
Deckungsstock aufzubauen, über eine (eindeutig fest befristete
und vor allem Zweckgebundene) Erhöhung beispielsweise der
Märchensteuer um zwei bis fünf Prozentpunkte die bisherige
Rentenleistung finanziert werden.
also 18 bis 21 % MWSt… Hab ich da nicht an anderer Stelle die
Brüller gehört, daß Steuererhöhungen überhaupt schädlich sind?
Meinste die kämen bei diesem Scenario mit Glückwünschen?
Ich hab auch schon mal irgendwo vernommen, das die Ökosteuer eine positive Lenkungswirkung hätte. Und das unterm Strich niemand durch die Ökosteuer höher belastet werden würde als vorher. Und? War es deswegen wahr?
Ich bin mir sicher, das jeder verstehen würde, das eine derartige Steuererhöhung zumindest einen Sinn machen würde.
Gleichzeitig würde ich das Renteneinstiegsalter in mehreren
Stufen (über mindestens 15 Jahre) auf fünfzig Jahre absenken.
Denn mit einem Vorzug des Renteneinstiegsalters hätten wir
auch gleich das nächste dringende Problem gelöst - nämlich
so bei steigender durschschnittsalterserwartung kämen bei
einem Rentenbeginn von 50 fast 40 Jahre rentenalter raus, bei
gleichzeitiger durchscnittlicher Arbeitslebenszeit von ca. 30
Jahren? Entschuldige bitte, Also zahlen dann 4 Arbeiter 3
Rentner und behalten selber nix?
Hast Du vergessen, das wir bis dahin alle Millionäre sind?
Nach heutigem Prinzip wäre eine derartige Lösung unmöglich. Soweit hast Du selbstverständlich recht. Aber es ist aus meiner Sicht genauso unmöglich, das ich heute schon weiß, das mir zwar jede Menge an Rentenbeiträgen aus der Tasche gezogen wird, ich aber als Gegenleistung einen feuchten Furz erwarten darf. Bis ich mal in Rente gehen darf, ist nach der heutigen Politik das Renteneinstiegsalter sicher bei 75 Jahren angekommen. Sofern ich diesen Tag überhaupt noch erleben werde, kann ich davon ausgehen, das ich dann im Höchstfall eine Rente aus Sozialhilfeniveau erwarten darf. Und da kann mir jeder Politiker was anderes versprechen, ich kann zumindest die Grundrechenarten noch nachvollziehen.
Aus meiner Sicht ist die staatliche Rentenversicherung in der heutigen Form staatlich unterstützter Betrug in Reinkultur. Man nimmt, obwohl man genau weiß, die Gegenleistung dafür nie bringen zu können. Manch einer ist für vergleichbares schon im Bau gelandet.
- Die Arbeitslosigkeit. Wenn alle über fünfzig ihre
Arbeitsplätze frei machen würden (denn schließlich wären die
heute 30-jährigen Arbeitsnehmer ja alle in spätestens 30
Jahren Millionäre), dann gäbe es auch wieder genug
Arbeitsplätze für alle anderen.
Bei der Rechnung fehlen aber 10 Jahre wo die Millionäre werden
können. 30 + 30 = 60 aber mit 50 in Rente. Was ist mit den 10
Jahren dazwischen?
Daher sprach ich von einer Übergangszeit. Wir müssen halt alle Opfer bringen. Warum soll auch nur die Junge Generation die Opfer bringen? Wenn ich sehe, das mein Kollege, der im nächsten Jahr in Rente geht, zumindest schon weiß, das er von seiner Rente ganz gut leben kann, dann frage ich mich, warum der überhaupt noch über die unsicheren Renten jammert. Die Generation derjenigen, die zwischen heute und in zehn Jahren in Rente geht, wird zumindest noch eine nennenswerte Rente bekommen. Für Leute wie mich, bei denen es bis zur Rent noch weit über dreißig Jahre dauert, sieht die Zukunft da eher besch… aus. Oder willst Du allen Ernstes etwas andere behaupten?
- Abschaffung der Krankenversicherungspflicht. Eine
gravierende Änderung des Gesundheitssystems, sicher, das räume
ich ein. Jeder bekäme unabhängig von seinem Einkommen das
Recht, sich privat zu versichern. Für die Krankenversicherer
gäbe es einen Annahmezwang, gleichzeitig müßte ein Risikopool
gebildet werden. Aus diesem Pool, in den alle Versicherer
einen Teil ihrer Beitragseinnahmen zahlen dürften, würden dann
Rückstellungen für die Finanzierung von besonders
Risikoträchtigen Patienten gebildet.
Das haben wir doch heute schon! Würde alle „privat“ versichert
sein, hätten wir die GKV!!!
Wenn es denn mal so wäre. Eines können die Privaten Versicherer nämlich ganz gut -im Gegensatz zu den Gesetzlichen Kassen-, das ist mit Geld umgehen. Es kann nicht sein, das die Kohle in der Verwaltung versickert, während auf der anderen Seite an der Medizin immer mehr eingeschränkt wird.
also Selektion der sozial Schwachen? Wer arm ist stirbt und
somit erledigt sich das Problem der schlechten Risiken.
Was ist es denn heute? Aus meiner Sicht nix anderes. Als Kassenpatient bin ich heute schon Patient zweiter Klasse. Das bekommt man deutlich zu spüren - an jeder Ecke.
Man verlangt immer mehr Geld von mir, während ich immer weniger Leistung dafür geboten bekomme.
Wenn Du heute als Kassenpatient eine umfassende Vorsorge haben willst, muß Du sowieso sehen, das Du Dich nebenher privat absicherst. Ansonsten ist es eh Essig.
Und, was sagst Du nun dazu? Bin ich ein Genie? Sollte ich
Politiker werden?
Bleib am Stammtisch sitzen, da ist die Stimmung auch besser.
Nun gut, nun habe ich also festgestellt, das Dir meine Stammtischparolen nicht zusagen. Wie wäre es denn, wenn Du Deinerseits mal was zu dem Thema zum Besten gibst?
Welche Vorschläge sind denn Deiner Ansicht nach das Allheilmittel zur Gesundung des Deutschen Staates?
Gespannten Gruß vom
Dicken MD.