HF-Verhalten ausgedehnter leitender Flächen

Hallo w-w-w,

mal eine Frage:
wie verhält sich eine ausgedehnte leitende Platte oder Blech bei Einspeisung mit einem HF-Signal auf einer Seite und Abgriff auf der anderen? Beispielsweise eine Cu-Platte mit jeweils ein paar m Seitenlänge.
Wegen Skineffekt ist die Dicke eigentlich unerheblich, es wird eh nur Strom an der Oberfläche fliessen.

Muss ich das Ding als einen einzigen physikalischen Leiter betrachten? Hab’ ich also eine Induktivität meiner Platte entsprechend der äusseren Abmasse, quasi wie bei einem Linienleiter?
Oder wird meine Platte zu einem infinitesimal kleinen Gitter, so dass ich also eine effektiv verminderte Induktivität (durch sehr viele Parallelschaltungen von Linienleitern) bekomme?

Für DC-Anwendungen ist’s einfach, hab’ ich aber nicht. Wie sieht’s bei HF aus?

Gruss & Dank
peherr

Hallo peherr,

mal eine Frage:
wie verhält sich eine ausgedehnte leitende Platte oder Blech
bei Einspeisung mit einem HF-Signal auf einer Seite und
Abgriff auf der anderen? Beispielsweise eine Cu-Platte mit
jeweils ein paar m Seitenlänge.

Also in etwa qadratisch ?

Wegen Skineffekt ist die Dicke eigentlich unerheblich, es wird
eh nur Strom an der Oberfläche fliessen.

Also so von ca. 1MHz an aufwärts ?

Muss ich das Ding als einen einzigen physikalischen Leiter
betrachten? Hab’ ich also eine Induktivität meiner Platte
entsprechend der äusseren Abmasse, quasi wie bei einem
Linienleiter?

Striplines und Glasfasern funktionieren da im Prinzip vergleichbar. Der Trick liegt darin, die Breite möglichst in der Grössenordnung der Wellenlänge zu halten und dagegen ist die Länge sehr Gross.

Bei deinem Gebilde müsstest du die Disspersion sehen. Nicht alle Ladungsträger nehmen den direkten Weg von Ecke zu Ecke und müssen dadurch einen längeren Weg zurücklegen.
Wenn die Wellenlänge in die Grössenordnung der Strukturgrösse kommt, entstehen dann noch stehende Wellen, dein Gebilde funktioniert dann als Filter.

MfG peter(TOO)

Hi Peter,

wie verhält sich eine ausgedehnte leitende Platte oder Blech
bei Einspeisung mit einem HF-Signal auf einer Seite und
Abgriff auf der anderen? Beispielsweise eine Cu-Platte mit
jeweils ein paar m Seitenlänge.

Also in etwa qadratisch ?

nein, muss nicht sein. Beliebiges Rechteck. Ein paar Zahlen aus der Luft gegriffen: 15m und 4m z.B. Wollte sagen: weit weg von den Dimensionen, die man von vielen HF-Anwendungen kennt.

Um Missverständnissen vorzubeugen (hätte ich gleich schreiben sollen): die Einspeisung und Abgriff erfolgen jeweils auf der gleichen Oberfläche der Platte (z.B. nur oben auf der liegenden Platte).

Wegen Skineffekt ist die Dicke eigentlich unerheblich, es wird
eh nur Strom an der Oberfläche fliessen.

Also so von ca. 1MHz an aufwärts ?

Auch deutlich kleinere Frquenzen kommen vor - sollen hier aber mal nicht betrachtet werden. Ich hab’ meine (Verständnis-)Probleme mit den HF-Effekten.

Muss ich das Ding als einen einzigen physikalischen Leiter
betrachten? Hab’ ich also eine Induktivität meiner Platte
entsprechend der äusseren Abmasse, quasi wie bei einem
Linienleiter?

Striplines und Glasfasern funktionieren da im Prinzip
vergleichbar. Der Trick liegt darin, die Breite möglichst in
der Grössenordnung der Wellenlänge zu halten und dagegen ist
die Länge sehr Gross.

Sowohl auf die Abmasse der Platte wie auch auf die auftretenden Frequenzen habe ich am Ende keinen grossen Einfluss. Die werden von verschiedenen äusseren Paramerten vorgegeben.

Bei deinem Gebilde müsstest du die Disspersion sehen. Nicht
alle Ladungsträger nehmen den direkten Weg von Ecke zu Ecke
und müssen dadurch einen längeren Weg zurücklegen.

Ecke zu Ecke ist ein möglicher Strompfad - Einspeisung und Abgriff sind aber prinzipiell beliebig auf der Platte verschiebbar.

Mir ist schon klar, dass es auf der Platte nicht nur einen einzigen linearen Strompfad geben wird. Vergleich mit einem Gitter: die Ladungsträger auf den Aussenbahnen sehen einen längeren Weg, dementsprechend einen höheren Widerstand und eine höhere Induktivität (um beim Netzmodell zu bleiben). Insgesamt verringert sich jedoch die gesamte wirksame Induktivität des Gitters durch die Parallelschaltung der verschiedenen Bahnen.

Wenn die Wellenlänge in die Grössenordnung der Strukturgrösse
kommt, entstehen dann noch stehende Wellen, dein Gebilde
funktioniert dann als Filter.

Sperrend oder leitend für die Resonanzfrequenz? Nach aussen hin …
Was in der Platte passiert, ist mir egal! :smile:

Viele Grüsse
peherr

Hallo peherr,

Sowohl auf die Abmasse der Platte wie auch auf die
auftretenden Frequenzen habe ich am Ende keinen grossen
Einfluss. Die werden von verschiedenen äusseren Paramerten
vorgegeben.

Ob du Einfluss hast oder nicht, ist mir egal :wink:
Dein Problem ist, dass du solche Effekte nicht mer nur mit RLC-berechnungen simulieren kannst. Mit finiten Elementen hat es auch nicht mehr viel zu tun, bzw. du kannst damit nur einen Teil berechnen.

Mir ist schon klar, dass es auf der Platte nicht nur einen
einzigen linearen Strompfad geben wird. Vergleich mit einem
Gitter: die Ladungsträger auf den Aussenbahnen sehen einen
längeren Weg, dementsprechend einen höheren Widerstand und
eine höhere Induktivität (um beim Netzmodell zu bleiben).
Insgesamt verringert sich jedoch die gesamte wirksame
Induktivität des Gitters durch die Parallelschaltung der
verschiedenen Bahnen.

Wenn die Wellenlänge in die Grössenordnung der Strukturgrösse
kommt, entstehen dann noch stehende Wellen, dein Gebilde
funktioniert dann als Filter.

Hast du schon mal versucht die Frequenzgang des Resonanzkörpers einer Geige zu berechnen ?
Ungefähr in diesem Bereich bewegt sich dein Problem.
An jeder Kante des Bleches wirst du reflektionen haben, unter Umständen bekommst du dann stehende Wellen, auf jeden Fall jede Menge interferenzen.
Da deine Platte mehr gegen ein Quadraht tendiert, als zu einem Draht, wirds halt lustig, da es keine bevorzugte Ausbreitungsrichtung für die Wellen mehr gibt.
Dann kommt es halt noch drauf an, ob dei „Ausgang“ gerade bei einem Wellenberg oder -Knoten liegt.

Da bei dir Alles variabel ist, strebt die Anzahl Lösungen gegen unendlich. Ich nehme zusätzlich noch an, dass deine Oberfläche auch nicht homogen ist. Ich bin mir nicht mal ganz sicher ob sich dein Problem überhaupt mitallen Parametern modellieren lässt.

Vielleicht solltest du dir schon mal Rechenzeit auf einen Number-Cruncher reservieren oder ein Projekt bei BIONC starten.

Sperrend oder leitend für die Resonanzfrequenz? Nach aussen
hin …
Was in der Platte passiert, ist mir egal! :smile:

Das ist mir klar, aber genau das musst du wissen um rechnen zu können :wink:)

MfG Peter(TOO)
P.S. Was macht dein anderes Problem, mit den merkwürdigen Impulsen ??

Hallo Peter

Dein Problem ist, dass du solche Effekte nicht mer nur mit
RLC-berechnungen simulieren kannst. Mit finiten Elementen hat
es auch nicht mehr viel zu tun, bzw. du kannst damit nur einen
Teil berechnen.

Aufbauend … Das heisst dann für mich, dass ich nicht mal ‚ne grobe Abschätzung bekomme, wie sich das Ding verhält. Oder hab‘ ich dich falsch verstanden?

Hast du schon mal versucht die Frequenzgang des
Resonanzkörpers einer Geige zu berechnen ?

Nein, noch nicht! Werd’ ich mal in 'ner freien halben Stunde nachrechnen! :wink:

Ungefähr in diesem Bereich bewegt sich dein Problem.
An jeder Kante des Bleches wirst du reflektionen haben, unter
Umständen bekommst du dann stehende Wellen, auf jeden Fall
jede Menge interferenzen.
Da deine Platte mehr gegen ein Quadraht tendiert, als zu einem
Draht, wirds halt lustig, da es keine bevorzugte
Ausbreitungsrichtung für die Wellen mehr gibt.

Eine makroskopische Tendenz schon noch, aber mikroskopisch vermutlich nicht mehr.

Dann kommt es halt noch drauf an, ob dei „Ausgang“ gerade bei
einem Wellenberg oder -Knoten liegt.

Da bei dir Alles variabel ist, strebt die Anzahl Lösungen
gegen unendlich. Ich nehme zusätzlich noch an, dass deine
Oberfläche auch nicht homogen ist. Ich bin mir nicht mal ganz
sicher ob sich dein Problem überhaupt mitallen Parametern
modellieren lässt.

Vielleicht solltest du dir schon mal Rechenzeit auf einen
Number-Cruncher reservieren oder ein Projekt bei BIONC
starten.

Ich wollt’s ja gar nicht exakt haben - eine grobe Abschätzung genügt mir ja!
„Wie verhält sich ein ausgedehner Leiter prinzipiell bei Speisung mit HF? Wieviel Spannung brauch ich, um einen bestimmten Strom in der Platte zu haben (Grössenordnung)? Bzw. welcher Strom ergibt sich bei Spannung x?“

Sperrend oder leitend für die Resonanzfrequenz? Nach aussen
hin …
Was in der Platte passiert, ist mir egal! :smile:

Das ist mir klar, aber genau das musst du wissen um rechnen zu
können :wink:)

Schätzen langt in dem Fall auch.

P.S. Was macht dein anderes Problem, mit den merkwürdigen
Impulsen ??

Liegt momentan auf der Seite und wartet auf göttliche Eingebung. :smile:
Ich bin nur minimal weitergekommen: Lade-R und C müssen meiner Meinung nach relativ klein sein, um den steilen Ansteig zu bekommen. Dementsprechend gross muss der Entladewiderstand sein. Das war’s dann aber auch …

Viele Grüsse
peherr

Hallo peherr,

Dein Problem ist, dass du solche Effekte nicht mer nur mit
RLC-berechnungen simulieren kannst. Mit finiten Elementen hat
es auch nicht mehr viel zu tun, bzw. du kannst damit nur einen
Teil berechnen.

Aufbauend … Das heisst dann für mich, dass ich nicht mal ‚ne
grobe Abschätzung bekomme, wie sich das Ding verhält. Oder
hab‘ ich dich falsch verstanden?

HF ist halt ein lustiges Gebiet, mit vielen Überraschungen.
In den 60er Jahren ist bei Phillips ein UHF-Tuner in Seriegegangen, welcher nur dann funktionierte, wenn auf dem Abschirmgehäuse an einer bestimmten Stelle ein Widerstand aufgelötet wurde. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Der Widerstand worde mit beiden Anschlüssen auf dem Blech festgelötet, schaltungstechnisch eigentlich völlig nutzlos !!!

Hast du schon mal versucht die Frequenzgang des
Resonanzkörpers einer Geige zu berechnen ?

Nein, noch nicht! Werd’ ich mal in 'ner freien halben Stunde
nachrechnen! :wink:

Das Ergebnis kannst du dann zur Lösung deines „Blechproblems“ verwenden.

Vielleicht solltest du dir schon mal Rechenzeit auf einen
Number-Cruncher reservieren oder ein Projekt bei BIONC
starten.

Ich wollt’s ja gar nicht exakt haben - eine grobe Abschätzung
genügt mir ja!

Genau DA liegt das Problem:
Bist du gerade zufällig auf einer Resonanz, sieht alles ganz anders aus, als 2cm oder 1 MHz daneben.

„Wie verhält sich ein ausgedehner Leiter prinzipiell bei
Speisung mit HF? Wieviel Spannung brauch ich, um einen
bestimmten Strom in der Platte zu haben (Grössenordnung)? Bzw.
welcher Strom ergibt sich bei Spannung x?“

Kennst du den Versuch mit den Glimmlampen und den stehenden Wellen ?
Aufbau:
ca. 10m „Freileitung“ mit ca. 30MHz und entsprechender Spannung speisen und auf Resonanz abgleichen.
Dann eine Glimmlampe an der Freileitung anschliessen und über die Leitungslänge verschieben.
Genau berechnen kannst du das ganze ja selbst.
OK, siese System hat nur EINE Dimension. Versuchs mal mit 2 Dimensionen und du hast die Lösung für dein Problem :wink:

Das ist mir klar, aber genau das musst du wissen um rechnen zu
können :wink:)

Schätzen langt in dem Fall auch.

Genau das geht nicht, wegen der Resonanzen.
Bei einem Schwingkreis geht das ja noch.
Bei deinem System hast du hunderte von paralellgeschalteten Schwingkreisen.

P.S. Was macht dein anderes Problem, mit den merkwürdigen
Impulsen ??

Liegt momentan auf der Seite und wartet auf göttliche
Eingebung. :smile:
Ich bin nur minimal weitergekommen: Lade-R und C müssen meiner
Meinung nach relativ klein sein, um den steilen Ansteig zu
bekommen. Dementsprechend gross muss der Entladewiderstand
sein. Das war’s dann aber auch …

Ich habe letzthin irgendwo einen Bericht über gedruckte Schaltungen aus leitenden Kunststoffen gelesen. Die haben auch so ein Problem an den Grenzflächen der Schichten. Irgendwie bleiben da Ladungsträger kleben. Da hat aber noch keiner eine Ahnung was da eigentlich passiert …

MfG Peter(TOO)

Hi Peter

HF ist halt ein lustiges Gebiet, mit vielen Überraschungen.

Deswegen hab’ ich mich bis jetzt auch davor gedrückt - jetzt hat’s mich eingeholt …

In den 60er Jahren ist bei Phillips ein UHF-Tuner in
Seriegegangen, welcher nur dann funktionierte, wenn auf dem
Abschirmgehäuse an einer bestimmten Stelle ein Widerstand
aufgelötet wurde. Um keine Missverständnisse aufkommen zu
lassen. Der Widerstand worde mit beiden Anschlüssen auf dem
Blech festgelötet, schaltungstechnisch eigentlich völlig
nutzlos !!!

??? OK …

Vielleicht solltest du dir schon mal Rechenzeit auf einen
Number-Cruncher reservieren oder ein Projekt bei BIONC
starten.

Ich wollt’s ja gar nicht exakt haben - eine grobe Abschätzung
genügt mir ja!

Genau DA liegt das Problem:
Bist du gerade zufällig auf einer Resonanz, sieht alles ganz
anders aus, als 2cm oder 1 MHz daneben.

„Wie verhält sich ein ausgedehner Leiter prinzipiell bei
Speisung mit HF? Wieviel Spannung brauch ich, um einen
bestimmten Strom in der Platte zu haben (Grössenordnung)? Bzw.
welcher Strom ergibt sich bei Spannung x?“

Kennst du den Versuch mit den Glimmlampen und den stehenden
Wellen ?

Ich glaub’, wir haben das in der Schule mal gesehen. Im Studium hatte ich meinen Schwerpunkt bei niedrigeren Frequenzen …

Aufbau:
ca. 10m „Freileitung“ mit ca. 30MHz und entsprechender
Spannung speisen und auf Resonanz abgleichen.
Dann eine Glimmlampe an der Freileitung anschliessen und über
die Leitungslänge verschieben.
Genau berechnen kannst du das ganze ja selbst.
OK, siese System hat nur EINE Dimension. Versuchs mal mit 2
Dimensionen und du hast die Lösung für dein Problem :wink:

Mal schauen, ob ich irgendwo einen Generator dafür und eine grosse Cu-Platte finde. Dann probier’ ich mal ein wenig … :smile:

Schätzen langt in dem Fall auch.

Genau das geht nicht, wegen der Resonanzen.
Bei einem Schwingkreis geht das ja noch.
Bei deinem System hast du hunderte von paralellgeschalteten
Schwingkreisen.

Ich hatte das noch nie mit C behaftet betrachtet. Fürchte aber, du hast recht!

Ich habe letzthin irgendwo einen Bericht über gedruckte
Schaltungen aus leitenden Kunststoffen gelesen. Die haben auch
so ein Problem an den Grenzflächen der Schichten. Irgendwie
bleiben da Ladungsträger kleben. Da hat aber noch keiner eine
Ahnung was da eigentlich passiert …

Das Gefühl kommt mir irgendwie bekannt vor.
Aber danke für die wenig aufmunternde Hilfe.
Gruss peherr

Hallo peherr,

HF ist halt ein lustiges Gebiet, mit vielen Überraschungen.

Deswegen hab’ ich mich bis jetzt auch davor gedrückt - jetzt
hat’s mich eingeholt …

Das Leben ist manchmal echt gemein !!

OK, siese System hat nur EINE Dimension. Versuchs mal mit 2
Dimensionen und du hast die Lösung für dein Problem :wink:

Mal schauen, ob ich irgendwo einen Generator dafür und eine
grosse Cu-Platte finde. Dann probier’ ich mal ein wenig …

-)

Schätzen langt in dem Fall auch.

Genau das geht nicht, wegen der Resonanzen.
Bei einem Schwingkreis geht das ja noch.
Bei deinem System hast du hunderte von paralellgeschalteten
Schwingkreisen.

Ich hatte das noch nie mit C behaftet betrachtet. Fürchte
aber, du hast recht!

Die Cs findest du nur in der Ersatzschaltung.
Du musst da mehr bei den Antennen nachsehen. Wenn die Dimension eine Mehrfaches der Wellenlänge ist, bzw. 1/2 und 1/4, hast du einen Schwingkreis. Bei deinen Frequenzen und den Abmessungen wirst du diese Distanz mehrfach finden.

MfG Peter(TOO)

Hallo,

natürlich hat das Gebilde auch eine effektive Induktivität, aber der Haupteffekt wird sich durch die infinitesimale Parallelschaltung einzelner Leitungen und deren Verhalten ergeben. Durch Simulation endlich vieler solcher Leitungen lässt sich das Verhalten durchaus dem Charakter nach untersuchen (z. B. PSpice oder Multisim oder dergl.), wenn auch nicht exakt berechnen. Fakt ist, dass sich durch die Parallelschaltung verschiedener Leitungen auch sehr diffuse Resonanzeffekte ergeben. Entscheidend für das Verhalten der Fläche wird auch sein, ob und wie der Abgriff am ‚Ausgang‘ abgeschlossen ist.

Dieter

Hallo w-w-w,

mal eine Frage:
wie verhält sich eine ausgedehnte leitende Platte oder Blech
bei Einspeisung mit einem HF-Signal auf einer Seite und
Abgriff auf der anderen? Beispielsweise eine Cu-Platte mit
jeweils ein paar m Seitenlänge.

Hallo, 2 Anmerkungen dazu:

  1. Benutzt man eine solche Fläche als GND für eine HF-Schaltung (wie üblich), so ist folgendes zu beachten: bei DC fliesst der GND-Rückstrom auf dem kürzesten Weg zurück zur Signalquelle, wie sich aus dem Ohmschen Widerstand ergibt. Bei HF jedoch fliesst der Rückstrom unterhalb der Signalleitung zurück, also nicht unbedingt auf dem kürzesten Weg, vielmehr hängt dieser von der Signalführung auf dem Hinweg ab. Das liegt daran, dass eine möglichst geringe Ausdehnung der Leiterschleife energetisch günstiger ist, oder anders gesagt, das Sytem minimiert die Ausdehnung der elektrischen und magnetischen Felder. Bei HF kann man also die GND-Fläche garnicht für sich als Leiter betrachten, sondern nur das Gesamtsystem aus Hin- und Rückleitung; nur dann kann man eine sinnvolle Angabe zur Induktivität zwischen Siganlquelle und -Senke machen.

  2. Eine Formel habe ich dafür bisher nicht gefunden, was vielleicht auch an Punkt 1 liegt, aber in der Fachwelt ist es unbestritten, dass eine durchgehende Fläche die induktivitätsärmste Zuleitung für Power und GND darstellt. Allerdings wird in der Praxis die Zuleitungsimpedanz dominiert von den Abgriffspunkten. Diese sind bei einer normalen Schaltung z.B. die Zuführung über den Stecker und der Verbrauch am Versorgungspin eines ICs. Die genaue Ausbildung einer Durchkontaktierung und des IC-Pins selbst und des letzten Stücks Leiterbahn bestimmen die Zuleitungimpedanz weit mehr als die übrige leitende Fläche. Da also Zu- und Ableitung so wesentlichen Einfluss haben, kann man auch auf den letzten 2 mm alles versauen.

Es gibt übrigens Simulationssoftware dafür, aber allein die Modellierung eines Lochs mit Durchkontaktierung oder einer Lötstelle ist schon eine anspruchsvolle Aufgabe.

Gruss Reinhard

Hallo Reinhard,

  1. Benutzt man eine solche Fläche als GND für eine
    HF-Schaltung (wie üblich), so ist folgendes zu beachten: bei
    DC fliesst der GND-Rückstrom auf dem kürzesten Weg zurück zur
    Signalquelle, wie sich aus dem Ohmschen Widerstand ergibt. Bei
    HF jedoch fliesst der Rückstrom unterhalb der Signalleitung
    zurück, also nicht unbedingt auf dem kürzesten Weg, vielmehr
    hängt dieser von der Signalführung auf dem Hinweg ab. Das
    liegt daran, dass eine möglichst geringe Ausdehnung der
    Leiterschleife energetisch günstiger ist, oder anders gesagt,
    das Sytem minimiert die Ausdehnung der elektrischen und
    magnetischen Felder. Bei HF kann man also die GND-Fläche
    garnicht für sich als Leiter betrachten, sondern nur das
    Gesamtsystem aus Hin- und Rückleitung; nur dann kann man eine
    sinnvolle Angabe zur Induktivität zwischen Siganlquelle und
    -Senke machen.

Meines Wissens nach setzt sich die gesamte Induktivität eines Leiters aus 2 Teilen zusammen: zum einen gibt es da die Einwirkung des zugehörigen Partner-Leiters. Das lässt sich über die Geometrie beeinflussen. Davon hast du geschrieben …
Zum zweiten hat aber auch jeder stromdurchflossene Leiter sein eigenes Magnetfeld, welches auf den Leiter zurückwirkt - ich glaub’, man nennt das Eigeninduktivität. Und um diese ging es mir primär.

  1. Eine Formel habe ich dafür bisher nicht gefunden, was
    vielleicht auch an Punkt 1 liegt, aber in der Fachwelt ist es
    unbestritten, dass eine durchgehende Fläche die
    induktivitätsärmste Zuleitung für Power und GND darstellt.
    Allerdings wird in der Praxis die Zuleitungsimpedanz dominiert
    von den Abgriffspunkten. Diese sind bei einer normalen
    Schaltung z.B. die Zuführung über den Stecker und der
    Verbrauch am Versorgungspin eines ICs. Die genaue Ausbildung
    einer Durchkontaktierung und des IC-Pins selbst und des
    letzten Stücks Leiterbahn bestimmen die Zuleitungimpedanz weit
    mehr als die übrige leitende Fläche. Da also Zu- und Ableitung
    so wesentlichen Einfluss haben, kann man auch auf den letzten
    2 mm alles versauen.

Ich glaube, hier hast du dich in der Grössenordnung meiner Frage geirrt. Wenn ich dich richtig verstanden habe, sprichst du jetzt von Kontaktwiderständen. Ich wüsste jedenfalls nicht, wie ich in einen einzelnen Kontakt noch eine zusätzliche nennenswerte Induktivität einbauen sollte … Und wenn sich da irgendwo Kapazitäten zwischen den beiden verlöteten Metallen bilden: diese sind dann irgendwie parallel zu den Kontaktwiderständen und stören bei HF-Anwendungen nicht weiter. Oder wo ist mein Denkfehler?

Ganz ehrlich: um die ohmschen Anteile mache ich mir weniger Sorgen - selbst viele mOhm tun mir nicht wirklich weh (und mit genügend Cu bekommt man auch das noch sehr klein). Ein Problem habe ich eher mit einigen 100Ohm bis kOhm wirksamer Induktivtät. Ich sprach ja von einer Ausdehnung im Bereich mehrerer Meter und nicht von Millimetern.

Es gibt übrigens Simulationssoftware dafür, aber allein die
Modellierung eines Lochs mit Durchkontaktierung oder einer
Lötstelle ist schon eine anspruchsvolle Aufgabe.

Hatte ich bis jetzt nicht wirklich vor - die Platte selbst beschäftigt mich schon ausreichend.

Danke für die Anmerkungen.
Gruss
peherr

Hallo Dieter,

Dummerweise besteht die Platte eben nicht nur aus parallelen Leitern mit parasitären Koppelkapazitäten dazwischen, sondern hat auch genausoviele leitfähige Querverbindungen.

Wie ich bereits Peter(TOO) gesagt habe: ich brauche keine genaue Berechnung, sondern eine grobe Abschätzung / Charakterisierung genügt mir voll und ganz!
Kannst du mir mal ein Model per E-Mail zuschicken, wie du es dir vorstellst?

Ich verwende das auf PSpice basierende „SwitcherCad“ der Firma Linear Technologies (http://www.linear.com).

Danke & viele Grüsse
peherr

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Hallo Dieter,

Dummerweise besteht die Platte eben nicht nur aus parallelen
Leitern mit parasitären Koppelkapazitäten dazwischen, sondern
hat auch genausoviele leitfähige Querverbindungen.

ja, ich habe auch nicht behauptet, die Leitungen bestünden nur in Längsrichtung.

Wie ich bereits Peter(TOO) gesagt habe: ich brauche keine
genaue Berechnung, sondern eine grobe Abschätzung /
Charakterisierung genügt mir voll und ganz!
Kannst du mir mal ein Model per E-Mail zuschicken, wie du es
dir vorstellst?

Ich versuche in einem ruhigen Stündchen mal was in Multisim und führe das Ganze dann als PSpice aus.

Dieter