Kommt halt alles darauf an!
… dass die Consultants hauptsächlich Forschungsunternehmen oder großen Herstellern zur Seite stehen und diese bei der Projektüberwachung oder auch als fachliche Experten in Spezialgebieten unterstützen…
Zuerst mal:
Glaube bitte nicht, daß Du als frischer Absolvent gleich den ganzen Professoren und promovierten Forschern zeigen kannst, wie die Welt läuft. Du wirst natürlich Tätigkeiten in diesen Bereichen übernehmen, jedoch als „fachlicher Experte“ anfangs nichts Anderes tun als jeder normale Mitarbeiter der Kunden.
Der große Vorteil des Beraters hier ist, dass er in sehr kurzer Zeit (2-3 Jahre) ohne je irgendwo kündigen zu müssen gleich eine ganze Menge Unternehmen kennen lernt. Dadurch potenziert sich die Branchenerfahrung und man kommt unglaublich schnell voran und akkumuliert in wenigen Jahren immens viel Wissen.
Das Gehalt für Berater ist auch nicht von schlechten Eltern.
Die Kehrseite der Medaille ist halt, wie Du schon sagtest „die Schauermärchen über Consulting“.
Auch wenn im Vertrag 1000x „38 Stunden“ steht, wenn der Kunde Dich jetzt dringend 60h braucht, hast Du 60hr da zu sein. Und wenn der Kunde in Absurdistan wohnt, mußt Du auch mal ein paar Wochen fern von der Familie in Kauf nehmen.
Solltest Du dann noch auf die absurde Idee kommen, parallel in der Consulting-Agentur intern die Karriereleiter zu erklimmen, gibt’s auch kein Wochenende mehr und die 80-Stunden-Woche läßt grüßen.
Ob man das jetzt „verzeizen“ nennt oder „Karriere machen“ - das liegt wohl primär im Auge des Betrachters.
bis in die Nacht hinein arbeiten, extreme leistungsbereitschaft, ständige Einarbeiten in bisher unbekannte Themenfelder, etc)…
Wenn das nichts für Dich ist, solltest Du kein Berater werden, denn genau darum nimmt man einen Berater statt einem Festangestellten!
Da ich aber prinzipiell über einen 38h Vertrag verfüge und es auch eine Überstundenregelung geben würde, frage ich mich nun, ob all diese „schauermärchen“ für alle Consulting-Bereiche zutreffen
Haha schmeißmichweg… das mit der 38 Stunden Woche irgendwo außerhalb des Öffentlichen Diensts glaubst Du doch nicht wirklich?
und ob sich das denn dann für Absolventen wirklich „lohnt“, sich - mal umgangssprachlich ausgedrückt- verheizen zu lassen, weil wohl nur die wenigsten jahrlang bei einem solchen Unternehmen bleiben…
Consulting-Grundregel: Up or Out.
Wenn das nichts für Dich ist, solltest Du Dir das Ganze nicht antun!
Nachteilig finde ich z.B. bis nach Vertragsunterzeichnung nicht zu wissen, in welchem bereich man eingesetzt wird
Wenn das ein Nachteil für Dich ist, dann ist Consulting nichts für Dich.
Gerade dieses „kontinuierliche Abenteuer on the job“ macht doch Consulting so interessant. Im Gegenzug kann man natürlich durchaus mitbestimmen, in welche Richtung die Reise geht - sofern es im beiderseitigen INteresse ist.
und man sich dann „privat“ so gut einarbeiten muss, dass man immernoch besser ist, als der Kunde, den man ja in Technologiefragen unterstützt
Genau darum geht’s.
Würdest Du einen Handwerker ins Haus lassen, der seinem Geschäft weniger versteht als Du? Und dem dann noch €1000 und mehr pro Tag latzen? Wenn nein - warum sollten Deine Kunden das?
Tut mir leid wenn ich das so ausdrücke, „der Kunde ist König“ - und der Vasall, der nur während einer 38-Stunden-Woche den Kunden König sein läßt, der meint das mit dem König nicht ernst!
und natürlich die Vorgabe, theoretisch für jeden Auftrag den Wohnort zu wechseln…
Da hast Du was falsch verstanden. Ein Berater kauft sich nicht alle 2 Monate ein neues Haus. Der wohnt schlimmstenfalls 4-6 Tage die Woche (auf Firmenkosten!) im Hotel und sieht sein „Heim“ nicht öfter als den Friseur.
Andererseits gibt es auch Aufträge in der Region, dann ist halt Pendeln angesagt wenn man zu Hause wohnen will.
dafür spricht natürlich die tatsache, sehr viele dinge in kurzer Zeit zu lernen (bzw. sich aneignen zu müssen) worauf man dann evtl später aufbauen kann oder könnte muß…
Ich maße mir an, anhand Deiner Bedenken recht klar sagen zu können, daß Consulting nicht Dein Traumberuf ist.
Gruß,
Michael