Hallo,
ich fahr Anfang September nach England und wollte mich über die dortige"StVo" informieren. Weiß jemand wo ich so etwas auf deutsch her bekommen? Wie muß ich zum Beispiel abbiegen und sind die Schilder die gleichen?
Grüße
Natascha
Hallo,
ich fahr Anfang September nach England und wollte mich über die dortige"StVo" informieren. Weiß jemand wo ich so etwas auf deutsch her bekommen? Wie muß ich zum Beispiel abbiegen und sind die Schilder die gleichen?
Grüße
Natascha
Hallo, Nataschi!
Ich habe mich mit meinen österreichischen Kenntnissen in England problemlos zurechtgefunden. Die Verkehrsregeln sind im Wesentlichen dieselben und das größte Problem war für mich beim rechtsgesteuerten Fahrzeug die Spur zu halten, da ich ständig das Gefühl hatte, mein Kopf ist auf der falschen Hälfte „meiner“ Fahrbahn.
Nur einmal bin ich - gedankenverloren - mit einem linksgesteuerten Fahrzeug auf der falschen Fahrbahn gefahren (nämlich automatisch auf der rechten statt auf der linken). Aber da hat man meistens irgendwelchen anderen Fahrzeuge rundherum, die einen sehr schnell daran erinnern, dass ja Linksverkehr ist. Das gilt auch dafür, dass die Kreisverkehre „verkehrt“ laufen (im Uhrzeigersinn statt dagegen) und ähnliches.
Verkehrszeichen usw sind gleich oder zumindest sehr ähnlich und erkennbar. Damit hatte ich überhaupt keine Probleme. Engländer sind auch großteils extrem nette und höfliche Autofahrer, was für Deutsche und Österreicher ein völlig neues Fahrgefühl (und zwar ein höchst angenehmes) ergibt: Sie lassen dich die Spur wechseln, man verständigt sich bei Begegnung an einer Kreuzung ohne Vorrangregel, wer jetzt fahrt und wer wartet usw. Da machte es mir eher Mühe, mich an den hierzulande üblichen ruppigen Stil zu gewöhnen.
Achtung: Geschwindigkeitsangaben sind in Miles per Hour (mph) und das ist etwas mehr als km/h. (wenn ich mich recht erinnere, kannst du so etwa 30 % aufschlagen, wenn du mit einem Fahrzeug mit km/h Tacho unterwegs bist).
Noch einmal Achtung: In London hatten sie mir sehr schnell die „Kralle“ drangehängt beim Falschparken. Ich vermute, weil ich eben ein ausländisches Kennzeichen hatte (das war mit meinem eigenen Auto), und sie wussten, dass jedes Strafmandat uneinbringlich ist (damals jedenfalls noch war). Und die Strafen sind gesalzen.
Also mein Resume: Grundsätzlich kein Problem. Vor allem am Anfang etwas anstrengend, da es mehr Aufmerksamkeit erfordert, und wenn es geht, nimm ein linksgesteuertes (also für uns „normales“) Fahrzeug, denn damit halbiert sich schon mal die Zahl der notwendigen Umstellungen.
hth
wennst noch fragen hast, nur zu.
lg
Livia
Ich nheme sowieso mein eigenes Auto. Das heißt ich werde mit einer Freundin zusammen von Düsseldorf nach St. Davids fahren. Ich dachte halt ich finde sowas wie die StVo zum ausdrucken oder so…
Hi Natascha,
was auch immer in einem Highway Code stehen mag, die Englaender halten sich nicht daran und koennen generell auch nicht Auto fahren.
Jeder macht hier was er will, es gibt keine Regeln an die man sich haelt ausser dass man an einer roten Ampel anhaelt und auch an einem Zebrastreifen. Du wirst hier Sachen sehen, die dir in Deutschland keiner glauben wird. Wenn du z. B. auf einer Vorfahrtsstrasse (also einer Hauptstrasse) faehrst, kannst du oft ploetzlich ein Auto auf deiner Spur von links kommend, mit der Absicht nach rechts abzubiegen, finden, dass deine komplette Spur blockiert und darauf wartet, dass der entgegenkommende Verkehr langsamer faehrt und das Auto nach rechts abbiegen laesst. Es interessiert dabei nicht, dass du und alle hinter dir bis zum Stop bremsen muessen und dass das zudem noch lebensgefaehrlich ist.
Kreisverkehr gibt es hier sehr, sehr viel und wer drin ist, hat generell Vorfahrt. Du haelst dich links wenn du links abbiegen willst oder geradeaus fahren willst, und haelst dich rechts, wenn du rechts abbiegen willst. Wenn du Kreisverkehre (gibt es das Wort?) in einem grossen Kreisverkehr hast, musst du die Reihenfolge beachten. Jede Richtung faehrt abwechselnd, 1-3 Autos. Von denen gibt es zum Glueck nicht so viele.
Die Blitzer sehen hier anders aus und blitzen meistens die Rueckseite deines Autos, also nicht von vorne. Autobahnblitzer messen meistens die Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen zwei Blitzern. Mach dich kundig wie die aussehen, leicht mit Lichtern etc. zu verwechseln, wenn man es nicht weiss.
Die Strassen sind in einem sehr schlechten Zustand (man muss gesehen haben wie schlecht, um es zu glauben), Loecher findest du selbst in der Autobahn (die Autos hier halten auch nicht so lange und vermutlich auch der Grund, warum man hier Autos neu kauft und kaum gebraucht). Sobald es etwas mehr regnet, entstehen neue Loecher in den Strassen die nach Monaten halb aufgefuellt werden, wenn man Glueck hat. Ich persoenlich wuerde nicht mit meinem eigenen Auto fahren wenn ich ausserhalb Deutschlands leben wuerde. Deine Stossdaempfer werden sehr leiden.
Ich koennte hier ohne Ende von den Strassenverhaeltnissen in GB erzaehlen, weil ich mich jedes Mal darueber aufrege, wenn ich schon wieder in einen Krater gefahren bin den ich zu spaet gesehen habe und auf miesen Strassen fahren muss weil die Briten keine Strassen bauen koennen (und auch keine Haeuser ganz nebenbei bemerkt, das inkompetenteste Volk dass man je gesehen hat).
Solltest du einen Unfall haben, wird die Polizei nur gerufen, wenn es Verletzte gibt. Ansonsten musst du darauf vertrauen, dass der Unfallgegner nicht Fahrerflucht begeht (falls es seine Schuld war). Und sieh zu, dass du Zeugen hast. Steig sofort aus dem Auto aus und halte den Verkehr an und frage, ob sie als Zeugen fungieren koennen. Mach Fotos von allen beteiligten Fahrzeugen, auch wenn es deine Schuld war. Es werden Versicherungsdaten ausgetauscht und jede Partei informierten deren Versicherung. Falls du das obige alles nicht hast und der Gegner bei seiner Versicherung alles abstreitet und sein Auto reparieren laesst, kann es schwierig werden, dessen Schuld nachzuweisen, vor allem weil du ja wieder nach Deutschland faehrst. Gerechtigkeit gibt es hier nicht und ich habe hier lange genug gelebt um das zu wissen.
Sei einfach nur gut vorbereitet.
Gruesse
Kris
Hallo Kris,
also ich höre da sehr gegeteilige Meinungen über den Straßenverkehr. Manche sagen die sind sehr freundlich und rücksichtsvoll andere sagen das Gegenteil. Ich werde sehr vorsichtig sein, aber mit meinem Auto werde ich auf jeden Fall fahren. Ich setzte mich nicht in ein fremdes Auto wenn ich eh schon eine ganz neue Situation habe. Ich weiß außerdem nicht ob es vielleicht nur in Großstädten so ist wie du sagst oder auch wenn es dann etwas landlicher wird? Naja abwarten.
Grüße
Natascha
Hallo,
aber mit meinem Auto werde ich auf jeden Fall
fahren. Ich setzte mich nicht in ein fremdes Auto wenn ich eh
schon eine ganz neue Situation habe.
Solltest du dennoch zumindest nochmal überdenken.
Eigenes Auto, das auf REchtsverkehr ausgerichtet ist, im Linksverkehr zu steuern ist u.U. schwieriger als gleich einen Mietwagen mit Lenkrad auf der richtigen Seite zu haben.
Gruß
Elke
PS: und die Umstellung ist gar nicht so schwer
Sowohl als auch. Freundlich und ruecksichtsvoll siehst du auch, aber du wirst die Realitaet ja selbst erleben. Und solltest du einen Unfall haben, kann es dir uebrigens passieren, dass der Gegner keine Kfz-Versicherung hat. Manche Kfz-Versicherungen (meine z. B.) hier werben damit, dass sie die Kosten uebernehmen, falls einem das passieren sollte (wenn man Vollkasko hat). Wuerde mich da auch bei deiner eigenen kundig machen was in solch einer Situation zu tun ist.
Und solltest du einen Unfall mit Fahrerflucht haben (und womoeglich nur das Kennzeichen des Verursachers haben), macht die Polizei hier erst mal 2 Wo lang nichts, da Akte anlegen und Aktenzeichen so lange dauern (da kannst du jeden Tag anrufen, das wird nicht beschleunigt). Dann wird ein hoeflicher Brief an den Gegner geschrieben mit Fristsetzung von 4 Wo, ob er denn in diesen Unfall verwickelt gewesen sei. In der Theorie sollte der Gegner danach (also mehr als 6 Wo nach dem Unfall) aufgesucht werden, passiert aber nicht. Du kannst da nochmals 4-6 dazurechnen, als ewig viel Zeit fuer diesen sein Auto reparieren zu lassen und dann alles abzustreiten.
Abgesehen von dem Strassenzustand ist das noch ein Grund, warum ich einen Mietwagen mieten wuerde, da du im Falle eines Unfalles sehr wahrscheinlich auf deinen Kosten sitzenbleiben wirst (von der Abwicklung mit Versicherungen hier und noch schlimmer vom Ausland aus will ich erst gar nicht reden). Ein unversicherter Unfallverursacher sollte mit dem Mietwagenvertrag abgedeckt sein. Wuerde ich hier nicht leben, wuesste ich auch nicht, wie hier solche Sachen gehandhabt werden und die Zustaende sind hier gruselig. Unglaublich, dass GB das fuenftgroesste Wirtschaftsland sein soll.
Ich habe die ersten 2,5 J. hier meinen Opel gefahren und hatte mit Linksverkehr keinerlei Probleme, es war mir sogar lieber als jetzt mit dem englischen Auto.
Also ein Mietwagen kommt nicht in Frage…Erstens ist alles gebucht und zweitens hat nicht jeder so viel Geld um sich diese Preise leisten zu können. Ich werde halt sehr aufpassen und hoffen das alles gut geht.
PS: und die Umstellung ist gar nicht so schwer
Im Prinzip hast Du recht, würde mir aber dennoch künftig einen Automatikwagen besorgen, weil das Schalten mit der linken Hand für mich äußerst gewöhnungsbedürftig war.
Gruß
äußerst ungewohnt war und auch nach 14 Tagen noch nicht klappte.
Hallo,
Eigenes Auto, das auf REchtsverkehr ausgerichtet ist, im
Linksverkehr zu steuern ist u.U. schwieriger als gleich einen
Mietwagen mit Lenkrad auf der richtigen Seite zu haben.
Dürfte auch individuell verschieden sein. Ich habe beides probiert (rechts gesteuerter Mietwagen, und zwar einen Polo, den ich selbst viele Jahre links gesteuert gefahren bin) und dann bin ich mit meinem eigenen Polo und später mit meinem eigenen Clio rüber gefahren. Ich habe mich in den gewohnten Autos einfach so viel wohler gefühlt, dass ich nie wieder rechtsgesteuert fahren wollte. (Was ich dann umständehalber doch wieder ein paar Mal tun musste.)
Ist schon richtig: Das Überholen ist unter Umständen schwierig. Aber ich überhole auf Landstraßen sowieso selten (und bei den müden Karren, mit denen ich üblicherweise unterwegs bin, ist es meistens eh kein Thema
). Alles andere ist imho ziemlich gleich.
Wie gesagt: Für mich war das echte Problem, innerhalb der Spur richtig zu liegen, also nicht zu weit links zu fahren, weil gefühlsmäßig mein Kopf über der linken hälfte der eigenen Fahrbahn sein müsste statt über der rechten. Alles andere war kein Problem, weder links- noch rechtsgesteuert.
Ländliche Gegenden fand ich in der Tat anstrengender, mit zwar einerseits dem Vorteil von weniger Verkehr, andererseits aber vermehrtes nachdenken darüber, ob ich jetzt eh richtig bin.
Livia
PS: So richtig konfus bin ich einmal geworden, als ich mit dem Flugzeug nach England flog, drüben eben mehrfach Auto (rechtsgesteuert) fuhr, dann mit dem Flugzeug zurück nach Wien, und dann war die Ausfahrt des Parkhauses in Wien linksseitig von der Einfahrt. DAS hat mich völlig aus dem Konzept gebracht und ich musste stehen bleiben und eine halbe Minute nachdenken, was da jetzt los ist, wo ich bin, auf welcher Seite im Auto ich sitze und auf welcher Straßenseite man in Österreich eigentlich so fährt. 
Lag aber wohl auch an der Müdigkeit von der Reise.
Im Prinzip hast Du recht, würde mir aber dennoch künftig einen
Automatikwagen besorgen, weil das Schalten mit der linken Hand
für mich äußerst gewöhnungsbedürftig war.
äußerst ungewohnt war und auch nach 14 Tagen noch nicht
klappte.
Spannend. Das hatte ich in ungefähr einer Viertelstunde heraußen. Griff nur gelegentlich nach der Tür statt nach dem Schaltknüppel, aber wenn ich den mal gefunden hatte, war es kein Problem. Schalten doch genauso wie unsere.
Livia