Es geht hier nicht um zusammenschlagen/verprügeln
das hat mich jetzt aber umgehauen! Gerade du als
Polizeibeamter weißt doch, dass körperliche Züchtigung als
pädagogische Maßnahme verboten ist und als Kindesmißhandlung
bestraft wird.
Ich möchte hier mal verdeutlichen, dass ich grundsätzlich gegen Gewalt bin.
In meiner Tätigkeit als Polizeibeamter habe ich jedoch leider erkennen müssen, das es ab einem bestimmten Gerad ohne den Einsatz von Gewalt einfach nicht mehr geht.
Gerade heute fällt mir auf, das es offenbar in der Gesellschaft nahezu keine Normenkontrolle untereinander mehr gibt.
Hätte ich mich vor 20 Jahren noch mit den Füßen auf der Bank in die U - Bahn gesetzt, hätte mich irgendwer schon nachdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass man soetwas nicht tut - deshalb hab ich mich gar nicht getraut. Heute spucken Jugendlich bei jeder gelegenheit auf die Straße und benehmen sich älteren Menschen gegenüber vermehrt respektlos.
Ich gehe mit meiner Freundin durch einen Park, da stellt sich zehn meter vor uns ein etwa 13 Jähriger Jugendlicher hin und pinkelt. Als ich ihn daraufhin nur sauer anschaue, fragt er mich noch was ich so glotze. Als mir anschließend der Kragen platzt werden er und seine 2 Kumpels noch frech - da ich annahm, das sie bewaffnet sind, da sie keinerlei Angst zeigten, blieb es bei gegenseitigem anpöbeln.
Normaler Weise hätte man ihm eine drücken müssen.
Ich könnte hier noch XXX Bsp. aufschreiben, wo sich Jugendliche auch polizeibeamten in Uniform gegenüber benehmen, wie ich es mir nie im Leben auch nur hätte vorstellen können, als ich in diesem Alter war.
Und ich bin der Festen Überzeugung, dass diesen Jugendlich die Grenzen nicht aufgezeigt wurden und das sie wissen, das Ihr handeln konsequenzenlos bleibt.
Es geht mir hier nicht darum sie zu verprügeln oder zusammenzuschlagen, aber eine Backpfeife zum richtigen Zeitpunkt hat mir auch nicht geschade - mehr hab ich nie bekommen und auch diese male könnte ich wohl an zehn Fingern abzählen.
Gerade als Polizeibeamter wüschte ich mir so maches mal einer Respektlosigkeit entsprechend begegnen zu können.
Jetzt noch mal zum Sachverhalt:
Auch ich weiß, daß § 1631 BGB geändert wurde.
Ich persönlich halte dass für sehr misslich, da es nun rechtstheoretisch möglich ist, dass ein Kind beispielsweise seinem Vater in den Hintern tritt und dann, nach beendigung der „Tat“ von diesem nicht mal mit einer Ohrfeige o.ä. bestraft werden darf, aber er darf ja mit dem Kind reden…
Aber praktisch ist es doch so:
Als „Kindesmisshandlung“ - § 225 StGB Misshandlung Schutzbefohlener - müsste er seine Schwester schon „quälen oder roh mißhandelen“, was bei einer Ohrfeige nicht zutrifft.
Wenn es kein erzieherisches Mittel ist, dann
ist es Körperverletzung, genauso schlimm.
Das mag richtig sein, jedoch steht auch Bully - genau wie dem Lehrer die Notwehr zur Verfügung und eine Ohrfeige im Bereich dieser Notwehr, wenn die Schwester mal wieder seine Sachen zerstört.
Und noch viel wichtiger: Auch wenn das Verhalten der Schwester noch keinen rechtswidrigen Angriff darstellt, also keine Notwehrsituation besteht und B. eine Körperverletzung begeht, weil er sie durch eine Ohrfeige zur Vernunft bringt, besteht immer noch das Strafverfolgungshinderniss der Antragspflicht, falls seine Schwester ihn überhaupt anzeigt.
D.h. sein Vater und Mutter müsste den Strafantrag stellen - ob sie das tun ist wohl eher fraglich.
Somit hätten wir wohl die rechtstheoretischen Hindernisse ausgeräumt.
Wer prügelt und schlägt, zeigt damit seine Hilflosigkeit in
einer Problematik, für die es auch andere Lösungsansätze gibt.
Zunächst einmal sollte man sich die Zeit nehmen und in
gemeinsamen Gesprächen mit dem Kind/Jugendlichen versuchen,
die Ursache solchen Verhaltens zu finden.
Ich bin ganz sicher, das Bully schon mit seiner Schwester geredet hat. Und bestimmt nicht selten.
Vielleicht fehlt es dem kleinen Zögling an Liebe, Zuwendung
und Aufmerksamkeit. Daran könnte man was tun.
Vielleicht fühlt sich die Kleine nicht ernst genommen, jetzt
„wo sie ja schon so groß ist“.
Vielleicht will sie mit ihrem aufsätzigen und penetranten
Verhalten nur darauf aufmerksam machen, dass ihr was fehlt,
dass sie etwas vermißt.
Die Eltern und Geschwister sind aufgerufen, sich darum zu
kümmern, auch Zeit und mehr aufzuwenden. Mit Geduld und
Einsatz ist dieses Problem sicher zu lösen, mit Schlägen
niemals.
Das klingt ja alles unheimlich schön. Allerdings muss ich sagen, wenn die kleine einfach sinnlos ausrastet und Gegenstände zerstört, dann kann man sie vielleicht beim ersten und zweiten mal darauf hinweisen, das sie mit 11 Jahren groß genug ist um zu wissen, das man soetwas nicht tut, wenn einem die Sachen nicht gehören…
Nach allem Gesprächen und aller Zuwendung muss man irgendwann erkennen, ob das etwas nutzt oder einfach die Schelle notwendig ist um die Grenze zu ziehen.
M.