Hilfe! Bearbeitungsgebühr für Finanzierungsanfrage

Ich bin sehr verzweifelt!

Mitte dieses Jahres hatte ich Interesse daran ein Haus zu kaufen.
Bei einer Bausparkasse machte ich eine Finanzierungsanfrage.
Nach langem hin und her musste ich leider eine Absage erteilen.
Nun ca. 3 Monate später habe ich heute einen Brief erhalten, ich zitiere:

unter Bezugnahme auf die o.g. Finanzierungsanfrage und unsere Finanzierungsbestätigung vom xxxxxx teilen wir Ihnen mit, dass wir die Bearbeitungsgebühr für die Nichtabnahme der Darlehen in Höhe von 0.5% des angefragten Finanzierungsvolumens Ihrem Konto xxxxxx belastet haben…

Mit entsetzen musste ich feststellen, dass die von meinem Konto abgebucht haben. Wie Ihr Euch vorstellen könnt handelt es sich um einen vierstelligen Betrag!

Ich habe weder mündlich noch schriftlich um Bereitstellung eines Betrages gebeten, sondern nur eine ausführliche Finanzierungsanfrage gemacht.
Ich habe die gesamte Korrespondenz durchgesehen.
Das einzige, was ich unterschrieb war eine Selbstauskunft.

Wie kann ich dagegen vorgehen. Darf die Bank solche Gebühren überhaupt fordern.
Ich wollte doch nur ein Angebot (andere Banken haben mir ein Angebot gemacht und nichts dafür genommen)
Was kann ich bloß machen. Bitte helft mir!!!

Liebe Grüsse
Rossi

bin zwar kein Jurist, habe aber gerade selber eine BauFi laufen. Die Dir in Rechnung gestellten Gebuehren beziehen sich auf die Nichtabnhame eines Darlehens. Dies kann nur der Fall sein, wenn das Darlehen Dir bereits bereitgestellt wurde - und das geht nur nach Unterschrift eines Darlehensvertrages. Selbst wenn Du einen Vertrag unterschrieben haettest, waere es erlaubt, innerhalb von 2 Wochen diesen wieder grundlos zu kuendigen.

Wenn Du wirklich nichts ausser der Selbstauskunft unterschrieben hast, gibt es rechtlich gesehen gar kein Darlehen, keine Bereitstellung und entsprechend auch keine Nichtabnahme.

Bevor Du mit Anwaelten o.ä. kommunizierst wuerde ich die Bank zu einem Gespraech bitten. Sollten Sie weiter auf diesem Standpunkt bleiben und Du wirklich nichts verpflichtendes unterschrieben haben, solltest Du Dir ein Informationsgespraech beim Anwalt leisten (ca. 200 Euro fuer eine Stunde, evt sogar von der Rechtsschutzversicherung -soweit vorhanden- übernommen).

Beim Gespraech mit der Bank solltest Du Sie nach Ihrer rechtlichen Grundlage der Forderung fragen. Die gibt es naemlich ohne Unterschrift nicht. Beruft sich die Bank auf eine muendliche Vereinbarung zu diesem diesem Darlehen wird Dir jeder Anwalt sagen koennen, warum so eine Absprache nicht rechtsgueltig ist.

Alles Gute, viel Erfolg,

Martin

Hallo Martin!

Vielen Dank für Deine Antwort!
Nun fühle ich in meiner Meinung bestärkt und bin ein wenig beruhigt.

Ich habe definitiv nichts ausser der Selbstauskunft unterschrieben!

Am Freitag habe ich noch ein Gespräch zu dem Bearbeiter in der Bausparkasse geführt:

  1. Er sagte er könne mir keine Auskunft geben, weil der Brief von der Bank kam mit der diese Bausparkasse zusammenarbeitet und der „Kompetenzträger“ wäre erst Anfang der kommenden Woche zu erreichen!
    (Mit besagter Bank hatte ich direkt nichts zu tun und für mich war somit der Bearbeiter bei der Bausparkasse der Ansprechpartner, das wollte dieser aber nicht einsehen.)
  2. Ich fragte nach der Rechtsgrundlage für die Forderung.
    Daraufhin zeigte er mir die Kopie eines Schreibens, welches ich nicht bekommen hatte. Es handelte sich um eine „Finanzierungsbestätigung“ der Bank.
    Ein von mir unterschriebenes Dokument konnte er mir nicht zeigen.
    Er führte weiter aus, dass er nicht wisse, was die Rechtsanwälte der Bank daraus machen könnten und versprach mir dass er sich am Montag bei mir melden würde.

Da bin ich aber gespannt!

Liebe Grüsse
Rossi

…ich denke, Du kannst nach wie vor recht ruhig an die Sache rangehen. mich wundert ein wenig, dass es ein Schreiben gibt, das sich Finanzierungsbestaetigung nennt. Ich kenne sowas nicht.
Entweder die Bank will das Vorhaben finanzieren und laesst Dich einen entsprechenden Kreditvertrag unterschreiben oder eben nicht…

Wozu also eine solche Finanzierungbestaetigung?? Wenn die Bank sagt, Du muesstest zahlen, weil Du die Finanzierung (die es ja eingentlich noch nie von beiden Seiten schriftlich fixiert gab) nicht in Anspruch nimmst, dann kannst Du ja mal fragen, ob die Bank allein auf Grundlage dieser sog. Finanzierungsbestaetigung einen Kredit an Dich auszahlen wuerde (also ohne zusaetzlichen Kreditvertrag)?!

Darauf wird sie mit ziemlicher Sicherheit mit „Nein“ antworten. Dann waere diese Bestaetigung ein fuer die Bank risikoloses Papier mit keinem einzigen Vorteil und keiner einzigen Zusage fuer Dich.
Das waere unzulaessig.

Also, bleibe cool - und lass Dir von den Bankern nix erzaehlen. Stelle immer viele Fragen im Gespraech, denn je mehr die antworten muessen, desto schneller werden sie sich ertappt fuehlen.

Glaube mir, ich war selber lange genug Banker :smile:

Habe auch nicht grundlos die Branche gewechselt…

Do well,

Martin