Hilfe bei Bewertung Praktikantenzeugnis

Hallo,

ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand bei der Interpratation meines Zeugnisses helfen könnte. Ich bin mir relativ unsicher was die Formulierungen in Noten ausgedrückt sind und ob es insgesamt eher eine gute oder schlechte Beurteilung ist, da es nach meinem Empfinden auch widersprüchliche Formulierungen gibt.

Zu Beginn steht eine Aufführung in welchem Bereich und Niederlassung ich eingesetzt war und eine Beschreibung des Unternehmens. Danach eine genauerer Beschreibung der Abteilung und deren Arbeitsgebieten und im Anschluss eine Beschreibung meiner Tätigkeiten/Aufgaben während des Praktikums.

Danach folgt die Leistungsbeurteilung:

Frau … interessierte sich für die ihr gesetzten Ziele und verfügte über eine ausreichende Arbeitsmotivation. Sie besitzt eine schnelle Auffassungsgabe und zeichnete sich durch ein gutes Organisations-, Analyse- und Urteilsvermögen aus. Frau … interessierte sich für die praktischen Lernmöglichkeiten und erfüllte die mit ihrem Praktikum verbundenen Lernanforderungen. Sie hat ihre guten theoretischen Kenntnisse umgesetzt und erwies sich als sehr engagierte, gewissenhafte und selbständig arbeitende Praktikantin, welche die ihr übertragenen Aufgaben planvoll und systematisch erledigte. Dabei zeigte sie ein hohes Maß an Zuverlässigkeit. Ihre Arbeitsergebnisse waren von Qualität geprägt. Frau … erledigte die ihr übertragenen Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit.

Auf Grund ihrer sachlichen und zuvorkommenden Art wurde Frau … von allen Gesprächspartnern geschätzt. Ihr Verhältnis gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war einwandfrei.

Frau … verlässt unser Unternehmen nach Ablauf der vereinbarten Zeit. Wir danken ihr für die gute Mitarbeit und wünschen ihr für ihren weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Für mich hat sich das nicht so positv gelesen, vor allem Formulierungen wie „verfügte über eine ausreichende Arbeitsmotivation“ haben mich sehr enttäuscht, da es sich für mich so anhört, als hätten mich meine Aufgaben Null interessiert und ich nur die Zeit abgesessen- was aber keinesfalls zutrifft. Eher das Gegenteil, da es mir nichts ausgemacht hat auch länger zu bleiben, wenn was fertig werden musste.
Außerdem stimmt die Schlussformulierung definitiv nicht, da ich nach dem Praktikum einen Werkstudenten Vertrag bekommen habe und nun meine Diplomarbeit in dem Unternehmen schreiben werde.

Könntet ihr mir bei der „Übersetzung“ der Formulierungen bitte helfen?
Ich habe nächste Woche ein Gespräch wegen des Zeugnis mit meinem Chef und hätte gerne eine Argumentationsgrundlage.

Vielen Dank und einen schönen Sonntag.

Christine

Hallo Christine,

ich hoffe, es folgen kompetentere Antworten, ich bin kein Personaler.
Da Du schon gesagt hast, dass es nicht so toll ist, schreib ich einfach meinen Eindruck.

Danach folgt die Leistungsbeurteilung:

Frau … interessierte sich für die ihr gesetzten Ziele und
verfügte über eine ausreichende Arbeitsmotivation.

Klingt nicht toll.

Sie besitzt
eine schnelle Auffassungsgabe und zeichnete sich durch ein
gutes Organisations-, Analyse- und Urteilsvermögen aus.

Klingt gut.

Arbeitsergebnisse waren von Qualität geprägt. Frau … erledigte
die ihr übertragenen Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit.

Könnte eine „3“ sein.

Auf Grund ihrer sachlichen und zuvorkommenden Art wurde Frau …
von allen Gesprächspartnern geschätzt. Ihr Verhältnis
gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war einwandfrei.

Eigentlich Standard

Frau … verlässt unser Unternehmen nach Ablauf der vereinbarten
Zeit. Wir danken ihr für die gute Mitarbeit und wünschen ihr
für ihren weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und
weiterhin viel Erfolg.

Auch positiv, :

Ich würde es als 3-4 einordnen, also nicht prall, aber auch nicht furchtbar.

Außerdem stimmt die Schlussformulierung definitiv nicht, da
ich nach dem Praktikum einen Werkstudenten Vertrag bekommen
habe und nun meine Diplomarbeit in dem Unternehmen schreiben
werde.

Dieses Argument ist viel Wert, frage doch einfach mal nach und bitte darum Dir die Formulierungen zu interpretieren im Hinblick auf diesen Vertrag.
Auf jeden Fall nutze diese Möglichkeit und beweise während der Diplomarbeit, das Du mehr kannst.

Tja, das war so mein persönlicher Eindruck, vielleicht ein kleine Hilfe für die Argumentation.

Ich wünsche Dir alles Gute für die Diplom-Arbeit, viel Erfolg!

LG Volker

Hallo Christine!

Dein persönlicher Eindruck zu diesem Zeugnis täuscht Dich leider nicht. Das Zeugnis solltest Du in der Form in keine Bewerbungsmappe legen.

Frau … interessierte sich für die ihr gesetzten Ziele und
verfügte über eine ausreichende Arbeitsmotivation.

Alleine der Satz als Einleitung ist schon die reinste Katastrophe. Einige etwas nettere Formulierungen im weiteren Verlauf retten da auch nichts mehr, die Gesamtaussage ist schlecht.

Was jetzt natürlich stutzig macht ist Deine Weiterbeschäftigung als Werkstudentin. Die Stelle dürftest Du nach dem Zeugnis eigentlich nicht bekommen haben. Ein solches Angebot soll ja für die Unternehmensseite auch dazu führen, geeignete Nachwuchskräfte zu finden und an das Unternehmen zu binden.

Jetzt tauchen wir ein in das Reich der Vermutungen: Ein anderer, ebenfalls unfähiger Praktikant :wink:, hat irgendwelche Textbausteine aneinander gehauen und fertig.

Ernster Tipp: Ein von Deiner Seite nett und sachlich geführtes Gespräch mit Deinem Chef scheint mir hier wirklich sinnvoll, um den Widerspruch zwischen schlechtem Zeugnis und Weiterbeschäftigung zu klären.

Einen schönen Tag wünscht
adaaka

Hallo Christine,

für mich klingt es auch widersprüchlich und so, alsob der/die Verfasser/in sich nicht auskennt. Im Forum gibt es zu Zeugnissen diesen Thread: www.wer-weiss-was.de/theme215/article3632352.html

Kennst du diese Adresse schon: www.personalentwicklungsberatung.de/Informationen/Ar…

Ich fand es als Unkundige recht hilfreich. Bei www. akademie.de gibt es Hinweise auf Rechtsgrundlagen für Zeugnisse:
(Zitat-Anfang)
„Rechtsgrundlage sind der Paragraf 630 des Bürgerlichen Gesetzbuches in Verbindung mit dem Paragrafen 109 der Gewerbeordnung. Außerdem haben zahlreiche Urteile des Bundesarbeitsgerichts in der Vergangenheit Standards für Form und Inhalt von Arbeitszeugnissen gesetzt.“ (Zitat-Ende.)
Die Paragrafen findest du bei bundesrecht.juris.de/bundesrecht/bgb/__630.html bzw. bundesrecht.juris.de/gewo/__109.html

Interessant finde ich auch diese Seite, wo es auch eine Urteilsdatenbank gibt:
www.praktikumszeugnis.de/az_recht.htm

Sicherlich melden sich noch Experten hierzu.

Viel Erfolg!

Autsch
Hi!

Kennst du diese Adresse schon:
www.personalentwicklungsberatung.de/Informationen/Ar…

Sorry, aber das ist eine von den tausend völlig unbrauchbaren Seiten im Internet zum Thema Zeugnisse. Da wird pauschal etwas vorgegeben, was pauschal in Zeugnissen nun mal so gar nicht anwendbar ist!

Das ist jetzt KEIN Angeriff gegen Dich, soll nur vor der Seite warnen…

LG
Guido

Ganz oder gar nicht
Hi!

Um ein Zeugnis beurteilen zu können, ist es zwingend erforderlich, dass man es KOMPLETT (Namen können weggelassen werden) kennt.

Es ist zwar ein Trend zu erkennen, aber wer sich anmaßt, diese Fragmente zu beurteilen, hat keine Ahnung und/oder will sich wichtig machen.

LG
Guido

Hi!

Grundsätzlich hast Du ja Recht, aber:
Christine hat sehr deutlich geschildert, was im Vorlauf war.

Sie hat konkret um die Interpretation der genannten Floskeln gebeten.

Ich habe gesagt, dass ich kein Personaler bin und nur meine Meinung kund getan habe.

Was habe ich falsch gemacht?

Gruß Volker

Nix
Hi!

Grundsätzlich hast Du ja Recht, aber:
Christine hat sehr deutlich geschildert, was im Vorlauf war.

…was aber schlicht nicht ausreicht, wenn man den Wortlaut nicht kennt!

Sie hat konkret um die Interpretation der genannten Floskeln
gebeten.

was nicht möglich ist…

Ich habe gesagt, dass ich kein Personaler bin und nur meine
Meinung kund getan habe.

Eben! Genau deshalb kann ich keinen „Fehler“ bei Dir erkennen!

Ich wollte ja auch nur vorbeugen, da garantiert wieder komplette Deutungen von selbsternannten Experten gekommen wären :wink:

DICH meinte ich gar nicht damt!

LG
Guido

Hallo Guido,

was genau fehlt denn deiner Meinung nach? Ich dachte, dass die Leistungsbeurteilung der Kern ist und daher habe ich nur kurz erwähnt, dass die einleitenden Absätze mit Unternehmensbeschreibung und Tätigkeitsbeschreubung auch aufgeführt sind. Diese hielt ich für weniger relevant für die Einschätzung.
Ansonsten habe ich das Zeugnis komplett widergegeben.

LG
Christine

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo.

was genau fehlt denn deiner Meinung nach?

Z.B. die Angaben zu den Zeiträumen. Wurde das Praktikum in 2 Wochen erledigt oder 8 Monaten ?

Ansonsten habe ich das Zeugnis komplett widergegeben.

Siehe zum Vergleich den Zeugnisgenerator der FAQ:2027: http://www.hr-manager.de/hr_man/html/zeugnis_gen_net…

mfg M.L.

Hi!

Was ist an dem Wort „KOMPLETT“ so missverständlich?

LG
Guido

Hallo Christine,

was genau fehlt denn deiner Meinung nach?

Die Einleitung, was genau die Firma über sich selber schreibt, Deine Aufgaben, der Zeitraum und was da vielleicht sonst noch so steht.

Ich dachte, dass die
Leistungsbeurteilung der Kern ist

Das stimmt ja auch :wink: Aber das Drumrum ist ebenso entscheidend. Ich top mir erst kürzlich die Finger wund über das wieso-weshalb-warum. Möglicherweise ist die Lektüre für Dich ebenfalls von Nutzen. http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

*wink*

Petzi

Hallo

Ich dachte, dass die
Leistungsbeurteilung der Kern ist und daher habe ich nur kurz
erwähnt, dass die einleitenden Absätze mit
Unternehmensbeschreibung und Tätigkeitsbeschreubung auch
aufgeführt sind. Diese hielt ich für weniger relevant für die
Einschätzung.

Lass dich von Guido nicht verunsichern. Das Zeugnis ist gut, wie ich im Einzelnen mal darlege:

Dein Zeit als Imbissbudenpraktikantin wird als sehr gut bewertet. Man attestiert dir, daß Du dich sehr dafür interessiert hast, am Tag mindestens 100 Pommes-Schalen zu verkaufen

interessierte sich für die ihr gesetzten Ziele und

und das auch mit entsprechender Pommesbudenmotivation versucht hast.

verfügte über eine ausreichende Arbeitsmotivation.

Bis hier ist das Zeugnis zwar noch verhalten, aber jetzt wird es eine glatte 1 (mit Sternchen):

Sie besitzt
eine schnelle Auffassungsgabe und zeichnete sich durch ein
gutes Organisations-, Analyse- und Urteilsvermögen aus.

Soll heißen: Du hast blitzschnell erkannt, ob der Kunde einen Hot Dog oder ein Schnitzel wollte („Auffassungsgabe“), konntest eine Mantaschale und eine Wurst gleichzeitig frittieren („Organisationsvermögen“) und vor allem hast Du die schlechte von der guten Pommes unterschieden („Analyse- und Urteilsvermögen“). Und genau das erwartet der Kunde auch von einer guten Pommes!

Frau …
interessierte sich für die praktischen Lernmöglichkeiten

Auch hier statuiert man Dir, daß Du dein Umgang mit Frittiersieb und Würstchenstange immer besser wurde, weil du es wolltest. Der Ehrgeiz war da!

erwies sich als sehr engagierte, gewissenhafte
und selbständig arbeitende Praktikantin, welche die ihr
übertragenen Aufgaben planvoll und systematisch erledigte.

Wiederholung von oben. Gute Strategie, Systematik und effizientes Grillen. Perfekt.

Ihre
Arbeitsergebnisse waren von Qualität geprägt.

Kann man von meiner Stammbuden-Bedienung leider nicht immer behaupten. Sehr gute Passage!

Auf Grund ihrer sachlichen und zuvorkommenden Art wurde Frau …
von allen Gesprächspartnern geschätzt.

Ganz wichtig in dem Bereich: die Fähigkeit zur Kommunikation mit Oleck und Boleck ist eine Grundvoraussetzung erfolgreicher „Imbissbuderie“. Auch gut!

Ihr Verhältnis
gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war einwandfrei.

Die Kunden fehlen. Sollte aber ein versehentliches Versäumnis sein. Laß das nachtragen.

Frau … verlässt unser Unternehmen nach Ablauf der vereinbarten
Zeit. Wir danken ihr für die gute Mitarbeit und wünschen ihr
für ihren weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und
weiterhin viel Erfolg.

Fazit. wie Du siehst, kann man auch diesen überflüssigen Rest aus der Bewertung ein Zeugnis einschätzen. Leute wie Guido machen das nur nicht, weil sie einfach keine Erfahrung haben und hier nur auf den Busch klopfen. Lass dich mal von denen nicht ins Boxhörnchen jagen!!

Ich komm bei deinem Zeugnis jedenfalls ins Schwärmen! Dir stehen alle Türen offen! Wenn Du jetzt noch entsprechend zeitlich flexibel bist, kannst Du bei jeder Bude direkt anfangen. Bewirb dich!

Gruß,
LeoLo

4 „Gefällt mir“

Hallo an alle Experten!

Ja super, auf solch eine hilfreiche Antwort habe ich noch gewartet! Bitte dringend noch weitere Sternchen an den Autor vergeben!

Natürlich kann man ein Zeugnis besser beurteilen, wenn es in Gänze vorliegt. Hier gibt es allerdings auch so eine offensichtliche Diskrepanz zwischen Zeugnisaussage und Weiterbeschäftigung!

Dabei ist es völlig unerheblich, ob das Praktikum 3 oder 8,764 Monate dauerte und ob es um die Zubereitung von Pommes ging oder um Forschungen im Bereich der Deuterium-Tritium-Reaktion!

Schöne Grüße von einem, der sich wichtig machen will und/oder keine Ahnung hat.

Nur mal so
adaaka

Hallo an alle Experten!

Im Gegensatz zu Dir…

Dabei ist es völlig unerheblich, ob das Praktikum 3 oder 8,764
Monate dauerte und ob es um die Zubereitung von Pommes ging
oder um Forschungen im Bereich der Deuterium-Tritium-Reaktion!

…wenn DU meinst…

Schöne Grüße von einem, der sich wichtig machen will und/oder
keine Ahnung hat.

Lass das Oder weg!

LG
Guido

Noch mal genauer
Hi!

Es gibt in einem Zeugnis bis auf Namen und Geburtsdaten nichts, was pauschal unwichtig ist.

Wie soll man ein Zeugnis beurteilen, wenn man noch nicht mal weiß, was Du überhaupt gemacht hast?

Es ist enorm wichtig, den Zeitraum zu kennen.
Bei einem 3-Wochen-Praktikum erwarte ich keine Nennung von Efolgen - wenn sie trotzdem genannt werden: Perfekt!
Bei einem 9-Monats-Praktikum ist es schon ziemlich mies, wenn man nichts von Erfolgen lesen kann.

Wobei aber auch hier enorm wichtig ist, WAS gemacht wurde, und in WELCHEM UNTERNHEMEN (welche Art!) dies geschah.
Bei einem 15-Personen-Betrieb hat ein Praktikant vermutlich völlig andere Aufgaben (auch aus der Unternehmensphilosophie) als bspw. bei ThyssenKrupp, Daimler-Chrysler, Tengelmann, RAG, etc.pp.

Praktikumsbezogen erwarte ich außerdem zu 90% spezifische Nennung gewisser Details nicht nur in der Aufgabenbeschreibung.
Fehlt in der Beschreibung allerdings etwas Wesentliches, lässt das u.U. Rückschlüsse zu.

DESHALB: Ganz oder gar nicht!

LG
Guido

P.S. Das sind nicht ALLE Gründe, sondern nur ein paar, die mir auf die Schnelle von der Hand in die Tastatur geglitten sind - deshalb kein Anspruch auf Vollständigkeit!