Hilfe bei Doktorarbeit

Hey zusammen!

Ich müsste mal um eure Hilfe bitten, wenn ihr 15 Minuten Zeit habt. Ich schreibe
nämlich gerade an meiner Marketing-Dissertation zum Thema „Neue Wege in der
Kommunikation“ (bei Professor Trommsdorf an der TU Berlin).

Ich hab eine Umfrage ins Netz gestellt, und wenn ihr 15 Minuten Zeit habt und sie
ausfüllt, würdet ihr mir sehr helfen. Natürlich sind die Fragen
methoden-orientiert und erfordern keinerlei sensible persönliche Angaben.

Die Ergebnisse der Befragung werden nach Projektabschluss in anonymisierter Form
veröffentlicht. Die Daten werden außerdem im Rahmen von Diplomarbeiten
ausgewertet.

Also wenn ihr Interesse an Meinungs- und Erfahrungsaustausch habt, dann surft
doch mal auf:

http://www.internet-interview.de/Befragung/

Schon mal vielen Dank!

Friedemann

Fragebogenkritik
Hallo,

endlich erwische ich mal einen Schurken, der so einen Fragebogen verfaßt hat. Die Umfragefuzzies können ja nichts für den Scheiß, den sie abfragen.

Es folgt die Manöverkritik:

  1. Zur Lebenssituation: Heißt Paar zwangsläufig zusammenlebend oder ist man auch als nicht zusammenlebend ein Paar?

  2. Zur Mediennutzung: Ist DVD sehen auch eine Nutzung des Fernsehen?

  3. Ist die Benutzung einer Online-Ausgabe einer Tageszeitung Nutzung einer Zeitung oder Nutzung des Internets?

  4. Wenn ich dreimal am Tag außer Wochenende jeweils 20 Minuten Zeitung lese, was soll ich auswählen?

  5. Nächste Seite: Definiere gelegentlich. Einmal im Leben, einmal im Jahr, einmal im Monat? Worum geht es da? Ich weiß, was in bestimmten Zeitschriften steht, obwohl ich sie nicht lesen, weil ich z.B. mit anderen darüber spreche oder von Helferleins Auszüge serviert bekomme, die für mich relevant sein könnten.

  6. Wenn ich mir überlege, daß ich ungefähr 20 Zeitschriften gelegentlich (nach meiner Definition) lese und keine davon in der Liste ist, kommt mir das, was Ihr unter „sonstige“ subsumiert, etwas groß vor.

  7. Nachdem ich mir den Kopf zerbrochen habe, was nun richtig ist, kommt jetzt das Freifeld, aber nur für die regelmäßigen Zeitschriften, nicht die gelegentlichen. Und wenn man nichts einträgt, kommt der Hinweis, die Eingabe zu vervollkommnen. Spätestens an der Stelle habe ich mich verarscht gefühlt.

  8. Frage: „Welche Internetangebote haben Sie schon benutzt/kennen Sie/kennen sie nicht? ebay, amazon, usw. sonstige.“

SONSTIGE? Was ist denn das für eine behämmerte Frage? Allein bei der Eingabe dieser Daten hat man eine SONSTIGE benutzt.

  1. Und dann wieder dieses Freifeld, örks, sowas gehört unter die Auswahlliste nicht auf eine separate Seite.

  2. Frage: „Wie häufig und wie lange nehmen Sie an Diskussionen und anderen Aktivitäten, bei denen Sie mit anderen Teilnehmern im Internet kommunizieren, teil?“ Zählt dazu auch email?

  3. Noch ein nachgeschobenes Freifeld. Meine Stirnader schwillt an. Was erscheint? Genau: „Bitte vervollständigen Sie die Antwort“ Ist das hier warm im Raum oder liegt das an mir

  4. Diese Frage ist Mist:
    „Wie bewerten Sie folgende Preise pro Ausgabe eines Mediums zur Veröffentlichung und zum Austausch von Erfahrungsberichten und Meinungen?“
    Solange man nicht weiß, für was genau man bezahlen soll, zahlt man gar nichts dafür. Typisches Problem beim Bezahlinternet: Warum abdrücken, wenn ich die Qualität nicht kenne?
    Und was heißt überhaupt „pro Ausgabe“? Wie oft (täglich, wöchentlich) usw, in welcher Form, bekomme ich es zugestellt usw. usw. All diese Dinge haben Auswirkungen auf die Zahlungsbereitschaft.
    Achja: Medium im Internet oder auf Papier?

  5. Jetzt kommt die Frage nach der Erscheinungsfrequenz. Ich fasse es nicht. Ich bin kurz davor, die Umfrage Umfrage sein zu lassen und den Rest des Abends anderen Menschen von dieser Umfrage zu erzählen. Online und telekommunikatiös, sozusagen.

  6. Jetzt kommt die Frage nach dem Medium. *weia* Ich soll also erst entscheiden, was ich bezahlen will, dann, wie oft ich es bekommen will und dann, in welcher Form? Habt Ihr den Fragebogen eigentlich mal selbst aufgefüllt und dabei getan, als hättet Ihr ihn nicht entworfen?
    SO KANN DA DOCH NUR MÜLL BEI RAUSKOMMEN.
    *seufz* *abreg*

  7. Was ist das überhaupt für ein deutsch?
    Wie bewerten Sie folgende Medien für die Veröffentlichung und zum Austausch von Erfahrungsberichten und Meinungen?
    „Kommt nicht in Frage“ - „Vielleicht“ - „Kommt in Frage“ - „Auf jeden Fall“.

  8. Und jetzt fragt er mich ernsthaft, welche Themenbereiche mich interessieren. Ich stell mir das gerade praktisch vor:
    Guten Tag, ich möchte bei Ihnen gerne genau 3 Euro für ein Medium ausgeben.
    Schön, wie oft hätten Sie es denn gern?
    Hm, sagen wir wöchentlich.
    Aha, wollen Sie es denn per email oder per Post?
    Och, per Post.
    Fein, und was soll drinstehen?
    Irgendwas über die Blumenzucht im südlichen Burkina Faso.
    Gut, ist notiert.

  9. Die Frage, welche Ausprägung ich bei ansonsten genau gleichen Konzepten bevorzugen würde, nervt nach dem 5. mal, nach dem 10. mal klicken vier von vier Leuten, die ich eben befragt habe, auf „weiß nicht“. vor allem, wenn man sieht, daß man gerade mal knapp 50% des Gesamtvolumens der Umfrage bewältigt hat. Nach dem 20. ist man zu einem Mord fähig, wenn man vorher nicht auf die „weiß nicht“-Strategie umgestiegen ist.

  10. Die anschließenden Kombinationen für die Konzepte sind so absurd, da wird keiner was von haben wollen, auch wenn ein paar Leute Werte >
    0 eingeben werden. Das ist das Dir sicher nicht unbekannte Phänomen der Verweigerung klarer Ansagen. Sei Dir sicher: Ich habe alle Konzepte mit 0 Punkten bewertet.

  11. Weil es mir zu albern wird, nur noch ein paar Highlights.
    Frage: „Ich habe schon einmal Leserbriefe an Zeitungen oder Zeitschriften geschrieben.“ Mögliche Antworten: „Trifft überhaupt gar nicht zu“ bis „Trifft sehr stark zu“ (sieben mögliche Ausprägungen).

Nochmal langsam zum mithören: „Ich habe schon einmal Leserbriefe an Zeitungen oder Zeitschriften geschrieben…“
Trifft irgendwie schon sehr stark zu oder vielleicht doch nur ein bißchen sehr. *unsicher rumdrucks*

Die Frage ist Quatsch mit Sauce. Ich würde sagen, da gibt es nur ein ja oder nein.

  1. Auch ne schicke Frage „Welche Honorierung würden Sie für einen selbst geschriebenen Beitrag erwarten?“
    Da gibt es ja wohl auch nur eine Antwort: Das kommt drauf an.
    Wenn ich irgendwas über Wochen testen und dann ausführlich darüber berichten soll, dann will ich mehr dafür, als wenn ein Blick reicht und ich ein „ja“ ankreuzen kann.

  2. Alles in allem: 30 Minuten meines Lebens für den Eimer. Nicht, weil es mich so genervt hat, sondern weil die Umfrage so strukturiert ist, daß sie bestenfalls Dung als ergebnis abliefert. Achja: Die Umfrage, die heute um 19.25 Uhr abgeschlossen wurde, solltet Ihr löschen. Eigentlich auch alle anderen und dann einen neuen Fragebogen entwerfen.

Aber zur Beruhigung: Ich mache sowas aus Spaß öfter mit und ich kann Dir sagen, daß Unternehmen wie Panasonic/Matsushita, Renault, Coca Cola, Appel, Diebels Alt, Armani, Foto Porst (aus gutem Grund inzwischen pleite), auch nichts besseres auf die Reihe bekommen, um nur einige wenige zu nennen, die besonders grauslig waren. Nur haben die einen höheren Etat. Andererseits habt Ihr als Auftraggeber die Möglichkeit, das Ding noch zu verbessern, bevor es bei Euch für Enttäuschung und bei den Mitspielern für einen Herzinfarkt sorgt.

Ran an die Arbeit!

Gruß,
Christian

wo du recht hast, hast du recht:wink:
Hi Christian,

  1. Alles in allem: 30 Minuten meines Lebens für den Eimer.

woooooooow, Du hast in 30 Minuten den Fragebogen beantwortet UND diese fundierte Manöverkritik verfasst?..*bewunder*

Allein die Beantwortung dieser Umfrage dauerte bei mir 23 Minuten;-( immer mit einem Auge auf den „Fortschritts?-Balken“ oben schielend, da ergriff mich das „VW-Käfer-feeling-syndrom“…*g*

Viele Grüsse
Eve*

Hallo exc!
Ich gebe Dir vollkommen Recht! Die Welt ist leider voll von schlechten Fragebögen - und dieser gehört definitiv dazu!
Besonders hervorheben möchte ich die Frage, die bei Dir unter Nr. 17 kommt… die Kombination von „Vergleichen“ ist wirklich so dermassen blödsinnig, dass ich mich halb kringelig gelacht habe! :wink:
80% des Fragebogens sind (gelinde gesagt) grober Unfug!
Als Doktorand sollte man wirklich was besseres hinkriegen… wenn ich in meiner Dipl.-Arbeit sowas abgeliefert hätte, wäre ich wahrscheinlich gesteinigt worden!
*kopfschüttel*
Gruß,
Iceman

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich hab das aus Vorahnung garnicht erst anfgefordert.

Ich erinner mich nich an die Rügen, die ich erhilet auf die frage nach einem Diplomarbeitsthema, wo ich spekulierte, daß demnächst noch jemand nach Tehmen für Habilitationen fragt.

Offensichtlich lag ich nicht so falsch, was die qualifikation und Qualität unserer „Absolventen“ betrifft.

gruss

Soooo schlecht ist die Befragung doch garnicht…
Man muss halt ab und zu die Frage 2-mal lesen, aber ich muss zugeben ich hab auch 30 min gebraucht, und war froh, als ich bei 100 % war!

Hi!

Soooo schlecht ist die Befragung doch garnicht…

Für einen Doktoranden? Doch! Sicher: Fragebogen sind sehr schwer vernünftig zu erstellen und ich erwarte nichts Perfektes - aber besser als das hier MUSS es sein!

Man muss halt ab und zu die Frage 2-mal lesen, aber ich muss
zugeben ich hab auch 30 min gebraucht, und war froh, als ich
bei 100 % war!

Wenn sich die Leute mal vorher überlegen würden, wie sie das Ganze auswerten wollen und was genau sie eigentlich messen wollen, dann würden einem viele solche „Totalausfälle“ erspart bleiben!

Ich kann mit btw. überhaupt nicht vorstellen, dass irgendein Prof. so einen Fragebogen abgesegnet hat!!! Aber man wundert sich ja immer wieder…

Das regt mich vor allem deshalb so auf, weil ich jetzt seit 3 Monaten vergeblich versuche, eine Promotionstselle zu kriegen… und wenn man dann sowas sieht… :frowning:

Viele Grüße,
Iceman

Hallo,

Für einen Doktoranden? Doch! Sicher: Fragebogen sind sehr
schwer vernünftig zu erstellen und ich erwarte nichts
Perfektes - aber besser als das hier MUSS es sein!

man merkt jedenfalls, daß diejenigen, die den Bogen verbrochen haben, nicht versucht haben, ihn selber auszufüllen.

Gruß,
Christian