Hilfe bei Hirnleistungsminderung/Persönlichkeitsst

Hallo,

wer weiß was für Leistungen es speziell für Hirnleistungsminderung/Persönlichkeitsstörungen (Borderline) gibt?

Dabei geht es meiner Schwester insbesondere um den Umgang mit Geld sowie Haushalt und die Kommunikation/Umgang mit Mitmenschen! Des weiteren um die Bewältigung/Umgang mit der Krankheit (plötzliche Wutausbrüche, gegenseitiges Ausspielen von Personen). Als auch die Hilfe bei der Freizeitgestaltung!

Zu meiner Schwester ist zu sagen: GdB von 50%, arbeitet in einer Werkstatt für psychisch behinderte Menschen, bekommt 4 Fachleistungsstunden vom LWL (Eingiederungshilfe)!

Diese 4 Fachleistungsstunden reichen jedoch vorne und hinten nicht aus, da in der übrigen Zeit ich aufgrund der Wohnsituation als Berater/Organisator in Beschlag genommen werde! Dieses führt dazu das ich an meiner Belastungsgrenze komme und es zu heftigeren Streits zwischen mir und meiner Schwester kommt!

Bitte helfen Sie mir!!!

Hallo,
von ferne etwas dazu zu sagen ist oft shwer; auch wenn es abgedroschen klinget: man muss den Einzelfall analysieren.
Hierzu würde ich sicherlich auf der einen Seite den Erbringer der Fachleistungsstunden ansprechen ( nicht den einzelnen Mitarbiter, der die direkte Hilfe gewährleistet, sondern die Leitung des Dienstes bzw. die i.dR. auch vorhandene Beratungsstelle des Trägers.
Zentral wird immer sein, auf den veränderten Hilfebedarf hinzuweisen, damit Ihrer Schwester die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft ermöglicht wird.
Ein anderer Punkt wäre m.E. auch wichtig:
Da ich selbst eine Schwester mit Borderline-Symthomen habe weiss ich, dass Familienmitglieder eine ganz klare emotionale und i.d.R. auch räumliche Trennung zu dieser Person halten müssen. Es ist ja gerade die Krankheit, das diese Personen die eigenen Angehörigen als „Freund, ABER AUCH als Feind“ betrachten.
Das zu akzepieren ist nicht einfach; aber auch als Laie muß man an deieser Stelle eine gewisse Proffessionalität in seinem Handeln, Denken und Fühlen beweisen.
Das Richtige Verhältnis von Nähe und Distanz ist wichtig.
Ich hoffe, ich konnte etwas zur Klärung beitragen?

Hallo,
da ich im stationären Rahmen arbeite, habe ich von den ambulanten Möglichkeiten wenig Ahnung.
Möglicherweise gibt es in der Nähe eine psychiatrische Institutsambulanz (PIA) die weiterhelfen könnte?
Über das persönliche Budget gibt es weitere Hilfsmöglichkeiten.
Betreutes Wohnen wäre auch noch eine Variante.
Um das alles genauer zu erfahren ist natürlich ein/e Sozialarbeiter/in von Nöten.
Eine ambulante DBT-Gruppe oder eine Borderline-Selbsthilfe Gruppe wird auch oft als sehr hilfreich betrachtet.
Viel Erfolg und Kraft!
Conny

Hallo Sebastian, deine Anfrage hat mich tief bewegt und du brauchst in der Tat dringend Hilfe!
um dir diese geben zu können, möchte ich mich gründlich darauf vorbereiten. Mit ein paar tröstenden Worten wird dir nicht geholfen.
Wichtig ist auch, dass du nicht nur an deine Schwester denkst, sondern auch an dich selbst. Für alle beide wäre es wohl der richtige Weg über eine Langzeittherapie in einer Klinik nachzudenken mit anschließender Reha oder Tagesklinik mit Ergotherapie und psychotherapeutischer Weiterbehandlung.
Nun weiß ich ja nicht, was an Hilfen schon in Anspruch genommen wurde.
Warscheinlich wäre es das Beste, mal zu telefonieren. Da ich jetzt gerade weg muss, melde ich mich noch mal schriftlich. Solltest du dann noch Hilfe brauchen, telefonieren wir mal, o.k.?
Bis dahin liebe Grüße von Astrid

Hallo Astrid,

vorab vielen Dank für deine Hilfe!
Meine Schwester war bisher 2x in einer Tagesklinik, nach anfäglichen Erfolgen erfolgte doch wieder der normale Alltagstrott!

Ebenso war sie in einer psychotherapeutischen Behandlung jedoch wie es leider wie ich erfuhr wohl öfter bei der Erkrankung kommt brach sie ohne Gründe wieder ab!

Der Neurologe/Psychater versucht derzeit durch 2x täglich (morgens/abends) durch das Medikament Fluoxetin 40mg die Erkrankung einzudämmen, was stellenweise auch gelingt, trotzdem kommt es immer wieder zu Rückfällen!

Das ist bisher das was mit mäßigem Erfolg erfolgte! Hoffe dir damit etwas mehr Informationen gegeben zu haben!

Vielen Dank nochmal für deine Hilfe!

Gruß Sebastian

Es gibt keine Formulare für Anträge zur „Bedarfsdeckung“, da es immer individuell geprüft werden muss, wie viel Hilfe jemand braucht und wie diese gedeckt werden soll. Du musst Dich als Bruder nicht bis zur Selbstopferung hinaus um Deine Schwester kümmer. Sie ist ein eigenständiger Mensch und muss auch unabhängig von Ihren Angehörigen lebensfähig bleiben.

Alle wichtigen Infos zu den Möglichkeiten der Beantragung (Wo oder bei wem) siehe hier:

http://www.budget-tour.de/content/41076.php?a=3

oder hier:

http://www.people1.de/pdf/PersoenlichesGeld2.pdf

Für den persönlichen Kontakt und direkte Fragen gibt es das Kompetenzzentrum und eine Hotline zum Thema (14 CENT/Minute):

01805/474712

Ruf an, schildere eure Situation und befolge die Tipps!!!

Viel Erfolg

vita

Hallo Sebastian,

bei BPS ist es so, dass die Betroffenen keine Differenzierung beherrschen, hat mit der Intelligenz nichts zu tun. Sie agieren in ihrem bekannten Mustern, schwarz oder weiss.

Oft ist es klar, was sie dazu bewegt, wenn man den Hintergrund kennt. Dieser ist allerdings nicht immer leicht zu erkennen, weshalb Du einen Mediator mit dem nötigen Wissen zu Rate ziehen solltest. Die Psyche ist ein koplexes Gebilde und selbst ich komme in vielen Fällen erst Jahre später darauf, was den Betroffenen bewegte.

Es gibt keine Schema „F“-Diagnose bei Betroffenen. Hier können alte Sätze wie ein Beispiel zeigt verantwortlich sein:

A: Ah, Du hast Heute ein grünes T-Shirt an (ohne Wertung des Betroffenen).

B: Sag doch gleich, dass es Dir nicht gefällt (Brüllt herum).

Klassische Eingebung der Eltern: Du bist zu dick und hässlich, wird auf den Satz übernommen.

Da diese Information nicht auf einer klaren positiven Wertigkeit getätigt wurde, wird diese Aussage negativ gewertet.

Um Reaktionen begründen zu können, wäre es gut, wenn Du Deine Schwester zum Therapeuten begleiten würdest. Somit würdest Du die Hintergründe erfahren und könntest gezielt auf die Stressauslöser reagiern.

Lg Jogy