Hilfe Bovis Morbificans

Hallo zusammen,

meine Magen-Darm Grippe hat sich nun als Salmonellen-Vergiftung herausgestellt. Das Gesundheitsamt hat mit den angeblich sehr seltenen Bovis Morbificans genannt. Ich habe nun übers Internet versucht zu diesem Erreger Informationen zu bekommen (Insbesondere -wo könnte ich mich infiziert haben und ist der gefährlich). Leider ohne großen Erfolg. Ich würde mich sehr freuen, wenn mir hier jemand mit Informationen zum B.M. aushelfen könnte.

Vielen Dank ! J.

Hallo Jörg

WDR von 1999

Tückisch: Salmonellen in Sprossen

Salmonellen lauern vorwiegend in tierischen Lebensmitteln, z.B. in Geflügel und rohen Eiern. Salat und Gemüse bergen angeblich kein Salmonellenproblem. Vegetarier und Rohköstler wähnten sich daher in Sicherheit. Bislang! Denn nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen hat sich ein neuer Salmonellenstamm ausgebreitet: Salmonella bovis morbificans. Dieser in Deutschland bislang unbekannte Stamm gelangt über Salatsprossen auf die Teller der Verbraucher.

Epidemie in Deutschland
Starker Durchfall, Fieber und Erschöpfungserscheinungen - die Symptome einer Salmonellose sind allgemein bekannt. Rund 7.000 Erkrankungen haben die Behörden in den vergangenen zwei bis drei Jahren registriert, die auf das Konto des neuen Salmonellenstammes gehen. Nach Schätzungen der Experten dürfte die Dunkelziffer bei ca. 70.000 Infizierten liegen.
Wo der Keim herkam, und über welche Lebensmittel er sich ausbreitet, blieb lange Zeit im Dunkeln. Nach langen Untersuchungen konnten Experten des Robert-Koch-Instituts in Wernigerode aber schließlich nachweisen, daß sich die Patienten nach dem Verzehr von rohen Sprossen infiziert hatten.

Suche nach der Ursache
Auch der Infektionsweg konnte geklärt werden. Die Spuren führen nach Australien, wo das Saatgut für Sprossen, das auch nach Europa verkauft wird, mit Gülle gedüngt wird. Auf diese Weise kann Salmonella bovis morbificans in das Saatgut gelangen. Die krankheitserregenden Bakterien verstecken sich in den trockenen Samen und überleben so in einer Art Schlafzustand die lange Reise nach Europa.
Mungbohnen- und andere Sprossen werden hierzulande von spezialisierten Firmen in großen Klimakammern produziert. Bei mindestens 25 Grad Celsius und 100 Prozent Luftfeuchtigkeit keimt das Saatgut innerhalb weniger Tage aus. Diese Bedingungen sind ideal für das Wachstum der Salmonellenerreger. Ein einziger Keim vermehrt sich durch Zellteilung alle paar Minuten, so daß bereits nach drei bis vier Stunden die Infektionsdosis für den Menschen erreicht ist. Deshalb ist es unbedingt erforderlich, nicht nur das Saatgut, sondern auch die verzehrsfertige Frischware auf Salmonellen zu untersuchen.

Sprossen nicht roh verzehren
Als besonders häufige Salmonellenträger haben sich die Sprossen der Mungbohnen herauskristallisiert. Grundsätzlich können aber alle Keimlinge Überträger von Salmonellen sein. Mit Salmonella bovis morbificans infizierte Rettichsprossen z.B. lösten unlängst in Japan eine Epidemie aus, an der 11.000 Personen erkrankten. Auch die eigene Sprossenzucht auf der Fensterbank ist vor dem krankheitsbringenden Keim nicht sicher. Dennoch sollte man auf das wertvolle Gemüse nicht verzichten.
Der Rat der Experten: Sprossen nicht als Rohware verzehren. Auch gründliches Waschen allein genügt nicht, um eine eventuelle Keimbelastung zu unterbinden. Wirkungsvoll ist Blanchieren mit heißem Wasser, bereits bei 80 Grad Celsius wird die Salmonellenzahl entscheidend reduziert. Noch besser ist ein kurzes Anbraten der Sprossen in der Pfanne - so, wie es auch in der traditionellen asiatischen Küche üblich ist.

Grüße Mi