Hilfe für Kind im Krankenhaus

Hallo,

da ich nicht ganz sicher bin, wo ich meinen Artikel am günstigsten platziere, fange ich mal mit Euch an.

Ich spiele in meiner Freizeit in einer bunt gemischten Basketballtruppe. Wir sind, wie oft bei solchen Sportgruppen, alle etwas näher miteinander bekannt, teilweise befreundet, mehrmals im Jahr unternehmen wir auch gemeinsam mit Kind und Kegel die verschiedensten Sachen.

Kürzlich erfuhren wir, daß der dreijährige Sohn einer unserer Mitspielerinnen Leukämie hat. Zufällig wurde das festgestellt, das Kind blieb sofort im Krankenhaus, die Mutter hat sich freigenommen und ist den ganzen Tag bei dem Kind, welches nun wohl eine Chemotherapie vor sich hat. Als Zeitraum für den Krankenhausaufenthalt wurde mindestens bis September gesagt.

Nun möchten wir irgendwie helfen. Die Frage ist eben nur wie…allgemeine Angebote stehen natürlich, aber jeder kann sich denken, daß die Familie noch unter Schock steht und irgendwie zusieht, wie sie alleine zurecht kommen. Besuche im Krankenhaus und ähnliches überfordern momentan sicher das Kind eh, ich denke solche Sachen zählen vielleicht, wenn der Lütte über den Berg ist und entsprechende Abwechslung nötig hat.

Nun kam einer unserer Männer auf die Idee, dem Kind einen Laptop kindergerecht hinzubasteln und mit Spielen für diese Altersklasse zu bestücken, die es ja gibt.
Die Meinungen der anderen waren recht unterschiedlich.

Meine Frage ist nun, ob so ein Geschenk für ein Kind im Krankenhaus Sinn macht…er ist eben auch noch recht klein. Klar ist, daß das sowieso nur geht, wenn die Eltern das entsprechend mittragen (Problem, wir befürchten, sie lehnen Geschenke in solchen Größenordnungen ab, wenn wir sie vorher fragen!)

Hat jemand Erfahrungen mit der konkreten Problematik und könnte uns Tips geben, was Eltern und Kinder (und auch die Schwester, die ca. 9 Jahre ist) in solchen Situationen wirklich brauchen?

wirklich hilflose Grüße
Maid

Hallo, Heike!

Das ist eine schlimme Geschichte. Du fragst nach Hilfen für das Kind im Krankenhaus. Für einen Dreijährigen wird das Wichtigste sein, daß Mama und/oder Papa soviel wie möglich bei ihm sind. Daraus resultiert auch mein „Hilfs-Tipp“ (ganz persönliche Meinung): versucht den Eltern ein Stück Alltag abzunehmen. Ihr könntet z.B. Essen vorkochen und portionsweise einfrieren und dort abgeben; wenn noch Geschwisterkinder da sind, eine Kinderbetreuung für die Zeit anbieten, wo Mama und Papa im Krankenhaus sind; ggf. Hausaufgabenbetreuung/von der Schule abholen etc.; einmal die Woche könnte jemand zum Putzen kommen; Einkaufsliste abholen und den Wocheneinkauf machen; falls nur ein Auto zur Verfügung steht, und der Besuch im Krankenhaus mit dem ÖPNV gemacht werden muß: einen Bringdienst organisieren… Es gibt viele Alltagsdinge, die eben auch erledigt werden müssen, trotz krankem Kind. Ich glaube, daß damit mehr geholfen wäre, als mit einem Geschenk für den kranken Zwerg. Davon abgesehen: Je nach Mentalität möchten Menschen in schwierigen Situationen entweder reden, reden, reden oder auch schweigen und nicht gelöchert werden. Egal, wie eure Freundin sich verhält: Gebt ihr das Gefühl, es ist in Ordnung, stellt keine Erwartungen an ihr Verhalten.

Viel Glück wünscht euch
Sams

Hallo Maid!

Mein Vorschlag:
Dem Kind ist sehr geholfen, wenn die Mutter bei ihm sein kann.
Daher denke ich, wenn Ihr, wie Sams schon sagte, den Haushalt Euch aufteilt (Omis gibts ja auch noch!), dann ist die 9jährige versorgt (Mittagessen, Aufgaben machen), die Wäsche wird gemacht und der Haushalt wird halbwegs auf Schwung gehalten.
Das hilft der Mutter sicher, im Krankenhaus nicht auf und ab zu tigern und sich Sorgen zu machen, wie es jetzt wohl zu Hause geht.

Das zweite ist dann natürlich die Unterhaltung für das Kind.
Bilderbücher finde ich geeigneter als einen Computer, aber vielleicht, wenn das Kind zu Hause auch einen Computer hat, ist es ganz verrückt danach, auf die Tasten zu hämmern.
Wenn die Eltern ein Geschenk nicht annehmen würden, dann gebt ihnen doch das Ding als Leihgabe!
Und sagt auch gleich dazu, dass Ihr den Kleinen nicht zu stundenlangem PC-sitzen erziehen wollt. Es ist nur für Momente gedacht, wo ihn kein Auto, kein Buch und auch sonst nichts mehr freut.
Dann wird die Mutter das Angebot leichter annehmen können.

Alles Gute Euch und dieser geprüften Familie!

Hanna

Hallo!
Sieh mal in der Rubrik oben unter FRQS und dort unter Medizin allgemein nach.
Dort ist meine Adressenliste mit Internetadressen Gesundheit. Vielleicht findest Du da bei Leukämie etwas
Anbieten tut sich auch
http://www.selbsthilfeforum.de und dann Gesundheit
PiRo

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Hallo!

Erstmal finde ich es echt prima von euch, dass ich euch so kümmern wollt! Aber das Kind im Krankenhaus braucht wohl ‚nur‘ Mama und Papa. Aber das Kind zu Hause braucht auch noch jemanden. Braucht jemanden, der dann nicht im Stress ist mit Einkaufen, Kochen, Waschen… Vielleicht könnt ihr davon was übernehmen, damit sich mal ein Elternteil um das große Kind kümmern kann? Und euch als ‚Notdienst‘ anbieten, falls was passiert und für das große Kind ein ‚Babysitter‘ benötigt wird.

Ich denke, ein Schleppi ist für das kranke Kind noch nicht soooo unbedingt etwas.

Bye, Vanessa

Vielleicht hätte ich erstmal elsen sollen, was Sams und Hanna geschrieben haben … :wink:

Hallo Maid,

und schon wieder haben mir meine Vorredner die Worte aus dem Mund genommen und ich hab bloß noch ne winzige Ergänzung: Vielleicht findet Ihr Zeit, mit der gesunden Schwester mal was zu unternehmen? Je nachdem wofür sie sich interessiert und wieviel Zeit / Aufwand / Geld Ihr investieren wollt gibt’s da sicher tolle Möglichkeiten (Zoo, Reiten gehen, Vergnügungspark, Legoland, Baden gehen, Picknick, Basteln etc.).
Ansonsten fällt mir auch nur ein, nen „Haushaltsdienst“ zu organiseren, so daß die Eltern den Rücken frei für ihre beiden Kinder haben! Und vielleicht könnt Ihr - wie gesagt - ein bisserl der Großen helfen, daß sie sich nicht ganz vergessen fühlt :wink:

Liebe Grüße

Petzi

PS: Im Übrigen finde ich es toll, daß Ihr Euch so für die Familie einsetzt *Hutab*

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Erst mal Danke für Eure zahlreichen Antworten, ich möchte noch ein paar Worte dazu sagen.

Wir haben natürlich zuallererst an diese Unterstützung im organisatorischen Bereich gedacht, so einfach ist das aber konkret gar nicht und guter Wille allein reicht leider nicht aus. Zum einen wohnen wir in einer großen Stadt, d.h. alle nicht eben um die Ecke, zum anderen haben wir anderen alle auch Familien und arbeiten voll, da wäre eine straffe Organisation nötig, immer in Abstimmung mit der Familie, um eine ständige Hilfe zu gewährleisten. Im Moment mußten wir uns darauf beschränken eine solche Hilfe anzubieten, aber ich denke daß in dieser frühen Phase das Engagement der Eltern und dem Rest der Familie noch sehr groß ist und unser Angebot vielleicht in ein paar Wochen angenommen wird. Da wird man einfach mal sehen müssen, wie sich die Dinge konkret entwickeln.

Kurz zu der älteren Tochter, ich weiß, daß hier bereits die Schulkameraden und deren Eltern einspringen, was sicher auch günstiger ist, denn trotz gemeinsamer Picknicks oder Sportnachmittage ist unser Kontakt zu dem Kind nicht so eng, will sagen, ich bin nicht sicher, daß die Kleine so glücklich wäre. Außerdem wohnen Großmutter und Tante der Kinder im gleichen Häuserblock, womit sicher dort einiges am Fehlen der Eltern ausgeglichen werden kann.

Deshalb hatten wir uns Gedanken machen wollen, wie man ohne aufdringlich zu sein etwas tun kann, wo Eltern und Kind gleichermaßen profitieren und da ist jegliches Beschäftigungsmaterial naheliegend.
Sehr gut fand ich den Gedanken, ein zu großes Geschenk lieber als Leihgabe zu geben, niemand will ja, daß die Leute sich nun auch noch wegen Dankbarkeit sorgen müssen.
Und unsere Bestände an Kinderbüchern und Märchenkassetten werden natürlich auch bereits geplündert.

Liebe Grüße,
Maid

Hallo Leute,

denkt auch mal an die finanzielle Seite. Die Mutter hat sich „freigenommen“. Wohl für längere Zeit und dann fällt wohl ein Gehalt weg???

Nur als Anregung

Gruß
Gisela

Moin Maid,

Und unsere Bestände an Kinderbüchern und Märchenkassetten
werden natürlich auch bereits geplündert.

ist vielleicht nicht direkt für euch eine Anregung, sondern eher für die Familie, aber vielleicht könnt ihr es ja weitergeben, falls die Familie nicht selbst dran gedacht hat.

Statt gekaufter Märchenkasetten könnt ihr Tonbandaufnahmen von der Familie machen. Die Familie (am besten alle drei) z.B. Geschichten vorlesen lassen und auf Kasette aufnehmen.

Die vertrauten Stimmen mit den vertrauten Geschichten dürften für ein Kind im Krankenhaus tausendmal schöner sein, als jede fertig gekaufte Kasette.

Gruss
Marion

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Hallo Maid,
es ist zwar schon das Wichtigste gesagt worden, dennoch möchte ich mich kurz zu Wort melden.
Vor vier Jahren habe ich vor der selben Situation gestanden, wie eure Freunde - meine Tochter kam von jetzt auf gleich mit Leukämie ins Krankenhaus.
Viel - sehr viel hat meiner Frau und mir geholfen, dass Freunde und Verwandte uns von den Alltagsschwierigkeiten möglichst ferngehalten haben (Essen kochen, Saubermachen etc.).
Auch ist die Betreuung und Unterstützung für das Geschwisterkind sehr wichtig - das wird leicht vergessen. Es ist nicht immer nötig, dass beide Eltern beim Kind im KH sind, der „freie“ Elternteil sollte Zeit für das zweite Kind haben.

Auch müssen beide Elternteile Gelegenheit bekommen, sich außerhalb des KH (bei den Psychologen) auszusprechen und auszuweinen - der Trost dabei hat mir gehofen. Es ist doch so, dass die Eltern im KH stark sein müssen - lasst sie zu Hause auch mal an eurer Schulter heulen.

Das mit dem Spiel (Laptop) sollte nur nach Rücksprache mit den Eltern und dem KH erfolgen.

Soderle, das wars von mir

Gruß
HaWeThie

PS: Meiner Tochter geht es übrigens blendend

Statt gekaufter Märchenkasetten könnt ihr Tonbandaufnahmen von
der Familie machen. Die Familie (am besten alle drei) z.B.
Geschichten vorlesen lassen und auf Kasette aufnehmen.

Die vertrauten Stimmen mit den vertrauten Geschichten dürften
für ein Kind im Krankenhaus tausendmal schöner sein, als jede
fertig gekaufte Kasette.

Das ist natürlich eine wirklich gute Idee, das werde ich weitergeben!

Danke,
Maid

Hallo HaWeThie

Also doch vor allem mit Freiräumen helfen, da müssen wir sicher noch mal reden, vor allem wie wir der Mutter zu verstehen geben können, daß sie sich nicht schämen muß, die Hilfe auch anzufordern. Aber wie ich sagte, noch ist die Nachricht frisch und die Zeit wird noch lang.

Mal im Krankenhaus wegen dem Laptop anzufragen hatten wir auch schon überlegt, ist wohl ganz sicher besser.

PS: Meiner Tochter geht es übrigens blendend

Das ist wunderbar und freut mich wirklich…auch als Lichtblick für andere Eltern in ähnlichen Situationen!

Liebe Grüße an Dich
und Deine Familie,
Maid