Hallo Chili,
Wie kommst Du denn zu dieser Aussage - und warum so pauschal?
Hast Du Einblick in die einjährige Ausbildung und regelmässige
Fortbildung, die Telefonseelsorger durchlaufen müssen bevor
sie überhaupt erst in der Telefonberatung eingesetzt werden?
Nanu, Du hast hier zwei Gedankengänge meines Antwortpostings zusammengefaßt ohne die Auslassungen kenntlich zu machen. Warum denn das?
Ja, habe ich und ich unterstelle diesen Menschen nicht, dass
sie nicht gut arbeiten -
für mich liest sich das schon so, wenn Du in Deiner ersten Raktion schreibst:
„…wenn sich jemand versucht hat das
Leben zu nehmen, dann ist die Seelsorge die letzte
qualifizierte Anlaufstelle!“
Du setzt sogar noch eins drauf und schreibst weiter:
„Das Personal wir dort geschult zu
deeskalieren und zuzuhören - auf die passivste nur denkbare
Weise. Das mag in Ehe-, Pubertäts,- Identitätskrisen im
Allgemeinen ganz gut sein - aber nicht im Falle eines
versuchten Suizids!“
Das ist eine ganz deutliche Abwertung und Dequalifizierung. Irgendeine Art von Wertschätzung kann ich hier nicht erkennen.
Als Reaktion auf meine Rückfrage schreibst Du:
die Ausbildung ersetzt aber kein
Medizin oder Psychologiestudium samt Berufserfahrung.
Das hat niemand behauptet. Und das ist auch nicht der Anspruch.
Ein Suizidversuch ist keine Lebenskrise.
Die meisten Suizidversuche haben mit krisenhaften Endwicklungen zu tun, sind manchmal schon chronifizierte Lebenskrisen, aber auf jeden Fall stehen sie am Endpunkt einer schwierigen und längeren Entwicklung.
Es steckt in den meisten
Fällen mehr dahinter, die die Qualifikationen von
ehrenamtlichen Mitarbeitern, die eine einjährige Schulung
hinter sich haben übersteigt.
Wie kommst Du zu der Einschätzung, dass das Auswahlverfahren, das Telefonseelsorger durchlaufen, die einjährige Ausbildung sowie die späteren Fortbildungen und Supervisionen nicht ausreichend seien?
Die Seelsorge ist eine Heilsalbe
für den Moment,
sagt wer? Du? Das Selbstverständnis von Seelsorge triffst Du damit nicht.
aber die Folgen, wenn das Gespräch falsch
geführt wird, können verheerend sein.
Das trifft auch auf andere Kontexte zu - egal mit welchem Ausmaß an beruflicher Qualifikation und Erfahrung.
Ich kenne nur Einzelfälle
ah ja???
und da sollte man vorsichtig sein auf die
Allgemeinheit zu schließen -
finde ich auch! Dem stimme ich voll zu.
dennoch war es eben der Versuch
eine akute Situation zu retten und es endete (vorsichtig
formuliert) nicht gut.
Das ist eine sehr diffuse Andeutung - vermutlich eines solchen Einzelfalles, die meine Rückfrage nicht beantwortet.
Vielleicht kannst Du dennoch etwas Klärendes beitragen und meine Rückfrage beantworten?
Schönen Sonntag noch und viele Grüße
Iris