Hilfe ! Mein Kirschbaumstamm reisst immer mehr auf

Seit letztem Herbst reisst an meinem Kirschbaumstamm der Stamm immer mehr auf. Inzwischen ist der Riss schon ca. 2 cm tief über die Hälfte des Stammes. Habe zwar mit Baumwachs zuerst versucht das Reissen aufzuhalten aber das half nicht. Warum reisst der Stamm auf ? und … was kann ich noch tun um den Baum zu retten ??
Der Stamm ist ca. 20 cm im Durchmesser, hat schöne grüne Blätter und auch Kirschen dran und wurde im letzten Jahr stark beschnitten.
Bin dankbar für jeden Tipp Petra

Hallo Petra,

Kirschbäume haben eine zähe äussere Haut, die den Stamm wie ein Korsett einengt.
Wenn nicht frühzeitig diese Haut mit einem scharfen Messer ca. alle 5cm, rings um den Stamm jeweils schräg angeritzt wird, reisst der Stamm so wie jetzt bei Deinem geschehen.

Damit jetzt der Riss nicht länger und breiter wird, kannst auf der Gegenseite „Schröpfschnitte“ versetzt, überlappend ca.10 cm lang anbringen.

Diese Schnitte mit einem scharfen Messer längs des Stammes bis auf festes Holz ausführen.
Den Stammteil, der noch nicht angerissen ist, sollst wie oben beschrieben nur die äussere Haut schräg anritzen.

Solche Risse wie auch die „Schröpfschnitte“ sind weiter nicht schlimm, da die Leiterbahnen nicht beschädigt werden.
Im Gegenteil der Baum wird stärker wachsen wenn die umspannende Haut entspannt wird.

Dies nutzt man auch, um das Wachstum des schwächsten Leitast zu fördern.
Auch Zwetschgenstämme sollten schräg angeritzt werden. (Nur die äussere, tote Haut)

Gruss

Fritz
a.d.Uw.

Nie solche Verletzungen verschliessen !

Pilzzucht perfekt,…

Abdeckung (Baumwachs) entfernen,Wundränder mit scharfem Messer anschneiden.
In drei Jahren schliesst sich der Riss durch „Narbwulst“.

Solche Risse gibt es auch bei jungen Birn-und Apfelbäumen,

sog.„Frostrisse“,

wenn im kalten Winter die Sonne auf die unterkühlten, gefrorenen Stämme scheint.

Kann durch Kalkanstrich verhindert werden .

Besser ist:

Pfahl immer auf Südseite anbringen.

Gruss

Fritz
a.d.Uw.

Hallo Fritz,
wer macht denn solche Schnitte bei Kirschen, die in freier Natur wachsen, oder sind nur Züchtungen betroffen?

Hilft nicht evtl. auch Weisseln der Stämme, ich dachte, die Rissbildung entsteht durch unterschiedliche „Durchwärmung“ im Winter, es kommt zu Spannungen zwischen kaltem (gefrorenem?) Gewebe und besonntem Gewebe -> Stämme rechtezeitg weisseln. ?

Ratlos,
Kleiner_König

Hallo Petra,

ich gebe weiter, was mein Cousin mir sagte (er ist Landschaftsgärtner):
Kirschbäume niemals beschneiden. Kirschen sind sehr empfindlich für Pilzbefall, die über offene Wunden (Astbeschnitt) eindringen. Sobald Du eine Kulturkirsche beschneidest, reagiert der Baum mit den von Dir beschriebenen Rissen im Stamm und Gummifluß. Retten kann man da überhaupt nichts mehr.

viele Grüße
Geli

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Hallo Geli,

dass Kirschen sehr empfindlich auf Gummifluss bei einem „Besenschnitt“ sind, ist richtig.

Dass Sauerkirschen nur sehr behutsam - wenn überhaupt - geschnitten werden sollten, ist ebenfalls richtig.

Dass Du irgendwann einmal, seis auf dem Markt, seis beim Erzeuger, seis im Handel, eine Süßkirsche bekommen hast, die von einem Baum kommt, der weder Erziehungs- noch Erhaltungsschnitt erfahren hatte, wage ich zu bezweifeln.

Extreme Verjüngungsschnitte und die im nicht gewerblichen Anbau häufig zu sehenden Hecken- oder Besenschnitte bedeuten allerdings in sehr vielen Fällen Gummifluss & Tod des Baumes, das ist wahr.

Wichtig beim Erziehungsschnitt von Süßkirschen ist, dass man von vornherein die Leitäste festlegt und sonst keinen Austrieb an der Stammverlängerung vorläufig als erhofftes Fruchtholz stehen lässt, um ihn später abzuwerfen. Außerdem müssen zu steil stehende Leitäste von vornherein in Richtung Waagerechte korrigiert werden, um nicht später an bereits älterem Holz schwere Einschnitte vornehmen zu müssen. Im Gegensatz zu Apfel und Birne dürfen die Leitäste sogar einen Buckel machen, d.h. in ihren äußeren Abschnitten (wenig) nach unten gehen.

Fazit: Viel Licht in der Krone, Anstreben der Waagerechte, Eingriffe an mehr als zweijährigem Holz vermeiden.

Schöne Grüße

MM

Nachtrag geschrieben um 2.39 H !

Um Risse zu verhindern muss nur die äussere, tote Haut angeritzt werden. Das sind keine Schnitte, sondern nur anritzen.(45°schräg zur Stammachse)

Bei Kirsch- und Zwetschgenbäumen entstehen Risse nicht unbedingt durch Frosteinwirkung, sondern auch starker Wuchs Mai-Juni.

Wenn Du diese uralten Weisheiten anzweifelst, lies einmal in Nicolas Gaucher`s Handbuch der Obstkultur
4.Auflage 1908

Nicolas Gaucher ist bis heute immer noch in Sachen Obstbau der Beste.
In der „Gugeli“ 28 800 Seiten zu finden.

Nein ratloser „Kleiner König“ ich wäre stolz, wenn diese auch heute noch gültigen Weisheiten auf meinem „Mist“ …

Nach 65 Jahren Erfahrung im Obstbau, geleitet immer mit Gaucher`s Buch erhalten von meinem Grossvater, lass ich mich nicht mehr umstimmen.

Gruss
F.
a.d.Uw.

Hallo Fritz,

ok, ich meinte mit „Schnitten“ Ritze. ich wollte überhaupt nichts anzweifeln oder kritisieren.
Ich war nur für mich irritiert, da ich bisher annahm, und mir auch keiner etwas anderes gesagt hatte im kompetenten Fachhandel, die Hauptursäche der Risse läge in Frostspannungen, die man mit Weisseln beheben könnte.

Gruss,
K-K

Ich danke allen vielmals für die netten Info’s. Also war es wohl ein Fehler den Baum zu beschneiden … nun werde ich also die Wundränder beschneiden und hoffen das der Baum es übersteht. Vielen Dank nochmals :smile:))) Petra