Hilfe, meine Kinder haben zuviel Spielzeug

Moin :smile:

wir haben das Kinderzimmer renoviert und nachdem einen ganzen Nachmittag lang ausgeräumt werden musste, wurde mir schlagartig klar, dass sie einfach zuviel Kram haben.

Bisher habe ich meinen Töchtern (7+8) immer recht gern geholfen ein bisschen Ordnung in ihre Klamöttkes zu bringen - stellte aber vermehrt in letzter Zeit auch fest, dass sie ihre Schätze nicht sorgfältig behandeln.
Man konnte manchmal nicht mehr treten (da hätte ich schon schalten müssen, oder?), die CDs lagen zwischen den Barbiesachen, die Malstifte ohne Kappen mitten unter dem Puppengedöns, die Polly-Pocket-Winzteile irgendwo zwischen den ausgekippten (und nicht mehr kompletten Puzzle) … und dann wurde noch kräftig drauf rumgetrampelt *seufz*.
Wir haben natürlich nicht versäumt ihnen beizubringen, dass man erst das eine wegräumen sollte, bevor man das nächste nimmt. Funktioniert überall fantastisch… nur zu Hause nicht :open_mouth:).
Die Missachtung der zum Teil ja recht teuren und heiß ersehnten (Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke) Sachen schmerzt schon ein wenig.

Zwischendurch haben wir schon einen Teil der Sachen entfernt, es ist aber eindeutig immer noch zu viel. Wenn ich manchmal die spartanischen Zimmer anderer Kinder sehe, frage ich mich womit sie spielen? Unzufriedener scheinen sie nicht zu sein :smile:.

Was meint ihr? Was brauchen Kinder wirklich an Spielzeug? Und womit spielen eure Kinder so? Habt ihr auch überquellende Räume? Wie „erzieht“ ihr die Großelter, damit sie nicht auch noch die 50ste Barbie kaufen?

Ich muss dringend was ändern, habe aber keine rechte Idee.

In der Hoffnung von Ratschläge erschlagen zu werden :wink:
Eva

Hallo Eva!

Räume das Kinderzimmer radikal aus. Lass Deinen Töchtern eine Auswahl von ganz wenigen Spielsachen, alles andere kommt in Kartons und auf den Dachboden.

Kinder, die ein Überangebot an Spielsachen haben, spielen gar nicht mehr, weil sie von der Menge überfordert sind. Hier gilt so deutlich wie selten wo: „Weniger ist mehr“.

Jeden Monat könnt Ihr dann Spielsachen tauschen. Was uninteressant geworden ist, kommt auf den Dachboden, und von dort dürfen sie sich dafür etwas anderes aussuchen.

Viel Erfolg!

Hanna

Hi!

Nur kurz, da wenig Zeit:

Meine Sister hatte dasselbe Problem und es folgendermaßen gelöst:
Nur ein Teil der Spielsachen kam ins Kinderzimmer, der Rest lagerte im Keller. Nach einiger Zeit, meist einpaar wenige Monate oder so werden die Spielzeuge gegen einige aus dem Keller ausgetauscht und diese dann nach paar Monaten auch usw.

Klappt schon seit Jahren sehr gut und die Kleine (mittlerweile 10) freut sich alle paar Monate über ihre „alten Schätze“, die sie erst nach längerem „Nichthaben“ wieder zu würdigen weiß. :wink:

Ach ja, nicht rigoros sein dabei. Der Lieblingsteddy soll natürlich nicht verschwinden, und wenn sie mal was unbedingt haben will aus dem Keller, kriegt sie das natürlich auch :wink:

Gruß,
Sharon

Hallo Eva,

Man konnte manchmal nicht mehr treten (da hätte ich schon
schalten müssen, oder?), die CDs lagen zwischen den
Barbiesachen, die Malstifte ohne Kappen mitten unter dem
Puppengedöns, die Polly-Pocket-Winzteile irgendwo zwischen den
ausgekippten (und nicht mehr kompletten Puzzle)

Das ist normal…

Ich denke, da ist eine Aufräumaktion fällig. Alles in Kisten sortieren, beschriften und defekte Teile reparieren oder wegschmeißen.
Dann steht ihn nun vor einer Kiste Barbie, einer Kiste Puppensachen usw.
Dann wird die Hälfte der Kisten weggestellt. Lasst die Kids entscheiden welche das sind und bezieht die Mädels in die komplette Arbeit mit ein.
Jeden Freitag (o.ä.) ist Tauschtag. Dann können die Mädels die Kisten tauschen, müssen aber nicht.
Ausschließen davon würde ich einen Grundsatz an (funktionierenden) Stiften, Lieblingskuscheltiere und andere wichtige Dinge (Schere, Kleber, Papier…). Große Ansammlungen an Spielen oder CD’s kann man ja auch trennen. Zwei Kisten mit Spielen füllen und diese immer wieder wechseln. So haben sie immer 5 Spiele zur Auswahl, können aber nicht so viel durcheinander bringen, ihnen fällt das Aufräumen leichter und die anderen Spiele sind trotzdem nicht weg.

Vielleicht mögen sie auch ein paar „Baby-Spielsachen“ verschenken oder verkaufen?

Was meint ihr? Was brauchen Kinder wirklich an Spielzeug?

Weniger ist hier mehr. Du nimmt ihnen ja ja Spielzeug nicht weg. Du schaffst bloß Platz zum Spielen und Toben - sag das auch so. Zudem haben sie die Möglichkeit zu tauschen. Wenn sie weniger Spielzeug haben, bekommen sie die Gelegenheit damit auch zu spielen und ggf. fehlende Dinge kreativ zu ersetzen.

Gruß
Tato

Hallo Eva,

ich kenne das Problem auch, dass die Kinder immer zu viel Zeug haben. Auch wenn unsere Kinderzimmer im Vergleich zu anderen noch recht übersichtlich aussehen (leer, aber nicht unbedingt aufgeräumt).

Das Problem mit den Großeltern, Tanten usw. haben wir gelöst, indem sie eigentlich von Geburt der Kinder an immer nachgefragt haben, was sie schenken können. Z.B. überweisen die Uromas meistens auf Sparbücher oder schenken einen Schein. Das freut unsere Jungs (4 und 8) sehr, denn dann gehen wir zusammen einkaufen und sie dürfen sich was aussuchen, wobei ich dann ein Vetorecht habe.
Die Großmütter sind froh über meine Geschenkideen und nehmen konkrete Vorschläge dankbar an. Auch wenn das manchmal den Nachteil hat, dass sie sich auf mich völlig verlassen bzw. sich gar keine eigenen Gedanken mehr machen. Ich soll’s dann z.B: bei Amazon bestellen und sie überweisen mir das Geld.
Aber das verhindert Doppelkäufe oder andere unerwünschte Geschenke.

Zum vorsichtigen Umgang mit den Sachen:
Da können, wie ich finde, eigentlich nur die Eltern als Vorbilder hoffen, dass ihr eigenes Verhalten fruchtet. Dinge reparieren anstatt wegzuwerfen, gut Erhaltenes weiterverkaufen, sorgsam auch mit weniger wertvollen Sachen umgehen usw.

Zur Sache mit dem Aussortieren:
Spielsachen, die länger unbeachtet rumliegen, habe ich auch schon mal auf den Boden gebracht. Vieles davon wurde auch nie mehr nachgefragt. Anderes aber schon, das musste dann wieder zurück. Mit meinem Großen funktioniert das aber eher nicht, denn der weiß genau, was er wo hat. Würde er etwas vorübergehend aussortieren, müsste das nach kürzester Zeit wieder in sein Zimmer. Drum lassen wir’s gleich dort. Bleibt nur, die Geschenkeflut grundsätzlich klein zu halten.

Zeugnis, Schwimmabzeichen, Nikolaus, Ostern, Zahnwechsel und derlei Anlässe sind bei uns nicht automatisch Geschenkanlässe. Und auch das beim Einkaufsbummel so dringend verlangte Legoset oder Matchboxauto gibt’s nicht. Zugegebenermaßen ist das nicht immer einfach, gerade weil es ja auch so viel Spaß macht, den Kids eine Freude zu machen.

Ich denke, die größte Hürde ist man selbst, weil das Nein-Sagen so schwer fällt. Es ist ein gutes Stück Selbstbeherrschung der Eltern dabei, konsequent zu bleiben und nicht alle Wünsche zu erfüllen. Dann lieber eine gemeinsame Extra-Runde Würfelspiel, Vorlesen, Musizieren, Radfahren etc. Da freuen sich die Kinder mindestens genau so wie über ein neues Spielzeug.

Ich hoffe, ich konnte dir damit ein paar Anregungen geben.

Viele Grüße
Ulla

Hallo

Am besten haben meine Kinder eigentlich mit Steinen und Stöcken gespielt. Ein kräftiges Seil war sehr gut. Irgendwelche Gefäße und ein paar Bretter oder Pappkartons waren auch nicht schlecht. Alles andere brauchten sie nicht wirklich.

Viele Grüße
Thea

Vielen Dank an Euch alle :smile:
Wir werden das Kinderzimmer ausräumen und den Kiddies vorläufig nur „das Nötigste“ überlassen… mal sehen wie das wird :wink:.

LG
Eva