Hallo eine Kundin hat bei mir einen Computer zusammenbauen lassen. Der Rechner wurde nach Ihren Vorstellungen zusammengebaut. Nach dem Kauf bemängelte Sie das an dem Gehäuse hinten eine Delle sei. Sie behauptete es war schon defekt. Ich habe Ihr sofort Hilfe zugesagt und Ihr einen mindestens gleichwertigen, aber in wirklichkeit höherwertigen ohne Aufpreis gegeben. Alle teile wurden von uns in das neue Gehäuse eingebaut. Nun ist es so gekommen das sich das Mainboard gelöst hat, weiss Gott wie auch immer.
Sie kam an und wollte Ihr Geld zurück droht mir mit einem Anwalt! Habe auch dieses aber sofort nachgebessert!!! So wollte anschließend das ich dort nochmals die neu eingesetzten Schrauben entferne und Ihr das Geld zurückgebe.
Die NACHBESSERUNGEN WURDEN SOFORT ZUGESAGT UND UMGEHEND ERLEDIGT! OHNE ERHEBLICHE WARTEZEIT!!!
Du hast nachgebessert, das Gerät ist jetzt in Ordnung. Dann brauchst Du Dir auch keine Sorgen zu machen, wenn die Kundin mit Anwalt droht. Manche Leute sind eben so.
Aber etwas anderes fiel mir auf: Du warst nicht absolut sicher, ob die Beule im Gehäuse schon bei Lieferung vorhanden war. Du weißt auch nicht, wie sich das Mainboard lösen konnte. Das hört sich nach fehlender Qualitätskontrolle an. Wenn Du das nicht änderst, wirst Du noch viel Ärger bekommen. Gerade im PC-Bereich gibt’s etliche Selbständige, deren handwerkliche Arbeit einfach unter aller Sau ist. Da werden ungeeignete Schrauben verwendet und ganze Baugruppen hängen an einer einzigen Schraube in der Luft, Kabel werden über scharfe Ecken geführt, Steckverbindungen nur locker oder verkantet reingewürgt und Gehäuse sind schmierig und begrabbelt. Hättest Du die Schrauben, an denen man das PC-Gehäuse öffnet, mit Siegellack gesichert oder Nahtstellen mit einer Sicherungsfolie überklebt, könntest Du sicher sein, daß kein Kunde im Gerät herum bastelt, um sich hinterher bei Dir zu beschweren.
Führe deshalb sofort ein Prüfprotokoll ein, in dem alle verwendeten Baugruppen mit genauer Typenbezeichnung aufgeführt sind. Außerdem gibt es Eintragungen und abzuhakende Prüfpunkte für die elektrischen Funktionen, für das aufgespielte Betriebssystem, für Bios-Einstellungen, für korrekt liegende Kabel und einwandfreie Verschraubungen. Zum Schluß ein Punkt der Art „Gehäuse auf Kratzer und Beschädigungen geprüft, geputzt, Verschlußschrauben versiegelt“. So ein Prüfprotokoll macht natürlich nur Sinn, wenn alle Punkte tatsächlich geprüft werden und das Protokoll nicht etwa nachträglich oder auf Vorrat ausgefüllt wird. Das Original mit Datum und Unterschrift des Prüfers archivierst Du im Geschäft, eine Kopie liegt dem Gerät bei. Wenn Du das lückenlos und verantwortungsbewußt durchziehst, kostet es Dich vielleicht eine Viertelstunde Mehrarbeit pro PC, aber die Qualität Deiner Arbeit wird steigen, Reklamationen werden seltener, das Vertrauen Deiner Kunden steigt und Du setzt Dich von zahllosen fragwürdigen Bastelbuden ab. Es darf natürlich unter überhaupt keinen Umständen passieren, daß ein Prüfpunkt ohne durchgeführte Prüfung abgehakt wird. Das Prüfprotokoll muß gnadenlos ehrlich sein. Wenn Du das sicherstellst, brauchst Du Dir keine Schäden vorwerfen lassen, die angeblich bei Auslieferung vorhanden waren.
Hi wir hatten bis dato noch nie ein problem. Ist wirklich das aller erste mal! Na ja aus schaden wird man Klug! Eine Frage wo krieg ich diesen Siegellack bzw. Sicherheitsfolie her???
Danke für eure Hilfe!
wo krieg ich diesen :Siegellack bzw. :Sicherheitsfolie her?
Sicherungslack in verschiedenen Farben in Tuben à 60 ml gibts z. B. von
ISO-Elektra Elektrochemische Fabrik GmbH
31008 Elze
Tel. 05068/925-0
Fax 05068/925-25
Mir ist deren „Schraubensicherungslack 3000“ etwas zu dünnflüssig. Günstiger in der Handhabung ist nach meinem Empfinden der ebenfalls in Tuben erhältliche Schraubensicherungslack von
Lackwerke Peters GmbH & Co. KG
47882 Kempen
Tel. 02152/2009-0 Fax -70 http://www.peters.de . Die liefern aber m. W. keine Einzeltuben. Du mußt eine ganze Kiste kaufen, mit der Du für den Rest Deines Lebens ausgesorgt hast. Ist eben ein Hersteller und kein Einzelhändler.
Sicherungsfolien, die sich beim Ablösen ähnlich wie eine TÜV-Plakette irreversibel zerlegen, liefert z. B.
Rathgeber GmbH & Co. KG
82034 Oberhaching
Tel. 089/61 30 07-50 .
Hättest
Du die Schrauben, an denen man das PC-Gehäuse öffnet, mit
Siegellack gesichert oder Nahtstellen mit einer
Sicherungsfolie überklebt, könntest Du sicher sein, daß kein
Kunde im Gerät herum bastelt, um sich hinterher bei Dir zu
beschweren.
Das bringt im PC-Bereich schon lange nichts mehr. Das hatten viele Händler mal probiert mit dem Hinweis, dass die Garantie verfallen würde, wenn die Siegel beschädigt werden. Es ist mitlerweile in D gängige Rechtsprechung, dass ein PC ein modulares System ist, das der Besitzer nach Belieben entsiegeln/öffnen darf, ohne dass das einen Einfluss auf sein Recht auf Gewährleistung und/oder Garantie hat.
Abgesehen davon stimme ich Dir zu 100% zu. Allerdings - wenn man so einen richtigen Stinkstiefel als Kunden hat, hilft auch eine Checkliste nicht mehr…
Das hatten viele Händler mal robiert mit dem Hinweis, :dass die Garantie
verfallen würde, wenn die :Siegel beschädigt werden.
Verweigerung berechtigter Ansprüche des Kunden darf nicht das Ziel sein. Wenn ein Unternehmen sauber, kontrolliert und dokumentiert arbeitet, ein Siegel ist beschädigt und der Kunde erzählt etwas von nicht festgeschraubten Komponenten, hat er einen schweren Stand. Für noch wichtiger halte ich, daß mit der Versiegelung eine Schwelle geschaffen wird, im Gerät herum zu basteln.
Letztlich kann man eigene Unzulänglichkeiten nicht unmöglich machen. Aber die Wahrscheinlichkeit eigener Fehler läßt sich minimieren und Betrugs-/Manipulationsversuche seitens des Kunden lassen sich mit technischen und organisatorischen Mitteln erschweren. Allemal ist man in der Lage, zu erkennen, daß ein Fremdeingriff stattgefunden hat.
…wenn man so einen :richtigen Stinkstiefel als :Kunden hat …
Oh ja, wem sagst Du das Dagegen helfen nur Härte und Bestimmtheit - natürlich in aller Freundlichkeit. Falls jemand wider Erwarten die ausgesuchte Freundlichkeit nicht versteht, wird das Gespräch für beendet erklärt. Mit solchen Kunden kann man sich nur zum Affen, aber kein Geschäft machen.