Hilfe! Paranoide Persönlichkeitsstörung der Mutter

Guten Tag,
ich habe eine „längere“ Frage. Unsere Mutter (76) leidet (wie wir glauben) unter einer Art paranoider Persönlichkeitsstörung.
Dies begründet sich wahrscheinlich bereits im früheren Erwachsenenalter.
Durch elterliche Vernachlässigung, durfte nicht die Schule beenden, da Sie einen Mann kennengelernt hatte, anschließende Zwangsheirat weil schwanger.
Wir vermuten dort den Ursprung Ihres Verhaltens. Dann Scheidung, da Ehemann eine 20 Jahre Jüngere geheiratet hat. Beginn von „Wahnvorstellungen“. Exmann will sie umbringen und die neue Frau verabreicht uns Kindern Spritzen und Dinge, die uns „unsozial“ werden lassen.
(Zu dem Zeitpunkt war ich zwischen 8 und 11 Jahre alt, meine Schwester bereits 17).
Lange Phasen des „normalen“ Lebens. Nun im Alter hat sich die letzten 3 Jahre eine erschreckende Entwicklung ergeben. Sie verlor sich in Krankheiten, die sie wohl gar nicht hat. Dazu kamen (nach einer 2. Heirat im Alter von 66 und Tod des Mannes nach 7 Jahren) Verfolgungswahn. Kurz vor dem Tod des Mannes bezichtigte sie ihn, er wolle sie vergiften. Nach dem Tode kamen „wilde“ Mafia/Stasi-Verfolgungsgeschichten dazu. Sie ließ in ihrer Wohnung eine Videoüberwachungsanlage
installieren, da sie „Besuch“ von fremden Menschen bekam, die ihre Identität stehlen wollten, sie umbringen wollten, und Gifte in ihr Essen tun. Ebenfalls wurde sie „beklaut“ und Dinge fanden sich in einem anderen Zustand oder Zimmer wieder an. Andere Dinge blieben verschwunden. Es ging so weit, dass sie ständig ihr Essen mit sich rumschleppte, da sie sich nicht mehr traute es im Kühlschrank zu lassen.
Drei Jahre haben wir versucht sie zu einer Therapie zu bewegen. Ich wäre gern selbst mitgegangen, und machte ihr auch den Vorschlag gemeinsam eine Therapie zu machen. Dies wird von ihr konsequent abgelehnt: Wir würden sie alle für verrückt halten (aber die Dinge passieren wirklich!!!), sie traut kaum noch jemandem…außer Fremden, bzw. höheren Persönlichkeiten, wie Chefärzten oder ihrem ehemaligen Chef bei Dräger (Theo Dräger).
Dort war sie tatsächlich vorstellig und erzählte ihre wirren Geschichten.
Auch viele Ärzte wissen von ihren Wahnvorstellungen, aber niemand unternimmt etwas! Wir als Kinder, die nun seit ca. 35 Jahren ihren Zustand kennen, wurden nicht einmal befragt…?!
Nun gab es einen Vorfall, der sie in die geschlossene Klinik nach Heiligenhafen gebracht hat.
Dort werden Depressive und Demente betreut. Dort wurde ihr versichert, sie sei gesund?! Es wurde ein psychiatrischer Standarttest durchgeführt, bei dem sie 28 von 30 Punkten erreichte. Das wäre ein hervorragendes Ergebnis. Nur ein Arzt (kein Psychologe) erkannte die Wahnvorstellungen und meinte, sie hätte wohl chronische Wahnvorstellungen und die wären nicht behandelbar, und sie wäre in Heiligenhafen (Ameos-Klink) auch falsch. Nun ist sie in der offenen (Gott sei Dank) Abteilung und wird zwar weiter untersucht, aber wohl bald entlassen.
Wir haben nun natürlich Angst, dass wieder so ein Vorfall (die Polizei hat ihr den Führerschein abgenommen, da sie verwirrt aufgegriffen wurde und behauptet hat, ihr Auto wäre (von den bösen Männern) geklaut worden. Dabei hatte sie es um die Ecke abgestellt. Letztendlich wurde ihr die Aussage, sie wäre beim SS-Arzt Heidrich in Behandlung (Dr. Heidrich praktiziert in Lübeck), zum Verhängnis und sie wurde auch einer Nachbarin, die ihr helfen wollte, gegenüber aggressiv und wollte sich aus „ihrem Einfluss“ entziehen.
Dies ist nur ein „Bruchteil“ von dem, was alles passierte in den letzten Jahren. Wir sind nun äußerst ratlos, wie wir weiter verfahren sollen, da von den Ärzten eine „Hilfe“ nicht angeboten wird. Kann man sie nicht zu einem Spezialisten überweisen lassen, der sie genauer auf ihre Psyche untersucht? Sollen wir als Kinder darauf drängen? Welche Möglichkeiten haben wir ihr zu helfen, da sie freiwillig niemals zu einer Therapie bereit wäre…?
Ich wäre sehr dankbar einen Vorschlag oder Hilfe zu bekommen!

Schöne Grüße
B. Severin

Hallo,

das klingt wahrlich schwierig!
Ich denke, sie braucht nicht zuerst eine Psychotherapie, sondern einen Psychiater. (Bin aber selbst nicht vom Fach.)

Mir ist nicht ganz klar geworden, ob (und wieviel) Ihr direkten Kontakt zu den Ärzten dort in der Klinik hattet - den würde ich auf jeden Fall suchen und um Rat und Unterstützung bitten, wie es weitergehen soll. V.a. bei dem Arzt, der die Wahnvorstellungen auch festgestellt hat. Vielleicht kann er ja einen Zugang zu ihr finden und/ oder Euch raten. Ob eine weitere Einweisung gegen ihren Willen möglich und sinnvoll ist, müsste er auch einschätzen können.

Außerdem gibt es den sozialpsychiatrischen Dienst, lasst Euch dort beraten. Für solche Situationen wie Eure und die Eurer Mutter ist er da. Näheres bei http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialpsychiatrischer_D…

Viele Grüße,

Jule

Hallo,

wenn es da wenigstens schon mal einen Arzt gibt, der die Sache Ernst nimmt, dann bittet den um eine entsprechende schriftliche Stellungnahme. Mit der sollte man dann beim zuständigen Betreuungsgericht eine Betreuung für den Aufgabenkreis Gesundheitssorge, ggf. auch gleich Aufentahltsbestimmung und mehr beantragen. Als Betreuer in gesundheitlichen Angelegenheiten ist man dann befugt, die entsprechenden weiteren Untersuchungen und Behandlungen auch gegen den Willen des Betroffenen durchzusetzen, über die Aufenthaltsbestimmung kann man auch den Aufenthalt in einer Klinik erreichen (ist allerdings bei Flucht ein eher stumpfes Schwert, aber hat man erst mal das Aufenthaltsbestimmungsrecht bekommt man dann in so einer Situation auch die richterliche Einweisung).

Wenn dann erst mal klar ist, was gesundheitlich los ist, welche Eigen-und Fremdgefährung davon ausgeht, kann man sehen ob eine dauerhafte Unterbringung unter bestimmten freiheitsentziehenden Maßnahmen notwendig ist.

Gruß vom Wiz

Hi
ich denke dass die Ärzte diesen Test
http://de.wikipedia.org/wiki/Mini-Mental-Status-Test
gemacht haben. Damit kann man keine Schizophrenie diagnostizieren.
Entweder ihr geht den Weg den Wiz schon beschrieben hat oder ihr wendet euch selber an ein Vormundschaftsgericht. Tragt alles zusammen was sich in letzter Zeit so ereignet hat und stellt einen Antrag auf Betreuung. Der Richter wird Gutachten einholen und auch selber mit eurer Mutter sprechen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit bekommt ihr dann die Betreuung und könnt eine Behandlung auch gegen den Willen eurer Mutter einleiten.
Ich denke auch dass das dringend nötig ist da sie ja selber gar keine Krankheitseinsicht hat und sich niemals behandeln lassen wird.

viele Grüße und alles Gute
Susanne

Bei allem Respekt vor der für euch schwierigen Situation: an erster Stelle möchte ich euch ans Herz legen, den Respekt vor dem Menschen nicht aus dem Auge zu verlieren.

Dieser Hinweis bezieht sich zunächst auf einige Angaben in der Anfrage, die so nicht hingehören. Wieso nennst du bspw. den Arbeitgeber? In Kombination mit Alter, Klinik und der Fragestellung ist das schon ein deutlicher Eingriff in die Persönlichkeitssphäre deiner Mutter, der dir nicht zusteht.

Ich stoße auch sehr deutlich auf diesen Punkt, weil in den Antworten das Stichwort „Betreuung“ gefallen ist, der eine respektvollen Umgang voraussetzt, so dieser Schritt überhaupt nötig ist.

ich habe eine „längere“ Frage. Unsere Mutter (76) leidet (wie
wir glauben) unter einer Art paranoider
Persönlichkeitsstörung.

Eine solche Diagnose ist keine „Glaubensfrage“ und auch nichts, was man im Internet diskutiert. Eine solche Diagnose gehört in die Hände eines Fachmanns und nur dahin.

Dies begründet sich wahrscheinlich bereits im früheren
Erwachsenenalter.

Was nun folgt ist im Rahmen einer Diagnose nicht unerheblich, aber es muss von deiner Mutter aus kommen. Wenn das hier in der Form betrieben wird, dann hat das was von Psychokaffeekränzchen. Wenn dann hier gleich die Vorschläge für Betreuung kommen, dann bekomme ich Bauchschmerzen.
Was deine Mutter hat und wo die Ursachen liegen, gehört in die Hände von Fachleuten.

Es gehört aber erst einmal in Fachhände, um überhaupt eine Diagnose zu bekommen. Das, was du beschreibst, kann verschiedene Ursachen haben, dazu gehören auch körperliche. Du hast dich im bisher Geschriebenen sehr schnell auf eine vermeintliche Ursache kapriziert. Dann passt auch deine „Lösung“:

Drei Jahre haben wir versucht sie zu einer Therapie zu
bewegen.

Was, wenn, nur als Beispiel angenommen, Ursache für die Probleme ein Tumor ist? Oder eine Stoffwechselstörung? Was willst du mit einer Psychotherapie? Und dann auch noch einer, wo du dabei bist? Beides ist eine Form von mangelndem Respekt, nicht Ernst-Nehmen: Wenn es dir darum geht, dass deiner Mutter geholfen wird, dann kann es weder in deinem Interesse sein, dass du eine ablehnende Haltung bei deiner Mutter durch Vor-Beurteilung provozierst noch dass Ärzte durch eben diese Vor-Beurteilungen auf eine falsche Fährte gesetzt werden

Ich wäre gern selbst mitgegangen, und machte ihr auch
den Vorschlag gemeinsam eine Therapie zu machen.

Eine Therapie, so sie deine Mutter macht, ist Sache deiner Mutter! Mit Verlaub: Das geht dich nichts an. Abgesehen davon, dass eine Psychotherapie gar keinen Sinn hat, wenn der Patient nicht will: Es ist - hier auch wieder unter dem Stichwort Respekt - die Entscheidung deiner Mutter, ob sie sich überhaupt behandeln lassen will.

Dies wird von

ihr konsequent abgelehnt: Wir würden sie alle für verrückt
halten (aber die Dinge passieren wirklich!!!),

Aber sie hat doch recht! Ihr haltet sie ja für verrückt. Du hältst sie für Persönlichkeitsgestört. Zufall oder von Bedeutung: du vermutest („wähnst“…sic) eine Persönlichkeitsstörung und keine Schizophrenie.

Auch viele Ärzte wissen von ihren Wahnvorstellungen, aber
niemand unternimmt etwas!

Dort werden Depressive und Demente betreut. Dort wurde ihr
versichert, sie sei gesund?! Es wurde ein psychiatrischer
Standarttest durchgeführt, bei dem sie 28 von 30 Punkten
erreichte. Das wäre ein hervorragendes Ergebnis. Nur ein Arzt
(kein Psychologe) erkannte die Wahnvorstellungen und meinte,
sie hätte wohl chronische Wahnvorstellungen und die wären
nicht behandelbar, und sie wäre in Heiligenhafen (Ameos-Klink)
auch falsch.

„chronische Wahnvorstellungen“ als Diagnose? Wohl kaum. Wahnvorstellungen sind ein Symptom für eine Krankheit, keine Krankheit. Außerdem: Was denn nun: Welche und wie viele Ärzte wissen? Und was ist getan worden?

Nun ist sie in der offenen (Gott sei Dank)
Abteilung und wird zwar weiter untersucht,

Was ist schlecht daran? Nur das Folgende?

aber wohl bald entlassen.

Wieder ist auffällig, dass dich überhaupt nicht zu interessieren scheint, was deine Mutter hat. Genau das müsste aber im Vordergrund stehen. Du müsstest also froh sein über den Verlauf. Die Ärzte halten deine Mutter offenbar für nicht so gestört, dass die Unterbringung in einer geschlossenen Abteilung erforderlich ist. Sie in die offene zu verlegen ist - abseits von anderen Gründen - auch ein Ausdruck von Respekt gegenüber dem Patienten, Einschränkendes oder Fremdbestimmtes nur in dem Umfang zu tun, wie es unbedingt nötig ist!

Kann man sie nicht zu einem Spezialisten
überweisen lassen, der sie genauer auf ihre Psyche untersucht?

Aber genau da ist sie doch? Sie ist doch in einer Klinik und WIRD untersucht. Wo ist das Problem? Unterstützt die Ärzte in der Klinik.

Sollen wir als Kinder darauf drängen? Welche Möglichkeiten
haben wir ihr zu helfen, da sie freiwillig niemals zu einer
Therapie bereit wäre…?

Noch einmal wiederholt: Du weißt überhaupt nicht, ob deine Mutter überhaupt eine Therapie braucht. Konzentrier dich darauf, dass erst einmal geklärt werden muss, was deine Mutter hat. Nur das sollte jetzt im Mittelpunkt des Handelns stehen. Genau da kannst du auch bei deiner Mutter sein und ihr das wichtige Gefühl geben, dass du sie Ernst nimmst! Deine Mutter weiß ja, das etwas nicht in Ordnung ist. Lass alles andere weg und unterstütze die behandelnden Ärzte. Wenn die ihren Job deiner Meinung nach nicht gut machen (wenn es dafür konkrete Anhaltspunkte gibt, nicht dann, wenn sie nur nicht das gewünschte Ergebnis liefern), dann kannst du helfen, in dem du nach geeignetem Ersatz suchst.

Aber im Moment ist sie ja gut aufgehoben. Ich kenne die Klinik nicht. Aber sie hat einen Schwerpunkt für Alters/Gerontopsychiatrie und liest sich vom Leistungsspektrum gut. Es gibt von daher und von dem, was du über den bisherigen Verlauf geschrieben hast, keinen Grund zur Sorge, dass sie dort falsch ist!

Guten Tag,

„Noch einmal wiederholt: Du weißt überhaupt nicht, ob deine Mutter überhaupt eine Therapie braucht. Konzentrier dich darauf, dass erst einmal geklärt werden muss, was deine Mutter hat. Nur das sollte jetzt im Mittelpunkt des Handelns stehen.“

Was meinst Du, was wir versuchen.
Du machst das auch nicht seit 35 Jahren mit…irgendwann weiß man einfach nicht mehr weiter…und ich habe auch nur einzelne wenige Bruchteile erläutert, sonst hätte ich wohl einen Roman geschrieben. Natürlich ist und bleibt sie die Mutter! Es ist halt nicht einfach, so etwas rüber zu bringen - so scheint es leider oft, als wären wir die bösen Kinder - und man will nur helfen!

Danke an alle, die geantwortet haben!
Ich habe mich nun an eine eine Seelsorge gewandt, die mir geraten haben, mich an den Sozialpsychiatrischen Dienst beim Gesundheitsamt zu wenden.
Ausserdem auf eine Überweisung zu einem professionellen Nervenarzt zu drängen, da alles auf eine Art Schizophrenie deutet (Tumor hat sie nicht, wurde alles schon mehrfach untersucht).
Vielen Dank an Euch!

LG
cat

Was meinst Du, was wir versuchen.
Du machst das auch nicht seit 35 Jahren mit…irgendwann weiß
man einfach nicht mehr weiter…und ich habe auch nur einzelne
wenige Bruchteile erläutert, sonst hätte ich wohl einen Roman
geschrieben. Natürlich ist und bleibt sie die Mutter! Es ist
halt nicht einfach, so etwas rüber zu bringen - so scheint es
leider oft, als wären wir die bösen Kinder - und man will nur
helfen!

Ich habe nicht von „bösen Kindern“ geschrieben und das auch nicht gemeint. Natürlich ist diese Situation sehr schwierig. Gerade wenn es um psychisch Krankheiten geht, ist die Unsicherheit groß. Leider ist aber auch die Gefahr groß, dass die Betroffenen entmündigt werden. (Hier der „alte“ Begriff benutzt, weil eben nicht nur auf die jur. Umstände abgehoben sein soll)

Danke an alle, die geantwortet haben!
Ich habe mich nun an eine eine Seelsorge gewandt, die mir
geraten haben, mich an den Sozialpsychiatrischen Dienst beim
Gesundheitsamt zu wenden.

Das ist sicherlich nicht falsch.

Ausserdem auf eine Überweisung zu einem professionellen
Nervenarzt zu drängen, da alles auf eine Art Schizophrenie
deutet

Den Punkt verstehe ich nicht. In der Klinik, wo deine Mutter sich befindet, wimmelt es von „professionellen Nervenärzten“! Was konkret ist jetzt dein Problem? Deine Mutter wird gerade stationär untersucht. Das heißt unter normalen Umständen erfährt sie gerade die intensivst mögliche Diagnostik. Wenn du mit der derzeitigen Situation unzufrieden bist, dann kläre sie doch erst einmal vor Ort?!

Du kannst - mit Einverständnis deiner Mutter! - mit den behandelnden Ärzten sprechen. Du kannst darauf drängen und hinwirken, dass vor einer Entlassung a. eine vernünftige Diagnose und b. ein Therapieansatz zu stehen hat. Wenn es eine Schizophrenie* sein sollte oder eine andere Krankheit, bei der zunächst auch eine medikamentöse Therapie ansteht, ist es nämlich u.U. höchst sinnvoll, wenn diese stationär begonnen und eingestellt wird. Nicht nur, aber auch weil deine Mutter schon älter ist.

*Zum Thema Schizophrenie: Noch vor 48 Stunden war es paranoide Persönlicheitsstörung, nun Schizophrenie. Letztere, weil das Stichwort hier und / oder bei der Seelsorge gefallen ist? Die Diagnose stellt der Arzt! Die Diagnose wird nicht aufgrund Erzählungen Dritter gestellt.

Ich verstehe sehr gut, dass gerade wenn sich die Sache so hinzieht, man froh ist, wenn man endlich eine Diagnose hat. Aber wenn du wirklich helfen willst, dann kann nicht dein Interesse sein, dass irgendeine gestellt wird. Die Klinik bietet sehr gute Voraussetzungen dafür, dass die Sache jetzt geklärt wird.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Deine Mutter ist derzeit in professionellen Händen und scheint das auch zu akzeptieren! Das ist nicht selbstverständlich (gerade auch bei Schizophrenie, so es denn zutrifft). Wenn deine Mutter jetzt zulässt, das man ihr hilft, dann gibt es viele Gründe, dort anzusetzen und keinen einzigen vernünftigen, es nicht zu tun!

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Den Punkt verstehe ich nicht. In der Klinik, wo deine Mutter
sich befindet, wimmelt es von „professionellen Nervenärzten“!
Was konkret ist jetzt dein Problem? Deine Mutter wird gerade
stationär untersucht. Das heißt unter normalen Umständen
erfährt sie gerade die intensivst mögliche Diagnostik. Wenn du
mit der derzeitigen Situation unzufrieden bist, dann kläre sie
doch erst einmal vor Ort?!

Du läßt einem wirklich keinen Spielraum…nicht so schnell, wir sind ja dabei. Was mir bei der Sache rätzelhaft ist, dass mir die Ärzte mitteilen, dass sie ihr nicht helfen können, da sie weder dement noch depressiv ist…somit sollte sie doch besser woanders hin, oder. Ich telefoniere mir die Ohren heiß, aber die Mühlen mahlen nun mal recht langsam. Ausserdem such die Ärzte mit uns nicht wirklich das Gespräch…

Du kannst - mit Einverständnis deiner Mutter! - mit den
behandelnden Ärzten sprechen.

Machen wir ja schon alles s.o.
Du kannst darauf drängen und

hinwirken, dass vor einer Entlassung a. eine vernünftige
Diagnose und b. ein Therapieansatz zu stehen hat. Wenn es eine
Schizophrenie* sein sollte oder eine andere Krankheit, bei der
zunächst auch eine medikamentöse Therapie ansteht, ist es
nämlich u.U. höchst sinnvoll, wenn diese stationär begonnen
und eingestellt wird. Nicht nur, aber auch weil deine Mutter
schon älter ist.

*Zum Thema Schizophrenie: Noch vor 48 Stunden war es paranoide
Persönlicheitsstörung, nun Schizophrenie.

etztere, weil das

Stichwort hier und / oder bei der Seelsorge gefallen ist? Die
Diagnose stellt der Arzt! Die Diagnose wird nicht aufgrund
Erzählungen Dritter gestellt.

Richtig, dann gib mir den richtigen Arzt zur Hand.

Ich verstehe sehr gut, dass gerade wenn sich die Sache so
hinzieht, man froh ist, wenn man endlich eine Diagnose hat.
Aber wenn du wirklich helfen willst, dann kann nicht dein
Interesse sein, dass irgendeine gestellt wird. Die Klinik
bietet sehr gute Voraussetzungen dafür, dass die Sache jetzt
geklärt wird.

Leider nicht, denn sie behandeln nur Demente und Depressive…

Ein weiterer wichtiger Punkt: Deine Mutter ist derzeit in
professionellen Händen und scheint das auch zu akzeptieren!
Das ist nicht selbstverständlich (gerade auch bei
Schizophrenie, so es denn zutrifft). Wenn deine Mutter jetzt
zulässt, das man ihr hilft, dann gibt es viele Gründe, dort
anzusetzen und keinen einzigen vernünftigen, es nicht zu tun!

Vielleicht noch eine kleine Anmerkung.
Bei allem „Respekt“.
Wenn einem die eigene Mutter sagt, dass nicht nur sie, sondern auch wir und insbesondere unsere Kinder, in Lebensgefahr sind. Dann hört der Spass ernsthaft auf. Ich lebe hier hier in Angst um unsere Kinder, denn ich kann leider nicht mehr ausschließen, dass die eigene Mutter dem Enkelkind etwas antut, nur um zu beweisen, dass es „die bösen Männer“ wirklich gibt.
Von daher kann ich Deine Antworten nicht so nachvollziehen, da wir alles mögliche tun, um eine vernünftige Diagnosre zu erhalten.
Nun aber genug, ich verliere mich sonst auch schon wieder in Tränen, denn Deine Antorten fand ich nicht besonders nett. Denn es ist in der Tat nicht leicht! Da ich ich auch nur Bruchteile erzählen kann - und Du leider auf jede „Kleinigkeit“ abfährt, als wüßtest Du so viel mehr…
nimms bitte nicht böse, wir sind nur alle mittlerweile selbst fertig mit den Nerven.
cat

Dass die Situation nicht leicht ist, verstehe ich. Mit den inzwischen nachgeschobenen Informationen wird das Bild aber auch etwas runder. Bei dem, was du bisher geschrieben hast, war nicht unbedingt zu erkennen, dass ihr das Problembewusstsein für eine vernünftige Diagnose habt.

Leider nicht, denn sie behandeln nur Demente und
Depressive

Das verstehe ich nach dem Profil der Klinik nur bedingt.

Wenn es aber einen Arzt in der Klinik gibt, der sich offenbar schon gesprächsbereit gezeigt hat, dann würde ich bei dem ansetzen. ggf. auch ein Gespräch mit dem Chefarzt suchen. Und parallel den sozialpsychiatrischen Dienst ansprechen. Das sind drei Anläufe.

Alle drei würde ich mit dem klar formulierten Ziel / der Erwartung angehen: Es muss eine vernünftige Diagnose und ein Therapieansatz her. Wenn das in dieser Klinik nicht geleistet werden kann, dann muss geklärt werden, wo - VOR der Entlassung. Die Verantwortung liegt bei der Klinik, dort ist sie zu packen.

Sich auf diesen sachlichen Kern zu reduzieren hilft, gerade wenn einem selbst die Nerven schon durchgehen. So ein Kern ist auch eine bessere Ausgangsbasis für ein zielführendes Gespräch mit den Verantwortlichen.

Gibt es eigentlichen einen Hausarzt und wenn ja, wie ist das Verhältnis? (Verhältnis zwischen Mutter und Arzt und kennt ihr ihn / sie?)