wie lautet v(t)?
keine Ahnung. Bei Kräftegleichgewicht ist etwa V= 6,09 m/s
Hier eine Kurzfassung der Rechnung:
„Newton III“ lautet für das Regentropfenproblem
F grav + F reib = m d² x /dt²
Die Kräfte haben die Beträge
Fgrav = m g
Freib = 1/2 cw ρLuft A v²
Durch Einsetzen gewinnt man die Differentialgleichung. Als dx/dt-Vorfaktor ergibt sich dabei der Term 3 cw/(4 k d) (mit k = ρWasser/ρLuft ≈ 1000/1.2 ≈ 833.3; d = Tropfendurchmesser), der eine reziproke Länge darstellt. Sein Kehrwert ist die natürliche Längeneinheit des Problems:
L = 4 k/(3 cw) d
Die Differentialgleichung, die man erhält, lautet:
dv/dt + 1/L v² = g
Im Stationären Zustand ist dv/dt = 0 (Tropfen beschleunigt nicht weiter hat seine Endgeschwindigkeit v∞ = limt → ∞ v(t) erreicht). Daraus folgt v∞ zu
v∞ = √(g L)
v∞ ist die natürliche Geschwindigkeitseinheit des Problems.
Durch Umskalierung von v und t kommt man auf dimensionslose Form der Diff.gleichung. Sie lautet:
dυ/dθ + υ² = 1
mit υ := v/v∞ und θ := t/T
T ist die natürliche Zeiteinheit des Problems. Es gilt: T = √(L/g); v∞ T = L; g T = v∞.
Jetzt zur Lösung der Diff.gleichung. Erfreulicherweise ist eine Separation der Variablen möglich:
dυ/dθ = 1 – υ²
1/(1 – υ²) dυ = dθ
Jetzt sind die Variablen getrennt und beide Seiten bereit zur Integration:
∫0…υ 1/(1 – υ’²) dυ’ = ∫0…θ dθ’
1/(1 – x²) hat als Stammfunktion artanh(x) (siehe Formelsammlung, z. B. Bronstein, oder Mathematica-Integrator, artanh = „Areatangens“).
Ergebnis:
υ(θ) = tanh(θ)
Die Geschwindigkeit des Regentropfens wächst also mit der Zeit nach einer tanh-Funktion.
Aus der Diff.gleichung resultiert damit sofort die Beschleunigung des Tropfens zu
α(θ) = 1 – tanh²(θ)
(α := a/g)
Zur Bestimmung der Weg-von-Zeit-Funktion muß υ(θ) integriert werden. Das ist kein Problem. tanh(x) hat als Stammfunktion ln(cosh(x)).
Ergebnis:
σ(θ) = ln(cosh(θ))
(σ := s/L)
Die Umkehrfunktion θ(σ) folgt zu
θ(σ) = arcosh(exp(σ))
und damit erhält man die Funktionen υ(σ) und α(σ):
υ(σ) = tanh(arcosh(exp(σ)))
α(σ) = 1 – tanh²(arcosh(exp(σ)))
Nach Durchfallen der Strecke L hat der Tropfen also den tanh(arcosh(exp(1)))-ten (≈ 93 %) Teil von v∞ erreicht; nach Durchfallen von 2 L den tanh(arcosh(exp(2)))-ten (≈ 99 %) Teil von v∞.
Beispiel-Regentropfen:
Mit k = 833.3, cW = 0.6, d = 2 mm, g = 9.81 m/s² ergibt sich
L = 3.7037 m
v∞ = 6.02771 m/s
T = 0.61444 s
Ca. 99 % seiner Endgeschwindigkeit v∞ hat der Tropfen nach der Fallstrecke von ca. 7.4 m erreicht.
So, und Du solltest diese etwas ungewöhnlichen Funktionen nun noch in einen Funktionenplotter tippen, um zu sehen, dass sie tatsächlich stimmen.
Mit freundlichem Gruß
Martin