HILFE: Skin Picking! Was tuuunnnn?!?!?

Hallo,
nach langem recherchieren weiss ich endlich(!) was ich habe! Ich habe Skin Picking. Alle Symptome stimmen überein. Aber das ist eine lange Geschichte. Vor etwa 4 Jahren gab es in unserer Familie einen Vorfall. Der ging bei mir natürlich nicht spurlos vorbei. Seit dem Vorfall habe ich angefangen die Pickel in meinem Gesicht aufzukratzen. Leider. Es blieb nicht nur beim Gesicht, sondern auch der Rücken, die Oberarme und mein Dekoltee sind davon betroffen. Ich denke mir jedes mal hör auf damit!! Aber dann stehe ich wieder vor dem Spiegel und drücke was das zeug hält. Leider. Ich weis nur leider nicht wie ich damit umgehen soll. Ich bin 15! Da haben alle Mädls so schöne Gesichter, so schöne Haut! Nur ICH nicht, weil ich sie mir jedes mal aufkratzten muss! Es macht mich selber fertig. Und ich hab grad Prüfungen. Schon immer wollte ich Perfekt sein. Anders als die normalen Mädchen, anders als meine Familie, immer die beste sein in der Schule. Es sieht so aus als würde ich den Stress an mir selber auslassen. Darüber geredet habe ich mit keinem. Ich traue mich nicht. Aus Angst ausgelacht zu werden. Nicht ein mal mit meiner Mam. Ich trau mich auch nicht zu einem Arzt zu gehen oder so. Ich habe auch versucht gegen die Pickel etwas zu tun. Ich weiss nicht wie viele Cremes, Waschgel ich ausprobiert habe. Es gab keine Veränderung. Ich weiss echt nicht was ich machen soll???

Vielleicht hatt einer sowas schon mal durchgemacht oder Tipps. Ich wäre euch sehr Dankbar. lala1201

Spannungsabbau
Hi!
Das ist so wie Nägelkauen. Eine Angewohnheit, eine Möglichkeit, um Stress oder Nervosität abzubauen, Spannungen abzuarbeiten.

Zum Ersten würde ich mir die Fingernägel sehr kurz schneiden.
Und dann etwas anderes suchen zum Spannungsabbau: Kritzeln mit Stift auf Papier, Knetgummi drücken in der Hand (sieht ein wenig bescheuert aus :smile: ), sowas in der Art.

Grundsätzlcih und langsfristig würde es sicher helfen, wenn Du ruhiger werden könntest, aber das ist eher schwer. So Sachen wie regelmäßig autogenes Training oder Yoga oder andere Entspannungsmethoden könnten da hilfreich sein.

Kleine Ziele setzen und sich belohnen: ein paar Tage nicht gekratzt gibt eine kleine Belohnung usw.

Wenn Du gar nicht klar kommst, würde ich unbedingt mit jemanden darüber sprechen. Eltern, Arzt oder sowas. Ist doch keine Schande, Du willst doch, dass sich da was ändert.

Grüße
kernig

Hallo,

gegen die Pickel solltest du einen Dermatologen aufsuchen. Ruf am besten gleich morgen wegen eines Termins dort an, damit du gar nicht erst auf die Idee kommst, das auf die lange Bank zu schieben.
Mit Cremes und Tiegelchen aus der Drogerie ist es bei dir (wie bei den sehr vielen Aknebetroffenen) offenbar nicht getan.
Es dürfte kein Geheimnis sein, dass die Pille das Hautbild wesentlich verbessern kann; wenn du also sowieso etwas in der Hinsicht planst… (suche am besten nach einem endokrinologisch geschulten Gynäkologen).
Wenn du denkst, dass das hilft, kannst du dir von einer Kosmetikerin auch mal das Gesicht „ausreinigen“ lassen. Damit dürften die aktuellen Herde auf hygienische Art und Weise (und nicht, indem man mit keimbesiedelten Händen wild drüber kratzt) beseitigt werden.

Soviel zur dermatologischen Komponente.

Sprich mit deiner Mutter darüber. Du wirst sehen, dass es hilft, wenn du nicht mehr allein auf weiter Flur mit deinem Problem bist.
Es gibt ein Buch darüber: http://www.amazon.de/Die-eigene-Haut-retten-Picking/… (die Rezensionen scheinen ganz gut zu sein).
Und ganz gute Blogs, Foren und Artikel. -> google; auch bei Dermatillomanie, Acne excoriée suchen.
Du bist nicht die einzige Betroffene und wärst nicht die Erste, die diese sogenannte Impulskontrollstörung überwinden kann (wenn deine Selbstdiagnose denn tatsächlich exakt so zutrifft). Auch dein Perfektionismus ist nicht so besonders, wie du denkst.
Dafür kann der Gang zum Psychotherapeuten (ich würde Verhaltenstherapie anstreben) ggf. sehr hilfreich sein. Der kann mit dir effiziente Tricks und Kniffe erarbeiten, die diese Schübe („muss kratzen“, „diese Pickel muss weg, SOFORT!“ uswusf.) in eine andere, weniger selbstverstörerische Richtung lenken.
Du magst jetzt denken, ich halte dich für verrückt, weil ich dir eine Psychotherapie ins Sichtfeld rücke: Tu ich nicht. Du hast bloß den Fehler gemacht, dir ein falsches Verhalten anzutrainieren. Da kommt man oftmals ganz schlecht von allein wieder raus, da man umlernen muss. Da ist ein Input von jemand Unbeteiligtem oftmals sehr, sehr gut.

Grüße
Liete