Hör bitte zu reden auf, TU endlich was!!!
Liebe Gina,
ich finds gut, daß Du dieses Thema aufwirfst und Dir Gedanken machst. Bitte entschuldige, wenn ich mich nachfolgend etwas kraß ausdrücke, aber ich hoffe, Dich damit wachrütteln zu künnen.
Wirst sicher verstehen, daß Dein Rat aus
gegeben Gründen nicht ausführbar ist.
Trotzdem danke für Deine Antwort.
Nein. Sorry, aber ich verstehe es nicht. Es gibt Situationen, da darf man einfach nicht mehr zugucken. Nur zu diskutieren und nichts zu unternehmen grenzt imho in dieser Situation an den Straftatbestand „unterlassene Hilfeleistung“. Und die Grenze wird dann überschritten sein, wenn tatsächlich jemand zu Tode kommt!
Und selbst, wenn dieser Fall nicht eintritt und rein juristisch die „unterlassene Hilfeleistung“ nicht erfüllt wird… so ist sie moralisch sehr wohl erfüllt. Dafür könnt Ihr nicht belangt werden, aber mit den Schuldgefühlen müßt Ihr / mußt DU allein fertig werden.
So wie Du diese Situation beschreibst ist sie absolut vernichtend für das Kind. In ein Heim zu kommen ist sicherlich nicht einfach für ein Kind. Und es ist immer abzuwägen, wodurch der größere Schaden entsteht. Aber in so einem Fall ist das Heim das kleinere der möglichen Übel.
Dieses Kind muß tagtäglich mit ansehen, wie es selbst verprügelt wird (und niemand da ist, um es zu beschützen), wie die Mamma verprügelt wird und sogar auch noch der (vielleicht einzige den es hat) Freund, nämlich sein Haustier. In so einer Situation zerbricht das Kind völlig. Vielleicht körperlich (es stirbt). Ich möchte fast sagen (auch wenn es sich brutal anhört), dann hat es Glück gehabt. Denn ganz sicher zerbricht es seelisch. Und manchmal ist der seelische Tod, bei dem man/frau weiter leben muß, schlimmer als der Körperliche!!!
Und noch was: Das Kind lernt sehr gründlich, daß Gewalt die einzige Lösung für Probleme ist. Ahnst Du, was in ca. 10 - 20 Jahren sein wird? Ich schon. Dieses Kind wird erwachsen geworden sein und vermutlich ebenfalls alkohol- und/oder drogenabhängig. Und es wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls Frau und Kinder schlagen!!!
einschalten. In dem Du/ Ihr die Situation
selber zu lösen versucht, schafft ihr
Deiner Kollegin vielleicht noch
kurzfristig ein Ventil, daß sie daran
hindert, wirklich etwas zu unternehmen.
Man nennt das dann „Co-Abhängig“, weil
Du/Ihr, ohne es zu wollen, die aktuelle
Situation am Laufen haltet. Meine
(traurige) Erfahrung sagt mir, daß nur
ein kräftiger und leider auch
schmerzhafter Schlag wirklich helfen
kann, auch, und das ist ganz wichtig, wnn
es Dir/Euch selbst erst einmal sehr weh
tut. Helfen kannst Du/Ihr ihr nur so!
*grusel* Liebe Jutta,
ich kenne dieses Syndrom von Co-Abhängigen, die aufhören wollen, sich co-abhängig zu verhalten und dann erst mal ins absolut andere Extrem fallen. Nämlich sich um nichts und niemanden mehr zu kümmern, als um sich selbst. Aber ebenso wie jemand, der bislang zwanghaft zu viel gegessen hat, „abstinent“ ist, wenn er/sie überhaupt nichts mehr ißt (das nennt sich dann Magersucht) ist es auch hier. Auch bei sozialem Verhalten gibt es sowas wie Magersucht.
Du magst (vielleicht) recht haben, solange es nur um die Frau alleine geht. Aber hier ist auch ein Kind, das dabei vor die Hunde geht. Und da darf man einfach nicht mehr wegschauen!!! Wie lang willst Du denn warten, bis die Mamma (vielleicht) aufwacht? Bis das Kind tot ist? Oder seelisch für immer so kaputt, daß es seinerseits kriminell wird?
Diese Frau ist aufgrund ihrer Abhängigkeitserkrankung (die Angst vor der Familie ist nur eine Ausrede. Wenn sie raus wollte würde es auch Möglichkeiten geben sie zu schützen und wenn sie dafür ihre komplette Identität ändern müßte (neuer Name). Fakt ist, sie hat jegliche Möglichkeit verloren sich selbst und ihr Kind zu schützen. Und vor allem das Kind braucht Hilfe. DRINGEND!!!
Liebe Gina, bitte hör zu diskutieren auf. TU WAS!!! Es ist eine Minute vor zwölf. In diesem Moment könnte jede Hilfe schon schon zu spät kommen. Oder morgen. Oder übermorgen. Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft wird es zu spät sein.
Liebe Grüße, Nena