Guten Tag, liebe Experten,
mit meinem Problem bin ich hier hoffentlich an der richtigen Adresse. Wenn nicht, möchte ich mich im Vorfeld schon für einen störenden Post entschuldigen.
Ich fürchte es lässt sich nicht in 3 Sätzen beschreiben.
Ich habe einen Onkel (57 Jahre alt). Ich mache mir große Sorgen dass er jemandem Schaden zufügen könnte. Warum das so ist, möchte ich hier kurz beschreiben:
Eine befreundete Psychologie-Studentin sagte, er hätte offensichtlich ein IQ-Defizit. Der Volksmund nennt es wohl einfach strohdumm.
Bis vor wenigen Jahren lebte meine Großmutter noch, welche sich rund um die Uhr um ihn gekümmert hat. Nun ist er gezwungen, sich selbst zu versorgen und es geht eher schlecht als recht. Unsere Familie ist sehr klein - eigentlich sind es nur meine Mutter und ich, die hier noch Hilfe leisten könnten. Er wohnt weiter weg und ihn zu uns zu holen ist für uns keine Option, da er einem das Leben wirklich zur Hölle macht.
Ich bin weiß gott kein liebloser Mensch ohne Mitgefühl, aber das ist für einen Nicht-Profi glaube ich, nicht mehr zu schaffen.
Er ist in seinem Reden nie schlüssig, wiederspricht sich eigentlich ständig. Es ist unglaublich schwer, ihm etwas klar zu machen oder einfach zu erkennen, ob er etwas überhaupt verstanden hat. Mehr als 2 Sätze kann er nicht zuhören und sich konzentrieren.
Was mir viel mehr Sorgen macht, ich sehe bei ihm kein Gewissen. Er hat bestimmte Handlungsmuster, denen er folgt, welche das Mindestmaß für sozialen Kontakt sind. Wenn er normal mit jemandem spricht, wirkt er freundlich. Die Wahrheit sieht aber ganz anders aus (falls es die Wahrheit ist). Allein wenn man Aussagen über Frauen von ihm hört, bekommt man das kalte Grausen. Z.B.:"… Ich muss mir mal wieder ne Alte nehmen… Das Luder - Die krieg ich auch noch, aber dann kann die was erleben. Der hau ich eine rein und dann steck ich der Einen rein…".
In dieser Abfälligkeit spricht er eigentlich über alle Menschen.
Normalerweise ‚redet‘ er nur, ist eigentlich feige und schüchtern. Seine Mutter hatte ihn immer unter Kontrolle, quasi sein externes Gewissen. Aber jetzt hat er seinen Bekanntenkreis verändert. Er umgibt sich mit Leuten die ihm vorleben, dass solche Aussagen echte „Optionen“ sind. Alkohol ist auch im Spiel.
Ich habe bemerkt das seine Toleranzschwelle sinkt. Die Diskrepaz zwischen Reden und Handeln wird immer kleiner und ich mache mir ernsthafte Sorgen.
Er ist in keiner Behandlung, nie gewesen. In Mecklenburg auf dem Dorf wird mit sowas eh noch ganz anders umgegangen als in Metropolen.
Was kann man da machen? Er ist ja voll mündig. Man kann ihm nicht vorschreiben, was er zu tun hat. Ehrlich gesagt haben wir auch kein großes Interesse daran, ihn zu ‚entmündigen‘. Mein bester Einfall war bisher, ihn einfach mal unter Vorwand zu zu einem Psychologen zu schicken, mit dem ich vorher spreche. Kann ein ein solches Gespräch überhaupt Resultate liefern? Und zahlt die Kasse (die ewige Frage)?
Ich fange gerade erst an, mich zu informieren. Darum dieser Thread.
Gibt es Einrichtungen, die helfen können? Wie kann ich herausfinden, was für ein großes Risiko er wirklich ist? Was kann man sonst noch tun in solchen Fällen???
Ich bin dankbar für jeden Tipp und Ratschlag.
Vielen Dank
Luh