Hallo, ich besitze eine Seite, auf der die Erreichbarkeit verschiedener Dienste unseres schönen Internets ablesbar ist. Für zehn verschiedene Zeiträume gibt es pro Dienst jeweils ein Diagramm. Leider weiß ich nicht, ob ich „während
de r letzten 2 Stunden“ oder „während
de n letzten 2 Stunden“ schreiben soll. Meiner Meinung nach geht beides, jedoch würde ich gerne eure Meinung dazu hören.
Ich nenne euch hier die Beschreibungen der verschiedenen Zeiträume:
Verfügbarkeit während der letzten Stunde
Verfügbarkeit während der letzten 2 Stunden
Verfügbarkeit während der letzten 24 Stunden
Verfügbarkeit während der letzten 48 Stunden
Verfügbarkeit während der letzten Woche
Verfügbarkeit während der letzten 2 Wochen
Verfügbarkeit während dem letzten Monat
Verfügbarkeit während den letzten 2 Monaten
Verfügbarkeit während dem letzten Jahr
Verfügbarkeit seit beginn der Messung
Ich bitte euch darum, fehlerhaftes zu verbessern und dies auch zu begründen.
während erfordert den Genitiv. Deutsch ist zwar nicht meine Stärke, ich würde es aber immer wie folgt schreiben:
Verfügbarkeit während der letzten Stunde
Verfügbarkeit während der letzten 2 Stunden
Verfügbarkeit während der letzten 24 Stunden
Verfügbarkeit während der letzten 48 Stunden
Verfügbarkeit während der letzten Woche
Verfügbarkeit während der letzten 2 Wochen
Verfügbarkeit während des letzten Monats
Verfügbarkeit während der letzten 2 Monate
Verfügbarkeit während des letzten Jahres
Verfügbarkeit seit Beginn der Messung
Dazu eine Anmerkung über den Sinn des Wortes „korrekt“ in Zusammenhang mit Sprache.
Früher standen jahrhundertelang viele Präpositionen mit Dativ, die heute meistens mit Genitiv stehen, weil die Kanzleisprache (das Amtsdeutsch) es so lange absichtlich verdreht hatten, bis der Duden nachgab. Auch heute ist nie normative Kraft des Faktischen ungebrochen. Das Wort „ansonsten“ zB macht zur Zeit einen schwachsinnigen Bedeutungswandel durch vom eigentlichen „außerdem“ zum „andernfalls“, wofür eigenlich das Wort „sonst“ steht. Uns immer so weiter. Ich als Teil des Faktischen achte meistens darauf, den Torheiten, Sinnentstellungen und Anbiederungen an die Hegemonialmacht, meine Sprache entegenzuhalten.
Also nur bei wirklichen Unsicherheiten bei Duden oder Canoo gucken. Und immer locker bleiben, denn beschissener als bei offiziellen Neujahrsansprachen kann es ohne Absicht nicht werden.
Früher standen jahrhundertelang viele Präpositionen mit Dativ,
die heute meistens mit Genitiv stehen,
Nenn doch bitte ein paar Beispiele.
Das Wort „ansonsten“ zB macht zur Zeit
einen schwachsinnigen Bedeutungswandel durch vom eigentlichen
„außerdem“ zum „andernfalls“, wofür eigenlich das Wort „sonst“
steht.
Dein „zur Zeit“ bezieht sich dann wohl mindestens auf die letzten 37 Jahre; in der Duden-Ausgabe von 1973 ist zu lesen: „ansonsten - im übrigen, anderenfalls“.
Und von Grimm und Adelung wird ansonst als „erweitertes sonst“ beschrieben, welches wiederum bereits zur damaligen Zeit sowohl für „im andern falle“ als auch für „in andrer, weiterer art" / "in anderen fällen“ verwendet wurde, siehe Grimm II. 2) und Adelung 1. und 2.(5).
Beispiele lassen sich googeln, ich nenne hier mal „wegen“ und „trotz“. Wenn ich DEM Wetter trotze, dann fahre ich trotz dem Wetter Rad.
1973, das ist lange nach meiner sprachlichen Prägung. Immerhin gibt der Duden beide Bedeutungsvarianten, weil er im Gegensatz etwa zu dem entsprechenden französischen Institut nicht wirklich einen (wie er sagt) „maßgebenden“ Anspruch hat, sondern eher einen „abbildenden“. Im Alltagsdeutsch, auf den er sich offenbar bezieht, richtet die Doppeldeutigkeit dieses Wörtleins auch nicht viel Schaden an, und bis vor wenigen Jahren, also weit über dein Stichjahr 1973 hinaus, ist in rechtlichen und anderen offiziösen Schriften auch der korrektere Umgang beachtet worden. Ebenso hält es die überwiegende wissenschaftliche und schriftstellerische Elite bis heute. Auch ich sehe bis heute keinen Grund, dem Verlust einer Ausdrucksmöglichkeit zuzustimmen. Wiewohl ich finde, man solle der nonverbalen Kommunikation mehr Ehre erweisen (was hier nicht geht).
Der Grimm ist in seiner jetzigen Fassung zum größten Teil nach seinem Tode entstanden. Ich nehme mit einiger Verwunderung zur Kenntnis, dass schon zu seinen Lebzeiten das „ansonsten“ in ausschließender Bedeutung verwendet wurde. Vielleicht liegt es an Grimms nie dagewesenem Vollständigkeitsanspruch.
Was meinen Anspruch betrifft, ich fühlte mich durch eine gestellte Frage bewogen, mein Fähnlein der handwerklichen Sorgfalt ein wenig zu schwenken. Ich bleibe allen gewogen, die ein anderes schwenken und freue mich, wenn sie mit mir trotz des Wetters Rad fahren. Wie könnte ich auch anders, es sind schon die gescheitesten Rohmanuskripte mit den dööfsten Sprachfehlern bei mir gelandet.
Weiterhin frohes Schaffen
Bumi
„eine Präposition, welche jederzeit mit der zweyten Endung oder dem Genitive des Nennwortes verbunden wird, und das Verhältniß der bewegenden Ursache bezeichnet. Sie kann sowohl vor, als nach dem Nennworte stehen. Wegen einer Sache besorgt seyn, und einer Sache wegen. Sie dürfen sich dieses Geschenkes wegen nicht sowohl bey mir, als bey dieser liebreichen Frau, bedanken, Gell. Meiner Jahre wegen könnte ich in der Kleidung noch sehr jung thun, eb. Die Freundschaft hält mich nie wegen der Liebe schadlos, eb. Eben der Leute wegen will er nur Abends kommen, Weiße.
Fehlerhaft ist es, wenn diese Präposition im Oberdeutschen so gern mit dem Dative verbunden wird…“
Phantomisches
dein Tadel befremdet ein wenig
alles geschah mit Maß, Respekt und Ziel
ansonsten gehe ich davon aus, dass wir uns beide Mühe gegeben und Zeile für Zeile zur Kenntnis genommen haben
alles Gute